In München gibt es 45 Krankenhäuser mit 11.700 Betten. OB Christian Ude prognostiziert: "Dramatische Überversorgung!"
Irgendwie ist das im realen Leben in München nicht ganz verständlich. Wer es selbst am eigenen Leib oder in im engeren Umkreis erlebt hat, nicht nur einmal, sondern fast jedesmal, dass er dringend einen Platz im Krankenhaus braucht, kann das Gegenteil davon erleben und ein anderes Lied singen. Es dauert verdammt lange bis man einen Bettenplatz zugewiesen bekommt. Es ist keine Seltenheit, dass der Patient 10 Minuten oder auch länger bereits im Sanitätsauto liegt und abwarten muss, bis endlich der erlösende Bescheid kommt, wohin man gefahren werden darf.
 
Es wird im Bericht der AZ vom 7. Febr. 2014 geschrieben, dass die Bettenauslastung in München mit 75 Prozent weit unter dem Bundesdurchschnitt von 82 Prozent liegt. Dabei ist das Krankenhaus Schwabing mit 71 Prozent, Neuperlach mit 74 Prozent, Harlaching mit 76 Prozent und Bogenhausen mit 81 Prozent genannt. Es darf berechtigt gefragt werden, warum dem so ist? Wenn die "Auslastung" angeblich so schlecht ist, wie reimt es sich dann zusammen, dass man kaum einen Platz bekommt, wenn man ihn dringend benötigt, obwohl die Kapazitäten vorhanden sind?
 
Sicherlich ist die Konkurrenz für die städtischen Kliniken in München mit insgesamt 40 Privat- und staatlichen Kliniken erheblich. Um so unverständlicher ist der extrem lange Weg, bis ein Krankenwagen erfährt, wo er den Patienten/Patientin hinbringen darf.
 
Auf der selben Seite steht zu lesen: "Rot-Grün hat jahrelang geschlafen". Das Klinikum steht vor harten Zeiten. So weit hätte es nicht kommen müssen, sagen Kritiker. Hat hier die Politik in München, die Politik in Bayern oder auch nicht zuletzt die Politik in Berlin total versagt? Die Politik schafft schließlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen und finanziellen Grundvoraussetzungen. Hinzu kommt natürlich, dass sich die einzelnen Betriebe, gemeint hier die städtischen Krankenhäuser selbst, vielleicht immer zu sehr mit sich selbst beschäftigt haben, nicht über den medizinischen Tellerrand hinaus geschaut haben. Es muss ja nicht sein, dass jedes Krankenhaus für sich alles hat um sich im gesamten Spektrum der Erfordernisse behaupten zu können. Sicher ist es praktischer und Patientenschonender, wenn man nicht jedesmal für irgendeine Untersuchung außer Haus geschafft werden muss. Sinnvoll wäre es aber dennoch, dass sich auch die städtischen Kliniken spezialisieren. Hinzu kommt die vom Gesetzgeber idiotische Verordnung der so genannten "Fallpauschalen", die den Krankenhäusern ihren eigenen Spielraum sehr eingrenzen. In diesem Falle hat die Politik komplett versagt!
 
Alois Sepp

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