AZ vom 13.11.2013, Leserforum Seite 5, Titel: "Spätfolgen"
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Die Bürgerentscheide ergaben mehrheitlich einen Widerspruch gegen die Ausrichtung der Olypischen Winterspiele in Bayern. Die Olympischen Spiele an sich wären sicherlich nicht das Widerspruchskriterium gewesen, sondern die Angst um die finanziellen Lasten und Spätfolgen. Die älteren Münchner Bürger können von den finanziellen Spätfolgen leider ein trauriges Lied singen. München hat durch die Spiele 1972 zugegebenermaßen in vielen Bereichen gewonnen. Es wurden Stadien gebaut, es wurde das Straßennetz erweitert, die erste U-Bahn in München eingerichtet. Alle diese Kriterien sind lobend zu erwähnen. Doch die Nachteile in Bezug der höheren Mieten, der rasant gestiegenen Preise damals zu der Zeit sind nicht zu übersehen. München wurde für viele Münchner Bürger ein teures Pflaster, die Preise stiegen gewaltig an, blieben aber auch nach den Spielen am hohen Level stehen. Die Einkommen der Bürger blieben jedoch weit hinter den angestiegenen Kosten.
Diese Effekte haben sicherlich zu einem Großteil beim heutigen Bürgerentscheid gegen die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele in München und in der Gebirgsregion Oberbayern geführt. Einige Werbeplakate sagten es eindeutig mit folgenden Worten aus: "Das IOC kassiert, München bezahlt". Unter den bisher gemachten Erfahrungen also kein Wunder, dass sich die Mehrheit der Bevölkerung gegen diese Spiele entschieden hat. Das hat jedoch nichts mit der im Grunde genommenen inneren und positiven Einstellung zum Sport zu tun. Sport wäre ja eine gute Sache, doch leider sprechen die traurigen Erfahrungen im Sport in vielen Disziplinen gegen ihn, weil das Finanzgeschachere bis hin zu Doping keine uneingeschränkte Zustimmung zulässt.
Sehr traurig finden wir Bürger auch die Tatsache, dass sich die Bundesbahn als Betreiber der Münchner S-Bahn dazu hergab, die Fahrgäste durch die laufende Werbung in den Fahrzeugen zu manipulieren und steuern versuchte. Entweder sind wir mündige Bürger, brauchen nicht auf Schritt und Tritt Bevormundungen oder Beeinflussungen die in eine einzige Richtung hinführen, haben das Recht auf unbeeinflusste Meinungsäusserung, oder wir nähern uns immer mehr einer diktatorisch gesteuerten Demokratie. Der Schritt zur vollen Diktatur wäre also nicht mehr weit entfernt!
Alois Sepp
Bürger gegen Olympia 2022 (gedruckt)
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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