Meinen vorhergehenden Beitrag mit dem Titel, "Es ist nicht nur fünf nach zwölf, sondern schon weiter!", finde ich jedenfalls bestätigt. Zum einen durch die Beiträge in der aktuellen VdK-Zeitung, zum anderen durch diverse Aussagen vom Pflege-Guru Claus Fussek und Gottlob Schober. Beide haben das Buch im Knaur-Verlag, "ES IST GENUG!, Auch alte Menschen haben Rechte" verfasst und klagen das untätige Verhalten der jetzigen Bundesregierung an. Die derzeitige Bundesregierung unter der Kanzlerin Angela Merkel, hat in der ganzen Regierungsperiode die wichtigen Gesellschaftsthemen verschlafen. Die Kanzlerin sitzt vieles aus, lässt die, die was tun über die Klinge springen, und die gesamte verbliebene Mannschaft ist nur mit sich selbst beschäftigt. Keiner von der gesamten Parteienpalette blickt über den Tellerrand hinaus, nimmt die Zeichen der Zeit und die nötigsten Bedürfnisse der Bevölkerung überhaupt noch wahr. Am allerwenigsten die Zunehmende Verschlechterung in der Versorgung unserer hilfsbedürftigen Alten, Behinderten wie auch Kranken allgemein. Jetzt im Endstadium des Wahlkampfes hört man außer Banalitäten und markigen Sprüchen, die hinterher keiner mehr wahrhaben will, überhaupt nichts Sinnvolles. Alles nur Worthülsen und Schönfärberei. Wirkliche Themen greift man aus Sicherheitsgründen wegen des Wiederwahl-Gedankens gar nicht erst auf, könnte ja zum Bumerang werden. Unsere Kanzlerin verhält sich am Stillsten, denn sie klebt ja an ihrem Machtsessel!
Erlebt man das tägliche Dahinfristen hilfsbedürftiger Menschen in unseren Altenheimen und die steten Leistungskürzungen in diesen, kann einem nur noch die blinde Wut ergreifen. Für Alles und Jedes ist in unserem Staat Geld vorhanden, für viel Unsinniges wird Geld ausgegeben, für die Hilfsbedürftigen in unserem Lande ist kein Geld in der Kasse. Es ist traurig genug, dass pflegewillige Angehörige unsere Menschen daheim für oft nicht mal ein Butterbrot pflegen müssen. Auch hier drückt sich die Pflegekasse. Lieber bezahlt man viel Geld, sehr viel Geld für in Heime und sonstige Einrichtungen abgeschobene Alte und Kranke, als die zu unterstützen, die die Pflegeausgaben massiv verringern würden, nämlich für diejenigen, die ihre Angehörigen daheim pflegen. Hinzu kommt, dass die Pflegequalität in den Heimen vielfach eine schlechtere ist, als die, die von den Angeörigen in aufopfernder Weise daheim vollbracht wird. Eine schlechtere hauptsächlich deshalb, weil oft nicht einmal der gesetzliche "Pflegeschlüssel" erfüllt wird, wobei der Pflegeschlüssel nur den Personal-Mindestbestand darstellt. Optimale Pflege sieht etwas anders aus. Liest man das o.g. Buch (ES IST GENUG!) aufmerksam durch, so werden vielerlei missliche Umstände in unseren Heimen sichtbar!
Die Personalknappheit durch den vorgegebenen Pflegeschlüssel ist so eng bemessen, dass bei der geringsten Krankheitsrate, erst recht während der Urlaubszeit, die gerade in Urlaub oder im Frei befindlichen Mitarbeiter stets wieder in den Dienst gerufen werden. Der Erholungsfaktor dieser Mitarbeiter ist jedenfalls nicht mehr gegeben, die Gefahr der vorzeitigen Erschöpfung und Ausfall der betreffenden Mitarbeiter ist jedenfalls erhöht.
Leider werden aber die realen und berechtigten Klagen von den Medien zu wenig aufgenommen. Ich weiß nicht warum? Haben die alle Angst vor der Wirklichkeit?
Alois Sepp

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