Das traditionelle Münchner Backhandwerk ist bedroht: Backshops konkurrieren mit den Traditions-Backstuben. Dabei bleiben uralte Spezialitäten auf der Strecke und sind vom Aussterben bedroht.
Es wird von der Bäckerinnung gejammert, dass viele Kunden aus Kostengründen lieber in die Back-Shops gehen. Das ist zu einem guten Teil richtig, aber auch notwendig, denn der Geldbeutel und das Bankkonto geben es in München nicht mehr her. Hinzu kommt, dass so manches Brotbackwerk, egal ob Semmeln oder Brote allgemein, nur noch im frisch gekauften Zustand schmeckt. Ist das
jeweilige Teil dann bereits einen Tag alt, so meint man, man kaut nur noch trockenes Stroh. Auch die üblichen Semmeln vom Bäcker schmecken nicht mehr so wie früher. Wird doch der gesamte
Zauber nur noch maschinell und mit Wasser-/Teiggemisch hergestellt, nur damit´s billiger wird und schneller geht. Hinzu kommt, dass die Backbetriebe seitens der Verwaltungsbehörden solch hohe Auflagen erfüllen müssen, die nicht mehr zu erfüllen sind. Als Kunde hat man nur noch zu unterscheiden, teurer oder preiswerter, der Geschmack und die Qualität ist durch die Fertigung fast überall gleich.
Es darf deshalb nicht immer nur die Schuld beim Kunden gesucht werden, sondern schon auch an unseren weit überzogenen Verwaltungsvorschriften und Behinderungen des Handwerks!
Alois Sepp
Vom Aussterben bedroht
- Details
- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
- Zugriffe: 1217