Deplatziert und Nonsens-Denkmal, bezeichnet der Vize-Chefredakteur der Münchner Abendzeitung einen in München aufgestellten Gedenkstein, der den "Trümmerfrauen und der Aufbaugeneration" in München gewidmet ist. Ich frage mich als älterer Münchner Bürger, wo ER war zu dieser Zeit? Hat er selbst erlebt, wie seine Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunde den Saustall in München wieder mitgeholfen haben, ihre Stadt bewohnbar zu machen? Mit Sicherheit nicht! Aber schlau daherreden, wie viele der sich so allwissend gebenden Jungen Emporkömmlinge der heutigen Gesellschaft! Hätte es die so herabgewürdigten Trümmerfrauen, die so verschmähte Aufbaugeneration und die vielen Helfer nach dem Kriege nicht gegeben, so wäre München heute nicht da wo es ist. Viele der so gescheit daherredenden Jüngeren ginge es heute nicht so gut, das sollte nicht vergessen werden.
Sicherlich gab es "Verpflichtete", die die Aufräumaktionen auf Anordnung betreiben mussten. Das ist aber der wesentlich geringere Teil der damaligen Bevölkerung, der Zivilisten! Ich weiß noch genau, was alleine meine Mutter, meine Tanten, meine Großmutter geleistet haben. (die Männer waren ja beim Militär im Krieg, in den Gefangenenlagern!) Von vielen wird heute absolut vergessen, dass genau die damaligen Frauen und Mütter enormes geleistet haben, mussten sie die Aufbauarbeiten aus dem Nichts betreiben und für uns Kinder sorgen.
Es wird in Bausch und Bogen jeder Ältere damals lebende Mensch und Bürger von den "jüngeren Emporkömmlingen" Deutschlands als "Nazi" bezeichnet. Werter Herr Thanscheidt das ist ein fataler Irrtum und kann eher als "Volksverhetzung" anstatt zur Aufklärung beitragen. Ich höre schon wieder die Redensarten wie z.B.: "ja, das sind die ewig Gestrigen mit ihren Redensarten". Das sind nicht die Redensarten von ewig Gestrigen, sondern nackte und reale Tatsachen, die man heute nur ins Abseits drücken will, um die eigene Meinung in den Vordergrund zu rücken.
 
Tatsache ist jedenfalls, dass sehr viele der damaligen Bürger in Deutschland absolut "unfreiwillig" zur Fahne geeilt wurden. Haben sie dem staatlichen Ruf nicht Folge geleistet, durften die "Verweigerer" das Lager Dachau von innen kennenlernen!! So auch mein Großvater, so auch "fast" mein Vater! So wie heute von vielen, allerdings berechtigt, die Greueltaten der wirklichen Nazis immer wieder hervorgehoben werden, so darf auch die Leistung der "Trümmerfrauen und Aufbau-Generation" ans Tageslicht gerückt werden. Aus diesem Grunde finde ich die Deklassierung des Denkmals als beschämend, weil sie die Leistung des eigenen Volkes herabwürdigt.

Alois Sepp

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