Die Baracke und ehemalige Kaserne der Amerikaner darf für Notleidende Menschen nicht hergenommen werden. Meine herzlichste Gratulation dazu, Sie haben es wieder geschafft, Frau Knobloch. Warum haben Sie als Chefin der israelitischen Kultusgemeinde das Grundstück samt Baracke in Augsburg nicht schon längst gekauft und über ein Museum oder Erinnerungsobjekt nachgedacht, wenn sie so großen Wert auf Erinnerungen legen?
Scheinbar ist Frau Knobloch die Nothilfe für andere Menschen nicht mehr wichtig. Hat sie das Leid der im 3. Reich verfolgten Menschen schon vergessen? Scheinbar hat sie auch längst vergessen, dass von vielen damaligen Deutschen, jüdisch abstämmige Mitbürger vor den Nazi-Schergen unter Gefahr des eigenen Lebens in Sicherheit gebracht und versteckt wurden? Scheinbar macht es sichtlich Freude, uns heute lebenden Deutschen, die an den Nazi-Verbrechen absolut keine Schuld haben, immer wieder ein schlechtes Gewissen einreden zu wollen? Dies hat mit geschichtlicher Aufarbeitung nichts mehr zu tun, bestenfalls am Festhalten von Gestrigem.
 
Im Übrigen meine ich, dass es nicht indiskutabel ist, eine schon lange leerstehende Baracke als vorübergehende Notunterkunft zu nutzen, wird doch an allen Ecken und Enden krampfhaft nach Unterkunftsmöglichkeiten gesucht. (darüber hinaus ist der finanzielle Aspekt auch ein wichtiger Faktor) Den notleidenden, hungernden und frierenden Menschen dürfte es egal sein, die Hauptsache, sie sind warm und trocken untergebracht. Nothilfe ist hier angesagt, nicht festhalten der grausamen Vergangenheit.
 
Alois Sepp

Nachsatz: Es darf auch einmal deutlich hervorgehoben werden, dass nicht nur jüdische Bürger unter der Nazi-Herrschaft gelitten haben und geschädigt wurden!! Mir ist eine Antwort eines damalig 104-jährigen jüdisch abstämmigen Mannes immer noch mächtig im Ohr, das wie folgt lautete: "Mensch, Junge, lass doch den ewigen Schmarrn sein, wir wollen nicht immer wieder an die grausame Zeit erinnert werden. Das Leben geht weiter!" Da war selbst ich als damals 42-jähriger momentan sprachlos. Ich wusste bis dahin nicht, dass er jüdischer Abstammung war. Umso größer war meine persönliche Hochachtung vor diesem Mann.

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