Willkommen auf der Buergerredaktion   Hier Klicken ! Willkommen auf der Buergerredaktion Klicken Sie bitte auf das Lautsprechersymbol, um den markierten Text vorgelesen zu bekommen! Powered_By GSpeech
Werbung


Un homage a Henry Dunant, les Femmes Lombardienne et la Croix Rouge International.
Am 24. Juni j├Ąhrt sich der Tag der Schlacht von Solferino und San Martino - zwei s├╝dlich des Gardasees gelegenen Orten - an dem im Jahre 1859 das franz├Âsische Heer unter Kaiser Napoleon III. (dem Neffen Napoleon Bonapartes) zusammen mit der verb├╝ndeten sardisch-piemontesischen Armee unter K├Ânig Viktor Emanuel II. ├╝ber die ├Âsterreichischen Truppen unter Kaiser Franz Joseph II. einen entscheidenden Sieg errungen haben, der
- waffentechnisch den endg├╝ltigen ├ťbergang von Gewehren mit glatten L├Ąufen und Kanonen mit glatten Rohren (wie sie die Lorenz-Gewehre und Lichtenstein-Kanonen der ├ľsterreicher hatten) zu den gezogenen Gewehrl├Ąufen und Kanonenrohren (wie sie die Minie-Gewehre und LaHitte-Kanonen der Franzosen aufwiesen) einleitete.
- staatspolitisch die weitgehende R├Ąumung italienischen Gebietes durch ├ľsterreich, sowie - nach Bereinigung innerpolitischer Machtbestrebungen (man denke hier etwa an Giuseppe Garibaldi oder den Geheimbund der ÔÇ×CarbonaraÔÇť) - die Einigung Italiens unter Viktor Emanuel II. zur Folge hatte (wenngleich Letzterem dabei nicht viel mehr als die Rolle einer Galionsfigur zukam; Architekt und Anima des ÔÇ×Risorgimento d'ItaliaÔÇť war n├Ąmlich der Ministerpr├Ąsident des K├Ânigreiches Sardinien, Camillo Benso Graf von Cavour, der ÔÇ×italienische BismarckÔÇť. Durch die Beteiligung Sardiniens am Krimkrieg (1853 ÔÇô 1856) war es ihm gelungen, auf dem Pariser Friedenskongress auch die italienische Frage zur Sprache zu bringen und bei einer Zusammenkunft mit Napoleon III. im Vogesenbad Plombieres im Jahre 1858 den Kaiser der Franzosen f├╝r einen gemeinsamen Angriffskrieg gegen ├ľsterreich zu gewinnen, der um den Preis der Abtretung Savoyens und Nizzas an Frankreich und der Vertreibung der ├ľsterreicher aus Italien gef├╝hrt werden sollte. Nach den Friedensvereinbarungen von Z├╝rich (10.11.1859) musste ├ľsterreich schlie├člich nur die Lombardei mit Ausnahme von Mantua und Peschiera an Napoleon abtreten (der sie alsbald Sardinien ├╝bergab), w├Ąhrend die ├ľsterreicher Venetien zun├Ąchst behalten konnten. Erst 1866 kam auch Venetien infolge der Niederlage ├ľsterreichs gegen Preu├čen in der Schlacht bei K├Âniggr├Ątz (Sadowa) zu Italien. Damit stand der vollst├Ąndigen Einigung Italiens nur noch ein Hindernis im Weg: Der Stato Pontificio, der Kirchenstaat als weltlich-politisches Herrschaftsgebiet des Papstes. Nachdem Frankreich im Sommer 1870 seine, seit 1849 im Kirchenstaat stationierten Schutztruppen wegen des bevorstehenden Krieges gegen Preu├čen aus Rom abgezogen hatte, marschierten italienische Truppen unter K├Ânig Viktor Emanuel II. im Kirchenstaat ein, eroberten schlie├člich am 20.September 1870 fast kampflos Rom und entmachteten Papst Pius IX. als weltlichen Herrscher, kurz darauf wurde Rom zur Hauptstadt des geeinten Italien proklamiert. Die Kriegserkl├Ąrung Napoleon III. an Preu├čen war am 19.Juli 1870 erfolgt; tags zuvor hatte das seit Dezember 1869 tagende Erste Vatikanische Konzil die Unfehlbarkeit des ex cathedra sprechenden Papstes verk├╝ndet......... Seither war der Status des Vatikans und die Stellung des Papstes zu Italien, die sogenannte R├Âmische Frage, ungekl├Ąrt (auch wenn Papst und R├Âmische Kurie unangetastet blieben). Erst die Lateranvertr├Ąge - insbesondere der ÔÇ×Trattato fra la Santa Sede e l'ItaliaÔÇť vom 11.Februar 1929 - zwischen dem Heiligen Stuhl unter Pius XI. und der damaligen faschistischen Regierung unter Benito Mussolini machten diesem Schwebezustand ein Ende und best├Ątigten die volle Souver├Ąnit├Ąt des Heiligen Stuhls ausdr├╝cklich als ÔÇ×eine gem├Ą├č seiner ├ťberlieferung und den Erfordernissen seiner Aufgaben in der Welt zu seinem Wesen geh├Ârende EigenschaftÔÇť.(come attributo inerente alla sua natura, in conformita alla sua tradizione ed alle essigenze della sua missione - Art. 2 trattato). Damit wurde dem Stato della Citta del Vaticano, dem Staat der Vatikanischen Stadt die volle Souver├Ąnit├Ąt und der Status eines eigenst├Ąndigen Staates best├Ątigt.
- rechtspolitisch auf Initiative des Schweizer B├╝rgers Henry Dunant zu einer Reihe aufeinanderfolgender, internationaler Konferenzen f├╝hrte, welche zum Ziel hatten, durch eine Kodifizierung des Kriegsrechts (das es bis dato nur als rudiment├Ąres Gewohnheitsrecht gegeben hatte) der Menschlichkeit unter allen Umst├Ąnden und insbesondere auch in Kriegszeiten, Geltung zu verschaffen. Die erste dieser internationalen Konferenzen fand im Oktober 1863 in Genf statt, wo vor allem die Gr├╝ndung freiwilliger Hilfsgesellschaften beschlossen und die Einberufung einer allgemeinen Staatenkonferenz angeregt wurde. Auf Einladung der Schweizer Bundesregierung trat dann in Genf der erste diplomatische Kongress zusammen, der am 21.August 1864 eine ÔÇ×Konvention zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten im FeldeÔÇť beschloss; die Unterzeichnung dieses ersten Genfer Abkommens, das schon die Grundelemente der sp├Ąteren Genfer Abkommen enthielt und heute noch g├╝ltig ist, erfolgte am 22. August. Auf den beiden.Haager Friedenskonferenzen von 1899 und 1907 wurden weitere Konventionen beschlossen, wie zum Beispiel das ÔÇ×Abkommen ├╝ber die Anwendung der Grunds├Ątze des Genfer Abkommens von1864 auf den SeekriegÔÇť; besondere Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang der so genannten ÔÇ×Haager LandkriegsordnungÔÇť(HLKO) als Anhang zur IV.Haager Konvention von 1907 zu. Im Jahre 1929 kam es erneut in Genf zu einer Staatenkonferenz, in der ein ÔÇ×Abkommen ├╝ber das Los der Verwundeten und Kranken im FeldeÔÇť und ein ÔÇ×Abkommen ├╝ber die Behandlung der KriegsgefangenenÔÇť verabschiedet wurden; beide Abkommen verwerteten in weitgehend kasuistischer Weise die Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg. Einen kodifikatorischen H├Âhepunkt bildeten dann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die vier Genfer Rotkreuz-Abkommen vom 12.August 1949 mit ihren Bestimmungen ├╝ber die Behandlung der verwundeten und kranken Soldaten zu Lande und zur See (nat├╝rlich einschlie├člich der Angeh├Ârigen der Luftstreitkr├Ąfte), sowie ├╝ber die Behandlung der Kriegsgefangenen und zum Schutz der Zivilbev├Âlkerung. Erg├Ąnzt werden diese vier Genfer Abkommen durch die beiden Zusatzprotokolle (ZP I und ZP II) vom 8.Juni 1977 ├╝ber den Schutz der Opfer internationaler, sowie. nicht-internationaler, bewaffneter Konflikte; diese Zusatzprotokolle werden in der rechtswissenschaftlichen Rezeption h├Ąufig als Verschmelzung von Genfer- und Haager Recht apostrophiert. Das dritte Zusatzprotokoll (ZP III) von 2005 befasst sich lediglich mit der Einf├╝hrung des so genannten Roten Kristalls als eines weiteren Schutzzeichens in Erg├Ąnzung zum Roten Kreuz und zum Roten Halbmond (seit 1929 in moslemisch gepr├Ągten Staaten in Gebrauch); der ausschlie├člich vom Iran verwendete Rote L├Âwe mit roter Sonne ist seit 1980 nicht mehr gebr├Ąuchlich.

┬áAber kehren wir noch einmal zur├╝ck zu jener Schlacht vom 24.Juni 1859, die den Orten Solferino und San Martino ihre historische Identit├Ąt gegeben hat: Weder der strategische Ansatz, noch die taktische Durchf├╝hrung der milit├Ąrischen Operationen sind es wert, die Schlacht von Solferino an den Milit├Ąrakademien dieser Welt als Lehrbeispiel heranzuziehen - allenfalls als ein Negativbeispiel. Bei Solferino und San Martino trafen drei Heere, letztmalig gef├╝hrt von drei Monarchen zusammen, deren milit├Ąrisch-fachliche F├Ąhigkeiten sich ÔÇô gelinde ausgedr├╝ckt ÔÇô in sehr bescheidenen Grenzen gehalten haben. In Frankreich kursierte das b├Âse Wort von den L├Âwen, die bei Solferino von Eseln gef├╝hrt worden seien und Friedrich Engels, der kongeniale Partner von Karl Marx, hat in der Zeitung ÔÇ×Das VolkÔÇť vom 9.Juli 1859 die Niederlage ├ľsterreichs der ÔÇ×aufdringlichen Dummheit von Franz JosephÔÇť zugeschrieben und gemeint, die ├Âsterreichischen Truppen seien nicht von den gegnerischen Alliierten, sondern von der Dummheit und Anma├čung ihres eigenen Kaisers besiegt worden. Sogar dem milit├Ąrischen Laien, Henry Dunant, sind gravierende Fehler bei den beteiligten Kriegsparteien aufgefallen und er hat diese in seiner Schrift ÔÇ×Un souvenir de SolferinoÔÇť festgehalten. So war etwa fast das gesamte Sanit├Ątsmaterial der franz├Âsischen Armee infolge logistischer Fehler im Hafen von Genua zur├╝ckgeblieben, w├Ąhrend die ├Âsterreichischen Soldaten aus dem gleichen Grund die Schlacht hungrig und durstig durchstehen mussten. Nun, inzwischen sind viele Wasser den Mincio und die Chiesa hinabgeflossen und die Gr├Ąber der damals dort Gefallenen wie auch der ├ťberlebenden hat l├Ąngst der Staub der Geschichte zugedeckt. Das Banner mit dem Symbol der Menschlichkeit aber ÔÇô dem Croce Rosso, dem Croix Rouge, dem Roten Kreuz ÔÇô weht seit den Tagen von Solferino und San Martino ungealtert im Wind der Zeit. Dass diese Tage zu Weltstunden der Menschheit und der Menschlichkeit wurden, ist nicht das Verdienst der damaligen milit├Ąrischen Akteure, sondern des Schweizer B├╝rgers Henry Dunant, der als zuf├Ąlliger Beobachter und Kronzeuge des Geschehens die Idee zur Errichtung einer internationalen Hilfsorganisation zum Schutz der Menschen in bewaffneten Konflikten hatte, einer Organisation, die ohne Ansehen der Person, ihrer Herkunft und ihrer Rasse oder Religion im Sinne einer ÔÇ×caritas inter armaÔÇť t├Ątig werden sollte. In Verwirklichung dieser Idee entstanden schon bald die ersten Rot-Kreuz-Gesellschaften. Und doch hatte alles am 24. Juni 1859 bei Solferino und San Martino mit einer blutigen Schlacht begonnen, an deren Ende man bis zu 40.000 Gefallene z├Ąhlte; dazu kam noch einmal etwa die gleiche Anzahl an Verwundeten und Kranken, von denen infolge der mangelnden medizinischen Versorgung in jener Zeit nach einigen Wochen ein ganz erheblicher Teil ebenfalls verstorben sein d├╝rfte.
Ehre ihrem Andenken!

Tutti Fratelli!
Es weicht die Nacht, im Osten steigt des neuen Tages Sonne
blutroter Ball empor am Horizont.
Was wird er bringen f├╝r das Land am Mincio und an den Ufern der Chiesa? Schon dr├Âhnt der Marschtritt der Kolonnen durch die fr├╝he Stille,
rumpeln die R├Ąder der Kanonen ├╝ber taunasses Pflaster.
Noch ist kein Schuss gefallen, h├╝llt sich der Kriegsgott Mars in Schweigen. Gevatter Tod sch├Ąrft seine Sense f├╝r den gro├čen Schnitt.
Da, jetzt, zur sechsten Morgenstunde, h├Ârt man das Krachen der Musketen und die Gesch├╝tze ├Âffnen ihren H├Âllenschlund.
Sie speien Feuerblitze und Verderben, verschonen weder Mensch noch Kreatur. Ihr Donner unterstreicht das Schmettern der Trompeten,
der H├Ârner Ruf, der Trommeln rasselndes Get├Ân.
Und h├Âher, immer h├Âher steigt der Sonne gl├Ąnzende Scheibe,
taucht dieses Kriegstheater in ihr grelles B├╝hnenlicht.
Hei├č wie die Sonnenglut tobt auch die Schlacht zur mitt├Ąglichen Stunde;
mal senken sich des Gl├╝ckes Schalen zu Gunsten ├ľsterreichs, mal neigen sie sich auf die Seite Frankreich-Piemonts.
Am Nachmittag, zur f├╝nften Stunde, verdunkelt sich der Himmel ├╝ber Solferino. Aus regenschweren Wolken st├╝rzen Wassermassen auf das Land herab.
Sie l├Âschen aus der Kanoniere brennende Lunten,
triefend vor N├Ąsse, versagen die Gewehre den gewohnten Dienst.
Ein H├ľHERER hat ÔÇ×das Ganze halt!ÔÇť befohlen,
zwei Kaiser und der K├Ânig Piemont-Sardiniens m├╝ssen gehorchen.
Die Schlacht ist aus, der Kampf vorbei, wie auch das Leben vieler K├Ąmpfer. Jetzt ist die Stunde von Henry Dunant gekommen,
des Schweizer Menschenfreundes und Zeugen des Geschehens.
Er hilft und ruft auch andere auf zur Hilfe f├╝r die Verletzten,
versucht die Ungl├╝cklichen dem Tode zu entrei├čen.
Vor allem Frauen folgen seinem Ruf, ÔÇ×Tutti Fratelli!ÔÇť ist die Devise ihres Tuns. ├ťber dem schwarzen Abgrund einer m├Ârderischen Schlacht,
erhebt sich leuchtend wie die Sonne und symbolhaft,
auf wei├čem Grund
das ROTE KREUZ!

Werner Leitmeier

Um zu kommentieren, m├╝ssen Sie in Ihrer Sprache registriert und angemeldet sein

Additional information

Idee, Design, Programm und Copyright┬á ┬ę2016 by Michael Maresch



Hier Klicken ! Klicken Sie bitte auf das Lautsprechersymbol, um den markierten Text vorgelesen zu bekommen! Powered_By GSpeech