Man stelle sich vor: "Ernsthaft erkrankt zu sein und nichts zu unternehmen", oder "ins Krankenhaus zu gehen". Wie ist das Risiko größer? Nichts zu unternehmen oder gezwungenermaßen doch ab ins Krankenhaus? Risiko ist vermutlich gleichwertig, unternimmt man nichts, stirbst, oder geh´st ins Krankenhaus, kann dich auch der Tod ereilen!
Na, ja! So darf mans nicht ganz sehen und betrachten. Der Ruf der Krankenhäuser wird momentan mächtig erschüttert durch den Bericht der AOK, indem ausgesagt wird, dass jährlich etwa 19.000 Tote in den Krankenhäusern zu verzeichnen sind. In diesen Zahlen sind natürlich allerlei Faktoren enthalten, die für den Tod in einer Klinik verantwortlich sein können. Schließen wir einmal diese Patienten von dieser Statistik aus, die ohnehin durch ihren Gesundheitszustand dem Tod näher sind als dem Leben. Schließen wir ferner die Unfallopfer aus, die mit schweren und schwersten Verletzungen in eine Klinik kommen, die Überlebens-Chancen ohnehin sehr gering sind. Schließen wir ebenfalls die Patienten aus, die auf Grund ihres hohen Alters wie auch diverser Immunschwächen im Krankenhaus versterben, dann sieht der Sterbefaktor insgesamt schon positiver für unsere Krankenhäuser aus.
Zugegeben, es gibt massive Schwächen unseres Gesundheits-Systems, es gibt massive Schwachstellen in der Technik, beim Personal, bei den Hygienestandards. Es ist nicht zuletzt die Gesetzgebung massiv mit schuldig an dem gesamten Debakel. Es wurden pro Patient aus Kosteneinsparungsgründen die so genannten "Fallpauschalen" eingeführt. Betrachtet man viele Krankheitsfälle im Einzelnen, kann man unschwer feststellen, dass die Krankenhäuser mit diesem Geld nicht mehr auskommen können, wenn sich bei Patienten auch nur etwas verschlechtert, er länger im Krankenhaus verbleiben muss. Laut meiner Information zahlt das Krankenhaus bei diesem Patientenkreis massiv drauf, weil nichts zusätzlich verrechnet werden kann/darf. Also ist das Krankenhaus bestrebt, die Patienten so schnell wie möglich wieder loszuwerden, egal wie dessen Zustand oder persönliches Umfeld daheim aussieht. Wie schnell kann dadurch eine Verschlechterung infolge vorzeitiger Entlassung eintreten? Schnell kann eine Wiedereinweisung und nochmaliger Kostenfaktor entstehen. Gespart wurde für die Kostenträger absolut nichts, für den betreffenden Patienten auch nichts. Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt betrachtet ist der entstandene Schaden weitaus größer.
Also stimmt etwas an unserem System nicht mehr. Das muss dringend geändert werden. Hier ist die Politik dringlichst aufgerufen, endlich einmal einen satten und brauchbaren Rundumschlag im maroden Gesundheitssystem zu vollziehen. Jammern auf hohem Niveau hat hier keinen Sinn.
Alois Sepp
Debakel unseres Gesundheits-Systems
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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