Die Rente mit 63, die Mütterrente und der angepeilte Mindestlohn rufen die "Allwissenden" jetzt wieder auf den Plan! So werden die Rente mit 63 und der geplante Mindestlohn nach Berechnungen führender Wirtschaftsexperten zu einem Arbeitsplatzabbau im hohen sechsstelligen Bereich führen. Der Rentenexperte Axel Börsch-Supan vom Max-Planck-Institut für Sozialpolitik sagte der Zeitung "Bild am Sonntag": "Die Rente mit 63 wird den Facharbeitermangel spürbar verschärfen. Sie wird uns circa 250.000 Beschäftigte kosten, im Vergleich also fast zehn Prozent der derzeitigen Arbeitslosen. Das bremst die Wirtschaft."

"Wir sollten Arbeit für Ältere attraktiver machen, anstatt die Frührente zu subventionieren", sagte Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer jüngst der Tageszeitung "Die Welt". Bei der letzten Frühverrentungswelle habe das Handwerk draufgezahlt. Auch angesichts des demografischen Wandels sei es richtig gewesen, diese unselige Praxis zu beenden. "Jetzt machen wir die Rolle rückwärts", klagte der Handwerkspräsident. Am Ende werde das Rentenpaket bis 2030 sogar noch mehr als 160 Milliarden Euro kosten, denn alle Sozialkassen würden belastet. Schaden durch Rentenreform wäre gewaltig.

Auch Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer kritisiert die Pläne der schwarz-roten Koalition jüngst heftig. "Der Schaden, der durch dieses Rentenpaket entstehen würde, wäre gewaltig", sagte Kramer der digitalen Tageszeitung "Handelsblatt Live". Angesichts der Kosten in dreistelliger Milliardenhöhe bis 2030 drohe ein Anstieg der Sozialabgaben wieder über die Schwelle von 40 Prozent.

"Ich sage voraus, dass wir deshalb bereits in der nächsten Legislaturperiode die nächste Rentenreform brauchen werden", so Kramer. Dann wird es nach seiner Einschätzung nicht um Leistungsverbesserungen, sondern um Beitragserhöhungen, zusätzliche Steuerzuschüsse und "womöglich auch Kürzungen bei der Rente gehen".

Ökonom Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut warnt indes vor einem Jobabbau durch den Mindestlohn von 8,50 Euro: "Der Mindestlohn gefährdet bis zu 900.000 Arbeitsplätze." Sein Kollege Börsch-Supan kritisiert, dass der Mindestlohn bereits ab 18 Jahren gelten soll: "Der Mindestlohn wird bei der Jugendarbeitslosigkeit voll durchschlagen. Dort werden die Zahlen signifikant ansteigen. Der Mindestlohn darf erst ab 25 Jahre gelten."
 
Soweit alle Experten mit ihren Meinungen im Internetportal vom 6.4.2014!
 
Das Geschrei ist wieder einmal sehr groß. Wo bleibt das Geschrei der "Experten" zur Selbstbedienung der Politiker in Berlin? Ich hatte diesbezüglich keine Stimme von diesen Experten gehört! Es wird nur lauthals von denen geschrien, die Dank ihrer Absicherung wie auch des sehr guten Taschengeldes den Finger in eine andere Richtung drehen. Es wird nicht dargestellt, dass durch jahrelange Ausbeutung und Reduzierung der Belegschaften in den Betrieben und Konzernen deren Gewinnmargen zu Gunsten der Börse hinfrisiert wurde. Wenn jetzt scheinheilig vom Handwerks-Präsident Hans Peter Wollseifer gesprochen wird, dass man die Arbeit für Ältere attraktiver machen sollte, als die Frühverrentung zuzulassen, ist dies eine falsche Betrachtung.

In meinen Augen folgende Betrachtungen:
 
1. Die angebliche Frühverrentung ist keine wirkliche Frühverrentung, denn die arbeitspflichtigen Versicherungsjahre von 45 anerkannten Jahren sind so viel wie Standard!
2. Wenn darüber lamentiert wird, dass man die Erfahrungen der Älteren braucht, warum hat die Industrie unter Dieter Hundts Zeiten die Mitarbeiter meistens ab 50 Jahren zum Teufel gejagt? Die Einsparung und Verdünnung der Personaldecke durch die Arbeitgeber liegt mit Sicherheit nicht nur im sechsstelligen Bereich, wie von Ökonom Hans-Werner Sinn vom ifo-Institut durch den Mindestlohn von 8,50 Euro prognostiziert wird.
3. Es wird vergessen zu sagen, dass der Normalarbeiter mit 45 Pflichtjahren körperlich abgeschuftet ist, den heutigen Anforderungen der Industriebosse nicht mehr gerecht werden kann!
4. Verschwiegen wird auch immer wieder, dass die heutigen Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor meist zwei oder drei Jobs nebenbei ausführen müssen, nur um in der Großstadt wie München überhaupt noch leben zu können. Dazu führten auch die laufenden Kürzungen von finanziellen Zuschlägen, auch dieser Gesichtspunkt wird nirgendwo berücksichtigt.
5. Die Rente mit 63 wird den Facharbeitermangel spürbar verschärfen, sie wird uns circa 250.000 Beschäftigte kosten, behauptete der Rentenexperte Axel Börsch-Supan. Es wird aber vergessen zu erwähnen, dass dafür alleine schon die Arbeitgeber gesorgt haben. Fachkräfte wurden gegen Billiglohn-Kräfte getauscht um das Betriebsergebnis zu verbessern.
 
Der Hebel sollte lieber dort angesetzt werden, wo sich die gesundheitlich nicht angeschlagenen Dauerarbeitslosen von ihrer bisherigen gesellschaftlichen Verpflichtung vehement entzogen haben. Den jungen Rentenrebellen kann ich hier nur beipflichten. Alle anderen, die ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung nachgekommen sind und in die Sozialkassen eingezahlt haben, sollen ohne Murren und Maulen der so genannten Experten anerkannterweise in den verdienten Ruhestand gehen können und dürfen.
Die Arbeitsgeber mit ihren heutigen Forderungen an die Belegschaften und das vorzeitige "Entsorgen" der Älteren, sind an diesem Zustand nicht unschuldig. Wenn dann von bestimmten Arbeitgebern gleich nach Bekanntwerden der Einführung des Mindestlohnes ausgesagt wird, dass man im Gegenzug die Arbeitszeit der Betroffenen reduzieren will um der Verteuerung des Produktes entgegenzuwirken, ist alles über Ihr wirkliches, arbeitnehmerfeindliches Denken ausgesagt. Das jetzige Geschrei der "Allwissenden" ist in meinen Augen fehl am Platze! Seitens des Gesetzgebers ist wieder vermehrt dafür zu sorgen, dass sich die ehrliche Arbeit wieder lohnt. Es ist inzwischen ein unmenschlicher Zustand, wenn Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich mehrere Arbeitsstellen zeitgleich bedienen müssen, nur weil man sich das teuere Pflaster sonst nicht mehr leisten kann!
 
Alois Sepp



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