Der frühere Fernsehmoderator und Entertainer Heinz Schenk ist tot. Er starb im Alter von 89 Jahren in der Nacht zum Donnerstag in seinem Wohnort Wiesbaden, wie man lesen kann. Vor knapp einer Woche habe Schenk einen Schlaganfall erlitten und seither im Koma gelegen. Heinz Schenk wurde einem Millionenpublikum durch seine Fernsehshow "Zum Blauen Bock" bekannt, die er bis 1987 moderierte.
"Es war ein Leben für die Show", heißt es über Schenk. Als 18-Jähriger habe Schenk erstmals auf der Bühne gestanden und sei dieser ein Leben lang treu geblieben. "Er hatte nie einen anderen Beruf." Zusätzlich zu seiner Tätigkeit als Moderator schrieb Schenk mehr als 600 Lieder und war jahrzehntelang als Unterhaltungskünstler auf Tour.Die steile TV-Karriere Schenks, der aus der Fastnachtshochburg Mainz stammte, ist untrennbar mit dem "Blauen Bock" verbunden. Die Sendung gehörte zur goldenen Ära des deutschen Fernsehens. Bis zu 20 Millionen Menschen schalteten die Sendung regelmäßig ein. An Spitznamen hat es Heinz Schenk nicht gefehlt: Als "Ebbelwoi-Babbler" oder "hessisches Schlappmaul" wurde der populäre Fernseh-Wirt des "Blauen Bock" bekannt, den er 21 Jahre moderierte. Von 1966 an lud Schenk zur allerbesten Sendezeit am Samstagabend insgesamt 208 Mal als Wirt und Oberkellner in den "Blauen Bock" ein. Der schlagfertige Schenk war aber nicht nur der Babbler, er war der Kopf der Sendung und benötigte weder Teleprompter noch Gagschreiber. Er lieferte die Ideen, schrieb neben den Texten auch fast alle Lieder selbst.
Mit kaum zehn Jahren stand Schenk bereits zum ersten Mal in der Bütt. Nach dem Krieg wechselte der gelernte Schauspieler nach Kabarett-Auftritten zum Radio, wo er wie Hans-Joachim Kulenkampff und Peter Frankenfeld Auftritte im "Frankfurter Wekker" hatte, der legendären komödiantischen Frühsendung des Hessischen Rundfunks. 1966 wurde er Nachfolger von Otto Höpfner im "Blauen Bock".1987 verabschiedete sich das "Schlappmaul" vom "Blauen Bock" - zum Abschluss gab es nochmals eine Traumquote von 15,9 Millionen Zuschauern.
----- Ende des Berichtsauszuges der heutigen Internetbekanntmachung.
Ja, von solchen Einschalt-Quoten können die heutigen Fernsehmacher nur träumen. Selbst zur besten Sendezeit gelingt es den heutigen Fenrsehmachern nicht, ordentliche Zuschauerzahlen zu gewinnen. Zugegeben: "es gab damals noch nicht so viele Fernsehkanäle wie heute", doch die meist oberflächlichen Sendungen des derzeitigen Fernsehangebotes reizen den Normalzuschauer sowieso nicht, zumal es meistens nur noch Quatsch aus "Übersee" und englischer Herkunft ist.
Man darf ohne Überheblichkeit über die früheren Moderatoren sagen, dass sie eben Geist, Witz und Humor, gepaart mit persönlicher Ausstrahlung hatten. Das waren so genannte "Publikums-Magnete", "Publikums-Lieblinge", die die Zuschauer in ihren Bann zogen. Diesbezüglich werden wir Zuschauer bei den heutigen Programmen absolut nicht mehr verwöhnt.
Alois Sepp