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Das britische Referendum über einen Verbleib in der EU am 23.6.2016 wurde schon 2011 in die Wege geleitet durch den britischen Premierminister David Cameron wegen einer nicht nur seiner Meinung nach verfehlten EU-Politik, obwohl er ein entschiedener Gegner gegen den Austritt seines Landes aus der EU war und noch ist. Es war nur eine Strategie: Die Drohung mit dem EU-Austritt sollte dabei helfen, britische Forderungen durchzusetzen, was die EU-Skeptiker in England besänftigen würde. Bis April 2014 stellte Cameron Forderungen an die EU wie strengere Einwanderungsregelungen, Abbau von Handelsschranken mit Ländern wie Amerika und Asien, größere Zurückhaltung des Europäischen Gerichtshofs, strengere Zuwanderungsregelungen für EU-Bürger (Einwanderer sollen erst nach vier Jahren einen Anspruch auf Wohngeld, Kindergeld und andere soziale Leistungen bekommen) ...

Am 19. Februar 2016 kam ihm die EU entgegen, und einen Tag später kündigte Cameron das Brexit-Referendum.

Es gibt Stimmen, die der EU eine erhebliche Mitschuld am Verhalten von Cameron und den britischen EU-Skeptikern geben. Z.B. zentralisiert Brüssel zuviel und es müßte wieder mehr von der EU Verantwortung an Mitgliedsländer und Regionen zurüchgegeben werden. Man wirft Brüssel vor, zu bürokratisch und technokratisch und zu wenig transparent und demokratisch zu sein. Das ist nicht nur das Empfinden in Großbritannien. Aus Brüssel kommen immer mehr Vorschriften, die das persönliche Leben der Bürger regeln sollen, ihren Alltag und die Art und Weise, wie sie leben wollen. Die Entscheidungen Brüssel können die EU-Bürger nicht beeinflussen und oft nicht verstehen.

Am 24. Juni ergab das Referendum, daß 52% den Brexit wollen. Cameron stellte sein Amt für Oktober 2016 zur Verfügung. Der Brexit-Gewinner ist Boris Johnson.

 

Wenn eine Brücke einstürzt, gibt man nicht den Bauarbeitern die Schuld, sondern den Architekten und sonstigen Verantwortlichen. Wenn man dieses Prinzip auch in der Politik anwendet, sollte man das Ausmaß der Schuld am Brexit von EP-Präsident Martin Schulz, EC-Präsident Jean-Claude Juncker, Mario Draghi und der Kanzlerin Dr. Angela Merkel untersuchen, bei ihr vor allem wegen ihrer international und besonders von England so heftig kritisierten Einladungspolitik ab August 2015.

In der Tat: In- und ausländische Politiker werfen der Kanzlerin Dr. Angela Merkel schwerwiegende rechtsstaatliche Defizite bei ihrer Regierungsarbeit vor. Ende 2015 wurde die deutsche Kanzlerin Merkel von den meisten Politikern der EU-Staaten wegen ihrer Einladungspolitik gegenüber Flüchtlingen scharf kritisiert u.a. von

- Victor Orbàn (Ungarn),

- Donald Trump (USA),

- Manuell Valls (Frankreich),

- Donald Tusk (Polen) …

und getadelt durch die meisten Politiker in Staaten Europas, besonders in Tschechien, England, Slowenien, Makedonien …

Jede Kritik und jeder Widerstand gegen die Kanzlerin sollte internationalen Charakter haben.

Die Politik der Kanzlerin Dr. Angela Merkel hat nach Meinung vieler ausländischer Beobachter Deutschland gespalten, innerhalb der EU-Staaten isoliert und nun kommt noch die mögliche Schuld am Brexit dazu. Ist die Kanzlerin die Spalterin Europas ?

Die Medien in Deutschland sind zu einem großen Teil gleichgeschaltet auf eine positive Bewertung der Einladungspolitik der Kanzlerin, der sich Martin Schulz und Jean-Claude Juncker angeschlossen haben.

Forderung: Es ist sorgfältig nachzuprüfen, ob die Briten sich wegen der Politik der deutschen Kanzlerin für den Brexit entschieden haben.

 

Es laufen z.Z. Prozesse von Energieversorgern gegen die BRD wegen der angeblich rechtswidrigen sofortigen Abschaltung von 8 Kernkraftwerke wegen des Reaktorunglücks bei Fokushima im März 2011. Die EU hat angekündigt, daß sie gegen die BRD wegen Verletzung der Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen ab August 2015 juristisch gegen die BRD vorgehen wird. War die von der BRD erzwungene Abschaltung der 8 Kernkraftwerke wirklich rechtswidrig ? Wenn ja, wie konnte das im „Rechtsstaat“ BRD dann praktiziert werden – entgegen der aktuellen Gesetzeslage ?

Die Regierung der BRD hat also seit 2011 mehrere rechtswidrige bis politisch falsche Entscheidungen getroffen:

  • Sofortige Stilllegung der ältesten 8 Kernkraftwerke in Deutschland infolge der Reaktorkatastrophe bei Fokushima in Japan im März 2011, die gegenwärtig die Justiz in Deutschland beschäftigt. Deutschland wird von den Energieversorgern in 30 Klagen auf einen Schadensersatz von 10 Milliarden Euro verklagt.
  • Bruch der EU-Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen. Die Kanzlerin hat im August 2015 Vereinbarungen von Lissabon, Dublin und Schengen und die deutsche Asylgesetzgebung rechtswidrig außer Kraft gesetzt. Die EU-Behörden haben schon angekündigt, deswegen gegen Deutschland Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten, die für die deutschen Steuerzahler teuer werden können.
  • Verhängung der Sanktionen gegen Rußland auf Druck der EU und besonders Martin Schulz mit schwersten finanziellen Folgen für Maschinenbauer, Obstbauern, Milchbauernhöfe, Schweinezüchter … Es ist völlig klar, daß man den Industriebetrieben in Deutschland, die durch die politisch und rechtlich völlig untragbaren Sanktionen gegen Rußland finanzielle Einbußen erlitten haben, diese von Staats wegen komplett zu ersetzen hätte – in einem Rechtsstaat. Das geschieht aber nicht, wie die Proteste der Milchbauern und Schweinezüchter beweisen.

 

Zur Einladungspolitik der Kanzlerin, die international scharf kritisiert worden ist:

Der Ausspruch der Kanzlerin "Wir schaffen das" ist keine Regierungserklärung oder ein Gesetz, sondern Kundgebung ihres weiblich determinierten Willens.

Das wird von einem ihrer anderen Aussprüche getoppt: "Ich glaube, wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass wir das schaffen, und ich habe keinen Zweifel, dass wir es schaffen." Und dann noch: „Deutschland werde die Flüchtlingskrise aber nicht alleine bewältigen.“ Merkel: Ihre größte Enttäuschung in der Krise sei, dass es in der EU so schwierig sei, eine faire Lastenverteilung zu erreichen. Die Kanzlerin hat also ihre Einladungspolitik und das „Wir schaffen das“ mit dem bewußten Risiko betrieben, daß Deutschland das eben nicht schaffen kann, wenn die EU nicht mitmacht.

Kann und soll man daraus folgern, daß die Kanzlerin dazu bereit war und ist, Deutschland und die Deutschen für ihre Einladungspolitik zu opfern für den Fall, daß die anderen EU-Staaten EU nicht mitmachen ?

Das ist eine sehr interessante Frage, die international geklärt werden sollte. 

 

Die Kanzlerin wies angesichts der kritischen Äußerungen von Innenminister Thomas de Maizière und Finanzminister Wolfgang Schäuble (beide CDU) schon zu Ende 2015 den Eindruck zurück, sie habe die Zügel aus der Hand gegeben und die Richtlinienkompetenz verloren. Aussprüche der Kanzlerin bis Ende 2015:

  • "Die Bundeskanzlerin hat die Lage im Griff."
  • "Obergrenzen kann ich nicht einseitig definieren."
  • "Was wir in Deutschland nicht können, ist, einseitig fest(zu)legen: wer kommt noch, wer kommt nicht."
  • "Ich glaube, wir müssen trotzdem daran arbeiten, dass wir das schaffen. Und ich habe keinen Zweifel, dass wir es schaffen."
  • "Ich bin dafür, dass wir ein freundliches Gesicht von Deutschland zeigen. Das ist meine Art von Willkommenskultur."

Die Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel kam vor allem aus dem Ausland – die Medien in Deutschland wurden im Sinne der Kanzlerin gleichgeschaltet:

  • In Deutschland berichtete die nationale Presse im vorauseilenden Gehorsam vor der Kanzlerin: „Die CSU ist in ihrer Kritik an der Kanzlerin allein.“
  • Die ausländische Presse sagte aber im Chor: „Die Kanzlerin steht mit ihrer Flüchtlingspolitik allein.“ Donald Trump hielt sie Ende 2015 sogar für verrückt.

Die Bundesregierung behauptete, gestützt auf eine oftmals gleich geschaltete Presse in Deutschland, daß in der Asyldebatte die CSU allein sei. Aber ein Blick in die internationale Presse, vor allem in UK, USA und den osteuropäischen EU-Saaten, zeigte, daß die Kanzlerin allein war. Von 28 EU-Staaten nahmen nur 6 EU-Staaten Flüchtlinge auf, und darunter nur Schweden und Deutschland im nennenswerten Umfang.

 

Wie das UNHCR bestätigt hat, sind die 2015 nach Deutschland gekommenen Flüchtlingsströme eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin.

Am 16. Oktober 2015 gab es eine Flüchtlingsdebatte im Bundesrat, auf der der Ministerpräsident von Bayern, Horst Seehofer, Klartext in Bezug auf das industrielle Management der Beherrschung von Hunderttausenden von Flüchtlingen pro Monat nach Deutschland redete, also über die politisch-handwerkliche Meisterung des Flüchtlingszuzugs:

"Es gilt keine Ordnung, es gilt kein Vertrag, es gilt kein Gesetz".

Die EU-Verträge von Lissabon, Dublin und Schengen werden von der Kanzlerin nach Belieben ausgesetzt. CSU-Chef und Ministerpräsident von Bayern Horst Seehofer kritisierte bereits mehrmals die Politik der offenen Grenzen der Kanzlerin Merkel:

"Wir können uns das nicht wochenlang leisten".

Ein CSU-Vorstandsmitglied: "Wir können es nicht zulassen, dass die CDU uns weiter in den Abgrund zieht." "Da geht es darum, ob der Staat versagt oder funktioniert", sagte Horst Seehofer. "Einfach durch große Zahlen" - gemeint sind die Flüchtlinge - "den Rechtsstaat zu überlaufen, sozusagen zu überrumpeln, das wird auf Dauer nicht gehen".

 

Aber auch in der CDU gab es immer schärfere Kritik an der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin Merkel, so auf dem CDU-Kongress in Sachsen End 2015.  

 

Der Hinweis der Kanzlerin, daß sie nur europäischen Normen folgt (zuerst von der Partei Die Grünen so formuliert), ist falsch, weil 22 EU-Staaten eben keine Flüchtlinge aufnehmen – und die Mehrheit der Staaten ist nun mal Europa. Die Kanzlerin folgt seit 2011 immer mehr Forderungen der 1968er.

 

Die Kanzlerin Merkel steht nicht für Europa, und man darf sich bei Protesten gegen die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin in Deutschland nicht in die Ecke drängen lassen durch

  • eigene nationale Sicht und Beschränkung auf die deutschen Medien oder
  • Vorwürfe von anderen, in die Nazi-Ecke zu gehören,

was aber nur durch den Bezug auf die ausländische Presse gut gelingt.

Darum ist es notwendig, die Meinung der Mehrheit der EU-Staaten herauszufinden.

Wann immer die oftmals gleichgeschaltete deutsche Presse zitiert wird, die für die Kanzlerin spricht, ist sofort die ausländische Presse dagegen anzuführen, die die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin für verrückt hält (wie bei Trump).

Es ist auf den Spott aus England und USA wegen der Flüchtlingspolitik der Kanzlerin hinzuweisen. Viele Politiker und Diplomaten der anderen EU-Staaten machten sich sogar über die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin lustig. 

Die Bevölkerung in Deutschland weiß erst von Viktor Orbàn im September 2015:

„Die Flüchtlingsströme sind ein deutsches Problem“.

Das wurde vom UNHCR bestätigt: Es ist eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin.

 

Es ist die Gefahr des Zusammenbruchs der EU durch die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin gegeben, weil 22 EU-Staaten eben keine Flüchtlinge aufnehmen. Fängt das jetzt mit dem Votum für den Brexit am 24.6.2016 an ?

Mitte Oktober 2015 gab es in der „Locarno-Suite“ des Londoner Außenministeriums eine Diskussion in einem internationalen Publikum, bei der Briten und Franzosen ihre Kritik an der Einladungspolitik der Kanzlerin klar zum Ausdruck brachten.

Eingeladen hatte der „Club of Three“, eine von dem deutsch-britischen Verleger Lord Weidenfeld ins Leben gerufene Konferenz, die seit fast zwanzig Jahren „Männer und Frauen mit Einfluss“ aus den drei größten Ländern Europas versammelt, darunter Abgeordnete, ehemalige Minister und Behördenchefs. Die Deutschen, die die Linie von Bundeskanzlerin Angela Merkel in der Flüchtlingspolitik verteidigten, wurden verspottet.

Auf besonderes Staunen bei Briten wie Franzosen traf das neue Berliner Verständnis staatlicher Souveränität. „Es gibt keine Grenzen mehr“, hieß es kurz und bündig von deutscher Seite. Wenn dies wirklich Ernst gemeint sei, sagte ein Teilnehmer aus Frankreich, „dann gehe ich jetzt zurück nach Paris, sage, dass die deutsche Regierung eine Meise hat, und fordere die Wiedererrichtung der Grenze zwischen unseren beiden Ländern“.

Die Verwirrung über den Berliner Kurs nahm noch zu, als von deutscher Seite erklärt wurde: „Schengen ist Vergangenheit.“ Bis in die Wortwahl hinein hallte es aus dem Kanzleramt wider: „Es gab keine Alternative dazu, die Grenzen zu öffnen.“ So wie der globalisierte Kapitalverkehr keine Grenzen mehr kenne, seien sie nun auch für die Migrationsströme gefallen: „Um es klar zu sagen: Es gibt keine Lösung des Problems.“

Diese Preisgabe politischer Gestaltungsfähigkeit in Deutschland stieß auf Verachtung bei den Briten: „Wenn Politiker sagen, es gebe keine Lösungen, müssen sich alle Sorgen machen, die an eine gute Regierungsarbeit glauben“. Oder: „Riesige Mengen von Menschen aufnehmen, löst das Problem ganz sicher nicht.“

Die konservative Regierung Cameron lässt aus Prinzip keine Flüchtlinge und Migranten ins Land, die sich bis Europa durchgeschlagen haben, weil sie befürchtet, dass dies weitere Menschen zum Aufbruch ermuntert.

Gegen die Kritik von der „neuen moralischen Macht“ Deutschland: „Wir wollen nicht belehrt werden.“ Es möge ja sein, dass es sich „moralisch besser anfühlt“, wenn man viele Migranten aufnimmt – „aber wo liegt die Moral einer Politik, die Millionen von Menschen nach Europa lockt, um sie dann zu enttäuschen, weil sie nicht absorbiert werden können?“

 

Der Brexit kann also sehr gut eine Folge von diesem Unmut der Briten sein.

Cameron wollte ab 2011 die britischen Forderungen so zurechtzuschneiden, dass sie im UK akzeptiert werden und auch in Brüssel durchsetzbar sind. Weil das aber wegen der Kanzlerin und ihrer Einladungspolitik nicht gelang, kam der Brexit.  

 

Mitte Oktober 2015, in einem Interview des US-Senders CBS.

Die nächsten Präsidentschaftswahlen in den USA finden am 8. November 2016 statt.

Der republikanische US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump hält die Flüchtlingspolitik der deutschen Kanzlerin Angela Merkel für «verrückt». Die Aufnahme hunderttausender Menschen aus anderen Ländern werde zu Aufständen in Deutschland führen.

"Ich habe immer gedacht, dass Merkel diese grosse Führungsperson ist", erklärte Trump. Was sie nun in Deutschland getan habe, "ist verrückt.", sagte der Multimilliardär Trump, der im Vorwahlkampf das Feld der republikanischen Präsidentschaftsbewerber anführt.

Der Nachfolger oder die Nachfolgerin tritt das Amt im Januar 2017 an. Die Zeit im Weissen Haus ist jeweils auf acht Jahre begrenzt. Im momentanen Vorwahlkampf ist Hillary Clinton Umfragen zufolge die klare Anwärterin auf die demokratische Spitzenkandidatur.

 

  1. September 2015: Als Merkel in der Pressekonferenz mit Faymann, nachdem beide in höchster Not einen EU-Sondergipfel beantragt haben, von einem Journalisten ihre eigenen Worte "... dann ist das nicht mein Land" unter die Nase gerieben bekommt, sagt sie: "Ich muss ganz ehrlich sagen, wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land."

Bis Mitte September 2015 setzte die Kanzlerin das Schengen-Abkommen vorübergehend außer Kraft. Werner Faymann, Österreichs Kanzler (Sozialdemokrat): „An den Grenzen wird wieder kontrolliert. Europa ist zerrissen.“

 

Ab Mitte September 2015 drängten Hunderttausende Flüchtlinge nach Europa und es kam zur Krise innerhalb der Europäischen Union: Die Frage kam auf: Zerbricht daran die EU?

Während Länder wie Deutschland, Frankreich und Italien eine gerechte Verteilung der Asylbewerber forderten, sperrten sich viele osteuropäische Staaten wie Ungarn, Tschechien und Polen gegen ihre Aufnahme. Im deutschen Fernsehen wurde das im Sinne der Kanzlerin kommentiert: „In Osteuropa ist die Angst vor Masseneinwanderung und insbesondere dem Islam besonders groß und wird von der Politik instrumentalisiert.“ oder "Die Tschechen machen keinen Urlaub in Hurghada oder Marokko und sind darum fremde Kulturen nicht gewöhnt.“

 

Viele Beobachter mögen zu dem Schluß kommen, daß die isolationistisch-sektierische Politik von Kaiser Wilhelm II und Adolf Hitler in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts ihren Wurmfortsatz in Form der Politik der Kanzlerin gefunden hat.

Vor allem trifft das auf die Gleichschaltung der Medien mit einer impertinent-permanenten Berieselung der Bürger mit Informationen im Sinne der Kanzlerin zu, ähnlich wie im Dritten Reich:

  • Nazi-Propaganda: Überlegenheit der arischen Rasse und der deutschen Kultur.
  • Merkel-Propaganda: Einladungspolitik und deren Begründung mit Nächstenliebe und christlicher abendländischer Tradition Merkelscher Auslegung.

Deutsche Politiker müssen sich wieder um internationale Kontakte und Absprachen bemühen und nicht eigenmächtig entscheiden, so daß sich nicht z.B. Außenminister von EU-Staaten über das eigenmächtige Vorgehen einer deutschen Kanzlerin beklagen wie im Fall des Außenministers Sebastian Kurz von Österreich.

 

Die Regierung der BRD hat seit jüngst Entscheidungen getroffen, die man von den 1968ern erwartet hätte:

  • Schon vor dem September 2015 gab es in Deutschland in vielen Städten einen für die Bürger unerträglichen Wohnungsmangel. Es ist nicht akzeptabel, daß auf eine frei gewordene Wohnung in München sich 80 Bewerber melden.
  • Durch die Flüchtlingsströme nach Deutschland ab September 2015 können finanziell schlecht gestellte Bürger Deutschlands mit Flüchtlingen in Konkurrenz um billige Wohnungen und einfache Arbeitsplätze kommen, was Deutsche arbeits-/wohnsitzlos machen kann.
  • Es werden für Flüchtlinge große Finanzmittel aus dem Bundeshaushalt bereitstellt, die man hätte für Infrastrukturmaßnahmen und Wohnungsbauprogramme für Wohnsitzlose einsetzen können.
  • Durch die Flüchtlingsströme nach Deutschland wird das öffentliche Leben sehr gestört und es gehen davon Gefahren für die Bürger aus. Die Bürger Deutschlands werden Aggressionen von Asylbewerbern ausgesetzt wie in der Silvesternacht 2015/16 in Köln, Hamburg, Stuttgart, Düsseldorf …, geschehen in 12 Bundesländern (gemäß BKA am 22.1.2016) und auch in Griechenland, Schweden, Türkei …
  • Es hat schon Überfälle von Asylbewerbern auf deutsche Bürger gegeben, bei denen z.B. Asylpaten schwer verletzt worden sind.
  • Im Ausland erscheint Deutschland immer mehr als Tollhaus, die Einladungspolitik der Kanzlerin gilt als verrückt und sie wird als Idiot bezeichnet, die Europa spaltet und den Kontinent zerstört, der es trägt (so Meinungen in US-Medien).
  • Wer haftet für Schäden oder gar Verletzungen von deutschen Bürgern durch Asylbewerber, und gilt dann die Regierung Deutschlands wegen ihrer Einladungspolitik als Mittäter ?

 

Der schwerste Fehler der Kanzlerin ist ihre Zustimmung zu den unberechtigten und scheinheiligen Sanktionen gegen Rußland auf Druck von EP-Präsident Martin Schulz 2014 hin.

In den 10 Jahren ihrer Regierung seit 2005 hat sich das Verhältnis von Deutschland zu Rußland grundlegend verschlechtert mit der Folge, daß die deutsche Wirtschaft schwere Schäden genommen hat: Milchbauernhöfe, Obstbauern, Schweinezüchter und auch Maschinenbauer erleiden schwere finanzielle Einbußen, und die Regierung ist nicht bereit, diese durch entsprechende finanzielle Hilfen auszukorrigieren. Es besteht die Gefahr, daß 2016 jeder 10. Milchbauernhof schließen muß – wegen der Sanktionen gegen Rußland und der Untätigkeit der Kanzlerin zu Hilfsmaßnahmen für die Landwirte und Milchbauern.

Es muß sofort das enge und gute Verhältnis mit Rußland wieder hergestellt werden mit sofortiger Aufhebung der Sanktionen gegen Rußland.

Durch die Festsetzung der Sanktionen gegen Rußland und die zu erwarten gewesene Gegenreaktion von Wladimir Putin ist es zum Sterben der Milchbauernhöfe in Deutschland gekommen, weil es keine flankierenden Schutzmaßnahmen gegeben hat.

 

Das wirklich Interessante ist:

  • Seit 2011 hat die Kanzlerin wesentliche Forderungen und Ziele der 1968er-Generation übernommen, und aus den 1968ern gingen die RAF-Terroristen hervor.
  • Man erlebt gegenwärtig eine Gleichschaltung der Medien in Deutschland, die an die in Kaiser- und Hitlerzeit erinnert.
  • Die in Deutschland von regierungstreuen Politikern und Medien betriebenen Kampagnen gegen Gegner der Merkel-Regierung sind vor allem von ausländischer Sicht her zu beurteilen.

Die 1968er, ihre Anhänger und Nachfolger haben eine Psychotechnik der Programmierung von Menschen entwickelt, die sie vermutlich nicht nur auf Anwälte, sondern auch auf Journalisten, Klerikale, Politiker … anwenden und damit auch wesentlich über das Schicksal von Staaten und Völkern entscheiden.

Weil nach dem völligen Zusammenbruch aller staatlicher Strukturen nach der Kapitulation Deutschlands am 8 Mai 1945 die gesamte neue staatliche, institutionelle … Organisation in Deutschland zuerst durch die Alliierten in den 4 Besatzungszonen verordnet wurden, wurden viele von für den Volkszusammenhalt wichtigen Regeln außer Kraft gesetzt.

Das wurde sogar Jahrzehnte später in volkspädagogischen Sprachregelungen zugegeben und zementiert, als bei Antritt der rotgrünen Regierung 1998 in Deutschland der Begriff Volk durch den der Wohnbevölkerung ersetzt wurde.

Bei den Maximen der 1968er, die Jahre später von Politikern der Mitte aufgegriffen wurden, war das schon deutlich geworden:     

- "Wir fordern freien Zuzug aller Ausländer nach Deutschland."

Antwort auf die Frage, was die Deutschen machen sollen, wenn nur 5% der Chinesen nach Deutschland wollen in der Flucht vor Restriktion und Verfolgung in China: "Die Deutschen können dann nach China gehen !"

- „Alle Wissenschaftler sind Fachidioten.“ Das war das Sinnbild der Technikfeindlichkeit der 1968er, was sich auch in der Forderung nach Ausstieg aus der Atomkernenergienutzung ausdrückte.

- "Nürnberg soll Freie Flüchtlingsstadt werden."

- "Deutschland ist Einwanderungsland und soll als solches offiziell auch gekennzeichnet werden."

- „Deutschland den Türken.“ Ende der 1980er Jahre war das in großen Buchstaben an 4 hohe Fabrikschornsteine geschrieben worden - in Sichtweite des größten US-Militärstützpunkts in Franken bei Erlangen.

- „Deutsche raus“ Das wurde zu dieser Zeit an die Wand der Deutschlandhalle Halle bei Kelheim geschrieben.

- "Alle Ausländer aus Nicht-EU-Staaten in Deutschland erhalten sofort eine Arbeitserlaubnis."

- „Nur Verrückte werden sich gegen den Zuzug von einigen Millionen Ausländern nach Deutschland wehren.“ Hainer Geißler, ehemaliger Generalsekretär der Kohlregierung 1983 bis 1998, entmachtet 1986 von Helmut Kohl, formulierte das 1999.

- „Wir fordern Rückkehr zum alten Asylrecht.“

- „Wir fordern doppelte Staatsbürgerschaft für Immigranten, die in Deutschland 5 Jahre gelebt haben, deutsche Sprachkenntnisse usw. sind dafür nicht erforderlich ...“  

- „Der Gesetzgeber hat sehr wohl das Recht, die Zusammensetzung der Bevölkerung zu bestimmen.“ So ein ehemaliges Mitglied des Bundesverfassungsgerichts 1999.

- "Der Ausländerzuzug ist notwendig, um die Rentenzahlungen zu sichern."

- "Der starke Ausländerzuzug nach Deutschland bringt mittelfristig finanziellen Gewinn, auch wenn er kurzfristig Finanzmittel absorbiert."

- "Wenn Ausländer im Vertrauen auf die deutsche Rechtsordnung nach Deutschland als Asylanten usw. kommen, müssen sie korrekt versorgt werden."

- "Es wird die Rückkehr zum alten Asylrecht gefordert, ferner Einwanderungsgesetz und doppelte Staatsbürgerschaft."

- "Die reichen Industrienationen müssen aus eigenem Interesse in der Dritten Welt investieren, um dort den Leuten Arbeit zu geben, so daß sie nicht als Flüchtlinge bei der EU an die Tür klopfen."

- „Welchen Grund könnte es geben, daß wir noch einmal für 4 Jahre regieren sollen ?“

Diese Frage wurde vor der Bundestagswahl 1998 von einem hochrangigen CDU-Politiker gestellt.

 - „Deutschland braucht eine jährliche Zuwanderung von 3,4 Millionen Menschen.“ Das kam aus New York von einer UNO-Behörde am 7.1.2000.

 

Das sind Beispiele für Parolen, die in der Nachkriegszeit in Deutschland durch Leute im Umfeld der 1968er lanciert wurden. Weil nach dem Ende des 2. Weltkriegs den Alliierten jeder Deutsche, der etwas auf sein Vaterland hielt, verdächtig war und als Nazi behandelt wurde, konnten sich im Nachkriegsdeutschland alle die Kräfte sammeln und auch institutionalisieren, die in einem Staat die Auflösung bewirken wollen. Diese Auflösungskräfte gibt es in allen Staaten, aber dort gibt es hinreichend viele Gegenkräfte, die aber in Deutschland durch den Zusammenbruch aller staatlicher Ordnung am Ende des 2. Weltkriegs zerstört wurden.

Das wird ganz deutlich, wenn man die Äußerungen der Politiker und die Geschehnisse in Deutschland nach dem 2. Weltkrieg bis heute mit denen anderer Staaten vergleicht.

Beispiel: In den 1990er Jahren gab es bereits jährliche Zugangsraten in Deutschland von knapp 1 Million Asylanten. Nach England kamen gerade mal 40000. Dennoch klagten AI mit Sitz in London und gleichzeitig Kirchenorganisationen nur Deutschland an, sich gegenüber Flüchtlingen abzuschotten – von den geringen Zugangsraten an Asylanten nach England wurde kein Wort gesagt.

 

Offenbar waren also die 1968er zu Wortführern von deutschenfeindlichen Kräften umprogrammiert worden, und das war schon in wenigen Jahren geleistet worden.

Welche Rolle spielen seit 1968 die Initiatoren und Programmierer der 1968er-Bewegung in Deutschland ?

 

Es ist mit internationaler Hilfe die Rechtstreue der Entscheidungen der Merkel-Regierung seit 2011 nachzuprüfen. Wir haben an Kritikpunkten nicht nur die Aussetzung von EU-Verträgen von Lissabon, Dublin und Schengen durch die Kanzlerin, sondern auch den Bundestagsbeschluß zur Abschaltung von 8 Kernkraftwerken in Deutschland infolge der Fokushima-Katastrophe 2011.

Ferner haben wir die vor allem von EP-Präsident Martin Schulz und EC-Präsident Jean-Claude Juncker betriebenen, in Sicht auf

  • die Kriegsverbrechen Chinas seit 1951 in Tibet,
  • die wiederholten Bombardierungen palästinensischer Gebiete mit jeweils Tausenden von Toten durch die israelische Armee,
  • den Irak-Krieg von G.W. Bush jun. im April 2003 mit über 1 Million getöteter Iraker bis heute und
  • die wiederholten Bombardierungen kurdischer Gebiete durch Erdogans Militär

völlig ungerechtfertigten Sanktionen gegen Rußland, die zudem nicht nur das Verhältnis zwischen Rußland und Deutschland sehr belasten, sondern auch die deutsche Wirtschaft extrem schädigen.

Mutmaßliche falsche bis rechtswidrige Entscheidungen der Kanzlerin Dr. Angela Merkel:

  1. Das Unglück von Fokushima in Japan im März 2011 nahm die Kanzlerin Dr. Angela Merkel zum Anlaß, in Deutschland den Ausstieg aus der Gewinnung von Atomkernenergie durch Kernreaktoren zu beschleunigen. Sie verfügte die Abschaltung der ältesten 7 Kernkraftwerke – völlig widerrechtlich, wie wir heute wissen. Genau deshalb sind auch über 30 Klagen von Energieversorgern gegen die BRD anhängig mit einem geschätzten Streitwert um 10 Milliarden Euro. Gewinnen die Energieversorger, müssen allerdings die Bürger für diese rechtswidrige Entscheidung der damaligen Bundesregierung einstehen und nicht die Kanzlerin.
  2. Dasselbe verfassungsrechtlich nicht abgedeckte Vorgehen der Kanzlerin mag erfolgt sein bei der Aussetzung von wichtigen Passagen in den EU-Verträgen und der herrschenden Asylgesetzgebung in Deutschland – außerhalb der Gesetzgebung des Bundestags – im August 2015, was nun wiederum Klagen von der EU gegen Deutschland zur Folge hat, wofür letzten Endes ebenfalls wieder der Bürger zahlen muß.
  3. Die Kanzlerin erklärt laufend in Interviews …, daß sie eine europäische Lösung für das Flüchtlingsproblem anstrebt, aber die Probleme, die dadurch gelöst werden sollen, hat sie erst durch nationale Alleingänge ohne Rücksprache mit den anderen EU-Staaten selber geschaffen. Die Kanzlerin trifft also nationale Entscheidungen wie die Aussetzung der EU-Verträge ohne Rücksprache mit „Europa“ und verlangt dann von den anderen EU-Staaten, diesem Beispiel zu folgen und die sich daraus ergebenden Lasten mitzutragen. Ihr national definiertes Vorgehen will sie anschließend von den anderen EU-Staaten einfordern und nennt das dann eine „europäische Lösung“. Das ist eine völlige Verkehrung der Tatsachen, die aber von den Medien in Deutschland geschluckt wird. Das Credo von Merkel, Gabriel und Tauber: Wir wollen keine nationale, sondern eine europäische Lösung. Sie praktizieren aber genau das Gegenteil: Es gilt in Deutschland ein Asylrecht, das stark vom Asylrecht in den anderen Staaten abweicht und auf die Migranten aus aller Welt eine starke Sogwirkung ausübt, die Kanzlerin agiert national begrenzt wie im August 2015 und sie sieht natürlich, daß sich die anderen EU-Staaten von ihr absetzen. Die Kanzlerin betreibt eine national orientierte und begrenzte Politik und theoretisiert über europäische Lösungen, und weil sie weiß, daß die kaum kommen werden, fordert sie von den Deutschen immer wieder sehr viel Geduld.
  4. Der Bund hat keine Haftpflichtversicherung für Flüchtlinge (Stand Jan. 2016) – trotz des Zuzugs von über 1 Million Flüchtlingen im Jahr 2015. Es gilt aber: Verursacht ein Unversicherter einen Schaden, muss er dafür geradestehen – das funktioniert aber nur dann, wenn er über die entsprechenden finanziellen Mittel verfügt. Ist das nicht der Fall, bleibt der Geschädigte auf seinen Kosten sitzen, auch wenn ihm das Gericht Schadensersatz durch den Schädiger zugesprochen hat. Der Bürger muß also selber aktiv werden und sich gegen solche Schäden extra versichern – das kommt einer Extrasteuer gleich.
  5. Das Militär in Deutschland beklagt eine komplette Verwahrlosung des militärischen Apparates. Die Kanzlerin verweigerte in den letzten Jahren dem Militär die Finanzmittel, die es zur Bewältigung seiner Aufgaben benötigt. Flugzeuge, Panzer, Hubschrauber … - die meisten davon sind defekt. Auf Beschwerden der Militärs reagierte sie nicht.
  6. Wegen der Sanktionen gegen Rußland sind viele Milch- und Obstbauern in finanzielle Not gekommen, viele mußten ihren Betrieb schließen, viele Maschinenbauer haben große finanzielle Einbußen erlitten, aber weder EU noch Kanzlerin gewähren hinreichend schützende flankierende Maßnahmen.
  7. Wegen der Einführung der Mindestlohnregelung sind die Tierheime in finanzielle Not gekommen. Jedes 2. Tierheim droht wegen Geldmangel zu schließen. Es wird berichtet, daß die Kanzlerin Angst vor Hunden hat. Hat sie kein Verständnis für Tiere ? Die Kanzlerin ist daran zu erinnern, daß sie nicht nur die Kanzlerin der Menschen in Deutschland ist, sondern auch die Kanzlerin der Tiere und Pflanzen in Deutschland.
  8. Förderung bzw. erst die Ermöglichung des öffentlichen Aufruhrs z.B. in der Silvesternacht u.a. in Köln mit bisher von vielen Hunderten von Anzeigen wegen sexueller Übergriffe und Diebstahl durch über 1000 Migranten vor allem in Köln, aber auch in anderen Städten wie Düsseldorf und Hamburg, insgesamt in 12 Bundesländern. Nun geht in Köln und Umgebung die Angst um vor Übergriffen durch Migranten, was sich u.a. im sehr gesteigerten Kauf von Defensivmittel manifestiert.
  9. Nachgewiesene Vertuschung und Verschleierung von Straftaten von Migranten durch Polizei, Presse und Regierung, dem Beispiel in Schweden folgend, besonders in Köln und Kiel, dem Vorwurf von Moskau folgend auch in Berlin. Verlust der Glaubwürdigkeit der Polizei in Deutschland und der deutschen Behörden: Was und wem soll der Bürger noch glauben, wenn er dermaßen angelogen worden ist ?
  10. Die Bundesregierung ließ im Frühjahr 2015 nach den Attentaten in Paris verlauten, daß die Attentate islamistischer Täter mit dem Islam nichts zu tun haben würden. Wenn man aber im Koran nachliest, dann steht das genau so drin, mit Kopfabschlagen und „Tötet sie, wo immer ihr sie trefft“.
  11. Terrorangst in Köln vor Rosenmontag, weil vielleicht irgendein total harmloser Mensch große Mengen von Ammoniumnitrat gekauft hat. Es wurde sogar diskutiert, den Rosenmontagszug 2016 nur deswegen zu annullieren.  
  12. Ausländische Medien berichten sehr viel kritischer über die Aktionen der Kanzlerin als die deutschen, was Druck auf die Medien im Sinne der Kanzlerin nahelegt. Bestätigt z.B. dadurch, daß die Moskauer Presse von Vergewaltigungen in Deutschland berichtet, von denen angeblich die deutsche Polizei nichts weiß (also wie in Köln und Kiel) – warnendes Beispiel ist Schweden. Verlust der Glaubwürdigkeit von Polizei, Behörden, Regierung, Medien ...
  13. Zu den politischen Handwerksfehlern Merkels zählt, daß auf ihre Einladungspolitik hin zwar 2015 über 1 Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind, aber für sie keine feste Bleibe in Voraussicht darauf geschaffen worden ist. Nun leben diese Flüchtlinge gegenwärtig in Zeltstädten, Fabrikhallen, Turnhallen …, behindern dadurch enorm das öffentliche Leben, z.B. den regulären Turnunterricht in Schulen, und in den nächsten Jahren werden sie Wohnungen benötigen und dadurch den heute schon engen Markt von hinreichend billigen Wohnungen schwer belasten. Dem widersprechend behauptet die Kanzlerin immer noch, daß sie alles im Griff habe und keine Obergrenze für den Flüchtlingsstrom nach Deutschland akzeptieren will.
  14. Politiker der BRD betonen, daß der Flüchtlingsstrom über die deuten Grenzen seit Februar 2106 stark abgenommen hat und rechnen sich das als eigene Leistung zu, aber das kommt nur und nur durch die Blockade der Balkanroute und die speziellen Operationen von Österreich. Trotzdem beschweren sich deutsche Politiker wie Frank Walter Steinmeier über die Schließung der Balkanroute durch Makedonien.
  15. Die Zahl der Einbrüche in Deutschland ist 2015 gewaltig gestiegen. Die innere Sicherheit in Deutschland hat ferner auch wegen der Bildung von Parallelgesellschaften enorm abgenommen. Es ist nachzuprüfen, ob das eine Folge der Einladungspolitik der Kanzlerin ist.
  16. Schon im August 2015 herrschte in Deutschland ein großer Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Es gab in Deutschland Hunderttausende von Obdachlosen, aber die Regierung der Kanzlerin Merkel erklärte sich nicht bereit dazu, für die vielen Obdachlosen bezahlbare Sozialwohnungen zu bauen. Die Mieten steigen laufend und z.B. kommen in München auf ein Inserat für eine freie Wohnung 80 Bewerber – ein völlig untragbarer Zustand.

 

Mangel an Wohnungen, Arbeitsplätzen, innerer Sicherheit …

 

Auch wenn die Sicht auf die Entwicklungen in 50 Jahren die heutigen Ereignisse wie ein Sturm im Wasserglas erscheinen läßt, sollte man die politischen, wirtschaftlichen, sozialen … Entwicklungen seiner Epoche-Region nicht verächtlich abtun.

Kommen wir also zu der Einladungspolitik der Kanzlerin und den über 1 Million Flüchtlingen in Deutschland allein im Jahr 2015 zurück, was gravierende Folgen für die Situation an Wohnungs- und Arbeitsmarkt und für die innere Sicherheit in Deutschland hat.

Langjährige Mieter in Deutschland (vor allem sozial schwache wie Rentner und Studenten) werden ihre Wohnung verlieren, weil die Vermieter viel mehr verdienen, wenn sie an Flüchtlinge vermieten. Die Kommunen sind bei dieser Entwicklung vorneweg. Sie kündigen den Mietern Sozialwohnungen, um darin Flüchtlinge unterzubringen. Das sollte unter Strafe gestellt werden. Das sollte so schnell wie nur möglich gemacht werden durch Verabschiedung der entsprechenden Gesetze im Bundestag. Für ein solches Verhalten von Vermietern sind harte Strafen zu fordern bis zur Beschlagnahme des betreffenden Wohnraums und Zurückgabe als Wohnung an die bisherigen Mieter.

 

Minister und Kanzler müssen bei Antritt einen Eid auf die Verfassung leisten, wobei sie auch schwören, Schaden vom deutschen Volk abzuhalten:

Amtseid der Kanzlerin beim Regierungsantritt:

Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.

Also fragt man sich:

  • Macht sich die Kanzlerin Dr. Angela Merkel strafbar, wenn in Folge ihrer Handlungen Bürger in Deutschland wegen Flüchtlingen Wohnung oder Arbeitsplatz verlieren oder von ihnen verletzt werden ?
  • Macht sich die Kanzlerin strafbar, wenn sie durch ihre politischen Aktionen Proteste in der deutschen Bevölkerung provoziert, die aber nach Urteil der meisten ausländischen Politiker berechtigt sind ?
  • Macht sich die Kanzlerin strafbar, wenn infolge von Protestaktionen junge Männer „straffällig“ werden und von Gerichten verurteilt werden, vielleicht zu Haftstrafen, bei denen sie der Ausbildung, Produktion … in Deutschland entzogen sind, wenn aber ausländische Politiker in der Mehrzahl diese Protestaktionen gebilligt haben ?
  •  

Es muß ein Straftatbestand werden, einen jungen Mann als Nazi oder Neonazi zu bezeichnen oder in die Ecke dieser Leute zu stellen, der gegen eine bevölkerungsfeindliche staatliche Willkür protestiert, die aber auch von den meisten ausländischen befreundeten Politikern als solche bezeichnet und verurteilt wird.

Es ist eine Internetplattform einzurichten für Bürger in Deutschland, die wegen des Andrangs

von Flüchtlingen

  • Wohnung oder Arbeitsplatz verloren haben oder
  • sonstwie zu Schaden gekommen sind wegen Mangel an innerer Sicherheit.

Es sind Prozesse für diese Geschädigten zu führen mit ausführlicher Presse, so daß die Bürger die Gefahr erkennen.

 

Von den Hoffnungen Tertullians zu den Borgias-Päpsten

 

Die Kanzlerin Dr. Angela Merkel ist die Tochter eines Pfarrers.

Cesare Borgio war der Sohn eines Papstes (Alexander VI).

Die Kanzlerin beruft sich bei ihrer Einladungspolitik auf Christentum, Gebot der Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft, Willkommenskultur …

Wie die Vernichtung der Katharer durch Bestrebungen der Päpste oder der Templer durch einen christlichen König beweist, haben die Spitzenfiguren der Christenheit das Christentum nicht verstanden oder böswillig bewußt verbogen und falsch interpretiert.

Schon die frühen Bischöfe wie Ambrosius und vor allem die Päpste des Mittelalters haben Probleme gehabt mit den christlichen Geboten:

- Verzichtet auf Rache.

- Seid bereit zum Verzeihen.

- Liebt eure Feinde.

- Segnet die, die euch fluchen.

- Tut Gutes denen, die euch hassen.

- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

 

Auch später haben führende Politiker große Probleme damit gehabt, und darum sollte man die christlichen Gebote (eigentlich die Gebote des Buddha um 500 Jahre früher) diskutieren. Das Christentum ist vermutlich eine synthetische Religion und die Evangelien sind voll von Widersprüchen, die eine göttliche Herkunft oder auch nur Inspiration ausschließen.

 

Jesus Christus war nach Zeugnis seiner Jünger davon überzeugt, daß etliche seiner Zuhörer den Tod nicht mehr erfahren werden, weil inzwischen das Reich Gottes auf Erden gekommen sein würde. Dem Zeugnis der Jünger nach war das Erscheinen des Jüngsten Tages nicht eine Sache der Jahrtausende, sondern höchstens der Jahrzehnte.

Also, es soll geschehen in den letzten Tagen ?

 

Markus 9 (1):

1 Und er sprach zu ihnen: Wahrlich ich sage euch: Es stehen etliche hier, die werden den Tod nicht schmecken, bis daß sie sehen das Reich Gottes mit seiner Kraft kommen.

Dasselbe sagt Matthäus 16 (28).

 

Apostelgeschichte 3 (17-21), entsprechend Joel 3 (1-5):

Und es soll geschehen in den letzten Tagen, spricht Gott, ich will ausgießen von meinem Geist auf alles Fleisch; und eure Söhne und Töchter sollen weissagen, eure Jünglinge sollen Gesichte sehen und eure Ältesten sollen Träume haben; und auf meine Knechte und Mägde will ich in denselben Tagen von meinem Geist ausgießen, und sie sollen weissagen; Und ich will Wunder tun oben im Himmel und unten auf der Erde, Blut und Feuer und Rauchdampf, die Sonne soll sich verkehren in Finsternis, und der Mond in Blut, ehe denn der große und offenbare Tag des Herrn kommt; wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll selig werden.

 

Die Apostel haben die christliche Lehre zu vielen Völkern gebracht, wo sie in vielen Zungen (Sprachen) reden mußten, sie wurden vom heiligen Geist erfüllt, also mit dem Wissen für ihr Prediger- und Missionsamt – aber der Tag des Jüngsten Gerichts kam seit fast 2000 Jahren dennoch nicht. Die Sonne ist strahlend hell geblieben und der Mond wurde nicht zu Blut.

Zum Heiligen Geist: Gott gibt den Menschen von seiner Allwissenheit etwas ab, und genau das ist der Tröster oder der Heilige Geist.

Hmm, Gott selber hat also Jesus Christus das Wissen um den sehr nahen Jüngsten Tag gegeben, an dem das Reich Gottes auf Erden kommt ? Und wo ist er geblieben ?

Prüfen wir nach:

  • Die Evangelisten kolportierten, daß Jesus und die Jünger der Überzeugung waren, daß das Himmelreich nahe sei und ebenso der Jüngste Tag, der Tag des Gerichts.
  • Jesus soll gemeint haben, daß manche der Leute um ihn herum den Tod nicht erfahren werden.

Inzwischen sind fast 2000 Jahre vergangen und der Jüngste Tag ist nicht gekommen, und das Reich Gottes auf Erden auch nicht. Diese Prophezeiung vom sehr nahen Jüngsten Tag ging also ganz gründlich daneben. Kaum eine Prophezeiung irrte bisher mehr als diese.

Gott selber soll Jesus Christus das Wissen um den sehr nahen Jüngsten Tag gegeben haben, an dem das Reich Gottes auf Erden kommen würde ? Das kann man wohl ausschließen. Jesus: „Manche von euch werden den Tod nicht mehr erfahren“.

Das weckt nicht nur große Zweifel an den Evangelisten, sondern auch an Jesus Christus.

Man fragt automatisch: Was wußten die Evangelisten überhaupt über Gott ? Wenn sie hier so irrten – wo haben sie sich ebenfalls sehr geirrt ?

 

Jüngster Tag, der Tag des ewigen Gerichts, das Reich Gottes kommt auf Erden … – das sind alte Vorstellungen. Es gibt sie in Abwandlungen u.a. bei den Ägyptern um 3000 v.Chr. und bei den Achaimeniden um 650 v.Chr. mit ihrem Propheten Zarathustra (Zoroaster).

In unserer Zeit können wir sehen, wie Human Enhancement, Human Genome Editing, Brain Upgrading … ab 2012 zur Wissenschaft und machbaren Technologie werden, wodurch ein Licht geworfen wird auf die nähere Zukunft der Menschheit.

Es wird offensichtlich eine wesentliche gentechnische Veredelung des Menschen möglich:

  • George Church „Regenesis“ 2012,
  • Nick Bostrom „Superintelligence“ 2014,
  • Ray Kurzweil mit seinen Bestrebungen zum Bau einer „Singularität“ rein mit den Mitteln der Künstlichen Intelligenz (KI) auf elektronischer Basis, die um 2045 seiner Meinung nach mit Erfolg gekrönt sein werden …
  • Roland Benedikter ist bestrebt, die Bevölkerung über transhumanistische Entwicklungen zu informieren.

Die Forschung geht weiter (zumindest in USA, UK und China), und in einigen Jahrhunderten mag es keine genetisch reinen Menschen mehr geben. Die klassische Menschheit ist dann ausgestorben und wurde durch die Technologie der Menschen durch Androiden und ihre Androidenzivilisation ersetzt.

Wenn diese Androiden hinreichend sittlich hochstehender als die Menschen sind und ihre Superzivilisation erschaffen haben, dann – so kann man sagen – ist das Reich Gottes auf Erden gekommen.

Das ist im Prinzip nur eine leichte Umformulierung der Prophezeiung von Jesaia 66 (18-24) in eine moderne Denkweise, und viele SF-Autoren haben ab 1960 gute und zukunftsweisende SF-Geschichten erschaffen, darunter sind Arthur C. Clarke, Donald Wollheim, Herbert W. Franke, Heinz Kneifel und vor allem das Autorenkollektiv der Weltraumserie „Perry Rhodan – der Erbe des Universums“ in den 1960er Jahren. Sehr bekannt sind die SF-Filme unter der Regie von Gene Roddenberry.

 

Also, auch nach fast 2000 Jahren ist bisher das Reich Gottes nicht auf Erden gekommen.

Wer hat sich da geirrt ? Die Evangelisten, Jesus Christus, Gott … ?

Die Tendenz geht dahin, daß sich die Evangelisten geirrt haben.

Wie vertrauenswürdig sind die Evangelisten mit ihren Erzählungen über Jesus ?

Im folgenden Text zeigen sich Widersprüche mit anderen Passagen in den Evangelien:

Markus (9)

2 Und nach sechs Tagen nahm Jesus zu sich Petrus, Jakobus und Johannes und führte sie auf einen hohen Berg besonders allein und verklärte sich vor ihnen.

3 Und seine Kleider wurden hell und sehr weiß wie der Schnee, daß sie kein Färber auf Erden kann so weiß machen.

4 Und es erschien ihnen Elia mit Mose und hatten eine Rede mit Jesu.

Wirklich ?

Die Auferstehung nach dem persönlichen Tod gibt es erst mit Jesus Christus. Die Auferstehung der Menschen nach ihrem eigenen persönlichen Tod ist eine neue Leistung der Gnade Gottes, die erst mit Jesus Christus den Menschen gewährt wird.

Moses, Elia … sind noch vom Wurm zerfressen worden.

Dann können also kaum Mose und Eliah in körperlicher Gestalt erschienen sein.

 

Demnach ist das oben geschilderte Phänomen nicht möglich gewesen, nach der Logik des Neuen Testaments.

  • Es gibt in den Evangelien Passagen, die sich fundamental widersprechen.

Was die Evangelisten über Jesus Christus erzählen, wird um so zweifelhafter, je genauer man ihre Schriften studiert.

Die Evangelisten behaupten, daß Jesus Christus der Sohn Gottes gewesen sei, aber dem wirklichen Sohn Gottes könnten solche Fehler nicht unterlaufen.

à Jesus Christus war nicht nur nicht der Sohn Gottes, sondern er hatte auch keinen besonderen Draht zu Gott.

Von welchem Gott reden wir hier eigentlich ?

Albert Einstein zu seiner Kosmischen Religiosität: Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Gautama Siddharta (Buddha) um 480 v.Chr. und Jesus Christus (Heiland) um 30 n.Chr. haben gleichermaßen gesagt:

- Verzichtet auf Rache.

- Seid bereit zum Verzeihen.

- Liebt eure Feinde.

- Segnet die, die euch fluchen.

- Tut Gutes denen, die euch hassen.

- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

 

Und dann kam das: Nachdem das Christentum um 391 n.Chr. durch Kaiser Theodosius I zur Staatsreligion des Römischen Reiches erhoben worden war, wurden mit derselben Grausamkeit und mit demselben Vernichtungswillen, mit denen die römischen Kaiser vorher die Christen bis 305 verfolgt hatten, von den "christlichen" Herrschern im Namen der christlichen Lehre die Andersgläubigen wie Manichäer und Mithraisten verfolgt und grausam getötet.

Das geschah so gründlich, daß ab 450 im Römischen Reich kaum noch etwas von deren Religionsgemeinschaften übrig geblieben war.

Die Kirchenväter Augustinus und sein Zeitgenosse Bischof Ambrosius von Mailand haben die unerbittliche und grausame Verfolgung der Häretiker befürwortet.

Seltsam, denn sie hielten sich für überzeugte Christen: „Liebe deine Feinde“ … hmm !

Bei Ambrosius, der sogar dem inzwischen christlichen Kaiser Roms drohte, war einer der ersten Kirchenfürsten: Er war machtbesessen, hielt sich für den Vertreter Gottes auf Erden und wollte seine Version der christlichen Lehre als die einzig wahre Lehre durchsetzen.

Die Lehre von der Geschichte: Die Psyche des Menschen ist derartig gestrickt, daß er aus Nächstenliebe heraus eben genau diesen Nächsten oder andere Menschen grausam behandelt oder gar tötet.

 

Schon in der Thora wird gefordert: „Liebe deinen Nächsten“. Das ist um 560 v.Chr. geschrieben worden, also noch etliche Jahrzehnte früher als das vom Buddha als Gebot formuliert worden ist, gemäß dem Zeugnis von König Aschoka um 300 v.Chr., einem ehemaligen sehr erfolgreichen War Lord in Indien, der seinen militärischen Aufstieg dem vergeblichen Versuch von Alexander dem Größen, Indien zu erobern, zu verdanken hat.

Wenn der Buddha eine Erfindung von König Aschoka um 300 v.Chr. gewesen ist, eröffnet sich die Möglichkeit, daß hellenisierte Juden im Gefolge von Alexander dem Großen das Gebot „Liebe deinen Nächsten“ aus der Thora nach Indien gebracht haben.

Nun gilt aber folgendes:

  • Eine wesentliche Botschaft in der Thora lautet: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Das Prinzip von Rache und Vergeltung wird in der Thora sehr hoch gehalten. Das paßt aber nicht zur Nächstenliebe und vor allem nicht zu den o.g. Geboten von Buddha und Heiland.
  • Vorstellungen aus der Thora lassen sich um 300 v.Chr. nicht bei den Hellenen nachweisen, wohl aber Widerstände gegen die jüdische Lehre viele Jahrzehnte später, siehe den Aufstand der Makkabäer. Die Übersetzung hebräischer Schriftrollen ins Griechische begann etwa um 250 v.Chr. durch hellenisierte Juden und war erst um 100 n.Chr. beendet mit der dann endgültig fertigen Septuaginta.

 

Der Buddha verwendete als Taxi für seine sittlichen Lehren Karma, Dharma, Seele, Seelenwanderung, Nirwana …

Der Heiland verwendete als Taxi für seine sittlichen Lehren Seele, Auferstehung von den Toten, Reich Gottes, Jüngster Tag …

  • Wir sollten versuchen, die okkultistisch-spiritistischen Anteile in den Lehren von Buddha und Heiland zu vergessen.

 

Tertullian (geb. nach 150 n.Chr.) ist einer der frühesten Verfechter des Christentums und hat in größter Verehrung von den heiligen Schriften der Christen und der Juden gesprochen.

Tertullian wurde in Karthago geboren, in einem Elternhaus, in dem die römische Staatsreligion galt und mitten in der Zeit der römischen Kaiser, die der überlieferten römischen Religion anhingen und oftmals Christen sehr grausam verfolgen ließen, ganz besonders in den Arenen des Römischen Reiches, von den römischen Kaisern befohlen, gedacht als Volksbelustigung. In Tertullian begegnen wir einem Nichtjuden, der großen Gefallen an den hebräischen Überlieferungen und christlichen Idee gefunden und nun wirklich äußerst ausführlich und umfassend diese Gedanken diskutiert hat.

Tertullian – auf welche christlichen Überlieferungen bezog er sich ?

Die christlichen Märtyrer – für welche Version der christlichen Lehre mußten sie in den Arenen der römischen Kaiserbestien sterben ?

Welche Hoffnungen und Sehnsüchte verbanden sie mit ihrer damals nicht standardisierten Version des Christentums ?

 

Wie kommt es, daß Tertullian im Apologeticum von 198 (s.u.) mit solcher Hochachtung und Wärme von der christlichen Lehre spricht und kaum 200 Jahre später wird genau diese christliche Lehre zur Begründung von Staatsterrorismus schon von Theodosius I und Bischof Ambrosius in Mailand mißbraucht ?

Man muß die Hoffnungen und Sehnsüchte der frühen christlichen Märtyrer wie Stephanos und der vielen christlichen Märtyrer in den Arenen des Römischen Reiches genau prüfen. Z.B. wurden im Kolosseum in Rom zu Ehren der römischen Kaiser und Götter im Auftrag menschlicher Bestien viele christliche Märtyrer von Löwen, Bären … getötet.

Wohlgemerkt: Nicht diese Tiere waren die Bestien, sondern die römischen Herrscher, Bediensteten im Kolosseum und vor allem auch die so vielen „rechtschaffenen“ römischen Besucher, die sich an Qualen und Tötung der christlichen Märtyrer erfreuten.

 

Man muß den Weg von Tertullians Verehrung für das Christentum bis hin zu den bösartigen Borgias-Päpsten und christlichen Herrschern prüfen, und dann zeigt sich deutlich:

Die Sehnsüchte und Hoffnungen der christlichen Märtyrer und auch von Tertullian auf die christliche Botschaft haben sich in den letzten fast 2000 Jahren bis heute ganz gewiß nicht bestätigt. Warum ? Weil vor allem die Verbrechen der Kirchenoberen dagegen standen, die vom Bösen in ihrer eigenen Psyche getrieben größte Kapitalverbrechen begingen.

Das erweckt Mißtrauen vor den Erzählungen der Evangelisten über Heiligen Geist, Tröster, Allwissenheit Gottes …, denn Gott hätte ja nur die Evangelisten viel mehr darin beflügeln müssen, die christliche Lehre so auszuarbeiten, daß sie eben nicht an der Bösartigkeit der menschlichen Natur scheitert.

  •  

In der Tat, im Gegensatz zu der Behauptung der Evangelisten, daß die Jünger von der Allwissenheit Gottes erfüllt worden seien, machen die Fehler und Widersprüche in den Evangelien wahrscheinlich, daß es diesen Gott, auf den sie sich bezogen haben, gar nicht gibt. So sind nicht nur Prophezeiungen völlig daneben gegangen, sondern es gilt auch, daß Jesus Christus offensichtlich nicht der Sohn Gottes gewesen ist.

Welcher Gott ist hier eigentlich gemeint, und weiß dieser Gott überhaupt etwas über unser Sonnensystem, unsere Erde, die Menschheit und die Erzählungen, die über ihn auf der Erde kursieren ?

Sehr wahrscheinlich ist, daß der Gott von Altem und Neuem Testament gar nicht existiert, was zu Albert Einsteins Einstellung bei seiner Kosmischen Religiosität korrespondiert, denn er sagte: „Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.“

 

Auch hier sollte man einen Ausflug in die moderne SF machen. Die SF-Autoren ab 1960 haben Vorstellungen aufgebracht wie Superzivilisationen und Superintelligenzen. Im Sinne von Arthur C. Clarke wären Superintelligenzen für uns so mächtig wie die sagenhaften Götter. Die SF-Autoren haben in vortrefflichen SF-Romanen Wollen und Wirken von Superintelligenzen in Superzivilisationen beschrieben. Erich von Däniken ist mit seinem Buch „Waren die Götter Astronauten ?“ hervorzuheben.

Es gibt in unserer Galaxis über 100 Milliarden Sterne, es gibt in unserem Universum Hunderte von Milliarden Galaxien, und es gibt im Multiversum sehr viele Universen.

Superzivilisationen und Superintelligenzen, die über eine gigantische Supertechnik verfügen, wird es vermutlich geben.

Also: „Götter“ wird es im Multiversum geben, und zwar eine ganze Menge davon.

 

Die Drake-Gleichung

 

Die heute so genannte Drake-Gleichung wurde von Frank Drake, einem US-Astrophysiker, entwickelt und im November 1961 auf einer Konferenz in Green Bank, USA, vorgestellt (auch als Green-Bank-Formel oder SETI-Gleichung bekannt) – bitte in Wikipedia nachlesen.

Diese Formel – sie existiert inzwischen in vielerlei Versionen und Anpassungen - dient zur Abschätzung der Anzahl der technischen, intelligenten Zivilisationen in unserer Galaxie, der Milchstraße, die in Kommunikation mit anderen Zivilisationen treten wollen.

Sie gilt nur für kohlenstoffbasiertes Leben.

Der Zentralstern muss der Spektralklassen F bis M und der Leuchtkraftklasse V angehören und sich in der galaktischen habitablen Zone seiner Galaxis befinden.

Drake-Gleichung: N = R* fp ne fl fi fc L

N gibt die mögliche Anzahl der außerirdischen Zivilisationen in der Galaxis an, die technisch in der Lage und gewillt wären, zu kommunizieren.

R*: mittlere Sternentstehungsrate pro Jahr in unserer Galaxie bis zu 19.

fp: Anteil an Sternen mit Planetensystem um die 50%.

ne: durchschnittliche Anzahl der Planeten (pro Stern) innerhalb der habitablen Zone ihres Sterns.

fl: Anteil an Planeten mit Leben.

fi: Anteil an Planeten mit intelligentem Leben.

fc: Anteil an Planeten mit Interesse an interstellarer Kommunikation.

L: Lebensdauer einer technischen Zivilisation in Jahren.

Die Drake-Gleichung bezieht sich nur auf unsere Galaxie, die Milchstraße, die eine Spiralgalaxie von einem bestimmten Typ ist, und diesem Typ entsprechen nach heutigen Kenntnissen etwa 2/3 der im Universum befindlichen Galaxien.

Modelle: Auf der oben genannten Green-Bank-Konferenz wurden für die Drake-Gleichung drei Modelle dargestellt.

  1. Konservatives Modell: Eine Zivilisation in unserer Milchstraße.
  2. Optimistisches Modell: 100 Zivilisationen in unserer Milchstraße, 5000 Lichtjahre mittlerer Abstand zweier sendender Zivilisationen.
  3. Enthusiastisches Modell: 4.000.000 Zivilisationen in unserer Milchstraße, 150 Lichtjahre mittlerer Abstand zweier sendender Zivilisationen.

Der amerikanische Astronom und Exobiologe Carl Sagan schätzte die Anzahl an Zivilisationen auf zehn – in unserer Galaxis.

 

Jahrzehnte nach der Entwicklung der Drake-Gleichung ist die Forschung weiter geschritten.

Die Entstehung unseres Sonnensystems über die Entwicklung der Sonne zum Roten Riesen und zum Weißen Zwerg wird etwa 12 Milliarden Jahre dauern, und anschließend kühlt unsere Sonne als Weißer Zwerg langsam über viele Milliarden Jahre aus.

Wenn man also abschätzen will, wieviele Technische Zivilisationen (TZ) „gleichzeitig“ in unserer Galaxis existieren bzw. in Kommunikation miteinander treten können (ein wichtiges Element von Drakes Idee), dann muß man berücksichtigen, daß sich diese um viele Jahrmilliarden versetzt abspielen können.

  • Die Technischen Zivilisationen (TZ) sind nicht nur über das Gebiet der Galaxis verstreut, sondern auch über die Zeit.

Wie lange dauert nun eine solche Technische Zivilisation (TZ) ?

Man muß die Epoche der Hominiden von etwa 15 Millionen Jahren, die Epoche des Homo sapiens sapiens (H.s.s.) von über 100000 Jahren (Anthropozoikum) usw. als kurzfristige Phasen der über 30 Milliarden Jahre währenden Evolution des Sonnensystems sehen, die wiederum nur eine von vielen Entwicklungen von Sonnensystemen gewesen ist.

Von der Menschheit wissen wir, daß sie am Bösen in den Menschen scheitern wird, und dasselbe gilt für andere Intelligente Wesen auch, die über Natürliche Biologische Evolution entwickelt worden sind.

Kritisch ist also der Zeitraum nach der Entwicklung der TZ – in dieser Phase befindet sich gerade die Menschheit.

Von da an ist die Gefahr der Vernichtung von Species und TZ durch sie selber sehr viel größer als die Gefahr durch Supervulkane, Asteroiden, Kometen, Eis-, Dürrezeiten, Seuchen durch Viren.

Von der Menschheit wissen wir, daß die Phase von der Bildung der ersten Hochkulturen bis zur TZ-Entwicklung um 5000 Jahre dauerte.

Dann muß binnen weniger Jahrhunderte der Entwicklungsschritt zu Superzivilisation und Vernunftwesen gelungen sein oder die TZ hat sich selber vernichtet.

Nehmen wir diese 5000 Jahre als Standard, dann muß man das bei der Berechnung der gleichzeitig bestehenden, zur Kommunikation fähigen TZ-Entwicklungen berücksichtigen.


Sind sie über einen Zeitraum von 50 Milliarden Jahren verteilt, dann ergeben 10 Millionen aneinander gereihte TZ-Entwicklungen von jeweils 5000 Jahren Dauer diese 50 Milliarden Jahre.

Wichtig: Die Dauer von 5000 Jahren gilt nur für TZ-Entwicklungen.

Für Superzivilisationen von Vernunftwesen kann man keine Aussage machen.

Es könnten in einer Galaxis gleichzeitig Millionen von Superzivilisationen existieren, und das über Jahrmilliarden - für uns Menschen nicht erkennbar.


Ganz anders bei den TZ-Entwicklungen wie bei uns Menschen:

In einer Galaxis können über die Jahrmilliarden Millionen von TZ-Entwicklungen verteilt sein, aber weil sie so kurzfristig sind, verschwinden sie jeweils wieder sehr schnell, also im Mittel nach 5000 Jahren.

Obwohl sich Millionen von TZ allein in unserer Galaxis entwickeln, kann es wegen ihrer Kurzfristigkeit zu keiner Kommunikation zwischen ihnen kommen


Vereinfachter Ansatz mittels modifizierter Drake-Gleichung:

In unserer Milchstraße gibt es 200 Milliarden Sterne, von denen

- x1% in der habitablen Zone der Galaxis liegen,

- x2% Sonnensysteme wie das unsrige sind

- x3% einen Planeten haben, auf dem sich Leben entwickelt,

- x4% einen Planeten haben, auf dem sich eine TZ entwickelt,

- xkorr für die Berücksichtigung der geringen Dauer der TZ.

 

Eine Form der Drake-Gleichung könnte dann so aussehen:

200 Milliarden * x1% * x2% * x3% * x4% * xkorr = m,

und m gibt dann die gegenwärtige Anzahl der TZ-Entwicklungen in der ganzen Galaxis an.


Sind die TZ weiter als 5000 Lj voneinander entfernt, kann es kaum zu einer Kommunikation kommen. Der Korrekturfaktor xkorr läßt sich abschätzen aus der mutmaßlichen Dauer von TZ von Arten von Intelligenten Wesen, die über eine Natürliche Biologische Evolution entstanden (NIW-TZ) sind. Die Lebensdauer einer NIW-TZ mag 5000 Jahre betragen, die Ausdehnung einer Galaxis liegt im Mittel bei 100000 Lj.

NIW-TZ, die mehr als 5000 Lj voneinander entfernt sind, können dann nie in Kommunikation treten, weil sie zu schnell wieder verschwinden.


Wie weit sind NIW-TZ räumlich voneinander entfernt (wegen der Beschränkung der Signalgeschwindigkjeit auf c), wie weit sind sie zeitlich verschoben und wie lange dauern sie ?


In die Drake-Gleichung gehen zeitliche und räumliche Verteilung der TZ-Entwicklungen sowie die Dauer der NIW-TZ ganz entscheidend ein.

Annahmen:

x1%: In der habitablen Zone der Galaxis sind 50% der Sterne: x1% = 0,5

Die anderen Faktoren x2%, x3%, x4% und xkorr werden jeweils zu 10-3 angenommen.

Dann gilt : 2 * 1011 * 0,5 * 10-12 = 0,1

Das würde bedeuten: Fast mit Sicherheit gibt es gleichzeitig zur Menschheit keine weitere TZ in der Milchstraße in 5000 Lj Entfernung – die Lebensdauer der TZ mit 5000 Jahren ist viel zu gering zur zeitlichen Überlappung.

Aber das ist astrophysikalisch noch zu korrigieren: Sterne entstehen selten allein, sondern manchmal zu vielen Tausenden gleichzeitig aus Gas- und Staubwolken.

Dann kann es also gut sein, daß es Gruppen von nahen Sonnensystemen gibt, bei denen etwa gleichzeitig TZ-Entwicklungen stattfinden, und dann

- ist doch eine Kommunikaton möglich und

- sogar gegenseitige Besuche von TZ, auch mit so etwas wie beim „Krieg der Sterne“ in der SF-Literatur.


Die Gefahr droht also von den Geschwistern der Sonne her, die gleichzeitig vor 4,6 Milliarden Jahren mit unserer Sonne aus derselben Gas-und Staubwolke entstanden sind.

In 4,6 Milliarden Jahren umläuft unsere Sonne das galaktische Zentrum 23-mal. Weil die Sterne Eigenbewegungen haben, können die Geschister unserer Sonne aber inzwischen Tausende von Lj von uns entfernt sein.

Ein großes Problem liegt bei der Verteilung der NIW-TZ-Entwicklungen in der Galaxis über einen Zeitraum von 50 Milliarden Jahren: 10 Millionen aneinander gereihte TZ-Entwicklungen von jeweils 5000 Jahren Dauer ergeben 50 Milliarden Jahre.

Carl Sagans Vermutung: Bis zu 10 Zivilisationen könnten in der Lage sein, mit uns in Konkakt zu treten. Es hängt ganz davon ab, wieviele Sterne bei der Entstehung unserer Sonne mitentstanden sind und wie weit sie sich inzwischen von unserer Sonne entfernt haben.

Das muß man durch Messungen herausfinden.

 

Im Multiversum-Modell, das heute von Leuten wie Stephen W. Hawking und Lisa Randall bevorzugt wird, gibt es nicht nur Hunderte von Milliarden Galaxien mit jeweils Hunderten von Milliarden Sternen, sondern auch sehr viele Universen im Multiversum.

Es gibt so viele Universen, Galaxien, Sterne, Sonnensysteme …, daß es sicher ist, daß irgendwo da draußen Millionen von Superintelligenzen mit ihren Superzivilisationen leben – so etwa meinte das auch Arthur C. Clarke.

Also: Es mag viele Götter in vielen Universen, Galaxien … geben, aber diese wissen entweder nichts von uns Menschen oder sie kümmern sich nicht in dem Sinne um die Menschen, wie das die Heiligen Schriften aber fälschlicherweise von ihnen behaupten.

 

Weitere Widersprüche in den Evangelien

 

Die von der katholischen Kirche akzeptierten Gewährsleute für Jesus Christus – um 750 Jahre nach Thales von Milet ! – sind Matthäus, Markus, Lukas und Johannes, also die Evangelisten. Diese zeichnen von Jesus in ihren Evangelien sehr unterschiedliche Bilder, und auch die christlichen Ideen werden sehr unterschiedlich dargestellt und interpretiert, selbst bei so fundamentalen Vorstellungen wie dem Reich Gottes, das bei Matthäus und Markus äußerlich kommt, bei Lukas aber nur innerlich. Ein äußerliches Reich Gottes ist aber etwas total anderes als ein innerliches Reich Gottes, das im Menschen ist, in seinem Geist.

Das wirft ein sehr bedenkliches Licht auf Begriffe und Bezeichnungen wie Heiliger Geist, ewiges Gericht, Sohn Gottes, Jüngstes Gericht, ja sogar die Auferstehung von den Toten, die von den Jüngern meistens als äußerlich dargestellt wurde, und auf Konstruktionen, von denen in der Bibel gar nichts steht wie die Heilige Dreifaltigkeit.

Es gibt in den Evangelien die Darstellungen, daß Jesus gesagt hat, daß zwar David den leiblichen Tod und die Verwesung erfahren habe, aber daß das nun seit der Verkündigung der neuen Lehren durch Jesus – eben durch das Evangelium - für die nun lebenden Menschen nicht mehr so der Fall sein muß. Die reale Auferstehung von den Toten ist damit eine neue Leistung oder Gnade Gottes, den Menschen von Gott gegeben mit dem Erscheinen von Jesus Christus, was ja auch in den Bildern um Kreuzigung, Tod am Kreuz, Begräbnis, Verschwinden aus dem Grab und reale Neuerstehung als lebendiger Mensch (?) gemeint ist.

 

Jesus Christus war nicht gekommen, um das Gesetz zu ändern, sondern um es zu erfüllen – so die Evangelisten. Dann geht der Blick zurück zu diesen „Gesetzen“ bzw. Überlieferungen, also zu den Propheten der alten jüdischen Überlieferungen.

Hier gibt es z.B. Probleme bei den Referenzen auf „Jesaia“, die zu erheblichen Fehldeutungen geradezu einladen. Zuerst einmal: Jesaia redet anscheinend nicht von einem Sohn Gottes, sondern von einem Knecht Gottes. Ist das nur ein Fehler und Problem der Übersetzung oder wurde das absichtlich beim Kopieren von Elementen des Mithra-Kultes (Sol Invictus) in das Christentum so umgeändert ?

Wenn im Aramäischen das Wort für Sohn auch in der Bedeutung von Knecht verwendet werden kann, so haben wir das objektive Problem, was Jesaia eigentlich gemeint hat.

Die Evangelisten behaupteten, daß Jesus der leibhaftige Sohn Gottes gewesen sei.

Kann man das aramäische Wort für Knecht auch in der Bedeutung als Sohn verwenden ?


Der Begriff der Heiligen Dreifaltigkeit ist nie im alten oder neuen Testament verwendet worden, wohl aber gibt es ihn im Mithras-Kult (Mithras und die beiden Fackelträger).

Zur Heiligen Dreifaltigkeit im Christentum: Gott, Heiliger Geist und Jesus Christus sind eins.

Nun, der Heilige Geist wird in der Bibel klar definiert. Schon Jesaia spricht von einem Tröster, aber wie sich herausstellt, ist damit gemeint, daß Gott den Menschen einen Teil seiner Allwissenheit schenkt und sie damit tröstet. Wie göttliche Gnade und göttliche Allmacht hat auch die göttliche Allwissenheit (eben der Heilige Geist) keine eigene Wesenheit – sie hat überhaupt keine Persönlichkeit und ist nur eine Eigenschaft Gottes von vielen.

Die Konstruktion der Heiligen Dreifaltigkeit ist genau das, wie Isaac Newton über sie urteilte: Absoluter Schwachsinn.

 

Die Formung des Urchristentums und der urchristlichen Gemeinden geschah ganz wesentlich durch Paulus. Nicht auf Jesus Christus, sondern auf Paulus gehen u.a. folgende Elemente der „christlichen“ Lehren zurück:

  • Der Christ darf alles essen, also auch Schweinefleisch
  • Frauen sollen keine öffentlichen Ämter einnehmen und sich ansonsten sehr im Hintergrund halten.
  • Die Beschneidung der Knaben ist für Christen nicht Pflicht.
  • Der Christ soll sich der Obrigkeit beugen, denn alle Obrigkeit kommt von Gott.

Nach dem Zeugnis der Evangelisten war es der Wille von Jesus Christus, daß die Jünger in alle Welt hinausgehen und allen Völkern und jeder Kreatur (!) das Evangelium predigen sollen (Markus 16 (15)), aber die „Heiden“ müssen beim Übertritt zum Christentum nicht die Last auf sich nehmen, die der Bund mit Gott für die Juden mit sich bringt: Die Beschneidung der Knaben. Die Christen müssen nicht ihren männlichen Nachwuchs beschneiden.

 

Beurteilung von Paulus

Er erinnert an einen – allerdings sehr aufopferungsvollen – Manager, der einer großen Idee durch Verweltlichung den Durchbruch bei der öffentlichen Akzeptanz ermöglichen will.

 

In der Apostelgeschichte wird die Methode der Missionsarbeit von Paulus genannt: Er suchte die jüdischen Gemeinden vor allem in den nordöstlichen Regionen des Römischen Reiches wie Kleinasien und Hellas auf und begann in diesen die Missionsarbeit, sicher zur sehr geringen Begeisterung der betreffenden Rabbiner (siehe die Apostelgeschichte). 

 

Mithraismus und Christentum

Im 1. Jahrhundert n.Chr. gab es in Kleinasien, Hellas und Italien viele Gemeinden und Kulturzentren anderer Religionen, und darunter auch vom Mithraismus.

Aus der nachfolgend angegebenen Liste kann man entnehmen, daß Paulus sehr viele Gepflogenheiten für Lehre, Ritus und Gemeindeleben des Urchristentums als verpflichtend darstellt, die denen im Mithraismus ähneln wie ein Ei dem anderen.

Mithras, der Sohn Gottes, wurde von seinem Vater, dem Sonnengott (Sol invictus), zur Erde geschickt, um das Böse zu überwinden:

  • Mithras wurde an einem 25. Dezember (Julianischer Kalender) von einer Jungfrau in einer Höhle (bzw. einem Stall) geboren in Anwesenheit von Hirten und Tieren.
  • Die jährliche Stiertötung stand symbolisch für die Abtötung des Bösen im Menschen und durch die Taufe des Menschen mit Stierblut sollte er seelisch gereinigt werden.
  • Der Mitras-Kult wurde an den Sonntagen in den Mithräen praktiziert, also an den der Sonne gewidmeten Tagen, und Wasser wurde symbolisch für Stierblut getrunken.
  • Mithras hielt kurz vor seinem Tode mit 12 Anhängern ein Abendmahl ab, bei dem Brot und Wein oder Wasser (symbolisch für Stierblut) gereicht wurden. Kurz darauf starb Mithras z.Z. der Tag- und Nachtgleiche im Frühling (also etwa zu Ostern) und erlebte bald darauf die Auferstehung von den Toten.
  • Mithras wird oft dargestellt mit einem Strahlenkranz um den Kopf (Heiligenschein).
  • Der Mithras-Kult kennt die Parsischen Vorstellungen (von Zarathustra) über Himmel, Hölle, Jüngstes Gericht …
  • Ein häufiges Symbol des Mithras-Kults ist das Kreuz.
  • Der höchste Priester trug als Amtskleidung eine rote phrygische Mütze (Mitra), ein rotes Gewand, einen Ring und er hatte einen Hirtenstab.
  • Frauen wurden bei den Mysterien nicht zugelassen.
  • Vor allem die Legionäre verbreiteten den Mithraismus im gesamten Römischen Reich. Petersdom und Kölner Dom wurden auf vormaligen Mithräen errichtet.

Das sind viel zu viele Ähnlichkeiten mit dem Urchristentum, als daß das Zufall sein könnte.

 

Weil es um 80 n.Chr. noch keinen Standard bei den Evangelien gab, mußten die Jünger, Bekehrten, Apostel … aus eigenen Schriften und eigener Erinnerung heraus missionieren: Die christlichen Lehren damals mußten sich zwangsläufig sehr unterscheiden, aber in der Zeit der Christenverfolgung durch den Staat blieben die unterschiedlichen Ansichten in Regionen und von Gruppen noch verdeckt. Nach der Protektion des Christentums durch den Staat ab 325 wurden die unterschiedlichen Glaubensauffassungen sehr wichtig.

 

Während der Missionierung im Osten des Römischen Reiches hatte man auf frühere Glaubensvorstellungen Rücksicht genommen und in das Christentum integriert. War das auch mit dem Mithras-Kult geschehen ? Am meisten Auskunft über das frühe Christentum geben die Apostelgeschichte und die Briefe von Paulus und Petrus an christliche Gemeinden im damaligen Römischen Reich, vor allem in Kleinasien und Hellas. 

Wer hat die Apostelgeschichte des „Lukas“ (vielleicht um 100 n.Chr.) geschrieben ? Zu dieser Zeit gab es bereits die ersten urchristlichen Gemeinden. Die Apostelgeschichte ist eine Fortsetzung des Lukas-Evangeliums und erzählt, was die Apostel nach dem Tode von Jesus Christus und seiner angeblichen Auferstehung am 3. Tag getan haben.

 

Vermutlich waren Johannes der Täufer und Jesus Christus indische Wanderprediger

 

Vermutung: In Folge der Feldzüge von Alexander dem Großen bis 329 v.Chr. wurde ein großer Teil der damaligen „bekannten“ Welt hellenisiert. Indische Wanderprediger mochten in Kleinasien missionieren, und diese dienten den Evangelisten vielleicht als Vorbild für die Gestalten Johannes der Täufer und Jesus Christus. Nach der Zerstörung von Jerusalem durch das römische Militär unter Titus 69 n.Chr. flohen viele Juden aus Judäa, geschockt von der Zerstörung des Tempels von Jerusalem und der gezielten Erschlagung von allen Hohepriestern. In Kleinasien und Hellas trafen die Juden auf Vertreter anderer Religionen wie Manichäer und Mithraisten. Einige Juden formten den Mithraismus um gemäß den althebräischen Überlieferungen wie die von Jesaia.

Das Christentum kann eine synthetische Religion sein, die den Mithras-Kult beseitigen sollte.

Der Jesus Christus der Evangelien hat nie gelebt.

 

Vermutlich sind alle Evangelien erst im 2. nachchristlichen Jahrhundert geschrieben worden.

Ihre Verfasser sind demnach keine Jünger des sagenhaften Jesus Christus gewesen und haben ihn nie persönlich kennengelernt.

Wollten hellenisierte Juden nach der Zerstörung von Jerusalem durch die Legionen des Titus 69 n.Chr. eine neue Religion erschaffen, nach Vorlage der Religion Mithraismus und auf der Basis der Propheten der jüdischen  Überlieferungen ?

Aber auch römische Bürger, erzogen in der Religion des alten Roms, hätten im 2. Jahrhundert n.Chr. Evangelien schreiben können. Tertullian z.B., geboren 150 und erzogen im Glauben an die klassischen römischen Götter, hat den Übertritt zum Christentum als Erwachsener vollzogen und sich derartig in die Septuaginta und christlichen Lehren eingearbeitet, daß er „Evangelien“ am Fließband hätte schreiben können.

Tertullian bezieht sich um 198 auf Paulus-Briefe und Lukas-Evangelium – die mußten also damals schon zu einem Standard gehört haben.

Damals gab es schon Begriffe wie Bistum und Apostelamt.

 

Römische Bischöfe und Herrscher haben ab 391 n.Chr. vermehrt mit der direkten Bekämpfung des Mithraismus begonnen, mit der Zerstörung der Heiligtümer (Mithräen) und der Ermordung seiner Anhänger. Dasselbe Verfahren wendeten sie auch auf andere Religionen und deren Anhänger und Heiligtümer an, wie beim Manichäismus.

Auch in Deutschland gibt es noch Mithräen aus der Römerzeit – eines ist bei der Saalburg.

Die Verfolgung der Nichtchristen steigerte sich laufend, und bis 450 n.Chr. war der Mithraismus im Römischen Reich vollständig ausgelöscht.

 

Frühchristliche Missionierung

 

Die Apostelgeschichte sagt, daß schon zu Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. frühe Christen missionierten, und das unter größter Gefahr für Leib und Leben. Sie hatten Ärger mit Hohepriestern, wurden oft mit Ruten geschlagen oder gesteinigt wie Stephanos, der erste christliche Märtyrer, durch eine aufgebrachte jüdische Menge.

Warum durch Juden ? Paulus (er soll früher Saulus geheißen, in Damaskus gelebt und die Christen verfolgt haben) missionierte oft auf folgende Weise: Als Jude ging er in die vielen jüdischen Gemeinden vor allem in Kleinasien, auf Zypern und in Hellas und versuchte, sie zum Christentum zu bekehren.

 

Die Apostelgeschichte hat viel von einer Rechtfertigung:

  • Petrus erhält von Gott die Anweisung, daß er hinfort alles essen kann. Die Tabus der Thora über bestimmte Speisen werden aufgehoben. (Apostelgeschichte 10, 13).
  • Petrus erklärt, daß die Apostel (allesamt Juden) auf Geheiß Gottes zu den Nichtjuden gehen, mit ihnen zusammen essen und über sie den Heiligen Geist ausgießen. Gott interessiert sich nicht um Herkunft oder sonstige Eigenheiten eines Menschen, sondern nur dafür, ob er Gott fürchtet und recht tut. Die Rabbiner verboten den Juden, sich mit Heiden, Anders- oder Ungläubigen, Unbeschnittenen … zusammen zu tun. (Apostelgeschichte 10 und 11).
  • David war zwar gottesfürchtig, aber er hat den echten Tod erlitten im mosaischen Sinn. Seit der Sendung des Heiland zu den Menschen gilt das aber nicht mehr: Wer gottesfürchtig ist und recht tut, wird nicht sterben, sondern von den Toten leiblich wieder auferstehen. (Apostelgeschichte 13 (36-37)). Moses mußte noch körperlich sterben und verwesen, aber Christus nicht mehr.
  • Paulus bekennt sich zum jüdischen Glauben und zu den Propheten, aber er hat die Hoffnung, daß zukünftig die Auferstehung von den Toten gilt, und zwar der Gerechten und Ungerechten. (Apostelgeschichte 24 (15)). Das steht im gewaltigen Widerspruch zu Jesaia 66 Ende.

Die Apostel beschließen, daß den zum Christentum übergetretenen Heiden das Joch der Beschneidung nicht aufgezwungen wird. (Apostelgeschichte 15).

Paulus und Barnabas ziehen in ihrer Missionsarbeit weiter durch die Lande und kommen nach Kleinasien. In Phrygien und Galatien durften sie nicht predigen. Erst in der Troas wurde ihnen von Gott Bescheid gegeben, daß sie nach Makedonien zu reisen hätten, um dort erfolgreich zu missionieren. Sie folgten dem Ruf sofort und zogen über Samothrakien und Neapolis nach Philippi, der Hauptstadt von Makedonien (Apostelgeschichte 16).

Paulus und Barnabas ziehen nach ihrem großen Erfolg in Philippi nach Thessalonike weiter, wo sie viel Ungemach erfahren. Über Umwege kommen sie nach Athen und predigen dort, wo sie auf Stoiker, Epikuräer und sonstige Philosophen treffen, und es kommt zu heftigen Disputen. Paulus erzählt ihnen, daß es in einem Tempel einen Altar gesehen habe mit der Widmung: „Dem unbekannten Gott.“ Paulus sagt ihnen nun, daß er ihnen über diesen unbekannten Gott zu berichten habe. (Apostelgeschichte 17).

Danach zieht Paulus weiter nach Korinth, wo er erfolgreich christliche Gemeinden gründet. Danach reist er weiter nach Ephesos und besucht auch wieder für kurze Zeit Jerusalem, das 69 n.Chr. von Titus zerstört worden ist (Apostelgeschichte 18). Es sind also inzwischen wieder Juden nach Jerusalem zurückgekehrt und dürfen sogar ihren Glauben ausüben. Das macht wahrscheinlich, daß sich das Geschehen im 2. Jahrhundert n.Chr. abspielt.

Paulus zieht über Malta noch Rom und predigt dort, obwohl noch vor wenigen Jahren Kaiser Claudius alle Juden aus Rom ausgewiesen hatte. (Apostelgeschichte 15).

 

Römerbrief 2 des Paulus: Er relativiert nicht nur den sittlichen Wert der Beschneidung als Kennzeichen für den Bund mit Gott, sondern leugnet ihn vollständig: Nur der ist ein Jude, der das Gesetz achtet, nicht der, der es erhalten hat.

Römerbrief 11: Gott hat Israel, das er zuerst auserwählt hatte, nicht verstoßen, aber wegen der Sünden müssen sie einen Leidensweg gehen, um letztendlich doch zur Erlösung zu gelangen im Sinne der Propheten wie z.B. Jesaja.

 

Römerbrief 12:

Christliche Lebensregeln:

  • Einhaltung eines vernünftigen Gottesdienstes,
  • Man soll die Welt nicht so hinnehmen, wie man sie erfährt, sondern erforschen, was Gottes Wille ist, und danach handeln.
  • Die Menschen sind unterschiedlich in ihrer Begabung, verliehen je nach Gottes Gnade, aber zusammen bilden sie einen Leib.
  • Jeder hat seine Begabungen und Ämter gewissenhaft auszuführen.
  • Die Liebe soll nicht falsch sein, und man soll das Arge hassen und das Gute lieben.
  • Die brüderliche Liebe untereinander sei herzlich. Einer komme dem anderen mit Ehrerbietung entgegen.
  • Der Müßiggang ist zu vermeiden.
  • Seid fröhlich in der Hoffnung, geduldig in Trübsal, haltet an am Gebet.
  • Die christlichen Lehrer und Vorsteher der Gemeinde sind zu verköstigen und zu beherbergen.
  • Segnet, die euch verfolgen; segnet, und flucht nicht.
  • Habt mit den Mitmenschen Mitgefühl und nehmt teil an ihre Leiden und Freuden.
  • Habt einerlei Sinn untereinander, d.h. es soll keine Glaubensspaltungen geben.
  • Geistige Bescheidenheit, Demut und Rücksichtnahme auf die anderen sind Pflicht
  • Vergeltet niemand Böses mit Bösem; zeigt Ehrbarkeit gegen jedermann.
  • Nach Möglichkeit ist mit jedermann Frieden zu halten.
  • Man soll nicht selber die Rache ausüben, sondern das Gott überlassen.
  • Wenn dein Feind hungert, so speise ihn; hat er Durst, so reiche man ihm Getränke.
  • Laß dich nicht zu Bösem hinreißen, sondern überwinde das Böse mit Gutem.

Man erkennt hier das Ringen des Paulus um ethische Größe, um das, was gut und böse ist, und wie man das in der Lebenspraxis umsetzen kann. Er entwickelt christlichen Lebensregeln für urchristliche Gemeinden.

 

Römerbrief 13 (1-7): Alle Obrigkeit kommt von Gott.

Das sind seltsame Ansichten für einen, der Jesus Christus, einem Aufrührer gegen die Obrigkeit, anhängt.

Paulus hat große Probleme mit

  • der Philosophie, eigentlich insgesamt mit sehr gelehrten und intelligenten Menschen,
  • dem selbstbewußten aufgeklärten Bürger, der eben Bürger und nicht Untertan sein will, und
  • der Rolle der Frauen in der Gemeinde.

Römerbrief 14: Man soll beim Richten sehr sorgfältig und gewissenhaft sein. Umsetzung des Staates in ein Reich Gottes..

Römerbrief 15: Paulus ermahnt zur Nachsicht gegenüber den Mitmenschen und kündet seine Reise nach Spanien an.

 

Im Römerbrief des Paulus (vielleicht um 120 n.Chr.) gibt es zwar viele Referenzen, auf apokalyptische Schriften der Juden (Thora, Prophezeiungen des Jesaja), aber keine Referenzen auf die Evangelien. Das könnte ein Hinweis darauf sein, daß zur Zeit dieser Missionsarbeit die Evangelien noch nicht geschrieben bzw. noch nicht in den Kanon heiliger christlicher Schriften aufgenommen worden waren. Dem Zeugnis von Tertullian nach war das aber um 60 Jahre später geschehen.

 

Die christliche Botschaft ist fehlerhaft ausformuliert

 

Thora und christliche Lehre sind nicht fertig ausformuliert und berücksichtigen nicht hinreichend die sehr komplexe Psyche des Menschen, die ohne Zweifel das Gute und das Böse enthält. Ferner wird in der Thora das antiquierte sumerische Weltmodell verwendet.

Zur Psyche des Menschen: Im selben Menschen ringen immer Gut und Böse miteinander.

Unter dem Bösen im Menschen faßt man Triebe und Gefühle des Menschen zusammen wie Mord-, Jagd- und Raublust, Grausamkeit, Herrschsucht, Egoismus, Jähzorn, übersteigerte Eitelkeit, Wut, Neid, Haß, Gier …

Unter dem Guten kann man das zusammenfassen, was Intelligente Wesen zu Bau und Unterhalt mächtiger Superzivilisationen und langfristiger Paradiese befähigt.

Weil die „heiligen“ Schriften sowohl gute als auch verderbte Schriftpassagen enthalten, können sie auch zur Stützung des Bösen im Menschen mißbraucht werden.

Das haben die christlichen Würdenträger und Herrscher sehr deutlich vor Augen geführt, z.B. durch die Vernichtung der

  • Katharer (à Ketzer) als Häretiker und
  • Templer als Verbrecher und
  • die Heilige Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche mit ihren Millionen von Opfern von etwa 1198 an bis heute.

Das Wort Häresie kommt aus dem Griechischen: Hayrezis in der Bedeutung von Wahl.

 

Folgerung: Die heiligen Schriften Thora, Bibel und Koran müssen konsequent umgeschrieben werden, so daß sie dem Bösen im Menschen nicht als Vorwand dienen können, der inneren Bestie des Menschen zu folgen:

  • Aus den „heiligen“ Schriften sind alle verderbten Stellen zu entfernen.
  • Religionen dürfen nicht mittels Waffengewalt verbreitet werden.
  • Religionen sollen Frieden schaffen und nicht Haß und Kriege bewirken.
  • In „heiligen“ Texten dürfen Andersgläubige nicht als Ungläubige bezeichnet werden und keine Haßtiraden auf andere Völker und Religionen enthalten sein.
  • In „heiligen“ Texten darf es keine Aufrufe zu Völkermord und Zerstörung der Altäre Andersgläubiger geben.

 

Wesentliche Ursachen für die schweren Verbrechen der christlichen Kirchenoberen und Herrscher ab 391 sind

  • die Veranlagung zum Bösen in der Psyche des Menschen und
  • die verderbten Passagen in der Bibel, vor allem in der Thora.

Unter dem Bösen im Menschen faßt man Triebe und Gefühle des Menschen zusammen wie Mord-, Jagd- und Raublust, Grausamkeit, Herrschsucht, Egoismus, Jähzorn, übersteigerte Eitelkeit, Wut, Neid, Haß, Gier …

 

Weder Thora noch christliche Lehren sind in Sicht auf die Veranlagung des Menschen zum Bösen genau durchdacht und fertig ausformuliert. Sie haben große Fehler, und diese haben großes Unheil nicht nur unter den Menschen bewirkt. Sie müssen sehr verbessert werden auf der Basis von Natur- und Ingenieurwissenschaften unter Berücksichtigung der jüngsten Forschungsergebnisse und -ziele, formuliert u.a. von

  • Lisa Randall „Verborgene Dimensionen: Eine Reise durch den extradimensionalen Raum“ von 2006,
  • George Church „Regenesis“ 2012,
  • Nick Bostrom „Superintelligence“ 2014,
  • Ray Kurzweil mit seinen Bestrebungen zum Bau einer „Singularität“ rein mit den Mitteln der Künstlichen Intelligenz (KI) auf elektronischer Basis, die um 2045 seiner Meinung nach mit Erfolg gekrönt sein werden …

Es mag im Multiversum viele Götter in vielen Universen, Galaxien … geben, aber diese wissen entweder nichts von uns Menschen oder sie kümmern sich nicht in dem Sinne um die Menschen, wie das die Heiligen Schriften von ihnen behaupten und zusammenphantasieren.

Albert Einstein zu seiner Kosmischen Religiosität: Einen Gott, der sich um die persönlichen Schicksale der Menschen kümmert, kann ich mir nicht vorstellen.

 

Sehnsüchte und Hoffnungen von Tertullian (um 150 bis 220 n.Chr.)

 

Quintus Septimius Florens Tertullianus oder Tertullian (geboren nach 150 in Karthago, gestorben nach 220) war ein sehr wichtiger früher christlicher Schriftsteller. Seine Schriften hatten auf die nachfolgenden Kirchenväter großen Einfluß.

Tertullian war geradezu die Idealfigur des mündigen Bürgers. Er war in einem Elternhaus geboren worden, in dem die alten römischen Götter verehrt wurden. Als Erwachsener wendete er sich dem Christentum zu. Er war überzeugt und ergriffen von der christlichen Botschaft und gründete auf sie große Hoffnungen.

 

Fragen:

  • Welcher christlichen Botschaft hing er an ?
  • Wer hat ihn zu seiner Version der christlichen Lehre geführt ?

Augustinus wurde von Ambrosius zum Christentum bekehrt, wobei die Persönlichkeit von Ambrosius vermutlich das meiste beitrug. So mag auch Tertullian einen begnadeten Lehrer gehabt haben, allerdings mitten in der Zeit der grausamen Christenverfolgungen.

Ambrosius, Bischof von Mailand, lebte in einer Zeit um 200 Jahre nach dem Apologeticum von Tertullian 198, als bereits die katholische Kirche im Römischen Reich zu großer Macht gekommen war und Ambrosius den Kirchenfürsten spielen konnte, bereits die christliche Botschaft und Lehre im Rausch der ihm gegebenen Macht pervertierend.

Tertullian wurde als Sohn eines römischen Offiziers geboren. Sehr wichtig ist: Seine Eltern hingen der alten römischen Religion an. Er wählte also den Weg zum Christentum nicht von seinem Elternhaus her. Er erhielt eine juristische und rhetorische Ausbildung und wirkte zeitweilig in Rom als Advokat.

 

Tertullian: Man wird nicht als Christ geboren, sondern man wird zum Christen.

Römerbrief 2 des Paulus: Nur der ist ein Jude, der das Gesetz achtet, nicht der, der es (durch Beschneidung) erhalten hat.

Schon im 2. nachchristlichen Jahrhundert gab es also Menschen, denen klar war: Das Besondere am Christentum ist sein sittlich-ethisches Mandat, so auch beim Judentum.

Das verstößt fundamental gegen die Verheißung in der Thora: Die Beschneidung ist das Zeichen für den Bund mit Gott.

Paulus und Tertullian nähern sich in ihrer Einstellung gegenüber jüdischer und christlicher Religion der fernöstlichen Vorstellung vom Tao an. Das Tao ist der rechte Weg, und nur der hat das Tao, der sich so verhält. Man wird nicht als Taoist geboren, sondern man wird dazu.

War das auch die verbreitete Meinung der Christen im 2. Jahrhundert, mitten in der Zeit der Christenverfolgungen und Märtyrer ?

Paulus und Tertullian wandeln die überkommene Vorstellung von einer Religion völlig ab.

Man wird nur zum Juden oder Christen, wenn man die entsprechenden sittlich-ethischen Gebote (also das christliche Tao) befolgt.

  

Tertullian glaubte:

Wer einmal Christ geworden war, wird nie mehr ein Unrecht begehen können.

Die Kapitalverbrechen von vielen Bischöfen und Klerikalen, Päpsten und „christlichen“ Königen, Kaisern … haben bewiesen:

Es bringt überhaupt nichts, wenn man einen Menschen zum Christen „bekehrt“ oder tauft, wenn nicht in diesem Menschen das Gute über das Böse siegt, und zwar dauerhaft.

Die harmlose Schwärmerei Tertullians über das Christentum und auch über die alten hebräischen Überlieferungen macht ihn darum nur um so liebenswerter.

Tertullian war ein gläubiger Christ, aber wegen seiner selbständigen Auslegung christlicher Prinzipien wurde er nicht als Kirchenvater anerkannt, im Gegensatz zu Augustinus, Ambrosius und Hieronymus. Die offizielle katholische Kirche wandte sich von ihm ab.

Einige Arbeiten und Meinungen von Tertullian:

Von Tertullian sind 31 Schriften erhalten. Die ersten Schriften für das Christentum verfaßte er 197, kurz vor einer Zunahme der Christenverfolgung in Karthago.

Er verfaßte das Apologeticum zur Verteidigung des Christentums, das den Vorständen der afrikanischen Provinz überreicht wurde. Während der Severianischen Verfolgung richtete er um 202 eine Trostschrift an die Märtyrer im Kerker (Ad martyras).

Tertullian gilt als einer der originellsten lateinischen Kirchenautoren. Er schrieb sehr überlegt, aber auch leidenschaftlich und teilweise polemisch. Seine Thesen hatten auch Einfluss auf das Verschwinden des Theaterspiels aus Westeuropa im Frühmittelalter.

Hieronymus behauptete später, Tertullian hätte eine eigene Kirche gegründet. Ab 207 trennte sich offensichtlich Tertullian von der offiziellen christlichen Kirche. Tertullian wird darum nicht den Kirchenvätern zugerechnet und in keiner heutigen Kirche als Heiliger verehrt.

Tertullian starb bald nach 220. Er hat die Theologie in lateinischer Sprache gegründet.

Er übersetzte zahlreiche biblische Texte aus dem Griechischen ins Lateinische und schuf dabei neue lateinische Worte. Der „heidnischen“ Philosophie (vor allem Platon und der Stoa) blieb er – trotz aller Angriffe im Detail – im Ganzen verpflichtet.

In De pallio rechtfertigte er seine Gewohnheit, weiterhin den Philosophenmantel zu tragen.

Tertullian:

  • Er nannte Vater, Sohn, Heiligen Geist „drei Personen“ (tres personae), die aber eine Einheit Gottes (una substantia) bilden. Jesus Christus sei wahrer Mensch und zugleich Gott. Demnach sei zwischen menschlichen und göttlichen Eigenschaften Christi zu unterscheiden: Sie seien zwar in der Person des Sohnes vereint, aber nicht vermischt.
  • Er vertrat die Auffassung, dass die Ungläubigen in einer Hölle bei vollem Bewusstsein endlos bestraft werden. Er betont, dass das Feuer der Hölle ewig und ausdrücklich als eine ewig andauernde Strafe angekündigt sei. In seiner Apologie schrieb Tertullian, dass „diejenigen, die Gott anbeten, für immer bei Gott sein werden, aber die Gotteslästerer und diejenigen, die sich Gott nicht von ganzen Herzen hingegeben haben, werden in gleicher Weise für immer im Feuer der Strafe sein“. Damit stellte er sich scharf gegen die Allerlösung, die sein Zeitgenosse Origenes vertrat.
  • Etwas derart jeder Erfahrung Spottendes wie die Auferstehung Jesu Christi wäre niemals von den ersten Jüngern geglaubt worden, wenn sie es nicht tatsächlich erlebt hätten. Tertullian: Es ist sicher, weil es unmöglich ist. Daraus wurde im 17. Jahrhundert der oft zitierte Satz: „Ich glaube, weil es widersinnig ist“.
  • Er wendet sich in einer Zeit der Christenverfolgungen gegen die Schuldzuweisungen gegen Christen: Ob es sintflutartig regnet oder schlimme Dürre gibt, ob die Erde bebt oder stillsteht – immer heißt es, die Christen seien schuld und müßten den Löwen vorgeworfen werden.
  • Tertullian ist besonders an Jesaja und Paulusbriefen interessiert, auch am Lukas-Evangelium. Schon Tertullian bezweifelt, daß das Johannes-Evangelium von einem Jünger von Jesus geschrieben worden
  • Tertullian ist der Beweis: Im 2. Jahrhundert gab es im Römischen Reich Leute, die nicht als Christen geboren worden waren, die sich grundlegende Kenntnisse der jüdischen und christlichen Religion angeeignet hatten und hätten Evangelien schreiben können.

Tertullian beeinflusste nachhaltig spätere Kirchenväter, vor allem Cyprianus und Augustinus und die gesamte westliche Kirche wie auch Papst Leo.

Hier ist nun die wichtige Frage: Wer kannte um 200 die Evangelien von Judas, Thomas, Maria Magdalena … ? Es kann um diese Zeit Dutzende von Evangelien gegeben haben.

Im Apologeticum von 198 (s.u.) verteidigt er das Christentum vor dem Heidentum.

Er spricht sich gegen Putz- und Schminksucht der Frauen (und Männer) aus, gegen die römischen Spiele, Wagenrennen im Circus, Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen im Amphitheater, Athletenwettkämpfe im Stadion ...: „Wer als Christ Schauspiele besucht, begibt sich in die Gesellschaft der Dämonen, die diese Stätten beherrschen.“

An seine Frau, um 207: Er verteidigt die Ehe gegen gnostische Forderungen nach völliger Ehelosigkeit, ist aber kritisch gegen Wiederheirat.

Er warnt christliche Frauen vor der Eheschließung mit Heiden.

Um 211 fordert er, dass sich auch gottgeweihte Jungfrauen, unverheiratete Frauen und Witwen in der Kirche verschleiern müssen.

Er verfaßte die älteste erhaltene Schrift zur Taufe und die erste bekannte Auslegung des Vaterunsers; beide Schriften um 200–206.

 

Apologeticum von 198

Dr. K. A. Heinrich Kellner war so freundlich, eine deutsche Übersetzung des Apologeticums des Tertullian von 198 ins Netz zu stellen. Mit dem Apologeticum wollte Tertullian die christliche Religion sowie ihre Anhänger im Römischen Reich schützen, also mitten in der Zeit der Christenverfolgungen, die erst 305 endeten.

 

  1. Aber freilich, niemand bedenkt jene ebenso unleugbare als große Schädigung des Gemeinwesens, keiner erwägt jene Benachteiligung des Staates, die darin besteht, daß wir, eine solche Anzahl rechtschaffener Leute, dahin geopfert und so viele Unschuldige zugrunde gerichtet werden! Wir rufen nunmehr eure eigenen Akten zu Zeugen auf, indem ihr ja täglich, um die Gefangenen abzuurteilen, zu Gericht sitzet und die Liste der Angeklagten durch eure Richtersprüche erledigt. Wie viele Verbrecher werden mit den verschiedenen Schuldbezeichnungen von euch heruntergelesen – aber wer, der dort als Mörder, als Beutelschneider, als Tempelräuber, als Verführer, als Bestehler der Badenden aufgeschrieben steht, wer von diesen wird auch noch unter dein Prädikat Christ aufgeschrieben? Und, was damit zusammenhängt, wenn Christen unter diesem ihrem Titel aufgeführt werden, wer aus ihnen steht da als nur einzig und allein unter jenem Schuldtitel, der durch den Namen Christ ausgedrückt wird? Mit Leuten aus eurer Mitte sind stets die Gefängnisse überfüllt, von dem Ächzen der eurigen hallen stets die Bergwerke wieder, mit Leuten aus eurer Mitte werden auch die wilden Tiere gemästet, aus eurer Mitte stammen die Verbrecher, welche die Veranstalter von Gladiatorenspielen wie Herdenvieh mästen. Dort findet sich kein Christ, außer nur als solcher, oder wenn auch noch als etwas anderes, dann ist er schon kein Christ mehr.

 

  1. Wir sind also die einzigen sittenreinen Menschen. Was Wunder, wenn es so sein muß? Und in der Tat, es muß so sein. Da uns die Sittenreinheit von Gott gelehrt worden ist, so kennen wir sie einerseits vollkommen, da sie uns von einem vollkommenen Lehrer geoffenbart worden ist, und anderseits bewahren wir sie getreulich, da sie uns von einem Wächter vorgeschrieben ist, der sich nicht verachten läßt. Euch aber hat nur menschliche Abwägung und Wertschätzung den Begriff der Sittenreinheit beigebracht, und ebenso ist es nur die Kundgebung menschlicher Herrschaft, welche sie euch zum Gebot gemacht hat. Daher besitzt ihr weder eine vollkommene, noch eine genügenden Respekt einflößende Anleitung zur wahren Moralität. Die Autorität des Menschen, die Erfüllung des sittlich Guten zu fordern, ist nicht größer als seine geistige Fähigkeit, aufzuzeigen, was wahrhaft sittlich gut ist; ebenso leicht wie diese getäuscht, kann jene verachtet werden. Wohlan denn, welcher Ausspruch ist von tieferem Gehalt): Du sollst nicht töten, oder aber: Du sollst nicht einmal zürnen ? Was ist vollkommener, den Ehebruch verbieten, oder sogar von der Begierlichkeit der Augen, auch wenn sie im Herzen verborgen bleibt, zurückhalten? Was verrät größere Weisheit, die böse Tat oder auch schon die böse Rede verbieten? Was dringt tiefer ein, Unrecht nicht gestatten, oder nicht einmal das Wiedervergelten des Unrechts zuzulassen? Wenn ihr doch nur einsähet, daß eure Gesetze selber, die auf die Pflege der Sittlichkeit hingerichtet sind, vom göttlichen Gesetze ihre ältere Form entlehnt haben! Es ist ja schon vom Alter des Moses die Rede gewesen. Wie gering aber ist oft das Ansehen menschlicher Gesetze, da es zutrifft, daß der Mensch, da seine begangenen Taten verborgen bleiben, sich ihnen entzieht, und manchmal daß er sie, sei es freiwillig sei es genötigt, verachtet. Beurteilt ihr Ansehen auch nach der Kürze jedweder Strafe, die ja doch nicht über den Tod hinaus fortdauert! Auf diese Weise schätzt selbst Epikur jede Qual und jeden Schmerz nur gering ein, indem er den Ausspruch tut, ein mäßiger Schmerz sei zu verachten, ein großer aber dauere nicht lange. Wir aber, die wir unter der Aufsicht Gottes, des Beobachters aller, stehen und gegen seine ewige Strafe Vorsorge treffen, wir streben notwendig nach wahrer Sittenreinhelt, indem Wir entsprechend der Fülle unserer Erkenntnis und der Schwierigkeit, sich zu verbergen, und ebenso wegen der Größe der Strafe, die nicht bloß lange, sondern ewig dauert, den fürchten, den auch jener fürchten muß, der selbst über solche zu Gericht sitzt, die ihn fürchten, indem wir mit einem Wort Gott fürchten, nicht den Prokonsul.

 

Wie wunderbar von Tertullian gesprochen, und dann kam das:

  • Als frommer Anhänger der Religion der christlichen Nächstenliebe führte der Christ Karl der Große zu Ende des 8. Jahrhunderts eine höchst gewaltsame Christianisierung der Sachsen durch auch mit Massenexekutionen.
  • Vernichtung der Katharer und Templer durch christliche Päpste und Könige.
  • Der Irrsinn der Borgias-Päpste
  • Hexenhammer und Hexenverfolgung
  • Große Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche und ihre Kapitalverbrechen, nicht nur in Spanien und Deutschland, sondern überall in Europa und auch in Amerika …

Und alle diese Kapitalverbrechen sollen von Leuten begangen worden sein, die sich als fromme Christen ausgaben und auch als solche angesehen wurden ?

 

Zuerst muß man nachprüfen, worauf sich die großen Hoffnungen von Tertullian auf die christliche Botschaft genau gründeten.

 

  1. Gegenstand unserer Verehrung ist der eine Gott, welcher diesen ganzen Weltenbau mit der gesamten Ausrüstung der Elemente, Körper und Geister durch das Wort, womit er befahl, und die Weisheit, womit er ordnete, und die Macht, womit er es vermochte, aus dem Nichts hervorbrachte zur Zierde seiner Herrlichkeit, woher auch die Griechen der Welt den Namen Kosmos beigelegt haben.

Er ist unsichtbar, obwohl er gesehen wird, unfaßbar, obwohl er mittels seiner Huld vergegenwärtigt wird, unschätzbar, obwohl er durch die menschlichen Sinne geschätzt wird.

 

Tertullian macht den Eindruck eines Menschen, der ehrlich nach Wahrheit sucht und emsig bestrebt ist, weitläufig und gründlich alles nachzuprüfen.

Er ist zutiefst beeindruckt von den hebräischen Überlieferungen. Etwa ab 250 v.Chr. begannen hellenisierte Juden mit der Übersetzung ihrer Schriftrollen ins Griechische. Sie fingen mit der Thora an. Das Ergebnis war die Septuaginta. Bis 100 n.Chr. wurden alle hebräischen Schriftrollen ins Griechische übersetzt. Die „Septuaginta“, die 325 dem Kaiser Konstantin vorlag und als Leitfaden diente, umfaßte bereits alle apokalyptischen Schriften der Juden, die zu dieser Zeit schon seit etwa 225 Jahren in griechischer Übersetzung vorlagen.

Tertullian, geb. nach 150, konnte also bereits die fertige Septuaginta studieren, also das Alte Testament in griechischer Sprache, der Koine.

Ein Problem ist, welche christlichen Lehren ihm zur Verfügung gestanden haben, z.B. auch, welche „Evangelien“ neben denen des Markus, Matthäus, Lukas und Johannes er noch gelesen hat, und auch welche Teile der Schriften, die erst 325 von Konstantin zum Neuen Testament zusammengefügt worden sind. Hat er selber auch Evangelien geschrieben ?      

Tertullian führt das hohe Alter der hebräischen Überlieferungen als Grund dafür an, daß sie vertrauenswürdig sind. Er glaubt offensichtlich an die Genesis, an Moses als den ersten Propheten der Juden, und an die Wahrheit der Evangelien.

Er macht sich seine Gedanken darüber, was es heißt, daß Jesus Christus der Sohn Gottes ist – in Konkurrenz zu den Vorstellungen im Mithras-Kult. Er ist Kenner des Mithras-Kults, und seine Ausführungen dazu – als Lob für das Christentum gedacht – stützen die Ansicht, daß die christliche Lehre eine synthetische Religion ist, von hellenisierten Juden konstruiert, um die Schwächen der Mithras-Religion zu eliminieren.

 

Es ist zu beachten, daß Tertullian betont: Als Christ wird man nicht geboren, sondern man wird aus innerer Überzeugung zum Christen. Ähnlich sprach Paulus über das Judentum.

Tertullian, der schwärmerische Verehrer der Septuaginta und der ihm zugänglichen christlichen Zeugnisse, ist der festen Überzeugung, daß ein wahrer Christ niemals Unrecht tun wird. Tja, vor diesen Hoffnungen muß man sich in Demut beugen.  

 

Tertullian:

O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist! Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch herniedergestiegen.

 

Das ganze Kap. 18 (s.u.) ist eine wesentliche Referenz.

 

  1. Das hohe Alter ist es also zunächst, was diesen Urkunden ihre Autorität verleiht. Auch bei euch verleiht es ja eine religiöse Weihe, wenn man Glaubwürdigkeit auf Grund der Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ansehen verleiht den Schriftstücken ein sehr hohes Alter.

Der älteste Prophet war Moses. Er hat die Erschaffung der Welt, das Heranwachsen der Menschheit und sodann die Rache für die Gottlosigkeit jener Zeit, die gewaltige Sündflut, durch Sehergabe von der Vergangenheit an bis zu seiner Lebenszeit dargestellt und darnach durch sein eigenes Wirken Vorbilder der Zukunft kundgemacht. Bei ihm ist auch die Aufeinanderfolge der Zeiten genau dargelegt und damit die Berechnung der Dauer der Welt an die Hand gegeben.

 

Auf vielerlei Weise möchte ich noch für das Alter der göttlichen Schriften den Kampf führen, wenn nicht ihnen zum Erweis ihrer Glaubwürdigkeit ein größeres Ansehen durch die Macht ihrer Wahrheit, als durch das Zeugnis ihres Alters verschafft würde. Denn was dürfte ihnen machtvoller zugute kommen, als das tägliche Gericht über die ganze Welt, wo die Lage der Reiche, die Unglücksfälle der Städte, die Schicksale der Völker und der Zustand der Zeiten in allem dem entsprechen, wie es vor tausend Jahren geweissagt wurde?

Dadurch wird auch unsere Hoffnung, die ihr verlacht, belebt und unser Vertrauen, das ihr einen Wahn nennt, gekräftigt. Denn die Erwägung des Vergangenen ist geeignet, Vertrauen auf die Zukunft zu erwecken. Dieselben Aussprüche haben beides verkündigt, dieselben Schriften beides aufgezeichnet. Die Zeit ist bei ihnen nur eine, die bei uns. getrennt zu sein scheint. So ist alles, was noch Unerwiesenes übrig bleibt, für uns erwiesen, weil es mit dem, was bewährt ist, damals aber in der Zukunft lag, verkündet wurde. Soviel ich weiß, habt ihr auch eine Sibylle, insofern diese Benennung einer wahren Seherin des wahren Gottes hie und da in Bezug auf andere, die Sehergabe zu haben scheinen, gebraucht worden ist; so haben euere Sibyllen diesen Namen von der Wahrheit entwendet, wie es auch euere Götter getan haben

So wird denn der ganze Inhalt, werden alle Gegenstände, Ursprünge, Ordnungen und Quellen eines jeden eurer alten Schriftwerke, auch die meisten Völkerschaften und die berühmten Städte, die altersgrauen Geschichtserzählungen und Überlieferungen, sogar die Schriftzüge der Buchstaben, wodurch die Ereignisse gemeldet und aufbewahrt werden -- und, ich glaube, ich habe noch zu wenig gesagt -- selbst eure Götter, Tempel, Orakel und Opfer -- sie alle werden an Alter um Jahrhunderte durch die Schriftwerke eines einzigen Propheten übertroffen, worin wie in einem Schreine der Schatz der ganzen jüdischen und daher auch unserer Religionslehre niedergelegt ist.

 

Das ganze Kap. 21 (s.u.) ist eine wesentliche Referenz.

 

Apologeticum von 198, Wiedergabe 17 bis 21

Dr. K. A. Heinrich Kellner war so freundlich, eine deutsche Übersetzung des Apologeticums des Tertullian von 198 ins Netz zu stellen. Mit dem Apologeticum wollte Tertullian die christliche Religion sowie ihre Anhänger im Römischen Reich schützen, also mitten in der Zeit der Christenverfolgungen, die erst 305 endeten.

 

 

 

Tertullian 17 bis 21:

  1. Gegenstand unserer Verehrung ist der eine Gott, welcher diesen ganzen Weltenbau mit der gesamten Ausrüstung der Elemente, Körper und Geister durch das Wort, womit er befahl, und die Weisheit, womit er ordnete, und die Macht, womit er es vermochte, aus dem Nichts hervorbrachte zur Zierde seiner Herrlichkeit, woher auch die Griechen der Welt den Namen Kosmos beigelegt haben.

Er ist unsichtbar, obwohl er gesehen wird, unfaßbar, obwohl er mittels seiner Huld vergegenwärtigt wird, unschätzbar, obwohl er durch die menschlichen Sinne geschätzt wird.

Obwohl durch den Kerker des Körpers beengt, obwohl von verkehrter Erziehung und Bildung umstrickt (Katharer !), obwohl von Lüsten und Begierden entkräftet, obwohl falschen Göttern sklavisch unterworfen, nennt sie doch, sobald sie sich gleichsam wie nach einem Rausch, nach einem Schlaf oder nach einer Krankheit auf sich selbst besinnt und ihre natürliche Gesundheit wieder erlangt, nur Gott, mit diesem Namen allein, weil er der dem wahren Gott allein zukommende ist.

,,Der große Gott", „der gute Gott", oder „was Gott geben möge", so spricht sie allüberall. Auch daß er Richter sei, bezeugt sie: „Gott sieht es", „ich stelle es Gott anheim" und „Gott wird es mir vergelten".

O Zeugnis der Seele, die von Natur Christin ist! Endlich, wenn sie dergleichen spricht, so blickt sie nicht nach dem Kapitol, sondern zum Himmel; sie kennt nämlich den Sitz des lebendigen Gottes, von ihm und von dort ist sie ja auch herniedergestiegen.

 

  1. Damit wir desto vollständiger und nachdrücklicher zu ihm, zu seinen Anordnungen und seinem Willen den Zugang fänden, hat er das Hilfsmittel des geschriebenen Wortes hinzugefügt, für den Fall, daß man in Betreff Gottes nachforschen, nachdem man nachgeforscht, ihn finden, nachdem man ihn gefunden, an ihn glauben, und nachdem man an ihn geglaubt, ihm dienen will. Denn von Anfang an hat er Männer, die um ihrer Gerechtigkeit und Tadellosigkeit willen würdig waren, Gott zu erkennen und ihn ändern zu zeigen, mit dem göttlichen Geiste überströmt in die Welt gesandt, damit sie verkündeten, daß ein einziger Gott sei, welcher alles erschaffen, welcher den Menschen aus Erde gebildet hat -- er ist nämlich der wahre Prometheus, welcher für den Lauf der Welt die Ordnung festgestellt hat in der bestimmten Einteilung und dem Ausgang der Zeitalter --, sodann, welche Zeichen seiner erhabenen Richterwürde er gegeben habe durch Wasserfluten und Feuerflammen, was er als sittliche Ordnung, wodurch man sich sein Wohlgefallen gewinnen könne, festgesetzt, was er als Vergeltung für deren Nichtachtung und Übertretung und für ihre Beobachtung vorher bestimmt habe.

Denn er ist derjenige, welcher, nachdem die gegenwärtige Weltperiode verstrichen, richten wird, seine Diener zur Belohnung des ewigen Lebens, die Gottlosen aber zum Feuer, das ebenso beständig und dauernd ist, nachdem alle von Anfang an Verstorbenen auferweckt, wieder hergestellt und zur vollen Ausgleichung des Verdienstes und Mißverdienstes klassifiziert worden sind.

Diese Dinge haben ehedem auch wir verlacht. Wir sind aus eurer Mitte hervorgegangen; man wird Christ, aber man wird nicht als solcher geboren.

Die genannten Verkünder nun werden von ihrem Amte des Vorhersagens Propheten genannt. Ihre Aussprüche und ebenso ihre Wunder, welche sie zum Beweis ihrer göttlichen Sendung verrichteten, werden in den Schätzen der Literatur aufbewahrt, und diese ist nicht unzugänglich. Ptolemäus mit dem Zunamen Philadelphus -- ein sehr gelehrter König und Kenner in jeder Art Literatur und im Eifer für Büchersammlungen ein Rivale, glaube ich, des Peisistratus -- verlangte unter ändern Denkmälern, welchen entweder ihr Altertum oder irgendeine Besonderheit zur Berühmtheit verhalf, auf Anraten des damals bewährtesten Grammatikers, des Demetrius Phalereus, dem er die oberste Verwaltung übertragen hatte, auch von den Juden ihre Bücher, die ihnen eigentümlichen und in ihrer Muttersprache abgefaßten Schriften, welche sie ganz allein besaßen.

Denn aus ihnen stammten und zu ihnen redeten immer die Propheten, nämlich zu dem Volke, das wegen der seinen Vätern zuteil gewordenen Gnade Gott eigentümlich zugehörte. Hebräer hießen früher die jetzt sogenannten Juden, daher auch die Schrift und Sprache hebräisch. Damit man aber ihres Verständnisses nicht entbehre, wurde dem Ptolemäus von den Juden auch das Hebräische übersetzt, indem man ihm zweiundsiebzig Übersetzer gewährte, welche der Philosoph Menedemus, ein Verteidiger der Vorsehung, wegen der Übereinstimmung mit seiner Ansicht bewunderte. Auch Aristäus versichert euch dieses Vorganges, So werden diese Schriftdenkmale, aufgeschlossen in die griechische Sprache, in der Bibliothek des Ptolemäus im Serapeum heute noch nebst den hebräischen Schriften gezeigt. Auch die Juden lesen sie ganz unverhohlen; für die Erlaubnis wird eine Abgabe bezahlt, und es wird allgemein an Sabbaten davon Gebrauch gemacht.

Wer sie hört, wird Gott finden; wer sich bemüht, in sie einzudringen, wird sich gezwungen sehen, auch daran zu glauben.

 

  1. Das hohe Alter ist es also zunächst, was diesen Urkunden ihre Autorität verleiht. Auch bei euch verleiht es ja eine religiöse Weihe, wenn man Glaubwürdigkeit auf Grund der Zeit in Anspruch nehmen kann.

Ansehen verleiht den Schriftstücken ein sehr hohes Alter.

Der älteste Prophet war Moses. Er hat die Erschaffung der Welt, das Heranwachsen der Menschheit und sodann die Rache für die Gottlosigkeit jener Zeit, die gewaltige Sündflut, durch Sehergabe von der Vergangenheit an bis zu seiner Lebenszeit dargestellt und darnach durch sein eigenes Wirken Vorbilder der Zukunft kundgemacht. Bei ihm ist auch die Aufeinanderfolge der Zeiten genau dargelegt und damit die Berechnung der Dauer der Welt an die Hand gegeben.

Ungefähr dreihundert Jahre waren seit ihm vergangen, als Danaus, bei euch der älteste, nach Argos herüberkam (2200 v.Chr.). Dem trojanischen Kriege geht er tausend Jahre voraus, und deshalb auch dem Saturn selbst. Denn in dem Geschichtswerk des Thallus, worin der Krieg des Belus und der des Saturnus, der Könige der Assyrier und der Titanen, mit Jupiter berichtet wird, wird gezeigt, daß Belus dem Untergang von Troja dreihundertzweiundzwanzig Jahre vorausgegangen sei. Durch diesen Moses ist auch den Juden das ihnen eigene Gesetz von Gott gegeben worden.

Darnach gab es viele andere Propheten, welche älter sind als eure Urkunden. Denn auch der, welcher zuletzt geweissagt hat, geht entweder um etwas voraus oder gehörte demselben Zeitalter an wie die ersten Weisen und Gesetzgeber, Denn Zacharias lebte unter der Regierung des Kyros und Darius zur Zeit als Thales, der erste Physiker, auf die Fragen des Krösus in Betreff der Gottheit nichts Bestimmtes antwortete, in Verwirrung nämlich gesetzt durch die Aussprüche der Propheten. Solon hat demselben Könige gepredigt, man müsse das Ende des langen Lebens im Auge behalten, nicht anders als die Propheten.

Man kann also in Betracht ziehen, daß sowohl euer Rechtswesen als auch eure Wissenschaften von dem göttlichen Gesetz und der göttlichen Lehre befruchtet worden sind. Was das Frühere ist, muß auch der Same sein. Von dorther habt ihr manches mit uns oder doch fast wie wir.

Von der Sophia, der Weisheit, hat die Philosophie ihren Namen, von der Prophetie hat das Haschen nach derselben die poetische Weissagung abgeleitet.

Ruhmsüchtige Menschen haben das, was sie vorfanden, gefälscht, um es dann als ihr Eigentum auszugeben. Auch bei den Früchten kommt es ja vor, daß sie entarten.

Auf vielerlei Weise möchte ich noch für das Alter der göttlichen Schriften den Kampf führen, wenn nicht ihnen zum Erweis ihrer Glaubwürdigkeit ein größeres Ansehen durch die Macht ihrer Wahrheit, als durch das Zeugnis ihres Alters verschafft würde. Denn was dürfte ihnen machtvoller zugute kommen, als das tägliche Gericht über die ganze Welt, wo die Lage der Reiche, die Unglücksfälle der Städte, die Schicksale der Völker und der Zustand der Zeiten in allem dem entsprechen, wie es vor tausend Jahren geweissagt wurde?

Dadurch wird auch unsere Hoffnung, die ihr verlacht, belebt und unser Vertrauen, das ihr einen Wahn nennt, gekräftigt. Denn die Erwägung des Vergangenen ist geeignet, Vertrauen auf die Zukunft zu erwecken. Dieselben Aussprüche haben beides verkündigt, dieselben Schriften beides aufgezeichnet. Die Zeit ist bei ihnen nur eine, die bei uns. getrennt zu sein scheint. So ist alles, was noch Unerwiesenes übrig bleibt, für uns erwiesen, weil es mit dem, was bewährt ist, damals aber in der Zukunft lag, verkündet wurde. Soviel ich weiß, habt ihr auch eine Sibylle, insofern diese Benennung einer wahren Seherin des wahren Gottes hie und da in Bezug auf andere, die Sehergabe zu haben scheinen, gebraucht worden ist; so haben euere Sibyllen diesen Namen von der Wahrheit entwendet, wie es auch euere Götter getan haben

So wird denn der ganze Inhalt, werden alle Gegenstände, Ursprünge, Ordnungen und Quellen eines jeden eurer alten Schriftwerke, auch die meisten Völkerschaften und die berühmten Städte, die altersgrauen Geschichtserzählungen und Überlieferungen, sogar die Schriftzüge der Buchstaben, wodurch die Ereignisse gemeldet und aufbewahrt werden -- und, ich glaube, ich habe noch zu wenig gesagt -- selbst eure Götter, Tempel, Orakel und Opfer -- sie alle werden an Alter um Jahrhunderte durch die Schriftwerke eines einzigen Propheten übertroffen, worin wie in einem Schreine der Schatz der ganzen jüdischen und daher auch unserer Religionslehre niedergelegt ist.

Moses, wenn ihr einstweilen von einem solchen Manne gehört habt, ist dem argivischen Inachus gleichzeitig; um fast vierhundert Jahre, nämlich nur sieben weniger, geht er selbst dem Danaus, der bei euch als der älteste gilt, voraus, um etwa tausend Jahre geht er der Niederlage des Priamus vorher, und, da ich Gewährsleute dafür habe, kann ich sagen, auch um mehr als fünfhundert Jahre dem Homer.

Wenn die übrigen Propheten auch nach Moses lebten, so werden doch die allerletzten von ihnen nicht jünger erfunden, als eure uralten Weisen, Gesetzgeber und Geschichtschreiber.

Auseinanderzusetzen, durch welche Zeitrechnungen man das beweisen kann, ist für mich mehr weitläufig als schwierig, die genaue Aufzählung ist nicht sosehr mühevoll als vorläufig zu umständlich. Viele Hilfsmittel unter fortwährenden Fingerbewegungen beim Rechnen wären nötig, um es darzulegen.

Aufzuschließen wären die Archive der ältesten Völker, der Ägypter, Chaldäer, Phönizier; zu Hilfe zu nehmen wären ihre Landsleute, durch welche uns die Kenntnis davon vermittelt wird, Männer wie Manethon der Ägypter, Berosus der Chaldäer, aber auch der Phönizier Hieromus, König von Tyrus, sowie ihre Nachfolger Ptolemäus von Mendes, Menander von Ephesus, Demetrius Phalereus, der König Juba, Appion, Thallus und der Jude Josephus, der einheimische Verteidiger der jüdischen Altertümer, der die eben Genannten entweder bestätigt oder widerlegt.

Auch die Bücher über die Urgeschichte der Griechen wären zu vergleichen, was geschehen, und wann es geschehen ist, damit die Verkettungen der Zeiten, durch welche die Jahreszahlen der Annalen Licht erhalten, aufgehellt werden. Man müßte die Geschichte und die Literatur des ganzen Erdkreises durchgehen, -- Indes, wir haben gleichsam einen Teil des Beweises schon beigebracht, indem wir einfließen ließen, woraus er geführt wird.

 

  1. Statt dessen, was wir verschieben, bieten wir ein Höheres dar: die Erhabenheit der heiligen Schriften, für den Fall, daß unser Beweis für ihre Göttlichkeit aus dem Alter keine Zustimmung findet, für den Fall, daß ihr Alter in Zweifel gezogen wird. Auch braucht man nicht lange oder weit zu suchen, um sich von ihr zu überzeugen; vor den Augen liegen die Beweise: die Welt, die Zeit und die Ereignisse. Was geschieht, wurde vorher verkündet; was jetzt geschaut wird, wurde vorher angesagt, daß die Erde Städte verschlingt, daß das Meer Inseln raubt, daß auswärtige und innere Kriege zerfleischende Wirkungen ausüben, daß Reiche mit Reichen in Zusammenstoß geraten, daß Hunger und Seuchen, lokale Plagen, welcher Art auch immer, und oft sehr große Sterblichkeit Verwüstungen anrichten, daß die Geringen erhöht und die Hohen erniedrigt werden, daß die Gerechtigkeit selten wird, die Gottlosigkeit wächst, die Sorge für alle guten Bestrebungen einschläft, daß auch die Verrichtungen der Jahreszeiten und die Wirkungen der Elemente aus ihrer Bahn weichen, daß durch Mißgeburten und Ungeheuer die rechte Form der natürlichen Dinge gestört wird, -- das alles ist mit Voraussicht aufgeschrieben worden. Zur selben Zeit, wo wir solche Dinge erleben, werden sie vorgelesen, während wir uns ihrer erinnern, erfüllen sie sich. Die wirkliche Erfüllung einer Weissagung ist aber, sollte ich meinen, ein hinreichender Beweis für ihre Göttlichkeit. Daher also ist bei uns auch der Glaube an die noch zukünftigen Dinge ein zuverlässiger, indem sie nämlich schon beglaubigt sind, weil sie gemeinschaftlich mit denen, die täglich ihre Bestätigung finden, vorhergesagt wurden; es sind dieselben Stimmen, die es kundtun, dieselben Schriften, die es berichten, es ist derselbe Geist, der antreibt; für den Sehergeist, welcher die Zukunft vorher verkündet, gibt es nur eine Zeit. Unterschieden wird die Zeit höchstens von den Menschen, indem ihr Lauf sich vollendet, indem aus der Zukunft die Gegenwart und sodann aus der Gegenwart die Vergangenheit sich ableitet. Worin fehlen wir -- ich bitte euch -- wenn wir nun auch an die zukünftigen Dinge glauben, da wir ja schon durch zwei Vorstufen angeleitet sind, sie für wahr zu halten.

 

  1. Weil wir jedoch behauptet haben, daß diese unsere Religionsgesellschaft -- welche zwar noch ziemlich neu ist, wie alle wissen und auch wir bekennen, nämlich im tiberianischen Zeitalter entstanden ist -- weil wir also behauptet haben, daß sie sich doch auf die sehr alten Schriften der Juden stütze, so könnte man vielleicht in Betreff ihrer Beschaffenheit in der Hinsicht Bedenken hegen, als wollte sie unter dem Deckmantel einer so bekannten Religion, die sicherlich eine erlaubte ist, von ihren eigenen Meinungen etwas verbergen, um so mehr, da wir außer dem Alter weder in Betreff der Speiseverbote noch der Feiertage, noch sogar des körperlichen Zeichens, noch in der Namensgemeinschaft es mit den Juden halten, was doch der Fall sein müßte, wenn wir demselben Gott zugehörten. Indes, sogar der große Haufe kennt schon Christum, als einen Menschen freilich, der so war, daß ihn die Juden verurteilt haben, ein Umstand, kraft dessen man uns um so leichter für Menschenanbeter hält. Allein wir schämen uns Christi nicht, wir freuen uns vielmehr nach seinem Namen benannt und um seinetwillen verurteilt zu werden; auch haben wir darum keine andere Auffassung von Gott. Es ist also notwendig, über Christus, insofern er Gott ist, einiges Wenige zu sagen.

Die ganze Zeit hindurch besaßen die Juden bei Gott einen besonderen Vorzug wegen der ausgezeichneten Rechtschaffenheit und des Glaubens ihrer Urväter. Daraus erblühte die Größe ihres Stammes und das Ansehen ihres Reiches, und ein besonders großes Glück stand ihnen zur Seite infolge der Aussprüche Gottes, wodurch sie sowohl belehrt wurden, wie man sich vor Gott verdient machen könne, als auch im voraus gemahnt wurden, ihn nicht zu beleidigen. Wie große Fehltritte sie trotzdem begangen haben, durch vermessenes Vertrauen auf ihre Väter so aufgebläht, daß sie das Gesetz in eine unheilige Art verkehrten, das würde, wenn sie es auch nicht selbst geständen, ihr heutiges Schicksal beweisen. Zerstreut, umherirrend, von ihrem heimischen Boden und Himmel verbannt, schweifen sie auf dem Erdkreise umher, ohne einen Menschen oder Gott zum König zu haben; es wird ihnen nicht einmal erlaubt, als Fremdlinge ihr Vaterland zu betreten und zu begrüßen. Die heiligen Aussprüche fügten, indem sie ihnen dieses Schicksal androhten, alle immer dasselbe bei: Gott werde in den letzten Zeitläufen sich aus jedem Stamme und Volke und an allen Orten treuere Verehrer auswählen und auf sie seine Gnade übertragen, und zwar eine reichlichere Gnade wegen des Reichtums des erhabeneren Lehrsystems.

Es kam also derjenige, der nach Gottes Vorherverkündigung kommen sollte, um die Lehre zu erneuern und ins Licht zu stellen, Christus nämlich, der Sohn Gottes. Er, der Herr und Meister dieser Gnade und Lehre, der Erleuchter und Führer des Menschengeschlechtes, wurde als Sohn Gottes angekündigt, nicht zwar so erzeugt, daß er erröten müßte über den Namen „Sohn" oder über den Samen des Vaters, als über den Beischlaf eines Stieres. Er hat nicht Gott zum Vater bekommen infolge von Blutschande mit der Schwester oder Schändung der Tochter oder Gattin eines ändern -- etwa einen schuppigen, gehörnten, befiederten oder als Liebhaber der Danae in Gold verwandelten Vater. Das ist das Menschliche, das ihr dem Jupiter beilegt. Der Sohn Gottes aber hat nicht eine Mutter bekommen infolge einer Verletzung ihrer Keuschheit, auch die, welche als seine Mutter angesehen wird, war nicht verheiratet.

Doch ich will erst sein Wesen besprechen, dann wird man die Beschaffenheit seiner Geburt verstehen.

Wir haben es schon ausgesprochen, Gott habe dieses Weltall durch sein Wort, seine Vernunft und seine Macht erschaffen.

Auch bei euren Weisen steht es fest, daß der Logos, d. i. das Wort und die Vernunft, als der Bildner des All gelte. Ihn bezeichnet nämlich Zeno als den Hervorbringer, der alles in seinem Ratschluß gebildet habe; derselbe werde auch Fatum genannt, Gott, Seele des Jupiter und Notwendigkeit aller Dinge.

Alle diese Prädikate zusammen überträgt Kleanthes auf den Geist, von dem er sagt, daß er das All durchdringe. Aber auch wir schreiben dem Worte, der Vernunft und ebenso der Macht, wovon wir gesagt haben, daß Gott alles durch sie geschaffen habe, als eigentümliche Substanz den Geist zu, in dem das Wort ist, wenn er spricht, bei dem die Vernunft ist, wenn er anordnet, und dem die Macht gegenwärtig ist, wenn er ausführt. Hinsichtlich seiner sind wir belehrt worden, er sei aus Gott hervorgebracht und durch Hervorbringen gezeugt und deswegen Sohn Gottes und Gott genannt wegen der Einheit der Substanz. Denn auch Gott ist Geist. Und wenn ein Strahl aus der Sonne ausgesendet wird, so ist er ein Teil vom Ganzen; aber dabei ist die Sonne doch in dem Strahl, weil er ein Sonnenstrahl ist, und die Substanz wird dabei nicht geteilt, sondern auseinandergebreitet, wie ein Licht am Lichte angezündet wird. Es bleibt der Mutter-Stoff unversehrt und unvermindert, auch wenn man ihm mehrere gleichartige Ableitungen entnimmt. In dieser Weise ist auch, was von Gott ausgegangen ist, Gott und Gottes Sohn, und beide sind einer. In dieser Weise Geist vom Geiste und Gott von Gott dem Maß (der Wesenheit) nach ein Zweiter, bewirkte er die Zahl durch die Abstufung, nicht durch die Beschaffenheit (der Substanz), und er ist von der mütterlichen Substanz nicht weggetreten, sondern aus ihr ausgetreten. Dieser Strahl Gottes nun ist, wie früher immer geweassagt wurde, in eine Jungfrau herabgekommen, und, in ihrem Mutterschoße Fleisch geworden, wird er geboren als ein Mensch, der mit Gott geeint ist. Das vom Geiste gebildete Fleisch wird genährt, wächst heran, redet, lehrt, wirkt und ist Christus.

Laßt euch diese Fabel -- sie ist ja den eurigen ähnlich -- einstweilen gefallen, bis wir euch zeigen, wie Christus bewiesen wird, und wer bei euch zum voraus für derartige Fabeln gesorgt hat, damit sie als Rivalen diese unsere Wahrheit zerstören sollten.

Auch die Juden wußten, daß Christus kommen würde, da zu ihnen ja die Propheten redeten. Denn sie erwarten seine Ankunft auch jetzt noch, und es gibt keinen größeren Streitpunkt zwischen ihnen und uns, als den, daß sie nicht glauben, er sei schon gekommen.

Da nämlich in betreff seiner eine zweimalige Ankunft angezeigt wurde, die erste, welche schon vollbracht ist in der Niedrigkeit des menschlichen Lebens, und die zweite, welche zum Abschluß der Zeitlichkeit bevorsteht in der Hoheit der hell erstrahlenden Gottheit, so haben sie die erste nicht verstanden und die zweite, welche sie, weil deutlicher vorhergesagt, erhofften, für die einzige gehalten. Daß sie nämlich die frühere nicht verstanden, während sie doch, wenn sie sie verstanden, geglaubt und, wenn sie sie geglaubt haben würden, das Heil erlangt hätten, -- das hat ihre Sünde verschuldet. Daß sie gestraft seien um die Weisheit und um die Erkenntnis und um die Frucht der Augen und Ohren, das lesen sie selbst in der Schrift.

Da sie ihn also infolge seiner Niedrigkeit für einen bloßen Menschen hielten, so bereiteten sie ihm Nachstellungen, so daß sie ihn wegen seiner Machttaten als einen Zauberer ansahen, da er durch sein bloßes Wort Dämonen aus den Menschen austrieb, Blinde wieder sehend machte, Aussätzige reinigte, Gelähmte wieder straff machte, Tote sogar durch sein Wort dem Leben wieder gab, die Elemente selbst zu Dienern machte, indem er die Stürme bändigte und auf dem Meere einherging, und so zeigte, daß er der Sohn Gottes war, jener, der von alters her verkündigt und zum Heil aller geboren war, jenes uranfängliche, erstgeborene, von der Macht und der Vernunft begleitete und vom Geiste getragene Wort, eben derselbe, der alles durch sein bloßes Wort macht und gemacht hat.

Die Lehrer und Vornehmen der Juden waren aber gegen seine Lehre, durch welche sie widerlegt wurden, so erbittert, am meisten deswegen, weil sich eine sehr große Menge von ihnen weg ihm zuwandte, daß sie ihn zuletzt dem Pontius Pilatus, damaligem Prokurator Syriens von römischer Seite, überlieferten und durch das Ungestüm ihrer Stimmen von ihm erzwangen, daß er ihnen zur Kreuzigung ausgeliefert wurde. Er hatte es auch selbst vorhergesagt, daß sie es so machen würden, was jedoch nicht genügen würde, hätten es nicht auch die früheren Propheten verkündet. Und doch hat er, ans Kreuz geheftet -- das war die für ihn bestimmte Todesstrafe -- noch Wunder getan. Er hauchte nämlich, der Dienstleistung des Scharfrichters zuvorkommend, freiwillig den Geist mit einem Ausrufe aus. In demselben Augenblick verschwand das Tageslicht, obwohl die Sonne Mittagshöhe zeigte. Das hielten die, welche nicht wußten, daß auch dies in betreff Christi vorhergesagt war, natürlich für eine bloße Sonnenfinsternis. Und doch findet sich auch dieser Zwischenfall im Weltall in euren geheimen Archiven berichtet.

Nachdem er darauf herabgenommen und ins Grab gelegt war, ließen ihn die Juden mit großer Sorgfalt bewachen und von einer Militärwache umzingeln, damit ja die Jünger, weil er seine Auferstehung von den Toten nach drei Tagen vorhergesagt hatte, nicht den Leichnam durch Diebstahl auf die Seite brächten und die, um welche man bangte, in Irrtum führten. Aber bei Anbruch des dritten Tages wurde plötzlich die Erde erschüttert, der Steinkoloß, welcher das Grab verschloß, weggewälzt, die Wache durch Schrecken zersprengt, und ohne daß irgendein Jünger dabei zugegen war, wurde nichts im Grabe gefunden, als die abgelegten Umhüllungen des Begrabenen. Nichtsdestoweniger sprengten die Vornehmen der Juden, denen daran lag, das Vorkommnis eines Verbrechens auszusprengen und das ihnen steuerpflichtige und untergebene Volk vom Glauben fernzuhalten, aus, er sei von den Jüngern gestohlen worden. Denn Christus selbst zeigte sich nicht mehr dem Volke, damit die Gottlosen nicht von ihrem Irrtum befreit würden, damit auch der Glaube, dem ja eine nicht gewöhnliche Belohnung vorbehalten ist, nicht ohne Schwierigkeit sei.

Mit einigen Schülern aber verkehrte er gegen vierzig Tage in Galiläa, einer Provinz des Judenlandes, sie lehrend, was sie lehren sollten. Nachdem diese hierauf für das Amt, auf dem ganzen Erdkreis zu predigen, bestimmt waren, wurde er, von einer Wolke umgeben, in den Himmel aufgenommen, was viel zuverlässiger ist, als was bei euch Leute wie Proculus von Leuten wie Romulus zu bekräftigen pflegen.

Dies alles hat Pilatus, selbst schon in seinem Innersten ein Christ, dem damaligen Kaiser Tiberius über Christus gemeldet. Aber auch die Kaiser hätten hinsichtlich Christi geglaubt, wenn nicht einesteils die Kaiser für den Weltlauf notwendig wären, oder wenn andererseits Christen Kaiser sein könnten. -- Die Jünger aber gehorchten folgend dem Befehl ihres göttlichen Lehrers und zerstreuten sich über den Erdkreis, und nachdem auch sie von den sie verfolgenden Juden vieles erduldet, haben sie -- ihrem Vertrauen auf die Wahrheit entsprechend, mit Freudigkeit -- zuletzt zu Rom durch die Grausamkeit des Nero ihr Christenblut als Samen ausgestreut.

Jedoch, ich werde euch später sogar noch diejenigen, welche ihr anbetet, als geeignete Zeugen für Christus vorführen. Etwas Großes ist es, wenn ich, damit ihr den Christen Glauben schenket, diejenigen als Mittel anwende, durch deren Einfluß ihr den Christen den Glauben versaget. Für jetzt habt ihr den geschichtlichen Zusammenhang, in dem unser Religionssystem steht, so legen wir dar den Ursprung unserer Genossenschaft und unseres Namens im Zusammenhang mit ihrem Stifter.

Es möge nun niemand mehr uns in Verruf bringen, niemand denken, es sei doch anders, da es doch keinem möglich ist, in betreff seiner Religion lügnerische Angaben zu machen. Denn dadurch, daß man vorgibt, man verehre ein anderes Wesen, als man wirklich verehrt, verleugnet man das, welches man eigentlich verehrt, überträgt Kult und Ehre auf ein anderes und verehrt eben durch diese Übertragung das auch schon nicht mehr, welches man verleugnet hat. Wir machen ja die Aussage, und zwar die öffentliche Aussage und rufen es unter euren Martern, zerfleischt und von Blut übergössen, laut aus: „Wir verehren Gott durch Christus!" Haltet ihn immerhin für einen bloßen Menschen! Dennoch will Gott durch ihn und in ihm erkannt und verehrt werden. Um den Juden Rede zu stehen, sagen wir: sie haben selbst durch den Menschen Moses Gott verehren gelernt; um den Hellenen zu entgegnen: Orpheus hat in Pieria, Musäus in Athen, Melampus zu Argos, Trophonius zu Böotien die Leute durch Einweihungszeremonien in religiöse Pflicht genommen; um mich an euch, ihr Beherrscher der Völker, zu wenden, sagen wir: Numa Pompilius war nur ein Mensch und hat doch die Römer mit so mühevollem Aberglauben belastet. Es dürfte auch wohl Christus freigestanden haben, Erklärungen über die Gottheit, sein Eigentum138), zu geben, nicht in der Weise, daß er ganz ungebildete und noch wilde Menschen durch eine so große Anzahl Gottheiten, deren Wohlwollen zu gewinnen sei, gleichsam verblüfft machte und sie so zur Zivilisation heranbildete, wie Numa es tat, sondern wie einer, der schon zivilisierten und durch Überbildung in die Irre geführten Menschen die Augen zur Erkenntnis öffnet. Untersuchet also, ob diese Gottheit eine wahre sei. Wenn sie das ist, so folgt aus ihrer Erkenntnis, daß man der falschen entsagen muß, nachdem man vor allem jene in ihrer ganzen Art genau kennen gelernt hat, die, unter Namen und Bildern von Verstorbenen versteckt, durch gewisse Zeichen, Wunder und Orakel den Glauben an ihre Göttlichkeit hervorzurufen sucht.

 

 

 

Die Katharer (Ketzer)

 

Die Katharer („die Reinen“) waren Anhänger einer christlichen Glaubensrichtung etwa von 1000 bis 1310, besonders im Süden Frankreichs, aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Man nennt sie auch Albigenser nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharerhochburg. Auf Befehl der Päpste wurden sie als Häretiker vernichtet.

Die Katharer nannten sich selber „Christen“ und „gute Christen“ und vor allem „Freunde Gottes“, eine Bezeichnung, die im Languedoc des 13. Jahrhunderts sehr häufig bezeugt ist.

Es gibt Ähnlichkeiten in ihrer Lehrer mit dem persischen Manichäismus (der Religion des Mani). Die Anhänger der katharischen Lehre bildeten eine der größten religiösen Laienbewegungen des Mittelalters und galten als die Mitbegründer der Armutsbewegung.

Carcassonne war eine ehemalige Katharerhochburg in Okzitanien.

Die katharische Bewegung entwickelte sich zu einer eigenen Kirche. Im bedeutendsten Katharergebiet, dem Languedoc im südfranzösichen Okzitanien, wurden vier Diözesen gegründet (Albi, Agen, Toulouse, Carcassonne). Auch im zweiten wichtigen Katharerzentrum Oberitalien, insbesondere der Lombardei, entstanden sechs Diözesen.

Die Katharer waren in vielerorts wegen ihrer Sittenreinheit sehr angesehen.

Die römisch-katholische Kirche stufte für sich die Katharer als eine gefährliche und völlig neue Bedrohung dar. Erstmals war in Europa der Versuch, eine Gegenkirche zu etablieren, unternommen worden und regional auch gelungen. In den Augen der Päpste galt die katharische Bewegung als Häresie. Ihre theologischen Standpunkte wurden als absurd, wenn nicht gar als diabolisch betrachtet.

1179 wurden die Katharer von Papst Alexander III. (1159–1181) auf dem Dritten Laterankonzil erstmals verurteilt und exkommuniziert.

Unter Papst Lucius III. (1181–1185) erfolgte eine neuerliche Verurteilung auf dem Konzil von Verona im Jahr 1184 in der Bulle 'Ad Abolendam'. Hierin wurden auch erstmals konkrete Maßnahmen gegen sogenannte Ketzer dargelegt, wie etwa der Beschluss, dass alle Bischöfe in ihren Pfarren Ketzer zur Anzeige bringen sollten. Diese Maßnahme sollte sich jedoch als wenig erfolgreich erweisen (zur ausführlicheren Darstellung siehe: Inquisition).

Papst Innozenz III. (1198–1216) schlug in der Bekämpfung der Katharer zunächst einen neuen Weg ein: 1206 entsandte er eine Gruppe von Zisterziensermönchen nach Südfrankreich, darunter Pierre de Castelnau, Diego de Acebo sowie der junge Domingo de Guzman, um die Katharer über den Weg des Gesprächs und der gütlichen Einigung wieder für die Kirche zu gewinnen. Die Mönche sollten dort in einfacher Kleidung und Demut auftreten. In den darauffolgenden Monaten führten die Zisterzienser in Okzitanien Dispute und hielten Predigten. 1208 wurde jedoch Pierre de Castelnau ermordet. Da Papst Innozenz III. nunmehr alle Versuche gescheitert sah, der Katharer Herr zu werden, rief er gegen sie noch im selben Jahr zum Kreuzzug auf, der sich 1209 in Bewegung setzte.

1209 wurden Katharer aus Carcassonne vertrieben.

Der okzitanische Adel war zunächst größtenteils auf Seiten der Katharer, auch weil er in Gegnerschaft zum König von Frankreich Philipp II. stand.

Der unter Simon IV. de Montfort gegen die Katharer begonnene und in mehreren Phasen geführte Albigenserkreuzzug (1209–1229) richtete verheerende Schäden und großes menschliches Leid an, wie etwa die Massaker in Béziers (1209), Minerve (1210) oder Lavaur (1211). Durch den Albigenserkreuzzug (1209–1229) und das unerbittliche Vorgehen der Inquisition vernichtete die römische Kirche zwischen 1209 und 1310 die katharische Glaubensbewegung.

Als Ergebnis brachte der Kreuzzug zwar die militärische Niederlage der mit den Katharern verbündeten Fürsten und letztlich die Eingliederung Okzitaniens in das Königreich Frankreich, nicht aber die vom Heiligen Stuhl erhoffte vollständige Ausrottung der Katharer und ihrer Organisation. So ließ Katharerbischof Guilhabert de Castres (gestorben 1241/42) die Bergfestung Montségur nach 1229 weiter ausbauen. Dennoch war die Bewegung schwer getroffen worden: Die Zeiten der freien Religionsausübung waren vorbei, die Unterstützung des Adels war nach dem Kreuzzug verloren gegangen. Die Päpste und ihre Unterstützer hatten inzwischen überdies das Inquisitionsverfahren zu entwickeln begonnen und bedienten sich dieses neuen Instruments erstmals flächendeckend: Die 1229 unter Papst Gregor IX. (1227–1241) einberufene Synode von Toulouse legte ein dichtes Netz an inquisitorischen Untersuchungen über die okzitanische Diözese.

1243 begannen Truppen des französischen Königs mit der Belagerung der Burg Montségur und im März 1244 kapitulierte Montségur. Um die 200 Katharer wurden am 16. März 1244 in den Palisaden der Festung verbrannt. Der Fall von Montségur bedeutete das Ende der katharischen Kirchenorganisation in Frankreich.

Danach fanden noch viele Katharer Zuflucht in der abgelegenen Burg Quéribus in den Corbières. Katharerbischof Guilhabert de Castres konnte die Burg zwar noch bis 1255 halten, musste sie dann aber nach längerer Belagerung durch seinen ehemaligen Freund und Kampfgefährten Olivier de Termes endgültig an den französischen König abtreten.

Ab 1299 kam es in den Pyrenäentälern der französischen Grafschaft Foix zu einem Wiederaufleben des Katharertums. Ins Leben gerufen wurde die vergleichsweise kleine Bewegung von den Brüdern Pierre und Guillaume Autier. Hauptort der Gemeinschaft war das Dorf Montaillou. Die Bewegung wurde durch die Inquisition zunächst unter Inquisitor Gottfried d’Ablis, und später unter Inquisitor Bernard Gui verfolgt. Die Anführer der Bewegung, darunter die Brüder Autier, wurden 1309 und 1310 verbrannt. Letzte inquisitorische Untersuchungen unternahm dort der Inquisitor Jacques Fournier (der spätere Papst Benedikt XII.) bis 1325.

Der letzte Albigenserbischof Belibaste wurde 1321 auf dem Scheiterhaufen in Villerouge-Termenès verbrannt, die letzte bekannte Verhaftung eines Katharers ist für 1342 in Florenz dokumentiert. Bis in die Frühe Neuzeit wurden danach noch gelegentlich Personen verfolgt, die von der Obrigkeit in die Nähe des Katharertums (der Ketzerei) gerückt worden waren.

Gibt es Ähnlichkeiten zwischen der Lehre der Katharer und dem Manichäismus und der Gnosis ? Die Katharer bezogen sich viel auf die Bibel, aber sie deuteten sie allegorisch.

Sie glaubten, daß der Schöpfergott eine böse Welt erschaffen hatte.

Die katharischen Priester (sowohl Männer als auch Frauen) predigten in der Volkssprache (im Gegensatz zum Latein der römisch-katholischen Kirche) und erreichten dadurch weite Bevölkerungsschichten. Armut, Bescheidenheit und Enthaltsamkeit (auch in der Sexualität) galten als erstrebenswert und trugen zur Popularität der Bewegung bei, während die römisch-katholische Kirche aufgrund der Lebensweise vieler ihrer Funktionsträger abgelehnt wurde. Einige Regeln :

  • Verbot, Menschen, vierbeinige Tiere und Vögel zu töten,
  • Verbot zu fluchen und
  • Verpflichtung zur Arbeit.

Die katharische Kirche besaß Diözesen, Bischöfe und Diakone und hielt selbst Konzilien zu Glaubensfragen ab. Bis zum Albigenserkreuzzug (1209–1229) konnten die Katharer ihre Organisation ausbauen und in Okzitanien unter dem Schutz des Adels und dem Wohlwollen großer Teile der Bevölkerung ihre Religion über mehrere Jahrzehnte lang weitgehend frei und öffentlich praktizieren.

Was bei der Vernichtung der Katharer geschah, ist ein Verrat der christlichen Kirchen und Herrscher an den Sehnsüchten und Hoffnungen der frühen Christen wie Tertullian.

 

Die Heilige Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche

 

1198 wurde Innozenz III. (1198–1216) zum neuen Papst gewählt. Er wollte die Zersplitterung der christlichen Lehre beenden und den „Irrlehren“ der Katharer, Gnostiker, Arianer, Manichäer, Waldenser (Hexen) ... auch gewaltsam ein Ende setzen drohnte  der Heiligen Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche. Etliche Jahrzehnte später wurde sie unter Papst Gregor IX 1232 eine gefestigte Institution. Papa Innozenz III befahl König Philip II von Frankreich, einen Kreuzzug gegen die katharischen Häretiker zu führen. Durch diesen Albigenserkreuzzug (1209–1229) und das unerbittliche Vorgehen der Inquisition vernichtete die römische Kirche zwischen 1209 und 1310 die katharische Glaubensbewegung („Liebe deinen Nächsten“ …).

Der Papst Gregor IX gründete dann durch eine päpstliche Bulle offiziell die Inquisition als Institution der Römisch-Katholischen Kirche im Jahr 1232. Allen Ketzern drohte die Exkommunikation.

Im 12. Jahrhundert waren noch selten Ketzer verbrannt worden, weil sie meistens letztlich die Lehre der katholische Kirche anerkannten.

Dinsli in " Geschichten aus der mittelalterlichen Kirche":

  • 1075 wurden Katharer als Anhänger der Häresie verbrannt.
  • 1114 zog eine wütende Menschenmenge Ketzer aus dem Gefängnis und verbrannten sie.

Aber schon unter Philipp II sollen der „Heiligen“ Inquisition Tausende von Häretikern zum Opfer gefallen sein.

 

Hexenverfolgungen

 

Die Furcht vor Hexen ist gegründet auf den Glauben, daß Hexen wie auch Zauberer über magische Kräfte verfügen, mit denen sie ihren Mitmenschen großen Schaden zufügen können. Hexenverfolgungen gibt es auch heute noch in Afrika, Südostasien und Südamerika.

Die frühen schamanistischen Religionen – um 1800 noch bei vielen Indianerstämmen Nordamerikas und bei den Eskimos in Kanada anzutreffen – beruhten zum größten Teil auf Magie oder besser auf der Fähigkeit des Medizinmannes, in den Köpfen seiner Zuschauer die Vorstellung zu erzeugen, daß der Medizinmann magische Kräfte habe und mit Geistern, Dämonen … in Verbindung stehe, die ihm dienstbar seien.

In den indoeuropäischen oder indogermanischen Religionen mit ihrem jeweiligen Pantheon gab es durchaus auch viele magische Riten, vor allem bei der Behandlung von Menschen und Tieren wie in den Merseburger Zaubersprüchen der Germanen.

Die Übersetzungen der Septuaginta ins Deutsche brachte Formulierungen wie „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22 (17)).

Hexen im Sinne der Frühen Neuzeit mit Magie und Teufelspakt kennt die Bibel aber nicht, und dabei ist gerade der Teufelspakt und die sexuelle Vereinigung mit dem Teufel das Kennzeichnende einer Hexe – in der kranken Phantasie von Thomas von Aquino im 13. Jahrhundert.

Das Wort Hexe aus dem vielleicht 15. Jahrhundert kann also gar nicht mit dem griechischen Wort dafür in der Septuaginta richtig korrespondieren, und natürlich auch nicht mit dem korrespondierenden hebräischen Wort in der Thora.

Die Leser der Bibel sollten sich also immer vergegenwärtigen, daß in die Übersetzungen der hebräischen Schriften ins Griechische, der griechischen Schriften ins Lateinische und der lateinischen Schriften ins Deutsche die persönlichen Ansichten und Präferenzen der Übersetzer eingeflossen sind.

Der Verfasser der Thora (vermutlich um 560 v.Chr.) benutzte folgendes Prinzip:

  • Wenn Jahwe oder ein Prophet wie Moses etwas Außerordentliches macht, dann ist das ein Schöpfungsakt und Wunder. Also ist die Teilung der Fluten des Roten Meeres auf Befehl von Moses weder Magie noch Zauberei, sondern nur die Manifestation göttlichen Willens und ein gutes Werk.
  • Wenn ein Zauberer etwas Ähnliches macht, dann ist das zu verdammende Magie und Zauberei.
  • Wenn Jesus Kranke heilt und Besessenen den Teufel austreibt, so ist das ein gottgefälliges Werk.
  • Wenn ein Schamane dasselbe macht, so ist er ein verdammenswerter Zauberer.

Thora, 3. Mose 19 (26): „Ihr sollt euch nicht wenden zu den Zeichendeutern …“, aber Jesus zaubert lustig vor sich hin, mit der Speisung der 5000, mit Gehen über das Wasser, mit Krankenheilung … Aber ja, wenn Jesus so etwas macht, ist das kein abscheulicher Zauber, sondern ein Wunder und ein Zeichen der Macht Gottes.

 

Thora, 2. Mose 22 (18): „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen.“

 

Das Neue Testament kennt den Glauben an „böse Geister“ und Dämonen (Markus 5, 1–20). Nach der Apostelgeschichte schlägt Paulus einen Zauberer temporär mit Blindheit (Apostelgeschichte 13,4–12) – allerdings ist das dann keineswegs zu verdammende Zauberei von Paulus, sondern ein gottgefälliges Wunder.

Nach dem Zwölftafelgesetz der Römer wurde negativer Zauber mit dem Tod bestraft (Tafel VIII).

Nach der Christianisierung des Römischen Reiches wurden nach dem Vorbild der Thora die „heidnischen“ Götter mit Teufeln und Dämonen gleichgesetzt.

In der Legende um König Arthus etwa aus dem 10. Jahrhundert, die Vorgänge des sagenhaften Königs Arthus mit seiner Tafelrunde in Camelot um 450 beschreibt, ist Magie allgegenwärtig. Man stößt z.B. das Schwert Excalibur in einen Felsblock (was physikalisch unmöglich ist) und setzt fest, daß derjenige, der es herausziehen kann, König von Camelot wird. In der Umgebung von Merlin, der Dame vom See und Morgana wird gezaubert auf „Teufel komm‘ raus“.

Bis ins 13. Jahrhundert hinein blieb es offizielle kirchliche Überzeugung, der Glaube an Zauberei sei heidnische Irrlehre und Einbildung und solle durch Kirchenstrafen wie Bußen oder – in schweren Fällen – durch Ausschluss aus der Gemeinschaft geahndet werden.

Augustinus hat in seiner „De doctrina christiana“ von 397 den Teufelspakt der Zauberer diskutiert. Thomas von Aquino nahm das in der Scholastik im 13. Jahrhundert dankbar auf. Der Abschluss des Teufelspaktes erfolgte laut Thomas durch Geschlechtsverkehr zwischen Mensch und Dämon (Teufel). Thomas sah generell Sex aus Lust als unnatürlich an.

Nach Gründung der Heiligen Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche 1232 durch Papst Gregor IX als dauerhafte Institution unterstellte man in bösartiger Weise den Katharern u.a. Schwarze Magie, Teufelspakte und sexuelle Ausschweifungen.

Ein ähnliches Verfahren der wissentlichen falschen Beschuldigung mit widerlichen Lügenkonstrukten verwendete der damalige christliche Franzosenkönig viele Jahrzehnte später bei der Vernichtung der Templer.

Ab 1232 benutzte die Kirche die Waffe „verbale Verteufelung“ anderer Menschen und Institutionen wider besseren Wissens.

 

Tertullian hat berichtet, daß man zu seiner Zeit im 2. Jahrhundert den Christen die Schuld gab, wenn es zu wenig regnete, das Getreide auf den Feldern vertrocknete …

Ähnlich verfuhr die christliche Kirche in Notzeiten, bei Krankheitsepidemien, in Kriegszeiten …, wenn sie Zauberer und Hexen dafür verantwortlich machte.

Also kam es in Mitteleuropa während des Dreißigjährigen Krieges von 1618 bis 1648 vermehrt zu Hexenprozessen.

 

Der Hexenhammer

 

Die ersten Belege für den deutschen Begriff „Hexe“ finden sich, wie Oliver Landolt zeigen konnte, in den Frevelbüchern der Stadt Schaffhausen aus dem späten 14. Jahrhundert. In Luzern erscheint der Begriff erstmals zwischen 1402 und 1419. Es gibt die juristische Verwendung des Begriffs „Hexe“ erst Anfang des 15. Jahrhunderts.

Erste Verurteilungen von Hexen oder Waldensern gab es im 13. Jahrhundert mit dem Aufkommen der Inquisition.

1451 war das Bild vom Hexenflug (Flug der Waldenser) auf einem Besen in einer Handschrift von Martin Le France, Le champion des dames, geschaffen worden.

 

Eine bedeutende Rolle in der Popularisierung spielte der 1486 erschienene Hexenhammer, Malleus maleficarum, in der der in der katholische Kirche keineswegs unumstrittene Dominikaner Heinrich Kramer seinem eher krankhaften Haß auf Hexen freien Lauf ließ und mit Dutzenden von Kirchenväter-Zitaten zu untermauern suchte. Man kann sagen: Kramer litt an einer fixen Idee, bei der ihm die Kirche zuerst keineswegs folgen wollte, aber dann vermochte er durch Beharrlichkeit und Irrsinn die Klerikalen auf seine Seite zu ziehen.  

Kramer stellte seinem Werk angeblich widerrechtlich die päpstliche Bulle Summis desiderantes affectibus voran.

Der Hexenhammer (lat. Malleus Maleficarum) ist ein Werk zur Legitimation der Hexenverfolgung, das der Dominikaner Heinrich Kramer (lat. Henricus Institoris) nach heutigem Forschungsstand im Jahre 1486 in Speyer veröffentlichte und das bis ins 17. Jahrhundert hinein in 29 Auflagen erschien.

Der Hexenhammer entstand, als Kramer mit einer Inquisition in Innsbruck in der Diözese Brixen scheiterte. Als Reaktion auf diese Niederlage verfasste er sein Traktat, um seine Position zu stärken und die Hexenverfolgung vor deren Gegnern zu rechtfertigen.

Es ist allerdings bei negativen Urteilen von Klerikalen über Kramer und Hexenhammer zu beachten: Die Klerikalen haben nach ihrem rapiden Machverlust 1806 versucht, ihre früheren Kapitalverbrechen zu vertuschen. Man sollte also keineswegs alles für echt nehmen, was heutige Klerikale an Kramer und Hexenhammer auszusetzen haben. Die Klerikalen wollen nur das Ausmaß ihrer Frevelhaftigkeit und Schuld verschleiern.

Im Hexenhammer werden die bestehenden Vorurteile gegen Hexen und Zauberer übersichtlich präsentiert und mit einer vermeintlich wissenschaftlichen Argumentation begründet. Durch klare Regeln wird eine systematische Verfolgung und Vernichtung der vermeintlichen Hexen gefordert. Mit mehreren Dutzend Beispielen illustrierte er seine Thesen, um zu verdeutlichen, wie verbreitet und gefährlich das Wirken der (vermeintlichen) Hexen sei.

Kramer verfasste sein Werk in lateinischer Sprache. Die große Verbreitung der Abhandlung Hexenhammer wurde auch durch die Erfindung des Buchdrucks ermöglicht.

Laien und Kleriker, die die Hexenjagd ablehnten, wurden im Hexenhammer zu Häretikern erklärt und mithin der Verfolgung preisgegeben.

Petrus Dusina, Beisitzer am römischen Inquisitionsgericht, schrieb um 1580, die Grundsätze des Hexenhammers seien „vom Inquisitionstribunal nicht angenommen worden“.

1631 veröffentlichte einer der bekanntesten Gegner der Hexenprozesse, der Jesuit Friedrich Spee, anonym die Cautio Criminalis, in der er vor allem die juristischen Methoden, die bei diesen Prozessen angewandt wurden, allen voran die Folter, kritisierte.

Der Jurist und Aufklärer Thomasius verwies in seiner Dissertatio de crimine magiae 1701 auf fehlende Beweise für die Existenz von Hexen und ihren Teufelspakt. Seiner Meinung nach sind Frauen für die schwarze Magie anfälliger als Männer. Sie seien schon bei der Schöpfung benachteiligt gewesen, weil Gott Eva aus Adams Rippe schuf. Er unterstellte den Frauen sexuelle Unersättlichkeit. Deshalb hätten sie auch intimen Kontakt mit speziellen Dämonen (Incubi). Der Teufelspakt bilde zusammen mit der schlechten Veranlagung der Frauen und der göttlichen Zulassung die Grundlage für das gefürchtete Phänomen der Hexe. Die Männer fielen dem Zauber der Frauen zum Opfer.

Kramer gibt detaillierte Regeln für die Hexenprozesse mit Auflistung von sadistischen Folterpraktiken, wie zum Beispiel Strecken des Leibes mittels einer Streckvorrichtung, bis das Licht einer Kerze, hinter dem Rücken der Gefolterten entzündet, von hinten nach vorne durch die Bauchdecke hindurch sichtbar ist

Kramer legitimierte die Hexenverfolgungen und zu seinen Lebzeiten gab es Hunderte von Hinrichtungen.

Der Begriff des Hexensabbats hat antijudaistische Wurzeln (siehe auch: Sabbat).

Der Hexenhammer fand in der Folge auch in Amerika Verbreitung und Anwendung, wobei die Hexenprozesse in Salem die bekanntesten sind.

 

Luthers Haltung zur Hexenverfolgung: Martin Luther war überzeugt von der Möglichkeit des Teufelspaktes, der Teufelsbuhlschaft und des Schadenzaubers und befürwortete die gerichtliche Verfolgung von Zauberern und Hexen.

Die Aussage des Alten Testaments „Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Mose 22 (18)) hatte für ihn Gültigkeit. Diese Einstellung teilte er deutlich in Predigten mit.

Predigt von Martin Luther am 6. Mai 1526:

 „Es ist ein überaus gerechtes Gesetz, dass die Zauberinnen getötet werden, denn sie richten viel Schaden an, was bisweilen ignoriert wird, sie können nämlich Milch, Butter und alles aus einem Haus stehlen … Sie können ein Kind verzaubern … Auch können sie geheimnisvolle Krankheiten im menschlichen Knie erzeugen, dass der Körper verzehrt wird … Schaden fügen sie nämlich an Körpern und Seelen zu, sie verabreichen Tränke und Beschwörungen, um Hass hervorzurufen, Liebe, Unwetter, alle Verwüstungen im Haus, auf dem Acker, über eine Entfernung von einer Meile und mehr machen sie mit ihren Zauberpfeilen Hinkende, dass niemand heilen kann … Die Zauberinnen sollen getötet werden, weil sie Diebe sind, Ehebrecher, Räuber, Mörder … Sie schaden mannigfaltig. Also sollen sie getötet werden, nicht allein weil sie schaden, sondern auch, weil sie Umgang mit dem Satan haben.“

Zahlreiche lutherische Theologen, Prediger und Juristen und Landesherren, zum Beispiel Heinrich Julius (Braunschweig-Wolfenbüttel) beriefen sich später auf einschlägige Aussagen Luthers.

Genauso wie Luther befürwortete Johannes Calvin die Verfolgung und Hinrichtung von Hexen. Unter Berufung auf die o.g. Bibelstelle erklärte Calvin, Gott selbst habe die Todesstrafe für Hexen festgesetzt. In Predigten tadelte er darum jene, welche die Verbrennung der Hexen ablehnten, und wollte sie als Verächter des göttlichen Wortes aus der Gesellschaft ausstoßen.

Calvin glaubte, dass Männer und Frauen in Genf drei Jahre lang durch Zauberkünste die Pest ausgebreitet hätten, und hielt alle ihnen durch die Folter abgepressten Selbstanschuldigungen für wahr, nachträglichen Widerruf für unwahr.

1545 wurden innerhalb weniger Monate 34 angebliche Hexen verbrannt.

 

Die Suche nach Sündenböcken war zu allen Zeiten beliebt. Hexenverfolgungen waren z.B. Ausdruck von Ängsten und Massenhysterien, oft regelrechte Volksbewegungen.

Bei den spätesten Verfolgungswellen im 17. Jahrhundert, etwa bei den Hexenprozessen von Salem in Massachusetts, nahmen die Verfolger Beschuldigungen durch Kinder ernst, die einer Massenhysterie erlegen waren.

 

Bei den Hexenverfolgungen in Mitteleuropa wurden solche Menschen verurteilt, die man im Besitz magischer Kräfte durch Pakt mit dem Teufel wähnte, wobei Dreiviertel der Opfer weiblich und ein Viertel männlich waren.

Erst als einzelne Aspekte des Magieglaubens in das Strafrecht der frühmodernen Staaten übertragen wurden, kam es zu massenhafter Verfolgung. Frauen stellten in Mitteleuropa die Mehrzahl der Opfer wie auch der Denunzianten von Hexerei und Hexen.

In Nordeuropa waren Männer stärker betroffen.

Die Hexenverfolgungen in Europa fanden überwiegend in der Frühen Neuzeit statt, von 1450 bis 1750. Ihre Höhepunkte erreichten sie zwischen 1550 und 1650 – in Österreich bis 1680. Am stärksten waren West- und Mitteleuropa betroffen.

 

Materielle Motive spielten bei vielen Denunziationen eine wichtige Rolle; schließlich wurde der Denunziant anteilsmäßig am zu verteilenden Besitz des Opfers beteiligt. Analog konnten schlicht Antipathie oder Nachbarschaftsstreitigkeiten für eine der Parteien auf dem Scheiterhaufen enden. Aber auch wenn begrenzte Verfolgung bei entsprechend robustem Auftreten des Mobs oftmals auch gegen weltliche und geistliche Obrigkeiten möglich war, so benötigten systematischere und ausgedehntere Aktionen doch meist eine mehr oder minder große Übereinstimmung zwischen Staatsgewalt, Kirchenvertretern und Volk.

 

Die Kirche (und ab der Reformation: die Kirchen) spielte hierbei eine wichtige Rolle. Viele Hexentheoretiker waren Geistliche (der Autor des berüchtigten Hexenhammers Heinrich Kramer gehörte dem Dominikanerorden an).

Die von Augustinus und Paulus in das Christentum eingebrachte Frauenfeindlichkeit der Kirche hatte zur Folge, daß Frauen als „leichtes Einfallstor“ für den Teufel eingeschätzt wurden.

Wichtig:

In protestantischen Gebieten, in denen man sich auf die Übersetzung der Lutherbibel „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“ (2. Buch Mose 22 (17) stützte, kam es mehr zur Verurteilung von Frauen..

Auf Grundlage der katholischen Vulgata-Übersetzung von 2. Buch Mose 22 (18) „die Zauberer sollst du nicht leben lassen“ kam es in katholischen Gebieten häufiger auch zur Verurteilung von Männern.

 

Papst Innozenz VIII. hat in Predigt und Schrift (siehe Hexenbulle von 1484) die Bekämpfung der Hexen befürwortet, was angeblich auf Betreiben von Heinrich Kramer geschehen war. Zu den Folgen gehörten:

  • In Europa und den USA wurden Anschuldigungen zu Hexerei und Zauberei oftmals dadurch ausgelöst, um Familien- und Vermögenskonflikte auszutragen oder Konkurrenten und unliebsame Außenseiter auszuschalten.

·        Strukturelle Ursachen

  • Universitäten förderten Hexenwahn und Hexenverfolgung.
  • Der um 1450 erfundene Buchdruck ermöglichte Herstellung und Verbreitung hexenfeindlicher Schriften. Das Privileg der Zensur lag meistens bei den Befürwortern von Hexenverfolgungen.
  • Die Legalität von Folter in vielen europäischen Rechtssystemen führte u vielen „Geständnissen“.
  • Die oft unter Folter erpressten Geständnisse der Beschuldigten überzeugten viele bisher Unbeteiligte von der Richtigkeit und Gefährlichkeit der Vorwürfe bzw. von der Existenz von Hexerei allgemein.
  • Zu den üblichen Fragen an die Beschuldigten zählten die nach Komplizen. Auch hier führte oftmals Folter dazu, die Zunge zu lösen und alle möglichen Bekannten „zu besagen“, um nur der Pein ein schnellese Ende zu bereiten.
  • Je mehr die Hexenverfolgung auf einem Territorium zum Massenphänomen geworden war, desto gefährlicher wurde Kritik an den Prozessen und desto weniger wurde solche noch geübt.
  •  

Der erste Hexenprozess in Skandinavien fand 1601 in Finnmark statt. Es wurden zwei Männer (in Schweden erstreckte sich die Verfolgung deutlich stärker auf Männer) zum Feuertod verurteilt, weil sie einen königlichen Beauftragten im damaligen Vardøhuslen durch Schadenzauber getötet haben sollten.

Von 1601 bis 1678 wurden 90 Personen, meist Frauen, verbrannt. Es waren die schwersten Verfolgungen in Norwegen in Friedenszeiten. In den Fischergemeinden Vardø, Kiberg, Ekkerøy und Vadsø wurden in dieser Zeit Teile der weiblichen Bevölkerung ausgerottet. 1617 wurde einigen Frauen vorgeworfen, sie hätten durch Zauberei ein solches Unwetter hervorgerufen, dass 40 Fischer an einem Tag ertrunken seien. Sie wurden verbrannt.

 

Ein wichtiges Element des Hexenprozesses war das Geständnis, welches auch durch Androhung oder Durchführung der Folter angestrebt wurde. Angeklagte sollten eingestehen und Reue zeigen sowie Mitverschwörer verraten. So zog ein Hexenprozess gegebenenfalls etliche andere nach sich. Es gibt Hinweise darauf, dass beispielsweise in deutschen Hexenprozessen des 17. Jahrhunderts gezielt Adlige in die Verfolgung einbezogen wurden in der vergeblichen Hoffnung, den Prozesswellen ein Ende zu machen.

Man griff auf den Hexenhammer zurück, der von „Unterbrechung“ und „Fortführung“ der Folter sprach, um eine ergebnislos abgebrochene Folter wieder aufnehmen zu können.

Auch der Verzicht auf Gottesurteile wurde auf Seiten der Protestanten durch die sogenannten Hexenproben aufgehoben, am bekanntesten die Wasserprobe und der Kesselfang, die es auch noch als Gottesurteile gab, sowie als neue Elemente die Wiegeprobe, das Stechen von Muttermalen („Hexenmalen“), das Vorlesenlassen von Jesu Leidensweg etc.

 

Ein weiteres wichtiges Element waren Denunziationen. In der Praxis wurden Appelle an weitere Zeugen der Verbrechen gerichtet, so dass dem ersten Denunzianten weitere folgten. Im Falle einer Verurteilung erhielt der Denunziant teilweise ein Drittel des Vermögens des Angeklagten, jedoch mindestens 2 Gulden. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall Katharina Keplers, der Mutter des Astronomen Johannes Kepler. Sie wurde 1615 in Württemberg auf Grund eines Streites von einer Nachbarin als Hexe bezeichnet, über ein Jahr gefangen gehalten und mit der Folter bedroht, schließlich aber auf Grund der Bemühungen ihres Sohnes freigesprochen.

Berichte über moderne Hexenjagden sind aus Afrika, Indien, Indonesien, Südamerika … bekannt. Modernen Hexenjagden werden vom UNHCR der UNO als massivste Missachtung der Menschenrechte kritisiert. Betroffen sind nach den Reports des UNHCR die sozial Schwächsten in der Gesellschaft: vor allem Frauen und Kinder sowie Alte und Außenseitergruppen wie Albinos und HIV-Infizierte.

Armut, Not, Epidemien, soziale Krisen und mangelnde Bildung fördern ebenso Hexenverfolgung wie der ökonomische Nutzen der Verfolger und ihrer Anführer, oft Pastoren oder „Hexendoktoren“, die z. B. an Exorzismen oder am Verkauf von Körperteilen der Ermordeten verdienen.

 

 

 

Der Massenmord an den Templern durch einen „christlichen“ König

 

Im August 1307 war ein Versuch des Papstes Clemens V gescheitert, die Johanniter und die Templer zu vereinigen.

Clemens V., ursprünglich Bertrand de Got, war vom 5. Juni 1305 bis zum 20. April 1314 Papst der katholischen Kirche. 1309 verlegte er die päpstliche Residenz nach Avignon.

Am Freitag, den 13. Oktober 1307, ließ der französische König Philipp IV. alle Templer in Frankreich verhaften. Der Grund war, dass sich der immer in Geldnöten befindende französische König das riesige Vermögen des Tempelordens sichern wollte, obwohl es gerade der Tempelorden war, der immer wieder den französischen Staat vor dem Staatsbankrott gerettet hatte. Dieser Coup war vom König jedoch bereits seit September des Jahres 1307 geplant worden.

Im März 1309 bestimmte er Avignon zum neuen Sitz der Päpste, wodurch das so genannte babylonische Exil der Kirche begann, das erst im Jahr 1377 von Papst Gregor XI. beendet wurde. Seine provisorische Residenz nahm er im Dominikanerkloster Avignon.

Papst Clemens V. hob am 22. März 1312 den Templerorden durch die Bulle Vox in excelso mit der Begründung auf, dass allein schon durch den nunmehr schlechten Ruf des Ordens eine derartige Maßnahme notwendig sei, um weiteren Schaden von der Gesamtkirche abzuwenden. Anschließend übereignete der Papst durch die Bulle Ad providam die Güter des Ordens den Johannitern.

Der letzte Großmeister der Templer, Jacques de Molay, soll den Papst und den König am 19. März 1314 auf dem Scheiterhaufen verflucht haben, weshalb Clemens V. zumindest von Teilen der gläubigen Bevölkerung später „der verfluchte Papst“ genannt wurde.

Unter Papst Clemens V. und seinen Nachfolgern in Avignon wurde das Papsttum eine südfranzösische Provinzeinrichtung. Ausnahmen bildeten nur Benedikt XII. und Urban V. Unter Clemens V. dominierte die Gascogne. Die Folge dieser einseitigen Politik war Korruption mit der durch sie geförderten Günstlings- und Nepotenwirtschaft. Die italienischen Kardinäle entkamen nur mit knapper Not einem Gemetzel, das Nepoten des Papstes Clemens V. gegen diese planten. Clemens V. war willfähriges Werkzeug der französischen Könige.

In seinem gewissenlosen Nepotismus glich er seinen späteren Nachfolgern Sixtus IV. und Alexander VI.

Schon von seinen Zeitgenossen wurde die Kurie von Avignon als „klementinischer Jahrmarkt“ verspottet. Die Kurie wurde zum Kreditunternehmen für geistliche Würden, die der Papst an jeden zahlungskräftigen Interessenten vergab. Papst Clemens V. brauchte Geld.

 

Aus dem negativen Urteil Dantes über Papst Clemens V. ist deutliche Verachtung zu spüren. Dante ließ im 19. Gesang seiner Göttlichen Komödie im dritten Graben des achten Höllenkreises der Hölle durch Papst Nikolaus III. die bevorstehende Höllenfahrt von Papst Clemens V. ankündigen. Zitat: „Denn nach ihm (Bonifaz VIII.) kommt von Westen her ein Schlimmerer - ein zügelloser Seelenhirte“.

Papst Clemens V. starb am 20. April 1314 vermutlich an Krebs und wurde in der Kirche Notre Dame in Uzeste beigesetzt.

 

Die Päpste der Borgia

 

Die Borgia (italienisch) oder Borja (spanisch und valencianisch) sind eine aus Spanien (der heutigen Autonomen Region Valencia) stammende Adelsfamilie.

Die Familie Borgia kam zu Beginn des 15. Jahrhunderts in Italien zu Macht und Reichtum, vor allem durch die beiden Päpste aus ihrer Familie

Niccolò di Bernardo dei Machiavelli (geb. 3.5.1469 in Florenz, dort gest. 1527) war ein guter Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse und besonders der Staatsführung der Borgias und Medici. Diese Staatslenker und Kirchenoberen wurden zum Inbegriff von Machtmißbrauch und Skrupellosigkeit am Heiligen Stuhl. Mit dem Tod Alexanders VI. 1503 brach die Macht der Borgia zusammen. Giambattista Pamfili, ein Nachkomme von Alexanders Tochter Isabella, wurde 1644 als Innozenz X. Papst.

Der schlechte Ruf der Familie Borgia hat sich mehr als fünfhundert Jahre lang erhalten. Die skrupellose Herrschsucht des Clans, der Missbrauch von Kirchenämtern für ein Familienunternehmen und die hemmungslos ausgelebte Mordlust und Sexualität der Borgias waren schon zu ihren Lebzeiten allgemein bekannt.

Der Bestseller-Autor Mario Puzo hat in seinem Buch – verfilmt als „Der Pate“ – die These vertreten, daß der Borgia-Papst das Vorbild vieler Mafia-Paten gewesen ist.

Sein zweites wichtiges Buch heißt „Die Familie“ und handelt von den Borgias. Wie viele Borgia-Forscher stützte sich Mario Puzo auf eine Quelle direkt im Vatikan.

Der Straßburger Johannes von Burckhard amtierte für Alexander VI als Protonotar und Zeremonienmeister. In seinem Notizbuch „Liber notarum“ schilderte er ausführlich Gespräche, Abläufe und Ereignisse um Papst Alexander VI:

  • Der Borgia-Papst ernannte z.B. nach eigenem Ermessen auch gänzlich ungeeignete Personen unverdient zu Kardinälen.
  • Es gab Besuche von Prostituierten im Vatikan.
  • Der Papst
  • Später setzte er sie auch als Gouverneurin von Spoleto ein – immer nach dem Grundsatz „Blut ist dicker als Wasser“.
  • Cesare Borgia war der Mordgehilfe von Alexander VI.

Zeitweise hatte Alexander VI dreihundert Verwandte an Schaltstellen seiner Herrschaftsbereiche untergebracht. Sein wichtigstes Mordwerkzeug war sein Sohn Cesare, der mit Schwert und Gift und manchmal auch mit bloßen Händen im Auftrag der Borgias tötete.

Alexander VI hat der Inquisition in seinem Heimatland Spanien ein brutaleres Vorgehen erlaubt und in Deutschland die katholische Buchzensur eingeführt.

Er galt als der leibhaftige Antichrist.

 

Niccolò Machiavelli erkannte Cesare als Machtmenschen. Machiavelli hat in einer Kanzlei in Florenz für Cesare gearbeitet und ihn für seine Effektivität bewundert. Sein berühmtes Buch „Il Principe“ (Der Fürst) gilt heute als Ratgeber für Manager. Machiavelli über Cesare Borgia: Weil Cesare seine Staatsziele als Löwe und Fuchs zugleich verfolgte, sei er das Vorbild des vollendeten Staatsmanns. In der Broschüre „Machiavelli für Frauen“: Es ist sicherer, gefürchtet als geliebt zu werden. Machiavellis Erkenntnis: die Menschen seien „undankbar, wankelmütig, unaufrichtig, heuchlerisch, furchtsam und habgierig“.

Was Alexander VI aufgebaut hatte, zerfiel schnell nach seinem Tod. Seine Nachfolger jagten die Familienmitglieder aus ihren Positionen und beendeten den Nepotismus (Vetternweirtschaft auf höchster gesellschaftlicher Stufe bei niedrigstem sittlichen Niveau).

Cesare fiel in einem Krieg.

 

Niccolò Machiavelli

Was bei der Vernichtung der Katharer und Templer geschah, ist ein ganz abscheulicher Verrat der christlichen Kirchen und Herrscher an den Sehnsüchten und Hoffnungen der frühen Christen wie der Märtyrer und auch von Tertullian gewesen. Ganz offensichtlich sind die „heiligen“ Schriften so schlecht geschrieben, daß sie viel zu leicht dazu verwendet werden können, um auch schlimmste Kapitalverbrechen zu begründen bis zu beschönigen.

Das ist kaum eine Garantie für ihren göttlichen Ursprung.

Das beste Studienobjekt zum Thema verlogener und bestialischer Herrschaft fand Machiavell ausgerechnet in Cesare Borgio, dem Sohn von Papst Alexander VI.

Tertullian: Als Christ wird man nicht geboren, sondern zum Christen wird man.

Paulus: Als Jude wird man nicht geboren, sondern zum Juden wird man.

 

Machiavellis politisches Vermächtnis findet sich in seinen vier Hauptwerken.

Die Medici, mit denen auch Leonardo da Vinci zu tun hatte, waren ein sehr mächtiger Familienverband. Aus ihren Reihen gingen Päpste hervor wie bei der Familie der Borgias:

  • Giovanni de’ Medici wurde zu Papst Leo X.
  • Kardinal Giulio de’ Medici wurde zu Papst Clemens VII.

Machiavelli machte es wie Leonardo da Vinci: Weil die Medici seine Bortherren stellten, versuchte er oft wider besseren Wissens sich bei ihnen einzuschmeicheln. Das Resultat: Viele scheinbare Widersprüche in Machiavellis Werken. Machiavelli vertritt viele Meinungen, vermutlich um seinen Hals vor den Medici zu retten oder um sie zu Spenden zu bewegen.

 

Machiavellis Buch „Il Principe“ (Der Fürst) beschreibt Grundsätze der Staatsräson:

„Der Herrscher muß zur Erfüllung der elementaren Notwendigkeiten des Staates die Gesetze der traditionellen Moral verletzen, sonst gehe er mit dem Staat zusammen unter. Für einen Herrscher sei es demnach gleichgültig, ob er als gut oder als böse gilt, wichtig sei nur der Erfolg, der voraussetzt, vom Volk nicht gehasst zu werden und folgende drei Gebote zu beachten: „Du sollst dich nicht an den Gütern deiner Untertanen gütlich tun; du sollst dich nicht an ihren Frauen vergreifen; du sollst nicht einfach aus Spaß töten.“

Erfolgreiche Politik verlangt außerdem „die Kunst, den richtigen Schein zu erzeugen.“

Der Fürst muss die traditionelle Moral vorgeblich wahren können, aber er darf auch – im Interesse der Staatsräson – vor Gewalt und Terror nicht zurückschrecken.

Machiavelli untersucht verschiedene erfolgreiche Fürsten der Geschichte.

Machiavelli: Francesco I. Sforza kommt dem Ideal recht nahe, aber von Cesare Borgia hielt er mehr, weil der seine Feinde in Senigalla ermordete und seine Macht in den eroberten Gebieten geschickt erhielt.

Aber andernorts sagt Machiavelli: Cesare Borgia ist gefährlich, aber Gefährlichkeit macht keinen principe. Borgia ist unglaubwürdig, aber er sollte als Fürst glaubwürdig sein.

Ferner machte Cesare Borgio einen Fehler: Nachdem sein Vater gestorben war, vertraute er dem neuen Papst, aber der entmachtete ihn.

Machiavelli: „ Der Fürst muß ein Fuchs sein, um die Schlingen zu kennen, und ein Löwe, um die Wölfe zu schrecken.“

Der Fürst muß nicht spendabel sein und auf Luxus bauen. Ein Fürst, der das aber dennoch tut, schmeichelt nur ein paar Mitläufern und ruiniert mit dem Luxusleben sein Fürstentum.

Der Fürst muß nicht fürchten, brutal und geizig zu sein. Er muß das Notwendige tun, um das Ziel zu erreichen.

In seinem Werk „Il Principe“ (dt. Der Fürst) von 1513 beschreibt Machiavelli den Mißbrauch der Macht durch Herrscher ganz analytisch.

Machiavelli meint, dass ein Staatsmann auch böse handeln können müsse:

„Wer glaubt, Machiavelli sage, Politik könne man nur mit Gift und Dolch, Lüge und Verbrechen machen, hat ihn gründlich missverstanden. Wo es ohne diese Dinge geht, darf man diese Mittel gar nicht anwenden, nicht aus moralischen Gründen, sondern weil es unpolitisch wäre, es zu tun. Wo aber, gewissermaßen von der Technik des Machtkampfes her, in einer bestimmten Lage Gift und Dolch, Lüge und Verbrechen nicht entbehrt werden können, um den Gegner zu überwinden, wenn es wirklich um Sein oder Nichtsein geht, dann ist einer als Staatsmann nur dann richtig am Platze, wenn er es über sich bringt, sich dieser Mittel zu bedienen, sei es als nihilistischer Zyniker, sei es als einer, der dem Staat „das Königsopfer seiner Seele“ bringt.“

 

Die Discorsi – Discorsi sopra la prima deca di Tito Livio – diskutieren das Ideal einer Republik ohne Fürsten. So soll „Macht und persönlicher Status stets getrennt“ und der „Staatsschatz stets wohlgefüllt, der Bürger hingegen arm“ sein.

Die Discorsi sind ein Kommentar zum Geschichtswerk des Titus Livius, der die Geschichte der römischen Republik beschreibt. Es ist zu bedenken, daß Machiavelli Kultur und Staatswesen des Römischen Reiches als seine eigene verstand, ganz anders, als wenn in England, Frankreich oder Deutschland Livius, Cäsar oder Ovid gelesen werden.

Machiavelli war fasziniert von der Größe Roms, und diese Idee fühlte er immer in sich.

Die Discorsi befürworten eine freie Republik.

Die politische Gesellschaft entsteht nach Machiavelli nicht aufgrund irgendeines Plans der Natur wie bei Aristoteles, sondern ‚durch Zufall‘ (Discorsi I 2,11)“.

Deswegen ist das Minimalziel für Machiavelli nur, „die unausweichliche Dekadenz der Republik möglichst zu verlangsamen“. Deswegen muss die Verfassung der Republik eine Mischform sein.

Machiavelli in den Discorsi: „Nach meiner Meinung sind daher alle diese Staatsformen verderblich, und zwar die drei guten wegen ihrer Kurzlebigkeit und die drei anderen wegen ihrer Schlechtigkeit. In Erkenntnis dieser Mängel haben weise Gesetzgeber jede der drei guten Regierungsformen für sich allein vermieden und eine aus allen dreien zusammengesetzte gewählt. Diese hielten sie für fester und dauerhafter, da sich Fürst, Adel und Volk, in ein- und denselben Staat zur Regierung vereinigt, gegenseitig überwachen“

Nach einer „wohlgeordneten Republik“ entsteht durch „Sittenverfall und politischer Dekadenz“ der „Zustand der Anarchie“. Die Anarchie wird durch eine „Neuordnung durch einen Fürsten bzw. Gesetzgeber“ wieder zu einer „wohlgeordneten Republik“ werden usw.

August Buck behauptet, dass Machiavelli den Verfassungskreislauf zwar übernommen, aber verändert hat: „Während Polybios' an die ständige Wiederholung des Zyklus glaubt, bezweifelt Machiavelli, daß ein und derselbe Staat den Zyklus häufiger durchläuft, da dieser meist vorher durch äußere Einwirkungen beendet wird.“

Gennaro Sasso bemerkt dazu, dass „die Mischregierung tatsächlich den endgültigen Abschluß des Zyklus der wiederkehrenden Staatsverfassungen“ bei Machiavelli ist.

 

Im August 1521 wurde Über die Kunst des Krieges (Dell’Arte della Guerra) gedruckt.

Machiavelli ist sich bewusst, dass Krieg verheerende Folgen hat, aber eine Republik oder ein Fürstentum muss sich verteidigen können. Ein Herrscher muss den Frieden lieben und wissen, wann er Krieg führen muss.

 

Hannah Arendt schreibt, „daß Machiavelli als erster […] die Heraufkunft oder die Wiederkehr eines rein weltlichen Bereichs antizipierte, dessen Prinzipien und Verhaltensregeln sich von den Geboten der Kirche emanzipierten und dessen moralische Wertsetzungen von keiner Transzendenz mehr gegründet und begründet sein würden. Dies ist der eigentliche Sinn seiner vielfach missverstandenen Lehre, dass es in der Politik darum gehe, zu lernen, »nicht gut zu sein«, nämlich nicht im Sinne christlicher Moralvorstellungen zu handeln.“

Nach Arendt vertrat Machiavelli eine klare Trennung zwischen Kirche und Staat. Ihr Fazit in ihrem Werk Über die Revolution lautet: „Erscheine, wie du sein möchtest, und meinte damit: Wie du in Wahrheit bist, hat für diese Welt und ihre Politik keine Bedeutung; sie besteht ohnehin nur aus Erscheinung, und das wahre Sein spielt in ihr keine Rolle …“

Das Fürstenbuch lobt den neuen Fürsten, die Discorsi plädieren für eine Republik.

Obwohl die beiden Werke eine unterschiedliche Ausrichtung haben, „geht es beiden politischen Werken Machiavellis um dieselbe Grundfrage: Wie kann man in einer feindlichen politischen Umwelt erfolgreich sein, namentlich die Macht erwerben, sie erhalten und zu Größe steigern?“

Machiavelli träumte von einem italienischen Staat und hoffte, dass ein Fürst kommen würde, der die Kraft und das Können besäße, Italien zu einen und zu seinem alten Ruhm zurückzuführen. Einen solchen sah er in dem für seine Grausamkeit berühmten Cesare Borgia, dessen Taten er zum Teil stark glorifizierte und ihn als „lebendes“ Beispiel für viele seiner Handlungsempfehlungen anführte. Einen weiteren Hoffnungsträger sah er im Fürsten Lorenzo di Piero de’ Medici, dem Enkel von Lorenzo il Magnifico, dem er sein Werk widmete. Ihm sollte es als eine Art politischer Leitfaden dienen.

Die italienische Renaissance zeichnete sich durch einen Rückblick auf die Antike aus. Geistesgrößen wie Giovanni Pico della Mirandola nahmen sich diese zum Vorbild und begannen die Idee zu vertreten, der Mensch könne sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, anstatt, wie im Mittelalter, sich ihm zu ergeben[8]. Auch Machiavelli und seine Arbeiten sind stark von den Gedanken der Renaissance und des Renaissance-Humanismus geprägt.

Dem Fürsten ein sparsamer Regierungsstil gebiete und er den Ruf der Knauserigkeit, der daraus mithin resultiere, nicht zu fürchten brauche, da die Vorteile eines solchen Verhaltens die Einbußen im öffentlichen Ansehen bei weitem überstiegen.

Machiavelli beginnt das Kapitel mit der Aussage, dass ein Fürst immer versuchen soll, als barmherzig und nicht als grausam zu gelten. Ist dies allerdings nicht möglich, so ist es vorzuziehen, als grausam zu gelten.

Machiavelli befürwortet die Ermordung der Rädelsführer bei Aufständen: Es ist weitaus menschlicher, das Blut einiger weniger zu vergießen, als Unruhen und Anarchie zuzulassen, welche der ganzen Gemeinschaft schaden.

Befehligt ein Fürst allerdings eine Streitmacht, so ist es seine Pflicht, als grausam zu gelten, weil er nur so in der Lage ist, Unruhen und Aufstände unter seinen Truppen zu unterbinden und seine Feinde zu schlagen.

Machiavelli: Beim moralischen Verhalten ist in erster Linie der Schein von Belang.

So erklärt er den Wortbruch des Fürsten für fast unausweichlich, will dieser denn Erfolg haben. Und da Machiavelli im Erfolg das wichtigste Ziel des Fürsten sieht, stuft er die Lüge als legitimes Mittel ein, um diesen Zweck zu verwirklichen. Allerdings weist er darauf hin, dass dies im Verdeckten stattfinden müsse. Dann nämlich könne höchstens eine Minderheit die wahre Natur des Fürsten erkennen, während die breite Masse weiterhin an die Aufrichtigkeit seines Herrschers glaube. Und da der Machterhalt des Fürsten im Wesentlichen von dieser Mehrheit der Bevölkerung abhänge, kommt Machiavelli zu dem Ergebnis, dass der Fürst durchaus wortbrüchig werden dürfe, solange dies unbemerkt geschehe, weil er auf diese Weise seine Erfolge zu mehren vermag ohne seine Herrschaft dabei in Gefahr zu bringen.

 

Auch warnt Machiavelli seinen Fürsten davor, Hass und Verachtung innerhalb der Bevölkerung zu schüren, da dies zum Verlust der Herrschaft führe, wie die Beispiele römischer Kaiser wie Commodus oder Caracalla zeigten. Stattdessen müsse ein Fürst darauf bedacht sein, von seinen Untertanen geachtet zu werden, da er auf diese Weise im Krieg die Menschen auf seiner Seite wüsste, und im Frieden das Risiko einer Verschwörung gegen seine Person minimiere. Um aber solche Achtung zu gewinnen, müsse es der Fürst vermeiden "launisch, leichtfertig, weibisch und entschlusslos" zu wirken und stattdessen "Großmut, Kühnheit, Ernst und Kraft" an den Tag legen. Nur auf diese Weise schließt der Autor, könne der Fürst eine ähnlich erfolgreiche Herrschaft wie etwa Mark Aurel begründen.

Machiavelli: Als Hilfe zur Auswahl seiner Mitarbeiter gibt Machiavelli dem Fürsten den Ratschlag, darauf zu achten, dass diese stets nur nach dem Vorteil ihres Vorgesetzten strebten und niemals eigenen Interessen verfolgten. Im Gegenzug müsse der Fürst für ihr Wohlbefinden Sorge tragen, um sie so an sich zu binden. Eine solch besonnene Auswahl seiner Mitarbeiter sei von größter Wichtigkeit, betont Machiavelli, da der Fürst ansonsten Gefahr laufe, ein "schlimmes Ende" zu nehmen.

Machiavelli: Die Meinungsfreiheit stellt den Fürsten vor ein Dilemma:

  • gewähre er davon zu viel, mangele es an Ehrerbietung ihm gegenüber.
  • Lasse er aber zu wenig Meinungsfreiheit walten, so sei er bald nur noch von Schmeichlern umgeben.

Als Ausweg empfiehlt Machiavelli: Meinungsfreiheit müsse existieren, aber nur ein erlesener Kreis von fürstlichen Beratern dürfe in ihren Genuss kommen. So schütze sich der Fürst vor den Risiken, die allzu große Freiheit ihm gegenüber mit sich brächten, und komme trotzdem in den Besitz aufrichtiger Ratschläge, ohne die er nicht zu regieren vermöge.

 

Cesare Borgia war für Papst Alexander VI der Mann, der mißliebige Menschen tötete – und das im Namen von Christentum und dem Klerus.

Das Christentum hatte sich in Europa im 1. Jahrtausend n.Chr. schon längst fest etabliert.

Karl der Große führte seine Kriege gegen die Sachsen – im Namen von Christentum und als Missionar: Ein Reich, ein Glaube, ein Herrscher.

 

Man sollte Machiavelli mit Galilei vergleichen: Beide haben vor allem beschrieben, was sie sehen. Galilei hat mit seinen Fernrohren Sonne, Mond und Planeten beobachtet und nur das beschrieben, was er sah. Machiavelli hat das Staatsleben beobachtet und beschrieben, wann der Herrscher am meisten Erfolg hat. Wenn er den Halunken und Mordgesellen Cesare Borgio als geeigneten Herrscher bezeichnet, sollte man moralische Aspekte außer Acht lassen. Das erinnert sehr an folgenden Spruch aus dem antiken Rom: „Die Senatoren sind ehrenwerte Männer. Der Senat ist eine Bestie.“ Beiden Ansichten ist gemein: Auf politischer Ebene gelten die bürgerlichen Werte um Moral, Sitte und Anstand nicht.

 

Machiavellismus: Ungehemmter Machtmißbrauch für den eigenen Vorteil. Der Herrscher handelt ohne Moral und Sittlichkeit kraft der ihm gegebenen Macht. Der Herrscher folgt einer rücksichtslosen Machtpolitik. Die Bevölkerung ist Tyrannei, Ausbeutung und Gewissenlosigkeit ihres Herrschers hilflos ausgeliefert. Genau das meinte Machiavelli also nicht.

Machiavelli vertrat also nicht den Machiavellismus.

 

Es ging Machiavelli darum, „hinter die Fassaden der Propaganda zu blicken und die Kräfte aufzuzeigen, die ungerechte Sozial- und Staatsordnungen zusammen hielten: Täuschung und Gewalt auf der Seite der Mächtigen, Angst und Aberglaube bei den Unterdrückten.“

„Alle Macht ist Raub und all ihre Rechtfertigung pure Ideologie.“

Machiavelli übergab das Werk im Mai 1525 dem Papst Clemens VII.

 

Niccolò Machiavelli studierte die Werke u.a. von Aristoteles, Boethius, Cicero (De officiis) und Claudius Ptolemäus.

Machiavelli erkannte das Wesen der politischen Machtausübung und beschrieb es, genauso wie später Galileo Galilei Himmelserscheinungen beschrieb.

1498 wurde der dominikanische Bußprediger Girolamo Savonarola als Ketzer verbrannt.

Machiavelli 1499: Man kann sich auf Ludwig XII. nicht verlassen, da er „gierig, käuflich, verräterisch und opportunistisch“ ist.

Machiavelli 1502 über Cesare Borgia: „Seine Macht beruht auf der sicheren Meinung, dass ihn der König von Frankreich mit Truppen unterstützt und der Papst mit Geld.“ Am 31. Dezember 1502 lud Cesare Borgia seine Gegner unter dem Vorwand der Versöhnung nach Senigallia: Zwei ließ er sofort erwürgen, zwei behielt er als Geiseln …

Am 18. August 1503 starb der Papst Alexander VI, der Vater Cesare Borgias; die Macht von Cesare Borgia schrumpfte, obwohl er weiterhin von Frankreich unterstützt wurde.

1503 wurde Julius II. zum Papst gewählt, weil er nach Machiavellis Ansicht den „Wählern das Blaue vom Himmel herunter versprochen hatte, und zwar jedem das, was er am meisten wünschte“.

Machiavelli galt als unbestechlich.

Im Auftrag Kardinal Giulio de’ Medicis schrieb Machiavelli die Geschichte von Florenz (Istorie Fiorentine) und erhielt dafür 100 Florin. Im März 1525 war die Istorie Fiorentine bis zum Jahr 1492 fertig. Weiter wagte Machiavelli nicht zu schreiben und fürchtete, beim jetzigen Papst vollends in Ungnade zu fallen, wenn er seine Sicht unverschlüsselt schreibe. So wählte Machiavelli einen Mittelweg. Er lobte scheinbar Cosimo de’ Medici (1389–1464) und stellte ihn als perfekten Fürsten dar, aber er stellt ihn auch als Paten von Florenz dar, da dank seines Geldes alle von ihm abhängig waren. Cosimo befriedete Florenz, lähmte aber gleichzeitig den Ehrgeiz. Dadurch erstickte er den Antrieb bei den Bürgern, selbstständig zu sein. Außerdem stiegen die Anhänger der Medici in Florenz auf und nicht die Besten, was die Medici, nicht aber den Florentiner Staat stärkte.

 

Nach der Eroberung Roms durch den deutschen Kaiser endete auch die Zeit der Medici in Florenz. Nach einer erfolgreichen Rebellion gegen die „verhassten Medici“ wurde die Republik ausgerufen und die frühere Verfassung am 16. Mai 1527 wieder in Kraft gesetzt

Am 21. Juni 1527 starb Machiavelli an einem Magenleiden. Sein Grabmal befindet sich in der Kirche Santa Croce in Florenz.

 

Der Einfluß von Leonardo da Vinci auf Machiavelli

Leonardo da Vinci (1452-1519), auch Ingenieur und Naturwissenschaftler.

Leonardo da Vinci war Künstler, Maler, Techniker, Ingenieur und Naturforscher. Diese Kombination von Begabungen, Interessen und Berufen lag bei den geistig und schöpferisch regsten Menschen dieser Zeit nahe, und zwar auch schon vor Leonardo. Er wurde zu einem ihrer bedeutendsten Vertreter.

Leonardo schuf einen in sich vollkommenen Malstil mit dem Höhepunkt in der erhaltenen "Mona Lisa". Viele andere Gemälde von ihm galten zu seiner Zeit als epochemachend, aber sie wurden zu einem erheblichen Teil zerstört, wozu auch Restauratoren beitrugen. Andere Gemälde sind verschollen.

Kunsthistoriker und -kritiker hatten und haben die Schwierigkeit, die Gemälde und Skizzen herauszufinden, die wirklich von Leonardo sind. Dabei kommt zu Hilfe, daß von Leonardo selbst und von seinen Schülern viele Skizzen und Notizen von Entwürfen oder fertigen Bildern erhalten blieben, so daß diese mit den erhaltenen Gemälden verglichen werden können. Leonardo entwickelte seine Maltechnik umfassend: Erzeugen und Mischen der Farben, die Art und Weise sowie die Häufigkeit des Auftragens, 3D-Darstellungen in Farbe mit Licht und Schatten ... Es heißt, daß man auch mit Röntgenaufnahmen von seinen Bildern bis heute noch nicht verstanden hat, wie er seine Bilder angefertigt hat.

An Schriften hinterließ Leonardo um 6000 dicht beschriebene Seiten in Spiegelschrift, mit der linken Hand von rechts nach links geschrieben. Eingestreut darin sind sehr viele Skizzen und Zeichnungen.

Die bedeutendste Sammlung von Manuskripten ist im "Codex Atlanticus" zusammengefaßt worden. Es existieren verschiedene Sammlungen seiner Manuskripte, die nur z.T. aufgearbeitet sind.

Leonardo betrachtete die Malerei konsequent als Wissenschaft, die wesentlich durch Mathematik und Naturforschung erschlossen werden kann. Er stellte die Malerei über die Dichtkunst und weit über die Bildhauerei. In ihm verwoben sich in künstlerischer Imagination Technik, Mathematik, Malerei und Naturwissenschaften. Seine Begabungen und Interessen waren sehr vielseitig:

Leonardo war Musiker, vielseitiger Künstler, an Naturwissenschaften und Ingenieurproblemen, Architektur, Medizin, Biologie und Anatomie interessiert. Für seine naturwissenschaftlichen Forschungen stellte er oft seine Malerarbeiten zurück. Er sah intuitiv das in Jahrhunderten kommende Zeitalter der Naturwissenschaften und Technik voraus und nahm in seinen eigenen Forschungen bereits daran teil. Es war ihm ganz selbstverständlich, daß die weitere Entwicklung der Zivilisation über eine bedeutende Höherentwicklung von Naturwissenschaften und Mathematik führen werde. So war es auch bei Aristoteles gewesen.

Leonardo wuchs im Weltbild der Scholastik auf, die sich in Fragen der Religion auf die Bibel und in "irdischen Fragen" auf Aristoteles stützen wollte.

Das Vorhaben von Albertus Magnus und Thomas von Aquino bedeutete einen großen Fortschritt und sie leisteten auch viel, aber ihre Nachfolger vermochten nicht die Höherentwicklung der Scholastik weiterzuführen. Sie lernten hauptsächlich die Bibel auswendig, sowie die Schriften von Aristoteles und den Schöpfern der Scholastik – und übernahmen und betonierten deren Fehler.

Leonardo lernte im wesentlichen aus sich selbst heraus, wobei er mit der ihm eigenen Sorgfalt die Natur studierte. Er lehnte die Theologie wegen ihrer inneren Widersprüche ab, wobei er ziemlich sicher überhaupt keine religiösen Zweifel oder Qualen hatte. Er erkannte ihre Fehler, deshalb lehnte er sie insgesamt ab und machte sich sonst keine weiteren Gedanken darüber.

Leonardo verdankte vieles der Renaissance, der Wiedergeburt antiker Denkungsart und Kultur, hauptsächlich der von Hellas. Die Renaissance kam um 1490 von Italien her und strömte durch Europa. 1453 hatten die Türken Byzanz erobert und sein Reich zerstört, aber das gemeinsame Band um das Abendland war schon längst zerrissen. Italienische Städte wie Florenz waren durch produzierendes Gewerbe (Tuch- und Seidenproduktion) und Handel mächtig geworden. Die feudalen Herzöge oder Ratsherren konnten sich aber trotz der Nähe der islamischen Eroberer nicht untereinander einigen, und zudem wurde Italien noch zu einem Schlachtfeld ausländischer - christlicher - Truppen.

1378 hatte es in Florenz den ersten Arbeiteraufstand in Europa gegeben, und im weiteren Verlaufe sahen sich die Regierungen einiger Städte gezwungen, mehr auf die Wünsche der Werktätigen einzugehen.

Leonardo hinterließ seinem Schüler Francesco (de') Melzi, der ihn bei seinem Auszug nach Frankreich begleitet hatte, seine Schriften. Francesco brachte sie nach Mailand zurück und bewahrte sie gut auf bis zu seinem Tode 1570. Von da an gingen Teile der Schriften verloren. Wichtiges aus Leonardos Leben und Arbeit berichtete der Kunsthistoriker, Künstler und Kunstgeschichtsschreiber Giorgio Vasari um 1550 in seinem Buch über bedeutende Künstler und Kunstwerke. Er soll Schriften von Leonardo besessen haben, und zwar besonders den Traktat über die Malerei.

Während seiner Arbeit bei Cesare Borgio um 1501 lernte Leonardo da Vinci den Florentiner Gesandten Niccolò Macchiavelli kennen, der nach dem Angriff von Borgios Truppen auf Urbino dorthin kam. Borgio war ein ziemlich skrupelloser Diktator. Macchiavelli gab erst 1514 sein Buch "Der Fürst" heraus, worin er die Gewissenlosigkeit der absolutistischen Herrscher recht genau erfaßt hatte.

1503 setzte sich Macchiavelli dafür ein, im Krieg Florenz-Pisa einen Plan von Leonardo durchzuführen: Der Arno sollte umgeleitet werden, um Pisa den Fluß zu nehmen. Leonardo hatte schon sorgfältige Pläne vorgelegt, aber 1504 wurden die Erdarbeiten abgebrochen.

Macchiavelli besorgte ihm auch den Auftrag der Signoria von Florenz, im Palazzo Vecchio eine Wandmalerei auszuführen. Ihr Thema sollte die Schlacht bei Anghiari sein, wo die Florentiner über die Mailänder gesiegt hatten (1440). Ihm wurde der zu malende Schlachtverlauf angegeben, aber wohl nicht den geschichtlichen Tatsachen entsprechend. Die schilderte Macchiavelli.

Leonardo begann 1503 mit der Malerei auf Karton als Vorlage, womit er Ende 1504 fertig war. Im nächsten Jahr beendete er das Wandgemälde, das sich wie das "Letzte Abendmahl" als nicht farbbeständig erwies. Es verfiel, aber nicht so sehr wie jenes. Es wurde 1565 von Vasari z. T. übermalt.

Leonardo hatte schon immer beabsichtigt, einmal eine Reiterschlacht zu malen, und er hatte Anweisungen und Pläne dafür in Notizen vielfach ausgearbeitet, wobei er sich auch an antiken Darstellungen solcher Szenen orientierte. Leonardos Rivale Michelangelo arbeitete 1505 an einem ähnlichen Thema, die "Schlacht von Cascina", wobei er ein etwas unglückliches Thema herausgriff: Badende Soldaten, die durch Alarmruf aufgescheucht werden.

Leonardo betrieb intensive Studien in der Analyse des Vogelflugs und dem Bau von Flugapparaten als auch in der Anatomie des Menschen. Er sezierte häufig Leichen. Machiavelli arbeitete mit Leonardo da Vinci in seiner Zeit in Florenz eng zusammen. So waren beide am Hofe Cesare Borgias, der von da Vinci gemalt wurde. Um Pisa zu besiegen, wurde erwogen, einen Kanal zu bauen, um den Arno umzuleiten und auf diese Weise Pisa vom Meer abzuschneiden. An diesem Kriegsprojekt war da Vinci als Naturforscher und Zeichner beteiligt. Er malte ein Bild über die Schlacht von Anghiari, und Machiavelli beschrieb diese Schlacht in den Florentiner Geschichten.

 

 

Louis XIV. und der Absolutismus

 

Er wurde am 5. September 1638 in Saint-Germain-en-Laye geboren und starb am 1. September 1715 in Versailles. Genannt wurde er auch Louis le Grand und „der Sonnenkönig“ (frz. le Roi-Soleil). Er war von 1643 bis zu seinem Tod 1715 König von Frankreich und Navarra sowie Kofürst Andorras.

Louis XIV. herrschte 72 Jahre über Frankreich und führte es dabei zu großer Wirtschaftskraft und Macht. Wegen Bedeutung und Langlebigkeit kann man Louis XIV. mit Ramses II und Karl dem Großen (Regierungszeit 46 Jahre) vergleichen.

Louis XIV. kam dem Idealbild des Fürsten in „Il Principe“ des Machiavelli von 1513 recht nahe. Er festigte das Königtum durch raffinierte Beschäftigung des Adels, den Ausbau der Verwaltung und die Förderung von Wirtschaft, Kunst und Kultur. Er umgab sich mit Prunk und viel Zeremonienkultur, in die er den Adel einband, um den Adel an seine Person zu binden. Der König förderte Künste und Wissenschaften, was eine Blütezeit der französischen Kultur zur Folge hatte.

Durch seine expansive und kriegerische Außenpolitik gewann Frankreich in Europa eine dominierende Stellung. Napoleon versuchte dasselbe und scheiterte trotz der von ihm aufgebotenen riesigen Heere bis 1815 gründlich.

Zu den Beratern von Louis XIV. gehörten die Minister-Kardinäle Richelieu und Mazarin, die Minister Colbert, Louvois, Lionne und der Kanzler Séguier. Mit ihrer Hilfe führte er Frankreich zum mächtigen absolutistischen Königtum, mit äußerst prunkvollem Hofleben in prunkvollen Gebäuden und Gartenanlagen, wobei Louis XIV. das Zentrum war.

 

Die schlimmen Schattenseiten von Louis le Grand zeigten sich in seinen vielen Kriegszügen und Massakern z.B. in der Pfalz 1690 unter General Melac. Aus diesem Grund werden hier biographische Einzelheiten von Louis XIV., Ramses II. und Karl dem Großen gebracht: Es gibt geschlechtsspezifische Mängel und Fehler bei den Regenten, Fürsten, Königen …, an die Machiavelli nicht gedacht hat: Der Wunsch zur Eroberung anderer Länder und Völker ist ein Zeil des endogenen Triebsystems von Männern. Bei manchen Herrschern wurde er so stark, daß der Herrscher dazu bereit war, großes Elend über seine Nachbarvölker zu bringen oder auch über sein eigenes Volk. Frauen haben auch geschlechtsspezifische Fehler wie das Matronen-GenShopping, und Frauen in herrschenden Positionen können ebenfalls dadurch großes Leid über das eigene Volk bringen.

Diese geschlechtsspezifischen Fehler lassen sich aus der Entwicklung der Hominiden in den letzten Millionen Jahren erklären, als das Leben der Hominiden sich ausschließlich nur in Verbänden von etwa 20 bis 30 Personen abspielte.

Bis vor 10000 Jahren war das Matriarchat vorherrschend. Als infolge der neolithischen Entwicklungen die Menschengruppen immer größer wurden, wurde im Verlauf von Kriegshandlungen das Matriarchat durch das Patriarchat ersetzt. Man kann beobachten:

Mächtige Männer schaffen durch Kriegshandlungen Völker und mächtige Frauen lösen sie durch Matronen-GenShopping wieder auf.

 

Kardinal Mazarin führte die Geschäfte für den König und gilt als außerordentliches Talent in der Politik. Er unterrichtete selbst den König in der Kunst der Staatsführung und gab ihm eine umfassende Ausbildung in Staatsangelegenheiten, Recht, Geschichte und Militärstrategie, aber auch in diversen Sprachen und Wissenschaften. Mazarin starb am 9. März 1661.

Nach dem Tod von König Philipp IV. kam es zu einem Streit in der Erbfolge in Spanien. 1667 brach der Devolutionskrieg (1667–1668) aus. Louis XIV. hatte ein stehendes Heer von Berufssoldaten, die gut ausgebildet, regelmäßig bezahlt und versorgt wurden. Wegen der militärischen Stärke Frankreichs verbündeten sich Holland und England gegen Frankreich.

1672 erklärten Frankreich und England den Krieg gegen Holland (1672–1678). Frankreich schickte ein großes Heer gegen die Niederlande. Eigentliches Ziel war die Bedrohung Spaniens. Louis XIV. hielt ein großes stehendes Heer unter Waffen, worauf sich seine Macht gründete.

Zur Sicherung der Grenzen begann Louis mit dem Ausbau des französischen Festungsgürtels. Der Festungsbaumeister Sébastien le Prestre de Vauban umgab das Königreich mit über 160 neugeschaffenen oder umgebauten Befestigungsanlagen, welche Frankreichs Territorien abriegeln sollten.

Bis 1683 ließ Louis XIV. Lothringen und Elsaß besetzen, die östlichen Teile der Spanischen Niederlande besetzen, namentlich Luxemburg, 1684 das Kurfürstentum Pfalz, große Teile Flanderns in französischen Besitz gerieten.

Aufgrund der großen Erfolge verlieh Paris Ludwig im Jahr 1680 den Titel „der Große“ (Ludovicus Magnus).

Neben den im frühen 17. Jahrhundert gegründeten Neufrankreich-Kolonien in Kanada gründete er die ersten Kolonien von Französisch-Indien: 1673 Chandannagar, 1674 Pondichéry. In Westindien wurde die Insel Martinique französisch. 1682 gründete La Salle am unteren Mississippi eine neue Kolonie und nannte sie zu Ehren des Königs Louisiana. Daneben erwarb der König noch 1660 Haiti, 1664 Französisch-Guayana, sowie mit dem Senegal Teile der westafrikanischen Küste und Madagaskar.

Innenpolitisch begann Ludwig XIV. seine Kontrolle über die französische Staatskirche auszubauen. Im November 1681 ließ er eine Klerikerversammlung abhalten, welche die Gallikanischen Artikel verabschiedete, wodurch die Macht des Papstes praktisch aufgelöst wurde.

Durch Ludwigs Maßnahmen flohen von 1685 bis 1730 etwa 200.000 (von 730.000) Hugenotten ins Ausland. Für Ludwig XIV., seine Minister und Kardinäle mußte Frankreich katholisch sein.

Durch die Sorge, dass Frankreichs Übermacht dadurch noch zunehmen könnte, vereinigten sich England, Holland und das Reich mit dem Kaiser zum Kampf gegen Ludwig, wodurch die Große Allianz geschaffen wurde. Die französisch-spanische Allianz wurde durch Savoyen, Kurköln und Bayern unterstützt, wodurch der Spanische Erbfolgekrieg (1702–1713) ausgelöst wurde. Frankreich verfolgte nun zwei Ziele: Das wichtigste war die Durchsetzung Philipps V. als spanischen König, außerdem beabsichtigte Ludwig XIV. weitere Eroberungen gegen das Reich zu machen.

In seinen letzten Jahren kümmerte sich Ludwig XIV. hauptsächlich um die Erholung der Staatsfinanzen durch Einsparungen und Finanzreformen sowie die Förderung der Wirtschaft. Ludwig XIV. starb am 1. September 1715 durch Wundbrand an seinem linken Bein und wurde später in der Kathedrale von Saint-Denis begraben, der traditionellen Grablege der französischen Könige. Der Sonnenkönig hatte das französische Territorium wie keiner seiner Vorgänger vergrößert. Frankreich war zum mächtigsten Staat und kulturellem Zentrum Europas avanciert. Französisch diente im Folgenden im 17. und 18. Jahrhundert als Sprache des guten Geschmacks, ähnlich wie später Englisch zur globalen Wirtschaftssprache werden sollte. Im 18. Jahrhundert übernahm zum Beispiel der russische Adel französische Sitten und sprach eher Französisch als Russisch. Das französische Volk war nach den Holländern das wohlhabendste Europas geworden, die Wirtschaft erholte sich nach der Stagnation im Spanischen Erbfolgekrieg schnell, sie wuchs in erheblichen Maße weiter, auch wenn die Steuern vergleichsweise hoch waren.

Die enormen finanziellen Belastungen des letzten Krieges lasteten die Menschen aber Ludwig XIV. an. Nach seinem Tod freuten sich viele Menschen und man hörte Geigen spielen.

Besonders die französische Luxusindustrie wurde bald führend in Europa und darüber hinaus. Mit Waren wie Gobelinteppichen, Spiegeln, Spitzen, Goldschmiedearbeiten und Möbeln, die in ganz Europa begehrt waren, erzielte die Krone Spitzenprofite.

Die Herrschaftszeit Ludwig XIV. nennt man auch das „Grand Siècle“.

Der König hatte die Absicht, die besten Künstler, Architekten, Maler, Poeten, Musiker und Schriftsteller für Frankreich arbeiten zu lassen. Er entfaltete ein noch nie zuvor gesehenes Mäzenatentum mit der Absicht, die gesamte Kunstlandschaft Frankreichs zu beeinflussen, zu prägen und zu lenken, um sie im Interesse königlicher Politik zu instrumentalisieren. Die Kunst stand im Dienste der Verherrlichung des Königs und seiner Ziele, ganz nach barocker Manier.

Zahlreiche Königliche Akademien wurden auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft gegründet:

Im Sinne der Selbstdarstellung des Monarchen sind auch die Feste in Versailles zu verstehen. Die Repräsentation des Königs diente dem Ansehen des Staates in aller Welt.

Auf dem Gebiet der Wissenschaft konnte Ludwig XIV. einige bekannte Forscher für Paris gewinnen, darunter Giovanni Domenico Cassini, Christiaan Huygens und Vincenzo Maria Coronelli, deren Arbeiten er mit hohen Pensionen unterstützte.

Der Bau des Schlosses von Versailles war Teil von Ludwigs Strategie zur Zentralisierung der Macht. Er schwächte den Adel, indem er die Adeligen lieber zu Mitgliedern seines Hofes als zu regionalen Provinzherrschern machte. Zu diesem Zweck baute er Versailles, einen gewaltigen Palast vor den Toren von Paris, den der Hof am 6. Mai 1682 bezog. Die höfische Etikette nötigte die Adeligen dazu, immense Geldsummen für ihre Kleidung auszugeben, und ihre Zeit vor allem auf Bällen, Diners und anderen Festlichkeiten zu verbringen, die die alltägliche Routine des Hoflebens darstellten.

Anstatt seine regionalen Angelegenheiten zu regeln und seine dortige Macht zu behalten, wetteiferte der Adel nun um solche trivialen Ehren wie die, dem König beim Ankleiden helfen zu dürfen. Dadurch konnte Ludwig den niederen Amtsadel fördern und Bürgerliche in Positionen einsetzen, die früher von der traditionellen Aristokratie beansprucht wurden.

Versailles war hauptsächlich ein politisches Machtinstrument. Durch die Bindung des Hochadels an den Hof geriet dieser nicht nur zunehmend in persönliche Abhängigkeit vom König, sondern wurde ebenso von Rebellionen und Machtkompetenzen ferngehalten.

Der König ist der Garant für Ruhe, Ordnung und Wohlstand des Staates, der einzige Stellvertreter Gottes auf Erden und niemand kommt seiner Macht gleich.

In Marly entstand ab 1678 eine imposante Anlage, die als einzige nicht der Öffentlichkeit zugänglich war. Hierher zog sich Ludwig XIV. vom geschäftigen und stets öffentlichen Leben in Versailles zurück.

Der Liebe zum Ballett verdankt Ludwig XIV. auch seinen heute noch geläufigsten Beinamen „Roi Soleil“ (deutsch: „Sonnenkönig“), denn als noch nicht Vierzehnjähriger hatte er im „Ballet Royal de la Nuit“ im Februar und März 1653 die Rolle der aufsteigenden Sonne getanzt.

Ludwig XIV. steht für den monarchischen Absolutismus schlechthin, er hat diesen zwar nicht begründet, aber in Frankreich ausgebaut und verfestigt.

Aber es wären ebenso die Gesetzgebungswerke des Königs auf dem Gebiet der Rechtspflege (Code Louis), des Handels, der Schifffahrt und des Sklavenhandels (Code Noir) zu nennen, die zu den großen innen- und wirtschaftspolitischen Leistungen seiner Regierung gezählt werden.

Zweimal ließ er alles Silber im Land konfiszieren, einschmelzen und prägte daraus Münzen, um seine Armeen bezahlen zu können.

Ludwig betrieb eine aggressive Expansionspolitik, was zur Erbfeindschaft zwischen Frankreich und Deutschland führte.

Das Staatsoberhaupt nimmt im Absolutismus die Spitze der Ämterhierarchie innerhalb eines Staates ein und repräsentiert den Staat nach innen und außen, weshalb das Staatsoberhaupt demnach selbst zur Verkörperung des Staates wird.

 

Ramses II.

 

Ramses II., auch Ramses der Große genannt (1303-1213 v. Chr.), war der dritte altägyptische König (Pharao) aus der 19. Dynastie des Neuen Reichs. Er regierte von 1279 bis 1213 v. Chr. und war einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten.

Während seiner Regierungszeit erreichte Ägypten eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte, wie sie nach ihm unter keinem Pharao mehr erreicht wurde. Durch sein diplomatisches Handeln gelang es ihm, langjährige Friedenszeiten mit seinen Nachbarvölkern einzuhalten, auch mit den Hethitern.

Ramses war der Sohn von Sethos I. und dessen Großer königlicher Gemahlin Tuja. Er hatte wahrscheinlich zwei Geschwister: einen Bruder, der Nebchasetnebet hieß und schon in jungen Jahren verstarb, sowie eine Schwester mit dem Namen Tia.

Von seinen drei Großen königlichen Gemahlinnen Nefertari, Isisnofret und Maathorneferure hatte er möglicherweise mehr als 15 Kinder.

Um 1298 erlebte Ramses II die Thronbesteigung seines Großvaters Ramses I, um 1290 v.Chr. die von seinem Vater Sethos I.

Als Zehnjähriger bekam Ramses von seinem Vater den Ehrentitel Oberkommandierender des Heeres verliehen. Seine ersten Schlachten erlebte er rund zwei Jahre später im Nildelta, als sein Vater gegen die Tjehenu und Meschwesch in den Kampf zog und der junge Prinz ihn begleitete. Im Folgejahr zog das ägyptische Heer in Richtung Syrien, um die Hethiter zurückzudrängen und die Stadt Kadesch am Orontes wieder unter ägyptische Kontrolle zu bekommen.

Nach dem Friedensschluss mit den Hethitern kehrte wieder Ruhe am ägyptischen Hof ein und mit knapp 15 Jahren erhob Sethos I. seinen Sohn zum Mitregenten.

Mit großer Wahrscheinlichkeit stand der Palast des Ramses, der ihm als Mitregent seines Vaters erbaut wurde, in Memphis. 1287 v. Chr. erlebte Ramses die Niederschlagung eines Aufstandes im Land Kusch mit. Seinem Vater gelang dies innerhalb nur einer Woche. Dabei machte er fast eintausend Gefangene.

In seinem 22. Lebensjahr wurde Ramses von seinem Vater Sethos I. offiziell mit der Entgegennahme der Tributzahlungen aus den Ländern Wawat und Kusch betraut.

Zudem zog er gegen aufständische Beduinen im Land Kanaan zu Felde. Nun tauchte der junge Mitregent auch als vollwertiger Pharao erstmals auf Tempelinschriften auf. In einer Seeschlacht gelang es Ramses, die in das Nildelta eingedrungenen Scherden zurückzuschlagen, die sich mit den Libyern verbündet hatten.

Als kurz darauf sein Vater Sethos im 25. Lebensjahr von Ramses 1279 v. Chr. (fragliches Jahr) starb, übernahm Ramses einen Tag später die alleinige Herrschaft.

Der junge Prinz wurde auf seine Krönungszeremonie vorbereitet. Nach einer anschließenden erneuten Salbung schloss ein Priester die Inthronisierung ab. Es folgten noch eine Nachtzeremonie und eine Zeremonie im Lebenshaus. Dann konnte der neue Pharao endlich seinen goldbeschlagenen Wagen besteigen und sich in einem großen Umzug seinem jubelnden Volk zeigen.

Ramses Mutter Tuja regierte in den ersten Jahren der Herrschaft zusammen mit seinen beiden Hauptfrauen Nefertari und Isisnofret als Große königliche Gemahlin an seiner Seite. Dies ist auf vielen Inschriften, die aus den frühen Regierungsjahren stammen, belegt. Tuja starb dann aber im Jahr 1258 v. Chr. und wurde im Tal der Königinnen im Grab QV80 bestattet. Ramses erhob seine Tochter Bintanat im Folgejahr zur Großen königlichen Gemahlin. 1255 v. Chr. bekam auch Meritamun dieses hohe Amt angetragen.

Im Jahr 1255 v. Chr. verstarb die Große königliche Gemahlin Nefertari, die Ramses auf vielen Inschriften wegen ihrer Schönheit und seiner Liebe zu ihr förmlich vergötterte. Ihr Tod muss ein schwerer Schlag für den Pharao gewesen sein. Die Beisetzung fand im Tal der Königinnen statt. Das Grab (QV66) der Nefertari wurde 1904 von Ernesto Schiaparelli entdeckt und gilt heute als eines der schönsten und besterhaltenen Gräber ganz Ägyptens.

Als die Große königliche Gemahlin Isisnofret im Jahr 1246 v. Chr. starb, heiratete Ramses wohl aus politischen Gründen eine hethitische Prinzessin, die von ihm den Namen Maathorneferure erhielt.

Prinz Chaemwaset, der im Jahr 1230 v. Chr. als Ramses Nachfolger proklamiert wurde, starb aber schon fünf Jahre später, so dass 1225 v. Chr. Prinz Merenptah als neuer Thronfolger eingesetzt wurde.

Ein sehr wichtiges Mitglied am Hofe des Pharaos war der Wesir Paser. Er hatte dieses Amt schon unter Ramses Vater Sethos I. inne. Auch unter Ramses II. spielte Paser im ägyptischen Reich eine große Rolle. Er unterstützte den Pharao nicht nur in innenpolitischen Angelegenheiten, auch außenpolitisch besaß Paser durchaus ein Mitspracherecht.

Schon unter der Regierung von Sethos I. waren die Hauptfeinde die libyschen Stämme im Nordwesten, sowie die syrischen Vasallenstaaten, die sich immer wieder gegen die ägyptische Herrschaft erhoben. Gegen Ende der Regierungszeit traf das Heer Sethos’ I. hier auch erstmals auf das Hethitische Großreich, das begonnen hatte, sich in Richtung Ägypten auszudehnen und die Stadt Kadesch in Nordsyrien eroberte.

So war auch Ramses II. gezwungen, sich gegen dieselben Gegner zur Wehr zu setzen. Gerade die Hethiter bereiteten ihm zu Beginn seiner Regierungszeit große Schwierigkeiten.

Schon im Sommer des vierten Jahres seiner Regierung, 1276 v. Chr., zog Ramses mit seinem Heer gegen Syrien. Das Heer schlug den Weg ins Landesinnere ein und eroberte das Fürstentum Amurru, das unter der Herrschaft des Bentešina stand, zurück. Mit diesem Schlag forderte Ramses die Hethiter förmlich auf, sich einer Entscheidungsschlacht um die Vorherrschaft im syrischen Raum zu stellen.

Ramses rüstete eine Armee von etwa 20.000 Mann aus und zog mit ihr 1274 v. Chr. den heutigen Gazastreifen entlang nach Syrien. Rund 16 Kilometer vor der Stadt Kadesch am Orontes im Wald von Labwi kam das Heer Anfang Mai zum Stehen. Auch der Hethiterkönig Muwatalli II. hatte ein Heer aufgestellt, das mit zwei Divisionen von jeweils fast 19.000 Mann und einer Streitmacht von 2.500 bis 3.500 Kampfwagenlenkern angeblich fast doppelt so groß war wie das ägyptische Heer. Hier kam es am 12. Mai 1274 v. Chr. zur Entscheidungsschlacht bei Kadesch, die die bestdokumentierte Konfrontation zweier Staaten der Antike bis zu diesem Zeitpunkt ist, da ihr Verlauf in vielen Tempelinschriften Ramses II. erhalten ist.

Die Schlacht brachte keinem der beteiligten Gegner einen eindeutigen Vorteil, auch wenn Ramses das Ziel des Feldzugs, die Einnahme von Kadesch, klar verfehlte. Zurück in Ägypten ließ er jedoch die Schlacht als einen großen Sieg seiner Truppen darstellen. In den Folgejahren stabilisierte sich der hethitische Einfluss im Norden, aber die Hethiter konnten nicht bis nach Ägypten vordringen. Ramses führte noch dreimal sein Heer nach Norden (Siehe: Schlacht von Dapur). Nach etwa 15 Jahren sahen sich die Hethiter jedoch von einem neuen Feind, den Assyrern, bedroht, so dass der König Hattušili III. Ramses einen Friedensschluss, ja sogar einen Bündnispakt anbot.

Während an dieser Front relative Ruhe herrschte, musste sich Ramses aber durchaus bemühen, die anderen Landesgrenzen zu sichern. So unternahm er beispielsweise 1236 v. Chr. eine Strafexpedition in den Süden nach Nubien.

Ägyptisch-Hethitischer Friedensvertrag: Nach monatelangen Verhandlungen gelang es schließlich am 21. November 1259 v. Chr., den Friedensvertrag zwischen Ramses II. und Hattušili III. zu unterzeichnen.

1246 v. Chr. schlug Hattusili III. zusätzlich die Heirat Ramses’ mit einer seiner Töchter, Maathorneferure, vor, um das Bündnis zwischen den beiden Ländern noch zu vertiefen. Zwei weitere Hochzeiten sollten folgen.

Der Frieden mit den Hethitern, der als ältester bekannter schriftlicher Friedensschluss gilt, hielt bis über den Tod Ramses’ II. hinaus. Sogar sein Sohn und Nachfolger auf dem Pharaonenthron, Merenptah, lieferte Getreide an den hethitischen König Šuppiluliuma II., als in dessen Reich eine Hungersnot ausbrach. Doch gegen Feinde der Hethiter zog Merenptah nicht zu Felde, wie es der Friedensvertrag eigentlich vorsah. Kurz darauf ging das hethitische Reich unter.

Der Hofstaat des Herrschers ist relativ gut dokumentiert. Viele seiner Beamten sind durch zahlreiche und bedeutende Denkmäler belegt. An erster Stelle sind hier die Wesire zu nennen: Nebamun, Paser, Rahotep, Chay und Neferrenpet. Vor allem Paser scheint eine bedeutende Persönlichkeit gewesen zu sein, der sogar einen Brief an den Großkönig Hattušili III. sandte. Von den anderen Beamten sei der Vizekönig von Kusch Setau erwähnt, der selbst an Tempelbauten des Herrschers seinen Namen anbringen ließ.

Durch Ramses' rege Bautätigkeit, die mit der Vollendung der begonnenen Bauwerke seines Vaters begann, ist uns im Wesentlichen seine Geschichte überliefert. Dies resultiert aus der gewaltigen Zahl an Inschriften, die er in die Tempel, Paläste und Stelen einmeißeln ließ.

Ramses hatte eine Vorliebe für Bauten von außerordentlichem Umfang und Imposanz, die jedoch schon nach einigen Jahrhunderten wegen schlechter Fundamente und anderer Baufehler/-flüchtigkeiten einiges von ihrer Wirkung einbüßten.

Nachfolgend eine kleine Auswahl der Bauten und Ausbauten:

 

Pi-Ramesse

Schon kurz nach dem Tod seines Vaters erklärte Ramses den bei der alten Hyksosstadt Auaris im östlichen Nildelta gelegenen Sommerpalast, der von seinem Vater erbaut wurde, zum Kern seiner neuen Hauptstadt. Er ließ ihn zu einer gewaltigen Metropole am Pelusischen Nilarm ausbauen, die wahrscheinlich eine Fläche von über 30 km² bedeckte.

Die Tempelanlagen der Stadt wurden von späteren Dynastien, hier besonders der 22. Dynastie, abgebaut und zum Bau von deren Hauptstadt Tanis weiterverwendet, da der Pelusische Nilarm schon zu Zeiten der 20. Dynastie zu versanden begann und die Hafenanlagen nutzlos wurden.

 

Abu Simbel

Das wohl bekannteste Bauwerk, das Ramses II. hat bauen lassen, ist der Tempel von Abu Simbel. Die aus zwei Tempeln bestehende Tempelanlage liegt etwa 300 km südlich von Assuan, am Rande des Nasser-Stausees, im damaligen Nubien. Es wird vermutet, dass er dieses prunkvolle Bauwerk bewusst zur Abschreckung der unterworfenen Nubier dort bauen ließ. Die Außenwand des größeren Tempels (altäg. Meha) zieren vier überlebensgroße Sitzstatuen von Ramses II. und mehrere kleinere seiner Frauen und Kinder. Der kleine Tempel von Abu Simbel (altäg. Ibschek) ist Ramses' erster Hauptfrau Nefertari gewidmet.

In einer großen internationalen Aktion konnte die Tempelanlage ab 1964 vor den durch den neu angelegten Nassersee immer höher steigenden Nilfluten gerettet werden, indem sie auf ein 64 m höheres Niveau versetzt wurde.

 

 

Das Ramesseum

An der Stelle in Theben-West, wo schon sein Vater Sethos I. einen Schrein errichtet hatte, baute Ramses den Palast des Ramses II. vereint mit Theben im Reich des Amun.

Schon in der Antike wurde der Palast als Steinbruch benutzt und andere ägyptische Dynastien benutzten dessen Steine zum Bau ihrer eigenen Tempel. Im frühen 19. Jahrhundert, während der Ägyptischen Expedition, erforschte Champollion die Anlage und gab ihr den Namen Ramesseum.

 

Ramses II. starb im Jahr 1213 v. Chr. nach 66 Jahren Herrschaft.

Nach seinem Tod bestieg sein Sohn Merenptah einen Tag später den Thron.

Es folgte die siebzigtägige Mumifizierung von Ramses II.

Die Bedeutung Ramses II. in der Geschichtsschreibung bezieht sich nicht nur auf das Alte Ägypten. Als bedeutender Herrscher seiner Zeit im Vorderen Orient taucht sein Name in etlichen Variationen in vielen unterschiedlichen Schriften auf. In der Bibel wird sein Name indirekt als Bestandteil der Hauptstadt Pi-Ramesse erwähnt.

Der ägyptische Priester Manetho schrieb in griechischer Sprache über Ramesses Miamun, bzw. Rapsakes, während der griechische Historiker Herodot den Namen Rhampsinitus benutzte.

Diodorus Siculus, der besonders von den Bauten, die heute als Ramesseum bekannt sind, beeindruckt war, benannte ihn um 60 v. Chr. Ozymandias, was eine Fehldeutung des ersten Teils des Thronnamens Usermaatre war.

Die Geschichtsschreiber Plinius und Gaius Cornelius Tacitus schrieben in späteren Jahren über den König Rhamsesis oder auch Rhamses.

Der Name Ozymandias erlangte eine gewisse Berühmtheit, als Percy Bysshe Shelley 1818 sein Gedicht über den ägyptischen König Ozymandias veröffentlichte. Ozymandias wurde aber zu der Zeit nicht unbedingt mit Ramses II. gleichgesetzt, sondern für seinen unbekannten Vorgänger oder sogar Nachfolger gehalten.

Erst als mit der Entschlüsselung der Hieroglyphen durch Jean Francois Champollion 1822 die vielen Tempelinschriften Ägyptens deutbar wurden, nahm auch die Person des Ramses II. eine greifbare Gestalt an. Durch immer wieder neue Entdeckungen, die ihm zugeordnet werden konnten, wurde sein Name mit der Zeit legendär.

Unumstritten ist, dass in der Regierungszeit seines Vaters Sethos I. die ägyptische Wirtschaft und Kultur auf einem Höhepunkt angelangt war. Ramses war bemüht, dieses Niveau zu halten, was sich nicht nur in der Vollendung der von seinem Vater begonnenen Bauten niederschlägt. Trotzdem sind die unter seiner Herrschaft ausgeführten Arbeiten qualitativ nicht so hochwertig wie die unter seinen Vorfahren ausgeführten.

Unter den forschenden Ägyptologen war die Person Ramses II. nicht unumstritten. So beschrieb ihn der Ägyptologe Banson in den 1950er Jahren als „ungezügelten Despoten mit einer Regierungszeit, die keinerlei Parallelen besitzt, die Errungenschaften seines Vaters und seiner Vorfahren usurpierend, um seine eigene Bedeutung herauszustellen.“

Kenneth A. Kitchen, der sich während seiner Forschungen viel mit Ramses II. beschäftigte, meinte, dass „seine Taten und sein Verhalten im Konsens unserer eigenen sozialen Werte als überheblich und größenwahnsinnig erscheinen, aber in seinem eigenen Umfeld und den Normen und Idealen der damaligen Zeit gesehen werden müssten“.

Claire Lalouette sieht in ihm bei näherer Betrachtung nur einen Blender, dessen antike Beschreibungen nur Idealisierungen der Person des Ramses II. darstellen.

Es gibt jedoch auch andere Stimmen: er sei ein „weitsichtiger Politiker und Meister in der Kunst der Diplomatie“ (H. Schlögl), ein „Symbol dieser Zivilisation wie die Pyramiden. Seine Regierung ist bei weitem die ruhmreichste“ (Nicolas Grimal)

 

 

 

Karl der Große

 

Karl (geb. 747 oder 748, gest. 814 in Aachen) war von 768 bis 814 König des Fränkischen Reichs (bis 771 gemeinsam mit seinem Bruder Karlmann).

Er wurde am 25. Dezember 800 durch Papst Leo III in Rom als erster westeuropäischer Herrscher seit der Antike zum Kaiser gekrönt, in Konkurrenz zum Kaiser von Byzanz. 1165 wurde er von Gegenpapst Paschalis III. heiliggesprochen. Der Gedenktag in der katholischen und evangelischen Kirche ist der 28. Januar. Karl der Große mochte Vorbild für Otto den Großen, Friedrich Barbarossa oder Friedrich II gewesen sein.

Der Beiname „der Große“ (Magnus) kam gegen Ende des 10. Jahrhunderts auf.

Karl der Große war der älteste Sohn Pippins des Jüngeren, des fränkischen Hausmeiers und (seit 751) Königs, und seiner Frau Bertrada. 751 kam Karls Bruder Karlmann zur Welt, 757 folgte seine Schwester Gisela. Er war also ein Enkel des berühmten Hausmeiers Karl Martell, der 732 mit seinem Heer die andrängenden Araber und Berber 732 bei Poiters geschlagen hat und ihren Vormarsch stoppte. Karl Martell aus dem Geschlecht der Hausmeier, Sohn von Pippin des Mittleren, gilt darum als Retter des Abendlandes. Er wurde der bedeutendste Herrscher aus dem Geschlecht der Karolinger. Auf Karl Martell geht auch die spätere Bezeichnung der Familie als „Karolinger“ zurück. Pippin der Jüngere, Sohn von Karl Martell, starb 768 und vererbte sein Reich an seine Söhne Karl und Karlmann.

Nach dem Tod von Karlmann 771 übernahm Karl im gesamten Reich die Macht. Er brachte zwar das Frankenreich zu seiner größten Ausdehnung und Machtentfaltung, aber wegen seiner Devise „Ein Reich, ein Glaube, ein Herrscher“ führte er viele Feldzüge, um sein Reich zu vergrößern und um mittels Waffengewalt zu christianisieren.

Weitere Namen: Carolus Magnus und Charlemagne. Sowohl in der Reihe der römisch-deutschen Kaiser als auch der französischen Könige wird er als Karl I. gezählt. Seine Hauptresidenz Aachen blieb bis ins 16. Jahrhundert Krönungsort der römisch-deutschen Könige.

Von 772 bis 804 bekriegte er die Sachsen mit dem Ziel der Eroberung und erzwungenen Christianisierung Sachsens, oftmals mit sehr grausamen Methoden. Schon Karl Martell und Pippin hatten begrenzte Feldzüge gegen die Sachsen unternommen, ohne aber deren Bekehrung anzustreben. Nach einem Aufstand der Sachsen 782 kam es bei Verden an der Aller zum sogenannten Blutgericht von Verden: 4500 Sachsen wurden auf Befehl Karls getötet.

Wie schon aus den Biographien von Louis XIV. und Ramses II. ersichtlich stützte sich auch Karls Macht weitläufig auf seine militärischen Fähigkeiten und Aktionen.

Karl eroberte 774 das Langobardenreich. Er nannte sich fortan König der Franken und der Langobarden. Oberitalien und Teile Mittelitaliens hingegen gehörten nun zum Frankenreich.

778 unternahm Karl einen Feldzug nach Nordspanien. Bei einem Scharmützel fielen etliche fränkische Adlige, darunter auch Hruotland, Graf der bretonischen Mark. Sein Tod diente als Stoff für das im 12. Jahrhundert aufgezeichnete sehr populäre Rolandslied.

788 beendete er die Selbstständigkeit des Stammesherzogtums Bayern.

788 unternahmen die Awaren Einfälle nach Oberitalien und Bayern. 791 begann eine großangelegte fränkische Invasion des Awarenreichs, das im Südosten an das Frankenreich angrenzte. 796 marschierte ein fränkisches Heer erneut ins Awarenreich ein und machte reiche Beute (sogenannter Awarenschatz). Christianisierung und Neubesiedlung wurden im Grenzraum vorangetrieben.

Durch die Einrichtung von Marken sicherte er die Grenzen im Osten gegen die Dänen und Slawenstämme sowie im Südwesten gegen die Mauren.

792/93 kam es zu arabischen Einfällen ins Frankenreich, woraufhin die Franken erfolgreiche Feldzüge nach Nordspanien unternahmen. Im eroberten Gebiet wurden Christen angesiedelt.

Das Frankenreich stieg zur neuen Großmacht neben Byzanz und dem Abbasidenkalifat auf.

Es umfasste große Teile der heutigen Staaten Frankreich, Deutschland und Italien. Karl gilt als einer der bedeutendsten mittelalterlichen Herrscher.

Tassilo, Herzog von Bayern, hatte Pippin Gefolgschaft geleistet und sich 756 an einem Feldzug gegen die Langobarden beteiligt. Anschließend übernahm er jedoch seit 757 die eigenständige Herrschaftsgewalt im Herzogtum Bayern. Tassilo stammte aus der alten und vornehmen Familie der Agilolfinger. Bayern genoss schon seit der Merowingerzeit eine Sonderrolle im Reich. Er heiratete die Langobardenprinzessin Liutberga und unterhielt sehr gute Beziehungen zum Papst. Tassilo genoss in seinem Herzogtum faktisch eine königsähnliche. Karl ging 787 militärisch gegen Tassilo vor. Im selben Jahr unterwarf sich Tassilo Karl.

Seit 795 fungierte Leo III. als Papst in Rom.

Karl leistete Papst Leo III. einen wichtigen Dienst. Am 25. Dezember 800 wurde Karl durch Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt, in Konkurrenz zum Kaiser von Byzanz.

Karolinger und Liudolfinger (Ottonen) übernahmen das Kaisertum von Karl.

Unter Gudfred unternahmen die Dänen 804 und 808 als Vorfahren der Wikinger oder Nordmänner per Schiff Vorstöße im nördlichen Grenzraum. 810 überfiel eine große Flotte die friesische Küste. 811 und 813 wurden Friedensverträge mit den Dänen geschlossen.

797 nahm Karl Kontakt mit Hārūn ar-Raschīd auf, dem Kalifen von Bagdad aus dem Geschlecht der Abbasiden, der ein Reich beherrschte, das sich von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Zentralasien erstreckte. Es ging um den Schutz der Pilger und der Christen im Kalifat. Das wurde 802 wiederholt.

Die Beziehungen des Frankenreichs zu Byzanz waren seit der Kaiserkrönung von Karl 800 bis 812 belastet. Beide beanspruchten, in der Nachfolge der römischen Kaiser zu stehen. Nikephoros I. war seit 802 byzantinischer Kaiser („Basileus“). Die intensive Beziehung zwischen Frankenreich und Byzanz zeigt die hohe Zahl von Gesandtschaften.

 

Der Hof war das Zentrum des herrschaftlichen Handelns, aber die frühmittelalterlichen Könige wechselten oft ihre Residenz, die meistens eine Pfalz war. Karl unterhielt eine Vielzahl von Pfalzen, die über das Reich verstreut waren, zeitweise als königliche Residenzen fungierten und der Versorgung des Königshofes dienten. Karl reiste also von Pfalz zu Pfalz und nahm dabei jeweils den Hofstaat mit. Der Schwerpunkt seiner Reiserouten lag im Nordosten, vor allem in der Region zwischen der Maas und dem Rhein-Main-Gebiet. Lokal übte er die  Regierungsgeschäfte aus. Eine Bezahlung des Hodstaats erfolgte mit Münzgeld, das es schon bei Hellenen und Römern gegeben hatte, und mit Naturalien.

Aachen war wohl aufgrund der nahen Waldgebiete, in denen der König seiner Jagdleidenschaft nachgehen konnte, und wegen der heißen Quellen Karls Lieblingsresidenz; nach 795 hielt er sich nur noch dreimal während des Winters an anderen Orten auf. Aachen diente ihm als königliche Hauptresidenz. Dort ließ er prächtige Bauwerke errichten Aachener Königspfalz.

Zum Hofstaat gehörten Kanzler, Notare (meistens Geistliche), Pfalzgrafen für weltliche Angelegenheiten, Kämmerer, Mundschenk, Quartiermeister,Seneschall und weiteres Hauspersonal („Hausgesinde“). Die Königin stand dem königlichen Haushalt vor.

Der Hof war nicht nur politischer Mittelpunkt, sondern auch ein wichtiges kulturelles Zentrum. Karl der Große versammelte an seinem Hof Gelehrte aus dem lateinischsprachigen West- und Mitteleuropa. Der angesehenste von ihnen war der Angelsachse Alkuin (gestorben 804). Alkuin war zuvor Leiter der berühmten Kathedralschule in York gewesen; er besaß eine umfangreiche Bibliothek und genoss einen herausragenden Ruf. Er begegnete Karl in Parma und folgte 782 dem Ruf an dessen Hof, wo er nicht nur als ein einflussreicher Berater wirkte, sondern auch zum Leiter der Hofschule aufstieg.

Alkuin verurteilte die Grausamkeit Karls bei den Sachsenkriegen.

Einhard, Schüler Alkuins, später Leiter der Hofschule, Vertrauter Karls und als dessen Baumeister tätig, verfaßte nach dem Tod Karls seine berühmte Biographie des Kaisers, die an antiken Vorbildern orientiert war.

Karl wurde von den Gelehrten, die er an seinen Hof geholt hatte, unterrichtet, auch in Latein. Hof, Hofschule und karolingische Kirche wurden zentrale Kulturträger.

In der Regel zweimal im Jahr wurden Hoftage als Versammlungen des Königs und der Großen des Reiches einberufen, um anstehende politische Fragen zu klären oder Streitigkeiten zu schlichten.

Die Verwaltung im Reich lag (wie bereits teils in merowingischer Zeit) vor allem in den Händen der Grafen. Diese fungierten nicht nur als Heerführer, sondern im Rahmen der sogenannten Grafschaftsverfassung auch als königliche Amtsträger bei der Ausübung der Regalien. In bestimmten Bereichen waren sie Stellvertreter des Königs (Mark-, Burg- und Pfalzgrafen).

Besondere Bedeutung erlangten die Markgrafen: In ihrem Amt bündelten sich verschiedene Kompetenzen in den neuen Grenzmarken, wo sie über weitreichende Sonderrechte verfügten. Die Übertragung von Ämtern und Gütern an ausgesuchte Adelsfamilien sicherte deren Loyalität und begründete eine neue Reichsaristokratie, die an der Königsherrschaft partizipierte; es handelte sich damit in der Zeit Karls noch nicht um vererbbare, sondern verliehene Ämter.

Die Königsboten (missi dominici) wurden paarweise entsandt, je ein weltlicher und ein geistlicher Bote (in der Regel ein Graf und ein Bischof), um auch in den entlegensten Teilen des Reichs Anweisungen und Erlasse durchzusetzen und Abgaben einzutreiben, aber auch zur Demonstration der königlichen Herrschaftspräsenz und zur Kontrolle vor Ort. Sie konnten in einem zugeteilten Bezirk wenn nötig die unmittelbare Herrschaftsgewalt ausüben und Urteile fällen. Es waren die missi, welche den Treueeid abnahmen, den im Jahr 789 alle männlichen Bewohner des Reiches ab dem Alter von zwölf Jahren dem König leisten mussten. Damit war Karl bestrebt, die Loyalität seiner Untertanen weiter zu sichern. Der Eid wurde 802 erneut eingefordert.

Die frühen Merowingerkönige hatten in ihrer Kanzlei zunächst hauptsächlich schriftkundige Laien beschäftigt, in der Folgezeit wurden aber Schreib- und Lesekenntnisse nur noch Geistlichen vermittelt.

Die Schriftkenntnisse im Frankenreich waren seit dem 7. Jahrhundert rückläufig, das Latein verwilderte zunehmend. Die sogenannte Bildungsreform Karls diente denn auch nicht nur einer kulturellen Neubelebung, sondern war auch ein wichtiger Baustein zur Sicherstellung einer effizienten Herrschaftspraxis. Karls Reformen zielten auf eine umfassende Neuordnung im kirchlichen, kulturellen und herrschaftlichen Bereich ab.

Mit den sogenannten Kapitularien (Erlassen, Edikten) wurde eine weitgehend einheitliche Gesetzgebung geschaffen, das Gerichtswesen und die Rechtsprechung wurden reformiert.

Eine berühmte Quelle für die Wirtschaftsgeschichte, speziell für die Agrarwirtschaft und den Gartenbau, ist die Landgüterverordnung Capitulare de villis vel curtis imperii, die Karl der Große als detaillierte Vorschrift über die Verwaltung der Krongüter erließ. Damit wollte er offenbar eine reibungslose Versorgung des Königshofs sicherstellen.

Im März 789 erließ Karl das Kapitular Admonitio generalis. Es war ein „programmatisches Kapitular“, das eine allgemeine Ermahnung beinhaltet und sich gegen Mißstände in der Kirche und im Reich richtete. In 82 Kapiteln wurde auf die kirchliche Neuordnung, Belebung des Wissens und Bekämpfung von Häresie und Aberglauben eingegangen und allgemein auf eine bessere Lebensführung der Untertanen hingewirkt. Es wurde für Frieden und Eintracht geworben, unerwünschte Faktoren wie Hass, Neid und Zwietracht wurden verurteilt, wobei sich mehrere direkte Anweisungen an den Klerus und nur relativ wenige an alle Untertanen richteten. Diese Ermahnungen und Anordnungen waren Bestandteil eines umfassenden Reformprogramms, das die Bildungsreform einschloss. Das gesamte Leben im Reich sollte sich an dem Programm der Admonitio generalis orientieren, die Durchführung wurde den missi übertragen.

Karl beobachtete die Ergebnisse seiner Gesetze und Reformen und korridierte sie nach Bedarf – so etwa 802 mit der Neuordnung der missi.

In seinen Kapitularien betonte Karl unter anderem den Schutz der Freien und prangerte teilweise kirchliche Begehrlichkeiten an.

Der Schutz der Armen (pauperes) war Bestandteil des königlichen Aufgabenkatalogs, und Karl bemühte sich um eine zumindest teilweise Verbesserung der Lebensbedingungen für die ärmeren Schichten und auch für Unfreie, denen sich sogar gewisse Aufstiegsmöglichkeiten eröffneten.

Die Juden, von denen manche traditionell als Fernhändler aktiv waren, genossen königlichen Schutz.

Karls Reich war praktisch ein Kirchenstaat mit ihm als Oberherrn und Oberhirten. Die Kirche verfügte über eine sich über das gesamte Reich erstreckende Infrastruktur, die von Karl genutzt wurde. Bereits die Merowinger hatten die Kirche in ihre Herrschaftskonzeption eingebunden und daran hatten die frühen Karolinger angeknüpft. Karl forcierte diesen Prozess aber zusätzlich durch den massiven Ausbau der klerikalen Infrastruktur: Es wurden zahlreiche neue Klöster gegründet und Bistümer eingerichtet, wobei sich Karl das Recht vorbehielt, die Bischöfe selbst zu ernennen. Des Weiteren ließ Karl der Kirche umfangreiche Schenkungen und Begünstigungen zukommen. Karl führte kirchliche Reformen durch.

Die Einführung der Metropolitanverfassung, die regelmäßige Abhaltung von Synoden im Beisein des Königs und die Durchführung von Visitationen stärkten das Band zwischen König und Kirche.

Die umfassende Bildungsreform Karls betraf vor allem die Kirche, die von der Hebung des Bildungsstandes und von den Maßnahmen zur Beseitigung kirchlicher Mißstände profitierte.

Karl verstand sich nicht nur als Förderer der Kirche, sondern durchaus auch als Herr des Reichsepiskopats. In kirchlichen Fragen hatte er großen Einfluss. Allgemein konnte er sich auf die Bischöfe stützen, die überwiegend aus den lokalen Adelsfamilien stammten und sowohl im geistlichen wie im weltlichen Bereich eine wichtige Rolle spielten.

Glaube und Politik waren im Mittelalter oft eng verzahnt.

Karl, der auch den Titel defensor ecclesiae („Verteidiger der Kirche“) trug, war nicht nur gläubig, er war auch bestrebt, seine Rolle als christlicher Herrscher in reale Politik umzusetzen. Dies spiegelt sich in zahlreichen Erlassen des Kaisers wider, nicht zuletzt im Rahmen der Verlautbarungen zur Bildungsreform, wo die Anwendung des geschriebenen Wortes bei der Gottesverehrung von zentraler Bedeutung war.

Karl setzte auf eine aktive Missionierungspolitik, so vor allem in Sachsen. Diese wurde teils mit erheblicher Gewalt durchgeführt, was Alkuin, der auf der Freiwilligkeit des Glaubens beharrte, kritisierte.

Hinzu kam, dass der kirchlichen Lehrmeinung zufolge eine Person erst im Glauben unterwiesen werden musste, bevor sie sich freiwillig dazu bekannte. Die bekehrten Sachsen waren aber nur sehr oberflächlich mit dem Christentum bekannt gemacht worden, während strenge Gesetze die anschließende Einhaltung sicherstellen sollten; eine verstärkte Mission bei den Sachsen setzte nach 785 ein.

Im Inneren drang Karl auf eine christliche Lebensführung seiner Untertanen, eine stärkere „Verchristlichung der Gesellschaft“, so beispielsweise hinsichtlich der Einhaltung der zehn Gebote und des Sonntagsgebots.

Zentrum der karolingischen Kirchenpolitik war seit Ende des 8. Jahrhunderts Aachen, wenngleich sich dort kein Bischofssitz befand. Nach 794 fanden Synoden im Beisein des Königs nur noch in Aachen statt. In den folgenden Jahren kümmerte sich Karl immer wieder auf Synoden um kirchliche Probleme. Die von Pippin in die Wege geleitete Reform der Liturgie nach römischem Vorbild wurde weitergeführt. Seit der Königszeit Pippins gab es eine Kooperation mit dem Papsttum, die Karl fortsetzte.

 

Karolingische Bildungsreform

Angelsachsen wie der gebildete Alkuin spielten am Hof von Karl eine große Rolle. Bischof Bonifatius in England betrieb die Missionierung in Mitteleuropa und schickte Wunibald, Willibald und Walburga um die Mitte des 8. Jahrhunderts in das heutige Franken.

Um diese Zeit galten die Iren als Gelehrte, und manche von ihnen kamen auch an den Hof von Karl. Sie stärkten die Schriftkultur im Reich.

Im Frankenreich war die lateinische Sprache im 7. und 8. Jahrhundert zunehmend „verwildert“ und hatte sich weit vom „klassischen“ antiken Latein entfernt. Auch die kirchlichen Bildungseinrichtungen verfielen. Griechischkenntnisse waren im Westen kaum noch vorhanden, aber auch korrektes Latein musste neu erlernt werden.

Karl stoppte den sprachlichen Verfall im Karolingerreich seit Ende des 8. Jahrhunderts als Teil seiner karolingischen Bildungsreform.

Karl interessierte sich sehr für Kultur. Er förderte die Bildungsreform nach Kräften, die Umsetzung aber war maßgeblich Alkuins Verdienst. Der Schlüsselbegriff dafür lautete correctio. Damit war gemeint, dass die lateinische Schrift und Sprache, also die Grundlage für den kulturellen und geistlichen Diskurs im lateinischen Westen, sowie der Gottesdienst zu „berichtigen“ waren. Das vorhandene Bildungsgut sollte systematisch gesammelt, gepflegt und verbreitet werden. Dazu diente auch die Einrichtung einer stetig erweiterten Hofbibliothek.

In der berühmten Admonitio generalis aus dem Jahr 789 wird auch das Bildungsprogramm explizit angesprochen. Die Klöster wurden unter anderem ermahnt, Schulen einzurichten, auf die Bildung der Priester und auf die korrekte Wiedergabe der Texte beim Kopieren zu achten; Korrekturbedürftiges sei zu korrigieren.

Die Reform der Kloster- und Domschulen war auch aus religiösen Gründen von Bedeutung, da der Klerus auf möglichst genaue Sprach- und Schriftkenntnisse angewiesen war, um die Vulgata, die lateinische Bibelfassung, auslegen und theologische Schriften erstellen zu können. Dies ist ein zentraler Gedanke der Reform: Eindeutigkeit des geschriebenen und gesprochenen Wortes seien für eine wirksame Gottesverehrung unerlässlich. Als neue Schriftart setzte sich die karolingische Minuskel durch. Es wurde sehr auf eine nach antikem Maßstab korrekte Grammatik und Schreibweise Wert gelegt.

Im kirchlichen Bereich wurde unter anderem die Liturgie überarbeitet. Es wurde eine revidierte Fassung der Vulgata angefertigt, die sogenannte Alkuinbibel. Ältere Schriften wurden durchgesehen und korrigiert, Kopien erstellt und verbreitet. Die Hofschule wurde zum Lehrzentrum, was auf das gesamte Frankenreich ausstrahlte.

Mehrere Klöster wurden neu gegründet oder erlebten einen erheblichen Aufschwung, so unter anderem St. Gallen, Reichenau, St. Emmeram, Mondsee und Fulda. Sie waren Hauptträger der Bildungsreform und wurden deshalb vielfach erweitert. Im Kloster Fulda entwickelte sich unter Alkuins Schüler Rabanus Maurus eine ausgeprägte literarische Kultur.

Die Bildungsreform sorgte für eine deutliche Stärkung des geistigen Lebens im Frankenreich. Die literarische Produktion stieg nach dem starken Rückgang seit dem 7. Jahrhundert spürbar an, auch Kunst und Architektur profitierten davon. Noch erhaltene antike lateinische Texte wurden gelesen und kopiert.

Von der Hofbibliothek wurden seltene Texte den Kathedral- und Klosterbibliotheken zur Abschrift zur Verfügung gestellt. Buchbestände wurden gesichtet und schriftlich in Katalogen erfasst, neue Bibliotheken eingerichtet. Besonders nachgefragt waren Ovid und Vergil, daneben wurden unter anderem Sallust, Quintus Curtius Rufus, Sueton und Horaz wieder zunehmend gelesen.

Die karolingische Bildungsreform hatte somit für die Überlieferung antiker Texte eine große Bedeutung. Diese sind zu einem großen Teil nur deshalb erhalten geblieben, weil sie im Rahmen der Bildungsreform neu kopiert und damit gerettet wurden.

Karl ließ auch alte germanische, volkssprachliche Texte aufschreiben. Die alten Heldenlieder wurden schriftlich fixiert.

Die Bildungsreform stärkte also auch die Entwicklung der volkssprachigen Literatur, so des Althochdeutschen. Zentren altdeutscher Überlieferung waren später unter anderem die Klöster Fulda, Reichenau, St. Gallen und Murbach. Fragmentarisch erhalten ist etwa das Hildebrandslied, ein althochdeutsches Heldenlied (um 830/40).

Die Zeit der karolingischen Bildungsreform war auch eine Blütezeit der Kunst, vor allem der Goldschmiedearbeiten, zu denen der sogenannte Talisman Karls des Großen zählt, und der Buchkunst.

In mehreren Werkstätten des Reiches entstanden (oft in arbeitsteiligen Prozessen) wertvolle und meisterhaft „illuminierte“ (illustrierte) Bilderhandschriften, so an der berühmten Hofschule Karls des Großen in Aachen, auch als Ada-Schule bekannt.

Der Stil der karolingischen Buchkunst variiert nach der jeweils tätigen Gruppe; immer wieder treten Erinnerungen an Werke der spätantiken und byzantinischen Buchmalerei auf. Es wurden kunstvolle, edelsteinbesetzte und häufig mit elfenbeinernen Reliefschnitzereien geschmückte Prachteinbände für die Handschriften angefertigt.

 

Am 28. Januar 814 starb Karl der Große in Aachen. Schon 806 hatte er in einem politischen Testament einen Reichsteilungsplan verfasst, nachdem aber seine beiden älteren Söhne verstorben waren, hatte Karl im September 813 auf einem Hoftag seinen Sohn Ludwig, seit 781 Unterkönig in Aquitanien, zum Mitkaiser erhoben. Ludwig war der letzte verbliebene Sohn aus Karls Ehe mit Hildegard und somit der nächste legitime Anwärter.

Die wichtigsten Quellen für Leben und Zeit von Karl dem Großen sind die von seinem Vertrauten Einhard verfasste Vita Karoli Magni, deren Originaltitel wohl Vita Karoli imperatoris gelautet hat (geschrieben zwischen 817 und 836) und die Annales regni Francorum (Reichsannalen).

 

 

Moderne Berater für die Kanzlerin Dr. Angela Merkel

 

Karl der Große hatte also den angelsächsischen Berater Alkuin, und außer bei seinen Sachsenkriegen schien Karl auch auf ihn zu hören. Bischof Bonifatius in England bereitete Mitte  des 8. Jahrhunderts die Königskinder Wunibald, Willbald und Walburga zur Missionierung im heutigen Fraken vor. Um 800 galten viele Iren als Gelehrte.

Also, angelsächsische Wissenschaftler führen auch heute durch ihre dauerhafte genial-schöpferische Forschung die internationale Spitzenforschung an.

Könnten nicht George Church, Lisa Randall, Ray Kurzweil, Roland Benedikter … die deutsche Kanzlerin beraten, so wie Alkuin Karl den Großen beriet ?

 

Ray Kurzweil ist ein US-amerikanischer Autor und Erfinder, von dem unter anderem der allererste Computerscanner stammt. Bekannt ist Kurzweil aber vor allem als Vertreter der Singularity-Bewegung, deren Anhänger glauben, dass Mensch und Computer bald verschmelzen werden. Ihre Theorie gründet auf der These, dass die Geschwindigkeit technischer Entwicklungen exponentiell erfolge ein Phänomen, das bei der Rechnerleistung durch das Mooresche Gesetz beschrieben wird. Wenn Computer erst einmal intelligenter als Menschen sind, so ihre Überzeugung, werde sich die Entwicklung überschlagen. Einen Zeitpunkt für dieses Jahr null des technischen Superwachstums haben die Singularisten bereits ausgemacht: das Jahr 2045.

 

George Church ist Molekularbiologe am Genetik-Department der Harvard Medical School in Boston. Mit seinem Personal Genome Project will er die Genome von mindestens 100 000 Teilnehmern weltweit analysieren, um weitere Forschung in der Pharmakogenetik zu ermöglichen. Das Projekt wird biometrische und medizinische Informationen der Teilnehmer kostenlos im Internet veröffentlichen, sodass Wissenschaftler verschiedene Hypothesen zum Zusammenhang von Genotyp, Umwelt und Phänotyp überprüfen können. Bei ihm arbeitet Luhan Yang, die sich ebenfalls im Rahmen der Forschung an CRISPR/cas9 einen Namen gemacht hat.

 

Regierungschefs umgeben sich meistens mit Leuten, die ihrer eigenen Meinung das Wort reden, so wie George W. Bush jun. mit seinen Kriegsgelüsten gegen den Irak im Jahr 2003, aber könnte sich nicht wenigstens die Kanzlerin Merkel am Beispiel von Karl dem Großen und Alkuin orientieren ? Die o.g. Leute wären besser als Berater geeignet als die 1968er und deren Programmierer, die so oft zur Deutschenfeindlichkeit tendieren. 

Roland Benedikter wäre am besten als Beraterin der Kanzlerin geeignet, weil er auch die US-Regierung berät. Er ist in den USA als Politologe und Soziologe tätig.

Roland Benedikter ist

-        Forschungsprofessor für Multidisziplinäre Politikanalyse am Willy-Brandt-Zentrum der Universität Wroclaw/Breslau,

-        Vollmitglied des Club of Rome,

-        Mitautor zweier White Papers des Pentagon und des U.S. Generalstabs über die Zukunft von Neurotechnologie und Neurokriegsführung (2013 und 2014), von Büchern über globalstrategische Fragen (darunter zwei über das China Xi Jinpings im Jahr 2014) und des neuen Buches "Neuroscience and Neuroethics: How They Will Impact Human Futures" (gemeinsam mit James Giordano, Springer New York), das 2015 erscheint.

 

Roland Benedikter: Neurowissenschaft und Neurotechnologie werden in den kommenden Jahren möglicherweise größere Änderungen herbeiführen als die herkömmliche Politik oder Wirtschaft. Die Technikcommunity ist zur konkreten politischen Kraft geworden. Der Transhumanismus ist auf dem Vormarsch. Die Technik zeichnet sich nun als konkrete politische Kraft ab, doch das traditionelle Politische ist darauf kaum vorbereitet.

Drei Schritte zum "Transhumanismus":

-        Der Start des Google-Projekts "Endet den Tod",

-        die Intensivierung der BRAIN-Initiative und

-        die Gründung der "Transhumanistischen Partei" in den USA

waren 2014 Schritte auf dem Weg zu einer "transhumanistischen" Gesellschaft.

Was heute in einem einzigen Jahr beispielsweise an der Schnittstelle zwischen menschlichem Gehirn und Technik geschieht, ist bis vor kurzem nicht in einem Jahrzehnt geschehen.

Es handelt sich um eine exponentielle Entwicklung.

Die Technisierung von Gesellschaft und Mensch erfolgt unter anderem am Hebel einer Medizin, die - etwa in Gestalt der Neurokriegsführung - immer stärker auch militärisch genutzt wird. Sie wird durch die Befürworter des "Human Enhancement" ("Verbesserung des Menschen"), das Wissenschaftler, Unternehmer und Politiker über Sprach- und Ideologiegrenzen hinweg verbindet, als fortschrittlicher Transformationspfad des 21. Jahrhunderts propagiert. Der Transhumanismus ist auf dem Vormarsch. Ein Ziel: Cyborgisierung des Menschen.

Transhumanismus: Wie werden (und wollen) wir in Zukunft leben – als Individuum und Gesellschaft? Wie viel Technologie ist wünschenswert, um unser Leben zu verlängern und zu verbessern? In fortschrittlichen Staaten wie USA, UK und China wird das diskutiert.

2014 gründete der Bestseller-Autor Zoltan Istvan in den USA die "Transhumanistische Partei der Vereinigten Staaten" (Transhumanist Party of the USA). Er kandidiert damit bei den Wahlen im November 2016 für das Präsidentenamt der USA. Es gibt inzwischen weltweit vernetzte "Transhumanistische" Parteien.

Transhumanismus als "Human Enhancement":

  1. Gentechnische Verbesserung des Genoms des Menschen.
  2. Entwicklungen in Richtung Cyborg.
  3. Vermengung von menschlicher mit künstlicher Intelligenz (Artificial Intelligence, AI).

Führende AI-Wissenschaftler wie Ray Kurzweil erwarten, dass die Künstliche Intelligenz bis 2045 zur Entwicklung einer Singularität führen wird, also zu einem sich selbst bewußten Intelligenten Wesen (IW).

Es gibt Entwicklungen in Richtung "Hybridisierung" von Mensch und Technologie mittels "Brain-Computer-Interfaces" (BCI’s) und "Brain-Machine-Interfaces" (BMI’s), die beide Direktverschaltungen des Gehirns mit Computern und Maschinen darstellen.

2014 und 2015 waren Schritte auf dem Weg in eine "transhumanistische" Gesellschaft

  • Start des Google-Projekts "Endet den Tod",
  • Intensivierung der BRAIN-Initiative der USA und
  • Ausbau der "Singularity University" auf dem NASA-Gelände Moffet Federal Airfield nahe Palo Alto, einer 2008 von Google-Ingenieurschef Ray Kurzweil mitgegründeten Universität, die der Vorbereitung auf das Erwachen der Technik zu Selbstbewußtsein und zum "Dasein als Einzelne" (singularity) gewidmet ist,
  • führende Universitätszentren wie das – bisher einzige – "Zukunft der Menschheit Institut“ (Future of Humanity Institute) der Oxford Universität, das Fördermittel für die Zukunft des Menschseins von Finanziers und Großsponsoren aus den USA und Europa erhält, darunter aus der globalen Technologie-Wirtschafts-Avantgarde in Silikon Valley, treten aktiv für eine Cyborgisierung des Menschen ein.

Sie wollen nach Möglichkeit auch eine Lebensverlängerung des menschlichen Gehirns unabhängig vom menschlichen Körper (Head-Transplanting, Kopfverpflanzung) und eine Replikation des menschlichen Geistes per computer- und Künstliche-Intelligenz-gestütztem Algorithmensystem (Mind-Uploading – "Verstand-Aufladen" in Computer und Internet) wissenschaftlich und gesellschaftlich durchsetzen.

Direkte Gehirn-Computer und Gehirn-Maschine-Schnittstellen sind in Medizin, Wissenschaft und Militär bereits Standard. Die Steuerung von Maschinen durch Gedanken (etwa von Rollstühlen) gerät zur Routinerealität.

Regierungen sowohl im anglo-amerikanischen (USA, Großbritannien) wie im asiatischen Raum (China, Südkorea) diskutieren die medizinische Cyborgisierung des Menschen.

Der Transhumanismus geht davon aus, "dass Technik Gott ablösen wird" und "Human Enhancement" wird eine ganz neue Phase körperbezogener Spiritualität auslösen wird (Zoltan Istvan. Die Frage nach der Verbesserung des Menschen wird im Zeitalter hoch individualisierter "Körperindustrien" zur zentralen wirtschaftlichen und Innovationsfrage.

Der Gesundheitsbereich wird in dieser Entwicklung - neben dem Mobilitätsbereich – eine Vorreiterrolle spielen. Beide Bereiche könnten sich unter dem Eindruck des "Human Enhancement" (menschliche Optimierung) rasch verändern: Vom bisherigen "Heilen des kranken Körpers" (healing) zur "Verbesserung des gesunden Körpers" (enhancement), und vom Transportieren des Bewußtseins des Menschen in Schöpfungen der KI.

Dazu kommt eine umfassende Automatisierung, die nach Schätzung internationaler Organisationen wie der OECD und der Vereinten Nationen bereits in den kommenden 10 Jahren mindestens ein Drittel aller bisher von Menschen betriebenen Industrie- und Dienstleistungsarbeitsplätze durch eine Kombination von Maschinen mit Künstlicher Intelligenz ersetzen wird – was den Effekt der technologischem Umwälzung sozial verstärken wird.

Die Ankündigung der größten Autobauer der Welt, VW und Toyota, massiv in diese Richtung gehen zu wollen, ist nur der erste Schritt in einem bevorstehenden Umbruch.

Der Effekt des Zivilisationstrends zu umfassender "transhumanistischer" Technologisierung wird gesellschaftspolitisch bisherige öffentliche Mechanismen ändern. Dazu gehören die Neukonzeption gesellschaftlicher Umverteilung (Redistribution) von Produktionserträgen an die Öffentlichkeit, wie es der "technoprogressive" (linke) Strang der "transhumanistischen Bewegung", darunter James J. Hughes (Institute for Ethics and Emerging Technologies), Nick Bostrom (Zukunft der Menschheit Institut, Oxford Universität) oder der Präsidentschaftskandidat 2016 der "Transhumanistischen Partei der USA", Zoltan Istvan, für anglo-amerikanische Verhältnisse fordern.

Teile der "Transhumanistischen" Bewegung treten unter anderem für ein bedingungsloses Grundeinkommen, allgemein zugängliche öffentliche Gratisbildung und universale Gratisgesundheitsversorgung ein, aber auch für den kostenlosen allgemeinen Zugang zu Technologie und Bildung als grundlegendes Menschen- und Bürgerrecht.

Finanziert werden soll das mit den Produktivitätsleistungen von Automatisierung und künstlicher Intelligenz, die nach Expertenerwartungen in ihrer Kombination deutlich billiger als Menschen produzieren und also größere Überschüsse hervorbringen werden.

Die Menschheit sollte – wie von führenden Transhumanisten beim "Weltzukunftskongreß 2045" (Global Future 2045 Congress) im März 2013 in einem offenen Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki-moon programmatisch eingefordert – ihrer Meinung nach alle Hoffnungen auf Technologie setzen, um Hunger und Unterentwicklung, illiberale Gesellschaftsformen, Kriege und Unruhen zu beenden und Gleichheit und Frieden herzustellen.

Die Verlängerung der Lebensdauer des menschlichen Körpers und Geistes könnte neue Tiefendimensionen von Selbst- und Welterfahrung erzeugen, die ein "anderes", kooperativeres und friedlicheres Politisches hervorbringen könnten.

Dazu gehört auch die Vorbereitung auf die nach Meinung von Wissenschaftlern wie Stephen Hawking (Cambridge Universität) und Großindustriellen wie Elon Musk (Tesla Motors, private Space-X-Raumfahrt) oder Bill Gates (Microsoft, Gates-Stiftung) im Rahmen des bereits begonnenen nächsten Schubs der Raumfahrt (einschliesslich deren Kommerzialisierung) bevorstehende Begegnung mit nicht-irdischem "Leben", sei dieses nun "intelligent" oder nicht.

Zugleich wischen die meisten Transhumanisten im Rahmen der Technik-Mensch-Synthese, die sie als den Kern der weiteren menschheitlichen Entwicklung darstellen, praktisch alles Bisherige an Kultur, Religion und Menschheitsgeschichte als bloße Konstrukte der nun vor der Überwindung stehenden conditio humana vom Tisch.

Der Mensch hatte aufgrund seiner Sterblichkeit und grundsätzlichen existentiellen Sorge über Jahrtausende eine "Kultur des Todes" zu pflegen. Doch die Transhumanisten sind überzeugt: deren Zeit geht nun erstmals in der Geschichte zu Ende. Hatte die Medizin Krankheit und Tod bekämpft und damit ein universalrevolutionäres Projekt des Aufstandes gegen die "natürliche Ordnung" gegen den Widerstand traditioneller Kräfte wie der organisierten Religion begonnen (Paul Unschuld), so glauben Transhumanisten, dass Krankheit und Tod nun in Griffweite sind, ganz "beendet" werden zu können.

Das wird die menschliche Kultur verändern – und zwar durchaus nicht nur einzelne Kulturbereiche wie Kunst, Spiritualität oder Religion, sondern weit tiefgehender dasjenige, was "Kultur" überhaupt bedeutet. Technik wird der wesentliche Motor sein, um eine Weltzivilisation hervorzubringen, da bisherige Politik, Religion und Kultur dazu nicht in der Lage sind.

Insgesamt ist eine Entwicklung absehbar, innerhalb derer praktisch alle Bereiche der globalisierten Gesellschaft durch den Dialog über die wünschenswerte Zukunft von Mensch, Gesellschaft und Politik im Spannungsfeld zwischen Argumenten des Humanismus und des Transhumanismus bestimmt sein werden.

Die Verschmelzung von Mensch und Computer wird von Vertretern der "Transhumanistischen" Bewegung, die sich seit den 1980er Jahren organisiert, mittels Regierungs-, Wissenschafts- und Unternehmensberatung vorangetrieben.

Empfohlen werden unter anderem die breite Anwendung von

  • Gehirn-Computer-Schnittstellen (Brain-Computer-Interfaces, BCI’s) auch in alltäglichen Lebensbereichen,
  • Implantate zur Steigerung der kognitiven Fähigkeiten,
  • Neural Engeneering zur allgemeinen Erweiterung menschlichen Bewusstseins und
  • Cyborgisierung auch gesunden Körpergewebes, um Widerstandsfähigkeit und Lebensdauer zu steigern.

 

 

Die "Transhumanisten" benutzen "Neo-Humanismus" gleichbedeutend mit "Transhumanismus".  „Transhumanismus" bedeutet: Man will über den bisherigen Menschen hinausgehen.“

Das heißt im Kern über die "conditio humana", den Seinszustand des bisherigen "natürlichen" Menschen, der geboren wird, relativ kurz und unbewußt lebt und dann stirbt.

Die Vertreter des "Human Enhancement" und des "Transhumanismus" wollen die bisherigen physischen, kognitiven und vielleicht auch "geistigen" Grenzen unseres Menschseins überschreiten. Dazu rüsten sie den Menschen biotechnologisch "auf" und versuchen, Altern und sogar den Tod abzuschaffen.

Diejenigen, die den Menschen der nahen Zukunft als technoides Wesen, wenn nicht gar als integralen Teil der Technik sehen - wie etwa Google-Chefingenieur Ray Kurzweil oder Oxford-Philosophieprofessor Nick Bostrom, der Leiter des "Zukunft der Menschheit Instituts" an der dortigen Fakultät für Philosophie und der James Martin 21st Century School -, sehen das Jahr 2045 als wahrscheinlichen Zeitpunkt, an dem die Technik so etwas wie "Bewußtsein" entwickeln oder, wie es in ihrem Fachjargon heißt, eine "Singularität" werden könnte.

Kurzweil nennt neuerdings sogar das Datum 2029 als Zeitpunkt, an dem die Technik "intelligenzmäßig" auf menschliches Niveau gelangen könnte. Jede "Singularität" hat als ersten und grundlegenden Trieb den Selbsterhaltungstrieb und wendet diesen bei ausreichendem Bewußtsein antizipativ an. Daher stellt sich laut Bostrom bis Mitte des Jahrhunderts nicht als wichtigste Frage, wie wir Kriege vermeiden oder internationale Beziehungen am besten gestalten, sondern noch wichtiger, wie wir eine immer intelligentere Technik - eine "Superintelligenz", die durch die Kombination künstlicher Intelligenz mit biologischen Elementen im Entstehen begriffen ist - mit einem "Kontrollmechanismus" versehen können, der verhindert, daß sie sich aus Selbsterhaltungsgründen gegen den Menschen wendet.

 

Google hat im Herbst 2014 unter Führung seines Technologie-Direktors Ray Kurzweil mit großem Mittelaufwand das Projekt "Endet das Altern und den Tod" gestartet, bei dem reine IT-Systeme durch Komplexität der Technologie, Programmierung und Dateninhalte sich selbst weiterentwickeln, indem sie sich kombinieren und selbständig neue Informationen generieren, die dazu verhelfen,

  • Krankheiten zu beseitigen,
  • die Lebensdauer des menschlichen Körpers auf ein Mehrfaches zu erhöhen und
  • schließlich den Tod zu besiegen.

Technologien des Human Genome Editing sowie die Verhinderung der Telomeren-Verkürzung müssen durch die Zusammenführung mit künstlicher Intelligenz ausgereift und besser integriert werden.

 

Führende Transhumanisten, etwa der Mitbegründer der Transhumanistischen Bewegung Nick Bostrom, beraten seit Sommer 2014 verstärkt die BRAIN-Initiative der USA in Fragen der Bioethik. BRAIN ist auf Initiative von US-Präsident Barack Obama der "Verbesserung" des menschlichen Gehirns und Erkennens gewidmet ("Cognitive Enhancement“) zur Lösung der auch der ethischen Probleme bei Human HighTech Eugenics. Das ist stark transhumanistisch geprägt nicht nur in den USA, sondern international, das wird bereits von Staaten wie China im Rahmen ihrer Möglichkeiten imitiert. Das eröffnet eine internationale transhumanistische Zusammenarbeit.

 

Im Oktober 2014 hat der amerikanische Philosoph und Futurist Zoltan Istvan die "Transhumanist Party" der USA gegründet. Er will damit 2016 für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten kandidieren. Der Transhumanismus hat sich im Herbst 2014 erstmals als konkrete politische Kraft organisiert und damit eine neue Stufe seines Einflusses erreicht, unabhängig davon, welchen Erfolg die Partei im Einzelnen haben kann oder haben wird.

Istvan hat 2013 das Buch "The Transhumanist Wager" veröffentlicht, das zum Nr.1 Bestseller bei Amazon wurde, und er ist der Begründer der philosophischen Strömung des "Teleologischen Egozentrischen Funktionalismus" (TEF), die für die radikale Bemühung um Selbststeigerung des Einzelnen unter anderem durch "Verbesserung" seines Körpers und Gehirns eintritt. Istvan möchte das zum politischen Programm erheben, das im US-Präsidentschaftswahlkampf eine konkrete Rolle spielt.

 

Die Parteigründung der "Transhumanisten" baut auf mehreren Vorinitiativen auf.

Ein Impuls zur politischen Mobilmachung der radikalen Technophilen war der offene Brief des zweiten "Weltzukunftskongresses 2045" am 11. März 2013 an UN-Generalsekretär Ban-ki Moon. Darin forderten bedeutende Philanthropen wie James Martin und Mitglieder wichtiger Universitäten wie Oxford sowie Meinungsmacher und Unternehmer aus den USA, Großbritannien, Rußland und Kanada unter anderem die staatliche Förderung der Entwicklung künstlicher Körper (Avatar-Roboter), deren Kombination mit weiterentwickelten Gehirn-Computer-Schnittstellen, der Weiterentwicklung lebensverlängernder Maßnahmen insbesondere für das menschliche Gehirn - eventuell auch abgetrennt vom restlichen physischen Körper -, der Entwicklung eines "vollständigen technischen Äquivalents des menschlichen Gehirns" und schließlich dessen "Verkörperung in einem nicht-biologischen technologischen Substrat" zum Zweck der Unsterblichkeit, was praktisch die Abbildung des menschlichen Geistes als Computerprogramm bedeutet.

 

Die Kongressteilnehmer 2013 des zweiten "Weltzukunftskongresses 2045" am 11. März 2013 an UN-Generalsekretär Ban-ki Moon (darunter Mitglieder wichtiger Universitäten wie Oxford sowie Meinungsmacher und Unternehmer aus den USA, Großbritannien, Rußland und Kanada) gingen davon aus, daß die heutige Menschheit an einer "Entwicklungsschwelle" steht und daß nur eine radikale Technologieoffensive, die den Menschen von zahlreichen seiner bisherigen Bedürfnissen und Problemen "befreit",

  • Kriege verhindern,
  • das globale Ressourcenproblem lösen und
  • den Weg zu einer individualitätszentrierten globalen Gesellschaft öffnen

kann. Diese Ziele entsprechen in etwa denen der neuen "Transhumanistischen Partei" der USA von 2014. In diesem Sinn fragten vor einiger Zeit internationale Medien, ob der nächste US-Präsident ein Cyborg sein wird - und ob die großenteils religiösen Amerikaner das wollen oder auch nur die Kandidatur zulassen sollten. Zoltan antwortete damit, warum sich ein Transhumanist für die US-Präsidentschaft bewerben sollte,

Die politische Vision der "Transhumanist Party":

1) Den Wissenschaftlern und Technologen der USA die Mittel zur Verfügung zu stellen, um den "menschlichen Tod" und das Altern innerhalb von 15 bis 20 Jahren zu überwinden.

2) Eine "kulturelle Mentalität" in den USA zu kreieren, die von der Annahme ausgeht, daß "radikale Technologie zu akzeptieren und zu produzieren" im besten Interesse der USA und der Menschheit "als Spezies" sei.

3) Die Bürger vor dem Mißbrauch von Technologie zu schützen und die planetaren Gefahren, die der Eintritt in die "transhumanistische Ära" bedeutet, zu erklären.

 

Wichtig in realpolitischer Perspektive ist, daß die Partei von Zoltan Istvan mit ihrer politischen Initiative offenbar eine Mentalität in der amerikanischen Bevölkerung zu kreieren versucht, radikale Technologie und Wissenschaft als die beste Lösung für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts zu betrachten. Das wird dasjenige, was heute bereits im Silicon Valley als Grundüberzeugung gang und gebe ist, in die konkrete parteipolitische Dimension überführen - und das wird Wirkungen zeitigen für die gesamte Konstellation der USA.

Die Technophilen könnten zunehmend in den USA eine Rolle spielen beide große Volksparteien der USA beeinflussen, weil Technologie als "nicht-ideologisch" gilt und parteiübergreifend positiv gesehen wird.

Aber es geht hier nicht mehr nur um gesellschaftliche Ausrichtungen, sondern um die künftige Gestalt des Menschen an sich.

Mit der Parteigründung ist beabsichtigt, daß sich die radikale internationale Technikcommunity an das Ringen um konkrete politische Macht gewöhnt und der Transhumanismus zu einem dauerhaften politischen Faktor in der öffentlichen Rationalität wird - ausgehend von der sowohl technologisch führenden wie politisch stärksten Macht der Erde, den USA.

Nick Bostrom befürwortet, den Schritt über den bisherigen menschlichen Körper hinaus zu machen, ohne den die Menschheit in eine Sackgasse gerät – wie vielen Kapitalverbrechen der Menschen in Vergangenheit und Gegenwart beweisen – man denke nur an das Abschlachten von 35000 Elefanten und 1000 Nashörnern im Jahr, an Verdreckung Leerfischung der Meere, Abbrennen der Urwälder, immer schnellere Auslöschung von Tier- und Pflanzenarten, und dabei sind die Menschen noch damit beschäftigt, untereinander Kriege und Bürgerkriege zu führen, Massenmorde an Menschen und Tieren zu begehen ...

Die Botschaft ist: Die Technik wird alles lösen, sie ist der universale Hebel, und sie steht jenseits aller bisherigen Parteien und Ideologien. 2014 hat diese Ideologie angefangen, eine neue Politik zu begründen.

Technophile Weltanschauungen werden in den neueren Generationen des Internet und des Mobiltelefons politisch aufsteigen jenseits der traditionellen Parteien, beginnend in den USA, davon ausstrahlend auf die anderen Staaten.

 

Angestrebt wird, den bisherigen Menschen durch einen neuen zu ersetzen - und die Menschheit in eine "Neo-Menschheit" zu überführen, wie es der zweite Weltzukunftskongress formulierte. Weil der Humanismus oft veralteten Ideen anhängt, kann der Transhumanismus tatsächlich dabei helfen, sonst unlösbare Probleme zu lösen.

Ein vernünftiger Dialog ist zu allseitigem Vorteil - auch für die Transhumanisten selbst.

So forderte Berners-Lee die Anerkennung des Internetzugangs als Menschenrecht.

Der Schutz der Menschenrechte ist so weit geboten, wie er im Sinne von Nick Bostrom es erleichtert, zu höheren Hominidenformen zu gelangen. Höher ist der Schutz der Tierrechte zu veranschlagen, da diese unter der sittlich-ethischen Unvollkommenheit ohne eigene Schuld sehr zu leiden haben.

 

Das chinesische Google-Pendant Baidu arbeitet daran, über die Nutzung seiner Datenmengen und seines Netzwerks durch die Vernetzung von zehntausenden Computern eine "lernende Intelligenz" zu schaffen, wozu Stanford-Forscher 2014 eine neue Forschungseinrichtung für Baidu in Kalifornien gegründet haben.

Zugleich geht auch Facebook neue Wege: 2014 arbeitete man intensiv an einem sogenannten "digitalen Assistenten" für die User. Es handelt sich um eine Funktion künstlicher Intelligenz mit Selbstlernmechanismus hinsichtlich Identifikationsaufgaben.

Das zentrale Problem bei all diesen Bemühungen ist, die rasch voranschreitende künstliche Intelligenz und die daraus möglicherweise entstehende "Singularität" einfach mit dem menschlichen Bewußtsein gleichzusetzen.

Eine formale, wenn auch sich hochentwickelnde und lernende operative Logik ist in Wirklichkeit nicht dasselbe wie ein ontologisches, das heißt ein seiner Akte während dieser Akte bewußtes Selbst-Bewußtsein. Auch Ray Kurzweil sagt, daß Bewußtsein, vor allem menschliches Bewußtsein, mehr ist als reine Logik und lernende Kombination von Elementen.

Die Transhumanisten betonen selbst immer wieder, daß der Übergang in ein transhumanistisches Zeitalter mit erheblichen Gefahren verbunden ist.

Möglichkeiten des Mißbrauchs der neuen Technologien und Auswirkungen auf die künftige Sicherheitspolitik der USA hat Nick Bostrom hat in seinem neuen Buch "Superintelligence" beschrieben, das im Sommer 2014 erschienen ist.

Es wird sicher Fehler in den Anschauungen vieler Transhumanisten geben, es wird zu fehlerhaften Interpretationen der alten, reinen SF-Ideen und auch zur Sektenbildung kommen, wie auch bei Christentum und Kommunismus.

Die Transhumanist Party ist ein cleverer Schritt zumindest für die Transhumanisten. Das wird

zunächst verstärkte kritische Auseinandersetzung hervorbringen.

Politik und Medien dürfen nicht weiter bewußt wegsehen und den Kopf in den Sand stecken. Vor allem in Europa ist das Thema Transhumanismus noch völlig unterbelichtet.

Genau. Aus diesem Grunde ist R. Benedikter sehr geeignet dazu, die Kanzlerin zu beraten.

 

Mark Stevenson

 

Mark Stevensons Blog: www.optimistontour.com

Mark Stevenson: An Optimist's Tour of the Future. Profile Books, 2011, 15,99 Euro.

Themen: Private Weltraumfahrt, selbstreplizierende Nano-Fabriken, Maschinen, die Kohlendioxid aus der Atmosphäre fischen, individualisierte Supermedizin ...

Also, auch Mark Stevenson könnte ein guter Berater der Kanzlerin werden.

Eine amerikanische Start-up-Firma namens Konarka stellt extrem dünne, flexible Solarfolien her. Diese billigen Mini-Kraftwerke lassen sich nahezu überall integrieren - unter anderem auf der Außenseite von Laptop-Taschen, wo sie Computer oder Smartphones im Tascheninneren mit Strom versorgen.

Es laufen aktuell die Arbeiten zu einem Keimbahn-Editing, wobei man Eizelle, Spermie oder die Blastula einer gezielten DNA-Veränderung unterzieht, die dann auch erblich ist.

Transhumanisten arbeiten im Rahm von Human HighTech Eugenics auf das tausendjährige Leben hin.

Ray Kurzweil will die Verschmelzung von menschlicher und künstlicher Intelligenz noch vor der Jahrhundertmitte.

Die Aktionen der Transhumanisten reichen in die Gebiete Genetik, Ethik und Medizin.

George Church von Harvard, ihr bedeutendste Vertreter („Regenesis“ heißt sein Buch von 2012) wurde schon im Kapitel Transhumanismus angeführt.

Cynthia Breazeal am Harvard MIT Media Lab konstruiert autonome, sozial interagierende Roboter. Roboter wiederum sind ein hochinteressantes Thema im Zusammenhang mit Nanotechnologie.

Wir bauen leistungsstärkere Computer, mit denen wir noch leistungsstärkere Computer konstruieren können.

Dieses sogenannte Phänomen der Autokatalyse führt zu einer exponentiellen Entwicklung von Technologien.

In den vergangenen Jahren haben sich beispielsweise Parameter wie die Zahl der Telefonverbindungen pro Tag, die Verbreitung von Mobiltelefonen, die Kosten drahtloser Kommunikation und die Bandbreite des Internets exponentiell entwickelt.

Ähnliches geschieht gerade bei der Gentechnik.

Craig Venters Sequenzierung des ersten menschlichen Genoms kostete noch rund 300 Millionen Dollar. Heute, wenige Jahre später, sind dafür weniger als 100 000 Dollar fällig.

Derzeit konkurrieren neun Teams um einen wissenschaftlichen Preis für denjenigen, der 100 menschliche Genome in weniger als zehn Tagen oder für weniger als 10 000 Dollar pro Genom entschlüsseln kann. Von da an wird es nicht mehr lange dauern, bis eine Genomsequenzierung für zehn oder sogar nur noch einen einzigen Dollar möglich ist.

Das Personal Genome Project ist genau die Antwort auf dieses Problem. Der Forscher George Church wird in den nächsten Jahren die Genome Hunderttausender Freiwilliger sequenzieren und diese Daten mit ihrem Lebensstil, ihrer medizinischen Historie und persönlichen Eigenschaften korrelieren.

Church geht es nicht nur darum, den genetischen Code zu lesen, sondern ihn umzuschreiben - beispielsweise, um Krebszellen zu reprogrammieren. Damit eröffnen sich natürlich weitreichende ethische Fragen. Und gleichzeitig große Möglichkeiten, die Regeln des Spiels von Leben und Tod zu verändern.

Wenn wir in Zukunft die ganz persönliche genetische Konstellation des Genoms eines bestimmten Patienten kennen, werden wir genauer verstehen, welche Substanzen heilsam und welche gefährlich sind. Das erweitert die Bandbreite der einsetzbaren Substanzen enorm. Während Biotech auf diese Weise Millionen Leben verlängern kann, wird sie gleichzeitig die Kosten für medizinische Behandlungen senken.

Aubrey de Grey, einer der prominentesten Transhumanisten, behauptet in seinem Buch: "Ich glaube, dass der erste Mensch, der das Alter von 1000 Jahren erreichen wird, heute bereits lebt und 60 Jahre alt sein könnte."

Die rasante technische Entwicklung wird uns zwingen, den großen philosophischen Fragen nachzugehen: Was zeichnet Menschen aus? Was ist Leben? Wie wollen wir leben?

Ein Kind, das heute zur Schule kommt, wird voraussichtlich im Jahr 2087 in Rente gehen. Obwohl wir heute nicht einmal mehr verlässlich sagen können, wie unsere Welt in fünf Jahren aussehen wird, sollen unsere Schulen dieses Kind auf die kommenden sieben Jahrzehnte vorbereiten. Absurd!

Wir denken linear, und das heißt nichts anderes, als dass wir in einer Zeit exponentieller Entwicklungen falsche Entscheidungen treffen.

Der Physiker Klaus Lackner hat einen Karbon-Schrubber konstruiert hat, mit dem sich Kohlendioxid effektiv aus der Atmosphäre extrahieren lässt.

Ray Kurzweil: Implantiere dir einen Chip, der deinem Bewusstsein erlaubt, mit dem Tempo der Technologieentwicklung mitzuhalten!

In den vergangenen 300 Jahren gab es großartige Erfindungen wie Dampfmaschine, Otto-Motor und Mikroprozessor, aber auch die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, ein institutionelles Vehikel, das eine völlig neue Art des Wirtschaftens ermöglicht hat.

 

Auf den Transhumanismus gesetzte Hoffnungen

 

Der Transhumanismus wird u.a. durch eine hinreichende gentechnische Veredelung des Genoms des Menschen auf dieser Erde das Wüten der Menschen beenden, das Wüten der Menschen untereinander und gegenüber der Tier- und Pflanzenwelt seit Jahrtausenden, und damit wird er auch gleichzeitig die Epoche der Menschheit auf der Erde beenden.

 

Naturwissenschaft und Technik sind in den angelsächsischen Ländern hervorragend, genial und schöpferisch, und das kontinuierlich. Dazu gesellt sich in unseren Tagen China.

In seltener Ehrlichkeit für einen Menschen sagt John Harris, ein Bioethiker an der Manchester Universität im UK, daß der menschliche Genom nicht perfekt ist und man nicht die Chance verpassen sollte, ihn rechtzeitig zu verbessern. Er spricht von einem ethischen Imperativ, daß man diese positive Technologie unterstützen muß.

In Deutschland würde eine solche Äußerung eines Professors einen Sturm der Entrüstung hervorrufen und seine Entlassung bewirken.

 

Nick Bostrom, Philosoph in Oxford, UK, wurde durch sein Buch von 2014 „Superintelligenz“ bekannt. Er befürwortet Germline Engineering zur Erhöhung des IQ der Babies einzusetzen. Er führt auch einen speziellen Grund dafür an: Die technische Entwicklung wird zu immer höher entwickelter AI (Artificial Intelligence) führen, so daß die Menschen durch die immer intelligenter werdenden Computer in Nachteil gegenüber ihnen geraten. Dieses Gebiet der gentechnischen Verbesserung des Menschen mit dem Ziel des Brain Upgrading bezeichnet man als High-Tech Eugenik.

Bostrom schrieb 2013 in einem Artikel, daß gentechnische Verbesserung (genetic enhancement) des Menschen Kreativität und Entdeckergeist der Menschen bedeutend erhöhen würden. Damit wäre genetic enhancement eine wichtige langfristige Aufgabe für die Menschen, an Wichtigkeit gleichwertig mit der Beherrschung des Klimawandels oder der Finanzplanung einer Nation.

In Deutschland würde eine solche Äußerung eines Professors einen Sturm der Entrüstung hervorrufen und seine Entlassung bewirken.

 

Man vergleicht das mit der In Vitro Befruchtung (IVF) in den USA. Als man sah, daß die Vorteile die Risiken überwiegen, tat man es eben.

Neuhausser. “Vor einem halben Jahrhundert vor der praktizierten IWV wußten wir nicht, ob das Baby gesund sein würde. Irgendwer tat es und das hatte Erfolg.”

 

In Sicht auf das, was in 50 Jahren kommt, ist das heutige Geschehen wie ein Sturm im Wasserglas. In einigen Jahrzehntausenden leben wegen der transhumanistischen Entwicklungen sowieso keine Menschen unseres Schlages mehr auf der Erde, und schon in einigen Jahrhunderten können die Menschen ihre Herrschaft über die Erde an hinreichend gentechnisch veredelte Menschen (= Androiden) abgegeben haben.

In diesem dann auf das Zeitalter der Menschen, das Anthropozoikum, nachfolgende Zeitalter der Androiden, das Kyberzoikum oder Kyberzän, beherrschen die Androiden die Erde, und Menschen leben nur noch unter der Aufsicht von Androiden in Reservaten. Im Kyberzoikum werden die Androiden mitleidig bis verächtlich auf unsere heutige Zeit zurückschauen.

Die hinreichend gentechnisch veredelten Menschen oder Androiden werden ein gegenüber den natürlichen Menschen stark verändertes Genom haben, durch Human HighTech Eugenics und Brain Upgrading einen viel höher entwickelten Körper, Geist und Charakter.

 

Der sich in den nächsten Jahrzehnten ausbreitende Transhumanismus wird zuerst praktiziert in UK, USA und China. Mit der gentechnischen Verbesserung der Erbanlagen der Menschen wird die Phase der Millionen Jahre andauernden Hominidenentwicklung beendet, wo sich das bessere Genom durch Leistungen und Glück im großen Genpool der Hominiden bewähren und durchsetzen mußte. Der bessere und leistungsfähigere Genom wird nun bald am Computer errechnet und entsprechend im Labor zusammengebaut.

Die Gründung der Transhumanen oder Transhumanistischen Parteien in USA, UK und Deutschland ist ein Fanal, das man aber in Deutschland bei Politik und Wissenschaft überhören will. Die enorme Nähe bis Verwandtschaft des Transhumanismus mit Naturwissenschaften und Hochtechnologie kann dabei helfen, bisher unlösbare Probleme der Menschen zu managen, und zwar auf eine ganz andere Sicht auf den Menschen.

Die Idee des Transhumanismus ist die gen- und biotechnische Höherentwicklung des Menschen. Damit wird der natürliche Mensch zu einem Auslaufmodell der Evolution.

Bisherige Ausleseprinzipien werden überspielt. Das künftige optimale Genom der Menschen wird nicht durch Versuch und Irrtum im Auslesekampf der Menschen und Gruppen untereinander bestimmt, sondern durch Berechnungen in Labors an Hochleistungsrechnern.

Die Zeit der Menschheit geht auf Grund der transhumanistischen Bestrebungen ihrem Ende entgegen: Was wir heute kurz vor dem Ausklang der Menschheit erleben, ist wie ein Sturm im Wasserglas.

Der Mensch wurde im Verlauf von Hominisierung und Sapientierung nicht zum Erkennen der Welt geschaffen, sondern zum optimalen Überleben, und eines der Ergebnisse davon ist das Böse im Menschen, und zu dem Bösen im Menschen zählen wir Raub- und Mordlust, Grausamkeit, Egoismus, Wut, Jähzorn, Eitelkeit, Narzißmus, Herrschsucht, Neid, Haß, Gier …

Wir wissen, wie brutal, grausam bis bestialisch die Menschen in den letzten 10000 Jahren unter ihresgleichen und unter der Tierwelt gewütet haben.

Gautama Siddharta und Jesus Christus gehören zu den Menschen, die versucht haben, unter den Menschen eine höhere Gesittung zu verankern.

In unseren heutigen Gesellschaften von Menschen werden wir immer wieder damit konfrontiert, daß in Menschen die Bestie hervorbricht und alle Brunnen vergiftet (wörtlich genommen, denn in Afrika vergiften menschliche Bestien die Wasserlöcher).

 

Die auf die Thora gestützten Religionen haben mehrere Fehler.

Ihr größter Fehler wird dort erkennbar, wo sie die Zerstörung der Altäre, Häuser und Städte Andersgläubiger befehlen oder zum Heiligen Krieg aufrufen – und dazu noch behaupten, daß das der Wille der höchsten Gottheit ist, wie das in Thora und Koran geschieht.

Ein weiterer großer Fehler ist, daß sie in der Ewigkeit nicht differenzieren, obwohl die meisten Religionen so gerne mit der Ewigkeit kokettieren.

 

Warnung:

Der Verfasser des Koran begann seine Karriere als Straßenräuber im Umland von Mekka.

Keine der überlieferten Religionen (Schamanismus, Megalithikum, Religion des Zarathustra, Buddhismus, jüdische Religion, Christentum und Islam) hat ein vernünftiges Bild der Ewigkeit geliefert, wohl aber hat die Philosophie der antiken Hellenen mit der Entwicklung der Stoa und ihrem Modell der zyklischen Weltentwicklungen einen ersten guten Ansatz gegeben.

 

Aber man kann bewundernd feststellen, daß das Wirken von Buddha und Heiland doch nicht umsonst gewesen ist. Das zeigen die Verfassungen der westlichen Staaten.

 

Angewidert, enttäuscht und frustriert von den vielen schlimmen Kapitalverbrechen der Menschen untereinander und gegenüber der Tierwelt locken seit 1960 SF-Autoren mit einer hinreichend beherrschten gentechnischen Veredelung des Menschen, wodurch neue «Menschen» entstehen, die frei vom Bösen und keine Bestien mehr sind, und die auch frei von Krankheit, Alter und Verfall sind. In der SF hat sich für diese neuen «Menschen» die Bezeichnung Androiden eingebürgert.

Die Menschheit würde also durch eine hinreichend beherrschte Gentechnik in einer Species von Androiden aufgehen.

 

Wir können nicht im Ernst erwarten, daß wir zu vernünftigen Vorstellungen kommen, wenn wir nicht immer etliche Dutzend Milliarden Jahre bei der Entwicklung von Sonnensystemen, Galaxien, Universen … hinreichend berücksichtigen – aber weder Buddha noch Heiland wußten etwas davon.

 

Wenn unser Universum wirklich knapp 14 Milliarden Jahre alt sein sollte und die Entwicklung von Galaxien und Sternen wirklich vor 13,8 Milliarden Jahren in unserem Universum begann, dann muß es heute Sterne geben, die bis zu 7 bis 8 Milliarden Jahre älter sind als unsere Sonne, und es muß heute Sonnensysteme geben, die bis zu 4 bis 5 Milliarden Jahre älter sind als das unsrige.

Sicher gab es in diesen älteren Sonnensystemen manchmal auch eine Entwicklung von Intelligenzen wie den Menschen – und die haben die Entwicklung wie heute bei uns schon lange hinter sich.

Es ist wirklich eine sehr interessante Frage, wie deren Entwicklung über die Jahrmilliarden mit dem Älterwerden und Wandel ihrer Sonne verlaufen ist.

Wir sollten uns sehr bemühen, das herauszufinden.

 

Unser heutiges Wissen beruht auf den Erfahrungen und Leistungen unserer Vorgänger, und dabei war sehr viel Irrtum im Spiel, der mühsam und schrittchenweise auszukorrigieren war.

Es bedarf der Kenntnis jahrtausendelanger Irrtümer in beliebigen geistigen Systemen, wie etwa in Religionen, Ideologien und Weltsystemen, daß man die Irrtumsmöglichkeit einkalkuliert und offensichtlich macht, indem man nicht in einem bestimmten Weltmodell denkt, sondern in einem System miteinander konkurrierender, zueinander komplementärer Realitätsvorstellungen und Weltsysteme.

Es bedarf der Kenntnis jahrtausendelanger Wandlungen bei den geistigen Systemen, damit man erkennt, daß nur die Fürsorge für das Leben im allgemeinsten Sinn die Voraussetzung dafür ist, Religionen, Ideologien oder Weltsysteme stetig zu verbessern.

Wir haben das Grundproblem der Ethik zu lösen, das lautet:

  • Gegeben sei eine Menge beliebiger Elemente.
  • Wie ist es zu realisieren, daß diese Elemente bei Sicht auf beliebig große Zeiträume die größte Wirkung auf das Reale ausüben ?

 

Die umfassende Realität, globale Natur oder die Gesamtheit der realisierten Formen ist wie ein Chamäleon, das sein Aussehen laufend ändert. Man erkennt nicht, wie die Natur ist, sondern wie sie sich unter gewissen Bedingungen zu verhalten scheint, und diese Erkenntnis ist kein Glaubensgegenstand, sondern immer Gegenstand berechtigter Kritik und Hilfsmittel im Bemühen um Sicherung, Höherentwicklung und Ausbreitung des Lebens bei Sicht auf größte Zeiträume.

 

Ein gutes Hilfsmittel auf dem Weg, das wahrhaft Wichtige zu erkennen, liefert die Geschichte der Religionen, Glaubenssysteme, Ideologien, Wissenschaften, Weltsysteme und Realitätsvorstellungen. Wenn man beobachtet, wie Menschen einer bestimmten Region und Epoche krampfhaft an die überlieferten geistigen Systemen glauben und darin der Weisheit letzten Schluß sehen, und wie sich diese Systeme von Region zu Region und von Epoche zu Epoche unterscheiden bzw. laufend wandeln, so sollte bei einem bestimmten Ausmaß an Intelligenz, Vernunft, sittlicher Kraft und Freiheit von Traditions- und Triebbindung nach Beobachtung einiger Jahrtausende Technischer Zivilisation (TZ) klar erkannt werden, daß weder der Glaube an Götter noch der Glaube an Wissenschaften und Weltsysteme für größere Zeiträume Technischer Zivilisation nützlich und vernünftig ist, sondern daß nur die Fürsorge für alles Leben im Sinne von Gautama Siddharta (Buddha), Franz von Assisi und Albert Schweitzer und die Sicherung, Höherentwicklung und Verbreitung des Lebens bei Sicht auf beliebig große Zeiträume aus vernünftiger Sicht vertretbar ist.

In der Fürsorge für die gesamte Natürliche Lebendige Schöpfung zeigen sich in Wahrheit die Intelligenz und sittliche Kraft der Menschen und beliebiger Intelligenter Wesen (IW), und das bestimmt zu großen Teilen ihre zeitliche Durchdringungskraft.

 

 

Die Einbeziehung von Tieren und Pflanzen in die Superzivilisation macht diese zu einem Paradies, wo Menschen, Tiere und Pflanzen harmonisch miteinander leben, das allerdings von sich aus nicht ewig ist, sondern das eben nur durch die aktive Mithilfe der Supermaschinen der Supertechnik in der Realität gehalten werden kann.

Der Buddhismus lehrt Schonung und Fürsorge für die Tierwelt, aber dem steht die Bestie im Menschen entgegen.

Beim Christentum gilt: Falls „Gott“ die Tiere und Pflanzen erschaffen hat, muß der Mensch in ihnen das göttliche Schöpfungswerk achten und sich entsprechend ihnen gegenüber verhalten. Wenn man die Religiosität der Menschen an ihrem Verhalten gegen über dem göttlichen Schöpfungswerk mißt, zeigt sich keine große Achtung und Würdigung vor dem Schöpfungswerk Gottes.

Wie schon Galileo Galilei festgestellt hat, zeigen z.B. die Klerikalen eine eigenartige Neigung dazu, das angebliche Wort Gottes himmelweit über das Schöpfungswerk Gottes - die Natur mit Menschen, Tieren, Pflanzen ... zu stellen.

Alle diese Geschöpfe mit höheren Nervensystemen empfinden und leiden, leben in Abhängigkeit der Entwicklungsstufe ihres Gehirns bewußt und fühlen Freude und Leid, Lust und Schmerz. Hoffnung und Trauer ... Es ist die übliche Paranoia der Narzißten, Anthropozentriker, Hoministen, Menschisten …, den Tieren Bewußtsein, Intelligenz, Lebensfreude und vor allem die Lebensberechtigung abzusprechen.


Es ist ein Gebot der echten (!) Humanität,

  • Tiere artgerecht leben zu lassen,
  • in ihnen das Lebewesen bzw. das Schöpfungswerk Gottes zu ehren,
  • Mißbrauch, Tierquälerei usw. von menschlichen Bestien her zu verhindern, auch wenn sie in höchsten nationalen und internationalen Regierungsstellen sitzen ...

Niemand hat das Recht, andere Arten von Geschöpfen aus der Realität zu verdrängen.

Das geschieht aber gegenwärtig (2016), denn wir erleben die Ausrottung der afrikanischen Elefanten und Nashörner und der sonstigen Großfauna Afrikas durch die Bestie Mensch.

 

Die Tier- und Pflanzenwelt ist eine Ressource mit einer Bedeutung für uns und unsere Nachfahren, die wir heute noch gar nicht ermessen können. Darum ist es ein trauriges Bekenntnis der eigenen sittlichen Unfähigkeit, wenn Menschen fragen, wozu sie die Pflanzen und Tiere morgen noch brauchen.

Genauso wie der geistige Normalverbraucher zuerst nie verstanden hat, wozu man Fahrräder, Autos, Telephone, Flugzeuge, Raketen ... braucht, übrigens auch die Schrift, genauso erkennt er intuitiv nicht die Bedeutung der Tier- und Pflanzenwelt im absoluten Sinn.

Den Menschen irgendeiner Gegenwart auf der Erde gehören nicht die mit ihnen lebenden Pflanzen und Tiere, und sie können eben nicht mit ihnen machen, was das Böse im Menschen den Menschen befiehlt,

Jede Generation hat die Tier- und Pflanzenwelt in geordneten Verhältnissen an die nächste zu übergeben. Es ist lächerlich, jämmerlich und verbrecherisch, daß sich Menschen einbilden, sie dürften Massenvernichtung von Tieren betreiben bis hin zu deren Ausrottung, also genauso, wie sie das mit Menschengruppen getan haben.

Wegen des Bösen im Menschen maßen sich Menschen an, darüber zu entscheiden, welche Tier- und Pflanzenart aussterben soll, und diese fehlen dann den Nachfahren dieser Menschen – das ist ein Frevel.


Man hat sich immer davor zu hüten, höhere Wertschöpfungen zu vernichten oder irreversible Schäden anzurichten. Das ist ein Gebot gleichermaßen vom Buddha und von unserer Vernunft. Die Vernichtung von immer mehr Lebensräumen für Wildtiere mit der Folge des zunehmenden Aussterbens von Tierarten stellt einen Schaden an der Natur dar, den wir möglicherweise nie wiedergutmachen können. Das ist sofort zu ändern zum Vorteil der Natürlichen Lebendigen Schöpfung, also des einhüllenden Sternenkindes.


Die Evolution auf der Erde und in unserem Sonnensystem hat mit dem Menschen und der heutigen Tier- und Pflanzenwelt nicht aufgehört, sondern sie geht noch Jahrmillionen weiter. Jede unüberlegte Verarmung der realen Gegebenheiten kann die Möglichkeiten der zukünftigen Evolution im empfindlichen Ausmaß einengen und auch die Entwicklungsmöglichkeiten der Menschheit und ihrer Nachfolger verhängnisvoll verringern.

In einer kosmologisch kurzen Zeitspanne ist das Kapitel der Menschheit abgeschlossen und unser Sonnensystem tritt in das „Jenseits“ über, d.h. in die Epoche, in der die Menschheit von weithin vollkommenen Vernunftwesen (VIW) abgelöst worden ist, die Menschen entmachtet wurden und unter der Kontrolle und Obhut der Androiden in Reservaten leben.

Irgendwann, nur einige Jahrtausende später, wird die ganze Menschheit ausgestorben sein,

aber das ist erst der Anfang zu einer glanzvollen Evolution von zu Göttern ...

Stellen Sie sich einfach vor, daß Sie den Übergang einer Species wie der der Menschheit zu gentechnisch veredelten Species von Vernunftwesen schon tausendmal erlebt hätten, in beliebigen Sonnensystemen in unserer Galaxis oder in anderen Galaxien.

 


Man muß versuchen, die Menschen, auf die es ankommt, davon zu überzeugen, daß die Menschen mit dem unablässigen Auslöschen von Tier- und Pflanzenarten sofort aufhören und mit der gentechnischen Veredelung des Menschen beginnen müssen. Es zeigt sich immer mehr, daß der Mensch völlig unfähig dazu ist, in der von ihm selber geschaffenen Superzivilisation leben zu können. Die geistig-ethischen Defekte des Menschen verhindern es, daß der Mensch seine Vernunft hinreichend anwenden kann.

Es ist notwendig, die Menschen immer wieder an ihre eigene Rolle auch bei der Vernichtung der Tier- und Pflanzenwelt hinzuweisen. Das konnte recht gut durch die Tierschutzämter erfolgen, die in die Landratsämter einzugliedern sind, und auch durch eine „Straße der Tierrechte“ in jeder Stadt, wo man in dieser Straße z.B. eine Anzahl von Gedenktafeln errichtet an die vom Menschen (vorrangig von Männern !)

  • ausgerotteten Tierarten wie Mammut, Moa, Ur, Dronte, Quagga, Amerikanische Wandertaube …,
  • leergefischten Ozeane,
  • mit Erdöl verseuchten Meeresteile und Strände und durch Erdölschlamm massenhaft getöteten Vögel und Meerestiere,
  • in Labors grausam behandelten und irgendwann ebenso grausam getöteten Versuchstiere oder
  • sonstwie mißhandelten, gequälten. mißbrauchten oder getöteten Tiere.

Das wäre etwa eine Via Dolorosa mit Dutzenden Stationen, wo man in diesem Fall nicht Leiden und Tod von Jesus Christus, sondern Leiden und Tod der Tier- und Pflanzenwelt durch Grausamkeit und Vernichtungswut, „Geschäftstüchtigkeit“ und Machtbesessenheit der Menschen (vorrangig der Männer !) anprangert und betrauert.

 

Die Buddha-gestützten Religionen fordern eine rücksichtsvolle und pflegliche Behandlung der Tiere und Pflanzen durch die Menschen ein. Verstößt der Mensch dagegen, sammelt sich schlechtes Karma und gemäß dem Dharma erschwert sich der Weg seiner Seele ins Nirwana.

Die Thora-gestützten monotheistischen Religionen (jüdische, christliche und mohammedanische Religion) beinhalten als wesentliches Element in ihrem Kanon, daß gemäß der Genesis der Thora nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere und Pflanzen von Gott erschaffen worden sind. Dann vernichtet also der Mensch beim Auslöschen von Tier- und Pflanzenarten Werke Gottes, was sicher nicht zum Wohlgefallen Gottes geschieht und eine entsprechende Gegenmaßnahme von ihm wahrscheinlich macht.

 

Auch in Deutschland werden laufend durch Zubetonieren der Landschaft Naturräume vernichtet, und immer neue und breitere Straßen zerschneiden die Landschaft, die Wanderung der Tiere behindernd bis unmöglich machend. Das hat Massenvernichtung von Tieren und Artensterben auch in Deutschland zur Folge.

 

Für die Menschen, die zur entsprechenden Einsicht fähig sind, ist völlig klar, daß nach unserer Gegenwart noch weitere Millionen, Milliarden … Jahre kommen werden und daß es völlig unverantwortlich ist, daß die über Hunderte von Millionen Jahren gewachsene Tier- und Pflanzenwelt gegenwärtig von gewissenlosen Menschen vernichtet wird. Die Menschen werden zum Widerstand gegen das Wüten des Menschen aufgefordert.

 

Der Mensch muß daran gehindert werden, dieselbe Brutalität, Verlogenheit, Grausamkeit, Mordlust …, die er gegenüber anderen Menschen über Jahrzehntausende praktiziert hat, auch gegenüber Tieren und Pflanzen zu praktizieren:

Das Böse im Menschen – darunter fallen Triebe und Gefühle wie Raub- und Mordlust, Grausamkeit, Sadismus, Herrschsucht, Egoismus, Eitelkeit, Eifersucht, Zorn, Wut, Neid, Haß, Gier …– ist ein charakterlicher Fehler der Menschen, und die mangelnde Neigung und Fähigkeit, in größeren Zeiträumen zu denken, ist ein geistiger Mangel der Menschen.

 

Das sind überzeugende Gründe für Förderung und Forschung zur gentechnischen Veredelung des menschlichen Genoms mittels Keimbahn-Editing und damit zum praktischen Eintritt in Transhumanismus und Transhominisierung.

Es kommen noch Millionen und Milliarden Jahre nach der heutigen Gegenwart, und diese finden ohne die Menschheit statt. Wir müssen das Menschheitskapitalverbrechen – das ist u.a. die Vernichtung der Tier- und Pflanzenwelt seit Jahrzehtausenden – stoppen und die bisher angerichteten Schäden an der Natur wieder rückgängig machen.

Also:

Man muß unbeeindruckbar, unbeeinflußbar, unbestechlich vom Bösen her denken und sein, jedenfalls in einigen Jahrhunderten der gentechnischen Verdelung des Menschen, und dann wird es bei den Menschen auch keine Männer und Frauen mehr geben.

 

Wir leben heute am Ende des Anthropozoikums oder Anthropozäns, das durch Human Genome Engineering, Brain Upgrading und Human Enhancement in das nächste Zeitalter, das Kyberzoikum, schon in wenigen Jahrhunderten übergegangen sein wird.

Die auf gentechnischem, biotechnischem oder elektronisch-kybernetischem Wege hergestellten neuen „Menschen“ werden den heutigen Menschen weit überlegen sein, körperlich, geistig, sittlich-ethisch … Letztlich werden Krankheit und Altersverfall besiegt werden, und besonders die Vertreter der Künstlichen Intelligenz hoffen darauf, daß auch der Tod besiegt werden kann.

 

Modernisierung des Religionsbegriffs bei Buddhismus und Christentum

 

Diodor von Agyrion berichtet in seiner Mythologischen Bibliothek, daß es sehr wahrscheinlich ist, daß die sogenannten Götter oft einstmals zu ihrer Zeit herausragende Personen gewesen waren, die Großes leisteten, und die dann nachher in Mythos und Dichtung verklärt und zu Göttern erhoben wurden. In diesem Sinne werden hier Gestalten wie Atlas, Dionysos, Gilgamesch, Moses und Siegfried aufgeführt. Die zeitliche Einstufung von Atlas und Dionysos erfolgte aus der Absicht heraus, die Rinderhirtenzeit der Sahara bis 3500 v.Chr. als Ursprungskultur für den Isis-Kult in Ägypten vorzuschlagen.

Woher wußte Diodoros von Agyrion das alles ?

Nun, er war Stammgast in Bibliotheken, und besonders der Bibliothek von Alexandreia in Ägypten. Aber was war das für ein Unterschied zu einer heutigen Bibliothek. Diodor fand in den Regalen eine Unmenge von Schriftrollen in vielen Sprachen und Alphabeten. Er übersetzte sie unermüdlich in das Griechische. Bei der Unmenge der Schriftrollen und bereits vorliegender Übersetzungen mußte er zwangsläufig immer wieder auf Texte stoßen, die er in anderer Sprache in einem anderen Alphabet bereits gelesen hatte.

Je älter die Schriftrollen waren, um so näher kam man an die originalen Werke, und wenn er ein solches gefunden hatte, mochte für ihn gelten, was Johann Wolfgang von Goethe in FAUST I beschrieben hat: „… und entrollst du gar ein würdig‘ Pergament, so steigt der ganze Himmel zu dir nieder.“     

Diodor gibt ein schriftliches Zeugnis für Atlas (bei Tassili n’Ajjer ?) und seine angebliche astronomische Forschung um 3500 v.Chr., und Stonehenge ist ein aus Menhiren errichtetes Zeugnis für astronomische Forschung aus späterer Zeit. Beide werden aber dem ausgehenden Megalithikum zuzuordnen sein.

Weitere Gestalten im o.g. Sinne wären Zeus, Herakles, Odysseus ...

Unbekannt sind die Namen der Denker und Dichter, die um 1500 v.Chr. Spekulationen über die kosmische Ordnung und die Sittengesetze in den Veden zusammenfaßten. Sie gehörten zu den Ariern, die um diese Zeit in Indien eindrangen. In den Veden (Rig-Veda, Sama-Veda, Yajur-Veda und Atharva-Veda) sind unter viel archaischem Wust auch viele gute Ideen und Gedanken zu finden. Unbekannt ist die Wirkung der "Rischis" auf die Entwicklung in Hellas ab 600 v.Chr., denn Parallelen von Denkansätzen in der Rigveda mit denen hellenischer Denker könnten auch aus der gemeinsamen indogermanischen Frühzeit bis 2200 v.Chr. kommen.

Auch vor den hellenischen Denkern lebten wackere Männer, die scharfsinnig über die Welt nachdachten. Ehre wem Ehre gebührt – mit diesen wird hier angefangen.

 

Atlas (um 3500 v.Chr. ?) soll nach Diodor von Agyrion der erste Mensch gewesen sein, der durch sehr scharfsinniges Nachdenken auf die Kugelgestalt der Erde gekommen war. Anscheinend lebte er im späten Ausklang der Rinderhirtenzeit der Sahara im Bereich zwischen Tassili n'Ajjer und dem Atlas-Gebirge, vermutlich aus dem Kulturbereich der Megalithiker, der um 3300 v.Chr. von Irland bis Nordafrika und Tyrrhenien reichte und in wechselnden lokalen Schwerpunkten von 5200 bis 1200 v.Chr. existierte.

Atlas hatte 7 Töchter, die als sehr weise galten und den Menschen die Kultur brachten. So wurde vielleicht in Mythen überliefert, daß etliche kulturelle Strömungen aus dem Tassili und Atlas nach dem Nahen Osten kamen.

 

Dionysos (um 3400 v.Chr.) wurde angeblich in einer Höhle auf einer Halbinsel des Stromes geboren, der vom Tassili zum Tritonis-See führte (Bedeutung des Namens: der Gott - dios -, der auf der Halbinsel - Näsos - geboren worden ist).  Er bereiste zahlreiche Länder und führte viele kulturelle Neuerungen ein. Vor allem von ihm gilt, was Diodor allgemein vermutete: Aus bedeutenden Menschen ihrer Zeit wurden Götter späterer Zeiten.

Die Gegend um den Triton-See (nachmalig Schott el Dscherid) in Nordafrika spielt in der Mythologie der Hellenen eine große Rolle. Von daher rührt der Kult um die Göttin, die die Hellenen später Pallas Athene nannten. Gewisse Ähnlichkeiten mit den Amazonen jener Region und Epoche sind wahrscheinlich.

 

Gilgamesch (um 2600 v.Chr. ?) gilt als der sagenhafte Baumeister, der die Stadtmauer von Uruk erbauen ließ. Ferner war er Sproß des Königsgeschlechts von Uruk. Er wird im Gilgamesch-Epos als der Wahrheitssucher, der Sucher nach dem ewigen Leben beschrieben. Dieses Epos gibt uralte Sehnsüchte und Hoffnungen der Menschen wieder. Zu seiner Zeit war der Libanon noch ein einziger riesiger Zedernwald. Die Schicksalsworte der "Schenkin" gelten für alle Menschen:

"Gilgamesch, wohin irrst Du ? Das ewige Leben, das Du suchst, wirst Du nicht finden. Als die Götter den Menschen erschufen, teilten sie ihm das Todesschicksal zu. Das ewige Leben behielten sie in eigener Hand. Du Gilgamesch, iß und trink, bade Dich, erfrische Dein Haupt, zieh' Dir reine Kleider an, sieh' auf das Kind an Deiner Hand, Dein Weib erfreue sich Deiner Umarmung. Dieser Art ist der Menschen Schicksal."

Wie alt mögen Vorstellungen und Erkenntnisse sein, die diesen Worten zu Grunde liegen ?

 

Im Buddhismus gilt die Vorstellung von der Seelenwanderung, bis die Seele Eingang findet in das Nirwana, das Weltbewußtsein. Gemäß dem Weltgesetz, dem Dharma, sammelt der Mensch durch seine bösen Taten das Karma an, das den Stoff für das Geschöpf liefert, in dem seine Seele wiedergeboren wird. Das geschieht immer wieder, bis der Lebenswandel des Geschöpfes so erhaben ist, daß die Seele nach seinem Tod in das Nirwana eingeht.

Im Christentum gilt die Vorstellung von der Auferstehung von den Toten und dem «Weiterleben» in absoluter Gleichförmigkeit im Jenseits, dem Reich Gottes. Diese Fiktion, die man im Alten Testament bei Jesaia in einer speziellen Version findet, wurde von den Evangelisten verändert in der Weise, daß die Auferstehung von den Toten für alle Menschen gilt, also für gute und auch für schlechte Menschen. Bei Jesaia wird aber gesagt, daß nur die guten Menschen auferstehen werden, während die bösen vom Wurm zerfressen werden.

Jesus Christus soll gesagt haben, daß er nicht gekommen sei, um das Gesetz der Alten zu ändern, sondern um es zu erfüllen. Dann gibt es erhebliche Widersprüche zu den Vorstellungen von Jesaia, u.a. über den Messias als Knecht oder Sohn Gottes.

Kurzum, dieselben Widersprüche, die man im Umfeld des Buddhismus findet, weil man ihm nachhinein hinduistische und noch viel ältere Vorstellungen übergestülpt hat, findet man auch beim Christentum.

 

Die alten Religionsschöpfer sahen die Frage nach der Ewigkeit personenbezogen, also in der Art, daß die Seele bzw. der Verstorbene letztlich in eine Welt absoluter Gleichförmigkeit eingeht. Diese Vorstellung dürfte über 15000 Jahre alt sein – siehe den Seelenvogel in der Höhle von Lascaux.

Das steht natürlich im krassen Gegensatz zu allen unseren Erkenntnissen über die Natur, daß steter Wandel, Vielfältigkeit und endlose Iteration grundlegende Naturprinzipien sind.

Ein Bild der Ewigkeit muß menschen- und personenunabhängig sein.

Es muß der Entwicklung von … Universen, Galaxien, Sonnensystemen, Leben auf Planeten … voll Rechnung tragen, ebenso dem Gesetz von Vielfalt, riesiger Redundanz und einer in n Dimensionen, Raum und Zeit schier unendlichen Anzahl von Welten, unter Berücksichtigung zyklischer Realitätsentwicklungen.

Es mag eine fast unendliche Anzahl geben von sich entwickelnden Welten, Universen, Hyperräumen, Pararäumen, …, m-Kosmen, …, Realitätsbereichen (siehe die universumexterne Kosmophysik der Aionik) mit winzigen bis gigantischen Unterschieden, in beliebig vielen Dimensionen, zeitlich und räumlich verteilt, denn in der langfristigen Evolution gibt es keine singulären Entwicklungen – wir wissen es aber nicht.

Die Realitätsbereiche mögen für 10500 Jahre existieren, auch dimensional und zeitlich nebeneinander – und genau das ist eine multiple Realität.

 

Etwa die Hälfte der heutigen Menschen gibt vor, an Religionen zu glauben, die auf die Thora gestützt sind. Nun denn:

- In der Thora wird zwar gesagt, daß Gott Tiere und Pflanzen erschaffen hat, aber man findet nichts darüber, daß der Mensch Tiere und Pflanzen ausrotten darf. Wegen der Ungeheuerlichkeit der Vernichtung eines göttlichen Schöpfungswerks, wie das ja nun jede Tier- oder Pflanzenart darstellt, hätte Gott das explizit sagen müssen.

- Im Neuen Testament findet man auch nichts, das die Ausrottung von Tier- oder Pflanzenarten durch den Menschen fordert oder nur gut heißt. Man findet aber Passagen wie die, daß Jesus Christus gefordert hat: „Predigt das Evangelium jeder Kreatur.“ Bei Ausgestorbenen macht das aber keinen Sinn.

- Im Koran wird zwar gesagt, daß Gott die gebleichten Knochen der Toten wieder mit Adern und Fleisch bedecken und alle einstigen Geschöpfe wieder zum Leben erwecken kann, oder daß Gott gesagt hat, daß die Sündigen durch ein anderes Geschlecht ersetzt werden sollen (das dann natürlich viel besser und edler ist, wie z.B. Androiden), aber wo steckt im Koran etwas, das die Ausrottung von Tier- und Pflanzenarten gut heißt oder gar fordert ?

 

Moses, Jesus Christus und Mohammed - Gautama Siddharta (Buddha) sowieso – können nicht als Stützen für das gigantische Verbrechen der laufenden Auslöschungen von Tier- und Pflanzenarten durch die Menschen herangezogen werden. Aber dennoch handeln die „Gläubigen“ so bestialisch, daß es Gott ein Greuel sein muß.

à Wenn man die restliche Tier- und Pflanzenwelt vor der mörderischen und vernichtenden Bestie Mensch schützen will, muß man durch gentechnische Veredelung des Menschen neue Species erschaffen, die das Böse nicht mehr in ihrer Psyche haben.

 

Was benötigt man für ein „Turbo-Christentum“, eine „aufgebohrte“ Version des Christentums, und einen „Turbo-Buddhismus“ ?

- Man muß Buddhismus und Christentum auf eine moderne Basis stellen, und das sind natürlich Natur- und Ingenieurwissenschaften, auch Staatswissenschaft.

- Alle Vorstellungen und Appelle in Richtung Spiritismus, Okkultismus, Seele, Jenseits, Auferstehung von den Toten ... werden gestrichen und ersetzt durch Modelle aktueller Physik und sonstiger Naturwissenschaften.

- Es sind zeitgemäße Realitäts- und Weltvorstellungen zu verwenden wie Multiversumvorstellungen, Mondstationen zu bauen und die transhumanistischen Entwicklungen zu maximieren.

- Die sittlich-ethische Gebote und Verhaltensweisen in Buddhismus und Christentum sind auf die maximale Fürsorge für die Tier- und Pflanzenwelt zu gründen.

 

Verwendet werden also wesentliche, heute klassische Vorstellungen aus den Evangelien, und die von Tertullian, Eusebius und Zyprian, ohne die tierfeindlichen Auswüchse von Thomas von Aquino), aber mit der Tierliebe von Franz von Assisi bis Albert Schweitzer (Ausdehnung der Idee von der Liebe zum Menschen auf die Liebe zur gesamten lebendigen Schöpfung).

Abgelehnt und nicht verwendet wird jede Form von Spiritismus, Okkultismus und Glaube an Seele, persönliches Leben nach dem persönlichen Tode, Jenseits ...

 

 

 

Gemäß dieser Kenntnis ist zu fordern:

- Abkehr von der typisch menschlichen, aber absolut dümmlichen Ansicht, daß die physikalischen Gegebenheiten, die heute in bestimmten Regionen der Erde die Lebensbedingungen definieren, auch morgen oder in tausend Jahren vorliegen werden.

- Systematische Erforschung und Anwendung der Wissenschaften und technischen Mittel der Superzivilisation, um die physikalischen Bedingungen, die zu unserer Zeit das Leben auf der Erde ohne viel Aufwand ermöglichen, mit großtechnischen Mitteln langfristig gegen eine mörderische Natur bewahrt und sogar verbessert werden können.

- Laufende Fürsorge für das Leben, daß nicht das Leben auf der Erde durch astrophysikalische, geologische oder sonstige Katastrophen (wie z.B. Einschläge von Asteroiden, das verbrecherische Wirken der Menschen ...) größere Rückschläge erleidet.

- Erforschung der naturwissenschaftlichen Grundlagen und Supermaschinen für die gentechnische Veredelung des Menschen, um ihn auf diesem Wege vom Bösen zu befreien.

- Im gesamten Sonnensystem ist eine große Anzahl von Paradiesen zu erschaffen, die mit Hilfe der Supermaschinen der Superzivilisation die Ewigkeit überdauern sollen.

- Entwicklung und Verbreitung einer Lehre, die Religionen und Ideologien gut ersetzen kann, bei der die Menschen nicht nach ihrem eigenen persönlichen Seelenheil streben, sondern nach dem optimalen Überleben und Wirken der gesamten lebendigen Schöpfung.

 

Es können z.B. Buddhismus und Christentum mit Genie-, Zukunfts- und Zivilisationsforschung verbunden werden, so daß man Turboversionen einer vereinheitlichten buddhistisch-christlichen Religion. erhält, was zu einer 2. Christianisierung führt.

Der Mensch muß zum Hüter des Lebens allgemein werden, zu einem bewußt denkenden und schaffenden Teil der Gesamtheit des Lebens, der das Leben durch alle Abgründe der Zeiten hinweg erhalten und optimal wirken lassen will. Leider funktioniert das auf Dauer nicht auch bei bester Absicht, Ausbildung und Lebensweise der Menschen wegen der Veranlagung zum Bösen im Menschen. Die baldige gentechnische Veredelung des menschlichen Genoms ist deshalb unausweichlich.

Im fortgeschrittenen Unterricht macht man die Schüler gleichzeitig mit

  • Natur- und Ingenieurwissenschaften und
  • Science Fiction (SF)

bekannt, wobei der fließende Übergang zwischen Religion und SF-Geschichte erkannt wird. Die Menschen lernen, Religionen und SF-Modelle gemäß natur- und ingenieurwissenschaftlicher Vorstellungen auszukorrigieren.

Die Menschen lernen aber auch, daß die Grenzen des Rationalismus oder der Fähigkeit zum verstandesmäßigen Erkennen vom epochal-regional verfügbaren Wissen und technischen Können abhängen.

Im 17. Jahrhundert erfolgte die Gründung der Akademie Francaise und der Royal Society. Zu den Gründungsstatuten der Akademie Francaise gehörte, daß man sich ganz bewußt nur um die kleinen und nicht um die großen Fragen kümmern wollte. Das gipfelte dann u.a. darin, daß man die Pendelversuche von Richer auf Bergspitzen und das Fallen von Steinen vom Himmel als Märchen abtat : Bewußtes Rationalisieren kann falsch sein.

 

Ein guter Ansatz ist:

Der erwachsene Mensch ist zu formen gemäß den ethischen Vorstellungen von Buddha und Heiland in einer natur- und ingenieurwissenschaftlich ausgeformten Realitätsvorstellung.

 

Wünschenswert sind:

- Denken in geeigneten Kategorien und in beliebig großen Zeiträumen,

- Projektion aller Prozesse, Ereignisse, Formen ... vor den Hintergrund immer größerer Zeiträume,
- lebenslanges Studium aller Wissenschaften und Technologien,

- der Paradiesformung und –erhaltung, dem Tier- und Pflanzenschutz bei Sicht auf größte Zeiträume verpflichtet,

- unbeeindruckbar, unbeeinflußbar, unbestechlich vom Bösen her,

- nichtmenschlich, nichtmenschenspezifisch bis übermenschlich denkend,

- frei von Menschen-, Trieb-, Traditions-, Region- und Epochebezogenheit.

Das wird erleichtert durch das nachfolgende Programm:

- Lernen bei den Meistern !

- Orientiere dich nicht an drittklassigen Lehrern oder fünftklassigen Nachbarn !

- Lerne bei den Meistern und gehe ihren Weg !

- Lerne vom Genie, zu denken, und vom Welpen, zu fühlen !


Das Denken in hinreichend großen Zeiträumen muß man lernen:

Denkt man in Jahren, sieht man die Entwicklungen und Modetrends in unserem persönlichen Leben und manche ihrer Wandlungen.

Denkt man in Jahrtausenden, sieht man die Entwicklungen und Modetrends bei Völkern, Kulturen und Zivilisationen und manche ihrer Wandlungen.

Denkt man in Jahrmillionen, sieht man die Entwicklungen und Modetrends bei den Tier- und Pflanzenarten, auch bei der Entwicklung von Arten von Intelligenten Wesen und ihren Technischen Zivilisationen.

Denkt man in Jahrmilliarden, sieht man die Entwicklungen und Modetrends bei Sternen, Sonnensystemen und Galaxien und manche ihrer Wandlungen.

Denkt man in Jahrbillionen, sieht man die Entwicklungen und Modetrends bei der Entwicklung von Universen und ihren einbettenden Realitäten sowie manche ihrer Wandlungen z.B. auf den Gebieten von Metrik und Physik.

Denkt man in Trillionen Jahren und mehr, sieht man ...

 

Offensichtlich ist es so, daß die „heiligen“ Schriften sehr falsch geschrieben sind.

Religiöser Wahn kann den Geist der Menschen so vernebeln, daß sie Haßtiraden in den "Heiligen" Schriften wörtlich nehmen, was sie zu Massenmorden verleitet, völlig überflüssigerweise, denn man müßte nur die Quelle dieses religiösen Wahns austrocknen, indem man die Haßtiraden und volksverhetzenden Passagen aus den "Heiligen" Schriften entfernt.

 

Kemal Atatürk (der Vater aller Türken) hat zu Anfang der 1930er Jahre den Laizismus für die Türkei angeordnet, weil er unter dem Eindruck des von 1875 bis 1915 erfolgten Völkermordes an den Armeniern in der Nordosttürkei die vernichtende Wirkung der islamischen Religion erkannt hatte.

Mordlust und Grausamkeit der Islamisten wie bei ISIS und Boku Haram sind offensichtlich.

Um die 26000 Muslime aus EU, USA, Australien kämpfen an der Seite des ISIS, und das trotz aller Meldungen über dessen Mordlust, Grausamkeiten und Zerstörungswut.

Die ganze Tragik erkennt man daran, daß diese 26000 Muslime nicht trotz der Meldungen über die Massenmorde, Grausamkeit und Zerstörungswut von ISIS zu ihm aus aller Welt nach Syrien geeilt sind, sondern genau deswegen.

Die Aufforderung zu Massenmorden, Zerstörung der Altäre Andersgläubiger, religiöser Unduldsamkeit, Abschlagen der Köpfe der Ungläubigen - das steht genau so drin in Thora bzw.

Koran und genau das zieht die Leute an !

Die Zerbombung der Palästinenserstädte mit Tausenden von getöteten Palästinensern und Hunderttausenden von zerstörten Wohnungen und Häusern durch israelisches Militär mit US-amerikanischen Waffen geht genau ebenfalls darauf zurück.

Unter dem Eindruck der islamistischen Terrorakte in Paris am 7.1.2015 wurde in den Medien verbreitet, daß die Anzahl der zu Terrorakten bereiten Menschen zugenommen habe.

Vermutlich hat aber nicht die Anzahl der gewaltbereiten Fanatiker zugenommen, sondern nur die Vernichtungskraft der für sie leicht zugänglichen Waffen. Das gilt für Schüler, die aus rein privaten Gründen Amok laufen, oder für beliebige sonstige Fanatiker, auch ideologische.

Wer früher Wut und Haß auf irgend etwas verspürte, besaß meistens nicht die Mittel, um sich damit abzureagieren  – heute sind sie ganz offensichtlich leicht genug zugänglich.

 

Islamistische Terrorakte sind gewöhnlichen Amokläufen tatsächlich sehr ähnlich: Man will so viele Menschen wie nur möglich töten, und das funktioniert mit modernen Waffen immer besser, heute mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten, morgen mit Giftgas, schmutzigen Bomben, biologischen Waffen, Internet ...

Bei ideologisch begründeten Terrorakten ist das aber genauso.

Mohammed begründete seine Straßenräuberei im Gebiet um Mekka durch seine religiösen Eingebungen. Stalin begründete seine Straßenräuberei in Georgien unter dem Einfluß der Oktoberrevolution immer mehr ideologisch als eine Notwendigkeit für die Durchsetzung des Kommunismus und der Weltreligion. Adolf Hitler begründete seine Machtergreifung in Deutschland und anschließende Terrorherrschaft rein ideologisch, genauso wie Mao Tse-tung in China, Pol-Pott in Kambodscha, Idi Amin in Uganda, Rias Montt in Panama …

Terror kann also religiös als auch ideologisch begründet werden. 

Was wir mit der Zunahme der Terrorakte heute erleben, beruht zum größten Teil auf der vortrefflichen Leistung der westlichen Ingenieure, für Massenmord und Vernichtung immer bessere, leistungsstärkere, handlichere und billigere Waffen zu produzieren, die verhältnismäßig leicht zu erwerben sind. Insbesondere erscheint das Internet als sehr geeignete Spielwiese für Terroristen, um mit wenigen Eingaben auf der Tastatur knifflig entwickelte Programme (Schläfer) zu aktivieren und ganze Städte ins Chaos zu stürzen.

 

9.1.2015 wurde von der BRD in den Medien verbreitet, daß die Terrorakte der Islamisten nichts mit dem Koran zu tun hätten. Sind die sehr vielen christlich-fundamentalistisch motivierten Terrorakte im Abendland schon vergessen ? Im Abendland haben wir in unserer eigenen Geschichte erfahren, daß Geistliche, Kirchen, Päpste ... zu den bestialischsten Handlungen fähig sind und die auch begangen haben. Es besteht die Gefahr, daß sich eine verständnisvolle Haltung gegenüber dem islamistischen Terror entwickelt, bedingt durch das allerdings nur diffuse Wissen über den religiös bedingten Terror in der eigenen christlichen Geschichte im Abendland. Also redet man verständnisvoll den jetzigen religiös bedingten Terror durch die Islamisten klein (etwa in der Art: Menschen und Religionen sind halt so und es liegt vor allem am Menschen). 

Der letzte von einem christlichen Fundamentalisten im Abendland durchgeführte Terror war der von dem damaligen US-Präsidenten George W. Bush jun. (kurz nach dem islamistischen Terrorakt in New York 11.9.2001) durchgeführte Irak-Krieg, herbeigelogen, von keinem UNO-Beschluß gedeckt und gegen jedes Völkerrecht. In dessen Folge sind bis heute etwa 1 Million Iraker getötet worden.

Dadurch wurde erst das Machtvakuum zum Erstarken von ISIS geschaffen.

Das begründet auch das heutige Argument der Moslems, daß die Christen laufend in moslemische Länder einfallen und dort töten, so daß die Moslems das Recht haben, nun ihrerseits in den Ländern der Christen zu töten.

Erinnerung an Terrorakte und Terrorherrschaft von Päpsten und christlichen Herrschern:

  • Vernichtung der Templer, Katharer und auch der indianischen Reiche und Kulturen in Mittel- und Südamerika durch die Spanier hatten ihre Stütze in der Bibel.
  • Die Hexen wurden im Mittelalter unter Stützung durch die Bibel verbrannt.
  • Im 30-jährigen Krieg in Deutschland mit Millionen Toten bekämpften sich katholische und evangelische Heere, selbstverständlich unter Berufung auf die Bibel.

Die disproportionale "Verteidigung" der Israelis gegenüber den Palästinensern mit der kriegsmäßigen massenhaften Zerstörung ihrer Wohnungen mit Tausenden von Toten hat ihre Stütze in den entsprechenden menschenverachtenden Passagen in der Thora.

Entsprechend stützen sich die Terrorakte des ISIS explizit auf den Koran, besonders mit dem Abschlagen der Köpfe, denn genau das befiehlt der Koran, wenn man "im Krieg" zu den Ungläubigen geht - Sure 47 (5).

Man redet ganz richtig vom islamistischen oder islamistisch motivierten Terror in Nigeria, wo Islamisten im Januar 2015 ganze Dörfer ausgelöscht haben.

 

 

Mohammed als Verfasser der Suren des Korans hat von 610 bis 631 n.Chr. mit seiner Räuberbande die Gegend um Mekka unsicher gemacht. Er überfiel die Handelskarawanen und klaute nach Kräften. Sofort nach Eroberung von Mekka begann er den Dschihad gegen die byzantinische Stadt Tabuk. Nach seinem Tod im Jahr 632 überfielen die durch den Islam geeinten Araber ganz Nordafrika von Marokko bis Ägypten und dann über Kleinasien bis Persien die übrige Welt, um 711 setzten sie nach Spanien über.

Eine Religion, die mit Feuer und Schwert mit Millionen getöteter Menschen verbreitet wird, ist nicht zu akzeptieren.


Karl der Große führte zu Ende des 8. Jahrhundert endlose Kriege gegen die Sachsen, um sie zu christianisieren. Bis 1500 führen christliche Herrscher Kriege gegen Völker wie die Pruzzen an der Ostsee, um sie zu christiansieren oder auszulöschen.

Die Große Inquisition der Heiligen Römischen Kirche mordete unter Berufung auf die Bibel Häretiker, Zauberer, Hexen ... zu Hunderttausenden.

Eine Religion, die mit Waffengewalt und Morden verbreitet wird, ist nicht zu akzeptieren.

Es ist das Böse im Menschen, das die eigentliche Gefahr ist.

Wirklich das Übel an der Wurzel packen kann nur eine hinreichend gute und vollständige gentechnische Verbesserung der Psyche des Menschen, wie sie im Rahmen der transhumanistischen Forschungen und Entwicklungen in einigen Jahrzehnten möglich sein wird.

 

Wir werden in unserer modernen Zeit Zeugen von der Mordlust und Vernichtungswut der ISIS-Irren, getrieben vom falschen islamistischen Glauben.

Der Koran ist so aggressiv geschrieben, wie das die Islamisten praktizieren.

Völkermord und Zerstörung der Altäre Andersgläubiger sind Forderungen der Religionen, die die Thora als Fundament haben.

 

Dem Wüten der Kirchen und Päpste im Abendland wurde die Macht genommen. Hinter der Maske des guten Christentums hatten sie die größten Verbrechen begangen (siehe die Große Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche). Der Kult der Vernunft in Frankreich im 18. Jahrhunderts brach die Macht der Kirche. Genau deshalb ist Frankreich ein explizit laizistischer Staat. Auf der Höhe ihrer Macht haben die Päpste gewütet wie die - was würden sie aber heute tun, wenn sie ihre alte Macht hätten ? Die Päpste besannen sich erst dann auf die christlichen Lehren, als ihnen alle militärische Macht genommen worden war.

Es ist zu prüfen, in wie weit diese Haßtiraden in den genannten "Heiligen" Schriften den Tatbestand zu Volksverhetzung, Landfriedensbruch, Landraub, Zerstörung der Altäre anderer Populationen, Religionskrieg, Aufruf zur Bildung von Parallelgesellschaften, Massen- und Völkermord ... erfüllen. Dann sollten aufrechte Demokraten entsprechende juristische Aktionen einleiten.

Als Warnung steht im Raum, daß durch die von westlichen Ingenieuren immer weiter verbesserte Waffentechnik immer wirksamere Vernichtungswaffen in die Hände von religiös verblendeten Menschen gelangen, die auch bereit sind, diese auf rücksichtsloseste Weise einzusetzen, und das sind nur heute Schnellfeuergewehre und Panzerfäuste, denn - wie oben schon gesagt - geht der Fortschritt auch auf dem Gebiet der ABC-Waffen und vor allem beim Internet weiter, das sich immer besser als vorzügliche Waffe einsetzen lassen wird.

 

Die Gefahr durch Fundamentalisten und Fanatiker beliebiger Motivation in Europa und USA wird wegen der immer wirkungsvolleren, kleineren und leicht zu bekommenden Waffen (vollautomatische Schußwaffen, ABC-Waffen, Internet …) in Zukunft immer weiter zunehmen.

 

Haßtiraden sind aus den „heiligen“ Schriften zu entfernen, Haßprediger sind am Mißbrauch von Religionen zu hindern durch Neuschöpfung von Religionen in Richtung Vernunft-Moralsystemen. In der jetzigen weltweiten Empörung über die islamistischen, explizit auf den Koran gestützten Terroraktionen ist eine gute Möglichkeit gegeben, endlich reinen Tisch zu machen und alle diese stein- bis bronzezeitlichen, auf die Thora gestützten, aggressiv-kämpferischen Religionen gründlich zu modernisieren, vor allem dadurch, indem man die in ihren "Heiligen" Schriften reichlich vorhandenen Haßtiraden eliminiert.

Thora, Bibel und Koran sind so umzuschreiben bzw. neu zu schreiben, daß sie keine menschenverachtenden, zur Zerstörung der Altäre anderer Populationen oder zur Vernichtung anderer Populationen und Andersgläubiger auffordernden oder sogar verpflichtenden Passagen enthalten. Es gibt sehr gute Textstellen in der Thora:

  • 2 Mose 22, 1-30, 2 Mose 23, 1-33, 3 Mose 24, 17-22 ...5, Mose 10, 16-20: Allgemeines sittliches Verhalten.
  • 3 Mose 19, 1-37, 3 Mose 20, 1-27 ...: Ausführlichere Darstellung gottgefälligen Verhaltens.
  • 4 Mose 6, 24-26: Priesterlicher Segen.

Es gibt aber auch gegenteilige, sehr verderbte Passagen in der Thora, und die waren ein schlechtes Vorbild für nachfolgende Thora-gestützte „heilige“ Schriften.

Eine Folge der verderbten Stellen in der Thora: Die ab 1492 n.Chr. nach Amerika strömenden Christen kamen mit Bibel und Gewehr, und sie handelten gegenüber den Indianern genau im o.g. Sinn, und zwar im Sinn von Auslöschung und Vernichtung.

Man hat in Amerika mit Bibel und Gewehr Millionen von Indianern ihre Religion, ihr Land, ihren Besitz und sehr oft ihr Leben weggenommen, den Überlebenden eine völlig fremde Religion mit Waffengewalt aufgezwungen. Man hat im Namen der Bibel Millionen von Indianern gemordet und sie ihres Besitzes beraubt.

  • Christliche Eiferer und Fundamentalisten sind als Mörder entlarvt.

Internationale Gerichtshöfe müssen Kapitalverbrechen wie im Fall der gewaltsamen Auslöschung und „Missionierung“ der Indianer ahnden.

Die Hexenverfolgungen im christlichen Europa sind ein Beispiel für den Mißbrauch der Religion. „Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen“ – dieser Satz aus der Feder der Apostel war das Feigenblatt für die Erstellung des Hexenhammers.

Die Große Inquisition der Römisch-Katholischen Kirche hat Hunderttausende von Menschen in Europa oft grausam getötet, sich auf die „Heilige Schrift“ berufend.

Die Konzentrierung auf die Thora-gestützten Eingott-Religionen teilt die Menschheit, denn dann läßt man die Anhänger von Buddha, Tao, Hinduismus, Synkretismus, Naturreligionen mit Schamanen … außen vor.

Die Geschichte der Menschheit zeigt, daß die Bestie in der Psyche des Menschen fest verankert ist und immer wieder trotz aller zivilisatorischer Tünche hervorbrechen und vernichtend wirken kann:

  • Völkermord an den Indianern in Nordamerika mit einhergehendem Landraub im Auftrag der US-Regierung von 1779 bis 1890.
  • Völkermord an den Armeniern von 1870 bis 1915 im Auftrag der Hohen Pforte durch die Jungtürken in der Nordosttürkei.
  • Völkermord an den ukrainischen Bauern 1940/41 im Auftrag Stalins mit 3 bis 10 Millionen verhungerten Kulaken.
  • Völkermord an den Juden im Dritten Reich von 1933 bis 1945 im Auftrag von Hitler.
  • Völkermord an den Kambodschanern 1975 bis 1979 im Auftrag von Pol-Pot …

Wie groß die Kriegsgefahr ist, die vom Menschen ausgeht, wenn ein erstarkter Staat einen schwachen Staat als Nachbarn hat, sieht man an der Besetzung von Tibet durch China unter Mao Tse-tung 1951, nachdem Mao seine 1924 begonnene Revolution 1949 siegreich beendet hatte, also gerade mal 2 Jahre zuvor.

Kaum war das für Jahrzehnte völlig desolate China wieder erstarkt, überfiel es schon seinen völlig harmlosen Nachbarn Tibet. Ein Traumtänzer und Illusionist ist der, der meint, daß so etwas unter den Staaten der Erde in der Zukunft nicht mehr geschehen kann.

1975 bis 1979 wütete das Terrorregime der Roten Khmer unter Pol-Pot in Kambodscha mit ungeheurer Grausamkeit und Mordlust, wobei von 8 Millionen Kambodschanern etwa 2 Millionen den Tod fanden. Pol-Pot schob keine Religion vor, sondern den Kommunismus. Er behauptete, Mao Tse-tung zu folgen, wobei er wie dieser unter seinen Landsleuten wütete oder wie Hitler und Stalin in Europa. Ab dem Jahr 2014 wüten genau in diesem Sinn die Vorkämpfer für den „Islamischen Staat Irak und Syrien“ (ISIS), wobei diese nun den Koran vorschieben. Tatsächlich haben Hitler und Stalin bewiesen, daß die Menschen zu größten Greueltaten bereit sind, ohne sich auf Religionen zu berufen.

Dennoch ist das Thema Religion unter einem der Vernunft zugänglichen Aspekt zu behandeln, und das gilt vor allem für die Neuschöpfung von zentralen geistigen Systemen auf der Basis des Multiversums. Im Modell des Multiversums ist die Existenz vieler Superintelligenzen angemessen. Die alte SF (die Religion) geht dann in eine moderne SF-Geschichte über.

 

Gautama Siddharta (Buddha) um 480 v.Chr. und Jesus Christus (Heiland) um 30 n.Chr.:

- Verzichtet auf Rache.

- Seid bereit zum Verzeihen.

- Liebt eure Feinde.

- Segnet die euch fluchen.

- Tut Gutes denen, die euch hassen.

- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

 

Der Buddhismus bringt aber sehr viel mehr als das Christentum zur Geltung, und zwar daß die liebende Fürsorge für die Tier- und Pflanzenwelt (gestützt auf die Lehre von der Seelenwanderung) ein Eckpfeiler für alle Wertungen von Moral und Sittlichkeit ist.

Eine extreme Form des Buddhismus in dieser Richtung ist der Jainismus.

Viele Probleme der Menschen mit den sittlich-ethischen Geboten von Buddha und Heilung wie bei der Nächstenliebe und dem Appell, keine Rache oder Vergeltung zu üben, rühren daher, daß die Menschen aus anthropozentrischen Gründen heraus die Forderungen des Buddha für den Schutz des Lebens allgemein als Gradmesser für alles aus anhtropozentrischer Bindung heraus nicht verstehen und ablehnen.

Wenn der Buddha die o.g. Gebote einfordert, dann unter dem Selbstverständnis, daß man alles Denken und Handeln mißt am Streben nach dem Schutz des Lebens allgemein, nach Paradiesformung und -erhaltung, und dann wird „Verzichtet auf Rache“ zu „Bestraft den Übeltäter in dem Maß, daß er sich bessert und der Gemeinschaft keine weiteren Schäden mehr zuführt.“:

  • Wenn ein Mensch irgendwo und irgendwann einem anderen Menschen begegnet und fordert von ihm Besitz und Leben, so bedeutet das Gebot zur Nächstenliebe nicht, daß man sich berauben und töten läßt, denn damit könnte man selber z.B. nicht mehr auf die Kapitalverbrechen der Menschen bei der gegenwärtigen Ausrottung der afrikanischen Großfauna hinweisen.
  • Wenn die Armeen von Frankreich 1813 und von Deutschland 1941 in Rußland einfallen, bedeutet „Liebt eure Feinde“ nicht, daß die Überfallenen sich nicht wehren dürfen. Sie müssen sich sogar wehren, damit sie Leben und Kulturwerte vor der Vernichtung durch die Angreifer bewahren können. Nächstenliebe bedeutet nicht, daß man selber Selbstmord begeht, um dem Nächsten seine „christliche“ Liebe zu beweisen.
  • Wenn Menschen in einem Staat Verbrechen begehen, so bedeutet „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ nicht, daß man diese Menschen nicht zur Verantwortung ziehen und nicht bestrafen soll, sondern nur, daß diese Bestrafung nicht exzessiv sein soll. Wer ein Verbrechen begeht, muß davon abgehalten werden, weiter so zu verfahren, und dazu dient in erster Linie eine wohl ausgewogene Bestrafung.
  • Bei der Nächstenliebe von Augustinus gilt: „Du bist ein Sünder, Häretiker …, aber ich liebe dich, wie es das christliche Gebot befiehlt, aber eben weil ich dich liebe, will ich dich vor den Strafen des Fegefeuers so weit wie nur möglich bewahren, indem ich dich zu deinen Lebzeiten so hart wie nur möglich bestrafe, so daß du durch Leiden und Schmerzen einen Ablaß von deinen Sünden bekommst.“
  • Wenn es in Deutschland 300000 Obdachlose gibt, der soziale Wohnungsbau immer weiter heruntergefahren wird und sich viele Dutzend Bewerber auf eine freie Wohnung melden und wenn dann die Kanzlerin Dr. Angela Merkel die Grenzen Deutschlands öffnet und pro Monat viele Zehntausend Flüchtlinge nach Deutschland kommen, ungeprüft und unregistriert, dann ist das kein Akt der Nächstenliebe, sondern des weiblich motivierten Matronen-GenShoppings unter Mißachtung der eigenen Bevölkerung, die dadurch auch unter immer weiter steigenden Mieten und Einbruchszahlen leidet, neben der Bildung von Parallelgesellschaften und Kampf der Kulturen.
  • Das Gebot der Nächstenliebe muß mit einer gewissen minimalen Intelligenz gelebt werden. Geschieht das nicht, führt seine dümmliche Befolgung zur Selbstvernichtung dessen, der glaubt dem Gebot der Nächstenliebe zu folgen, und die Selbstvernichtung würde bedeuten, daß man selber ausscheidet bei dem Bemühen, dem Leben allgemein und dem Ganzen zu dienen.
  • Das Gebot zur Nächstenliebe kann ab der Stufe einer gewissen Intelligenz dazu mißbraucht werden, um damit im Prinzip völlig idiotische Forderungen an andere Menschen zu stellen. Das Gebot zur Nächstenliebe muß also mit großer Vorsicht befolgt werden, weil es böswillig von anderen Menschen mißbraucht werden kann, um eigene verbrecherische Absichten zu verschleiern.


Auf der Internetseite www.aionik.de weithin am Ende der aufgeführten Schriften, erschienen in Computerdruck & Verlag:

"Modernisierung von Religionen" 

"Heiliger Krieg - Religionen und ihr Mißbrauch" 

„Das Standardwerk über die Ewigkeit“

„Im Kyberzoikum“

„Die neue Bibel“

„Zivilisationsmechanik“

 

Günter Einbeck

 

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