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Im Jahr 1995 setzte die IG Metall endgültig die 35-Stunden-Woche in Deutschland bei vollem Lohnausgleich durch. Doch die Realität in Deutschland 21 sieht mittlerweile ganz anders aus. Vielerorts sind wir schon wieder bei der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich angelangt. Deshalb verstehe ich es überhaupt nicht, warum IG-Metall-Chef Jörg Hofmann - der Mann mit der auffälligen Taucherbrille - jetzt für die neue Tarifrunde unter anderem die 28-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich fordert - und das befristet für mindestens zwei Jahre. Grund: der hohe Arbeitsstress, die ungenügende Familienfreizeit und bei Frauen die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie.

 

Jörg Hofmann soll einmal nach Japan schauen, wo "Karoshi" - der Tod durch Überarbeitung - kein Einzelfall ist. Erinnern möchte ich in diesem Zusammenhang an den Fall der 31-Jährigen japanischen Politikjournalistin, die in nur einem Monat 159 Überstunden angesammelt hatte. Aufgrund massiver Arbeitsbelastung ist der Tod durch Herzversagen und durch Suizid wegen Depressionen in Japan fast schon normal. So weit sind wir allerdings in Deutschland noch lange nicht. Was in Deutschland das Freizeitverhalten von Mitarbeitern massiv stört, ist die ständige Erreichbarkeit per Smartphone. Das müsste die IG Metall ändern. Ansonsten sollte die IG Metall endlich die gleiche Bezahlung bei gleicher Arbeit für Frauen durchsetzen bzw. die Einführung von Betriebskitas und -kindergärten in der Metallindustrie. Damit wäre den Arbeitnehmern viel mehr geholfen als mit der 28-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich.

Roland Klose, Bad Fredeburg

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