AZ vom 21./22.6.2014, Leserforum Seite VIII, Titel: Starrsinnig!
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In der Münchner Abendzeitung vom Montag, den 16. Juni 2014 ist ein treffender Beitrag auf Seite 7 zu lesen. Hier wird berichtet, dass sich das Münchner Baureferat ziert, die Straßenbeleuchtung auf wesentlich "stromsparendere" Lampen umzustellen. Das Baureferat hat erhebliche Bedenken, was Kosten und Logistik angeht! Ja geht´s noch starrsinniger in unseren Beamtenstuben? Man hat wirklich nicht den Eindruck, dass sich unsere Beamtenstuben über kostensparende Elemente großartig Gedanken machen, kostet ja nur des Bürgers Geld!
Die Bedenkenträger argumentieren, dass man eine völlig neue Herangehensweise bei der Leuchtenauswahl, Beleuchtungsplanung, Betriebsweise, Lagerhaltung, Instandhaltung und Wartung benötige.
 
Da fahren wir zum Mond und zum Mars, schmeissen Dank unserer Politiker viele Millionen in Kriegsgebiete, marode Staaten und Banken, hier ziert man sich plötzlich, arbeitet lieber vorsintflutlich, bloß dass man nicht handeln muss. Da wird vom Baureferat darüber gejammert, dass die LED-Technik Ersatzteilfragen und lange Lieferzeiten aufwirft. Da wird über den Anschaffungspreis gejammert. Es wird darüber gejammert, dass sich die Anschaffungen erst nach 13 bis 35 Jahren amortisieren könnten.
 
Es wird absolut nicht daran gedacht, dass man durch die neuzeitliche und moderne Lichttechnik massivste Stromkosteneinsparungen hat. Da wird nicht daran gedacht, dass sich die Leuchtenindustrie längst auf das Verbot der Edison-Erfindung, nämlich der althergedienten Glühlampe, eingestellt hat. Es wird nicht gesehen, dass die Industrie längst mit dem neuen Zug der Zeit fährt, allerlei moderne Leuchtmittel zu einem bereits vertretbaren Preis anbietet. Unsere Stadtbeamten überlegen lieber lange, ob sie massiv Strom einsparen und auf den modernen Zug aufspringen, oder einfach nur durch fadenscheinige Untätigkeit glänzen sollen. Es wird aber auch nicht über die Möglichkeit nachgedacht, durch ordentliche Preisverhandlungen mit der Industrie Sonderkonditionen zu erreichen, die die Wirtschaftlichkeit einer Umstellung nochmals drastisch begünstigen könnte.
 
Wenn die private Wirtschaft genauso denken würde, gäbe es sicherlich keinerlei Fortschritt. Würden die Bedenkenträger in der privaten Wirtschaft das Sagen haben, sähe es um Deutschlands Wirtschaft bitter aus, wäre das "Licht in Deutschland längst ausgegangen!"
 
Alois Sepp

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