Experte Bernd Raffelhüschen verlangt von der Politik, die Reißleine zu ziehen. So manche Forderung von ihm ging in der Hauptsache gegen Rentner und Arbeitnehmer. Diesmal zieht er endlich auch einmal selbst gegen seine eigenen Brüder ins Feld, gegen den "Verbeamtungs-Mechanismus". Seine Aussage lautet: "Wir haben schlicht zu viele Beamte". Wie wahr, wie wahr, Herr Raffelhüschen. Laut dpa wird im Internet von heute darüber berichtet, dass sich die Pensionsverpflichtungen für Beamte zu einem enormen Betrag summieren. Die zu erwarteten Kosten für Pensionen und Beihilfen für heute aktive Beamte und Ruheständler bei Bund, Post und Bahn beliefen sich Ende 2012 auf rund 466 Milliarden Euro, meldete die "Bild"-Zeitung und berief sich dabei auf eine Vermögensrechnung des Bundes. Der"Focus" beziffert die "heimlichen Schulden für Beamtenpensionen" sogar auf 870 Milliarden Euro.
Vor diesem Hintergrund verlangt Raffelhüschen von der Politik einen anderen Umgang mit den Beamten. Die aktuelle Verbeamtungspraxis sei nicht mehr zeitgemäß, er glaube nicht, "dass Lehrer oder Hochschullehrer hoheitliche Aufgaben wahrnehmen", zitiert das Magazin den Experten. Die Staatsdiener seien für Deutschland kurzfristig billig und langfristig teuer. Die Neigung "Neulinge zu verbeamten", verschärfe jedoch die Folgen dieser Politik zu Lasten der jüngeren Generation.
Hand auf´s Herz, Herr Raffelhüschen: "Glauben Sie allen Ernstes, dass hier die Politik etwas dagegen unternimmt", ich nicht! Sind doch die Politiker der Neuzeit diejenigen, die sich selbst kräftig durch eigene "Verbeamtung" das Leben nach nur einer Legislatur-Periode schon absichern. Nachdem aber die meisten Politiker selbst sogar höhere Beamte sind, werden die sich zu einem solchen korrektiven Schritt nie durchringen und auf den Weg machen. Hieße ja förmlich: "sich selbst das eigene Grab schaufeln"! Der Beamtenbund sieht dies natürlich wieder ganz anders.
Ihr Worte und Vorschläge wären der richtige und längst überfällige Weg, doch findet sich bestimmt keiner, der an diesem Strag mitzieht. Davon bin ich überzeugt.
Alois Sepp