In der Münchner Abendzeitung vom Samstag, dem 16.8.2014 ist ein treffender Beitrag über die Pflegesituation in deutschen Pflegeheimen zu finden. Leider komme ich erst heute dazu, darauf etwas als Leserbrief loszuwerden.
Wegen "Personalmangel" wird tatsächlich in so manchen Pflegeheimen, oder sollte man in diesem Falle lieber sagen: "Pflegeanstalten", die den Häusern anvertrauten Bewohnerinnen und Bewohner mit Psychopharmaka ruhig gestellt. Man darf aber hier jetzt nicht das Kind mit dem Bade ausschütten. Es gibt, Gott sei Dank aber auch noch andere Alten- und Pflegeheime, die sich diese Praxis nicht auf die Fahne schreiben. Sicherlich wird auch hier nur mit Wasser gekocht, es ist beleibe nicht alles so, wie man es "menschenwürdig" gerne sehen möchte. Wenn die Bewohner eines Heimes mit Psychopharmaka ruhig gestellt werden, so ist es auch hier nicht nur die Verantwortung des Heimpersonals, sondern auch von den jeweiligen Ärzten, die diese Mittel verschreiben. Ohne "Verschreibung" bekommt man in unseren Apotheken nichts.
Es ist sehr löblich, wenn seitens der Behörden gegen solche Missstände vorgegangen und besser kontrolliert wird. Schließlich bezahlt jeder Bewohner in dem jeweiligen Heim monatlich einen ganzen Batzen Geld. Einen Batzen Geld für volle Leistung, wohl gemerkt. Die Preise werden mit steter Regelmäßigkeit mindestens einmal im Jahr gewaltig angehoben. Der normale Bewohner kann diese monatlichen Beträge ohnehin nicht mehr selbst aufbringen. Trotz des Zusatzbetrages, der von der "Pflegekasse" übernommen wird, reicht es in den meisten Fällen nicht mehr aus, den monatlichen Betrag aufzubringen.
Eine ganz einfache Milchmädchenrechnung verdeutlicht, dass der Staat aus der Sozialkasse oder die Angehörigen für den Fehlbetrag zur eigentlichen Rente aufzukommen hat. Dies heißt, dass die Allgemeinheit für diese Missstände finanziell aufkommen muss. Unsere Spitzenpolitiker in Berlin, bedienen sich selbst in schamloser Weise ebenfalls aus dem Allgemeintopf, den Rentnern, vor allem im Westen werden Almosen verordnet. Der normale Rentner und Bewohner kann sich an sich nichts mehr nebenbei leisten. Auch dies führt häufig zur Ruhigstellung der Bewohner, weil sie inzwischen resigniert haben und mit dem spartanischen Geld auskommen müssen.
Ich finde es löblich, wenn sich die AZ dieses Problems mit unübersehbaren Beiträgen zu diesen Missständen annimmt. AZ, weiter so, denn auch viele Bewohner der Alten- und Pflegeheime sind Ihre Kunden.
Alois Sepp
Ein riesiges schwarzes Loch
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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