Münchner Abendzeitung, Mittwoch, den 19.03.2014, Leserforum Seite 5, Thema: Dagegen
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Ein unbelehrbares Nichtraucher-Pärchen hat einen Anti-Rraucher-Prozess zum Zweitenmale verloren. Es ist alles recht und schön, zum Schutz der "Nichtraucher", aber es geht dennoch etwas zu weit mit den irrsinnigen Forderungen. Diese Forderungen zeigen offensichtlich, dass die heutige Gesellschaft keine größeren Probleme hat, außer, dass man grundsätzlich dafür ist "dagegen" zu sein!
 
Ich möchte diese Herrschaften sehen, wenn man ihnen so weit reichende persönliche Einschränkungen aufdiktieren würde. Deren Geschrei wäre sicherlich nicht zu überhören! Um keinen falschen Eindruck zu erwecken: "Ich selbst bin auch Nichtraucher", allerdings mit der Einschränkung, dass ich mir am Balkon oder im freien Gelände auch mal eine kleine Zigarre gönne. Wobei das Gönnen der Zigarre sich auf den Geruch des gut duftenden Tabaks beschränkt, und nicht auf die "Inhalation" wie bei den Normalrauchern. Wobei der Jahresbedarf von kleinen Zigarillos sich bei mir auf ungefähr 50 Stück pro Jahr begrenzt. Das wären rein statistisch gesehen: 0,136 Stück pro Tag!
 
Es gibt weitaus störendere Belastungen, als am Balkon einen rauchenden Nachbarn zu ertragen. Wohnt man in einer dicht bewohnten Umgebung mit gleich 3 Lokalen in allernächster Nachbarschaft, einer häufig befahrenen Straßenkreuzung mit einhergehendem motorisierten Kundenverkehr, fühlt man sich in der etwas wärmeren Jahreszeit, wie in einem dauernden Biergarten mit entsprechnder Lärmkulisse. Erlebt man dann das Personal der jeweiligen Lokale und deren Gewohnheiten so zieht sich das teilweise hin bis tief in die Nachtstunden.
 
Man wird es nicht glauben: "es soll auch heute noch Menschen geben, die ihrer Arbeitsplicht und somit zahlen in die Sozialkassen nachkommen, somit teilweise zwischen 4 und 5 Uhr früh aufstehen müssen"! Da wäre es weitaus zwingender auf gebotene Nachtruhe und Erholunsphasen zu pochen. Seitens der Behörden wird trotz berechtigter Klagen der gesamten Anwohnerschaft nicht viel unternommen, weil es einfach hinnehmbar zu sein hat. Verehrte uneinsichtige Raucher-Gegner, haben Sie mal solche Gedankengänge, dann bekommt die sture Nichtraucher-Forderung ganz schnell eine andere Gewichtung. Mit dem Anti-Raucher-Gesetz hat man sowieso die gemütliche Gaststättenkultur teilweise abgeschaft, man hat die Raucher zum Teil bis weit über Mitternacht zur Freude der Anwohner ins Freie und unter unsere Fenster und Balkone gejagt. Wer nimmt hier Rücksicht auf viele Tausend Bürger in Nachbarschaften der Lokale? Wenn alle diese wirklich gestörten Nachbarn auf die Gerichte losrennen würden, könnte sich kein Gericht mehr um Steuerhinterzieher kümmern.
 
Alois Sepp

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