Abendzeitung, Ausgabe vom Montag, den 30.03.2015, Leserforum Seite 21, Titel:"Billige Ausrede"
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Wenn heute versucht wird, dem Co-Piloten die gesamte Verantwortung für diesen tragischen Vorfall zuzusprechen, ist dies jedoch falsch. Natürlich war er in diesem Fall der Verursacher, das steht außer Frage. Wie sieht es aber mit der Verantwortung des Arbeitsgebers aus? Wenn, wie es zu sein scheint, auch der Arbeitgeber von psychischen Problemen wusste, warum lässt man dann eine solche Person in das Cockpit eines Flugzeuges? Warum hat man die Fluglizenz in diesem Falle nicht entzogen? Sonst sind unsere Behörden, Flugsicherung und sonst noch andere Institutionen so übergenau, machen aus einer Mücke einen Elefanten. In diesem so gravierenden Falle wurde im Vorfeld offensichtlich nichts unternommen, um ausgehende Gefahren durch einen solchen Mitarbeiter zu unterbinden.

Jetzt zu lamentieren und die Schuld nur auf einen Einzelnen abzuwälzen ist einfach eine billige Ausrede, eine billige Abschiebung der Verantwortung, meine ich. Ich meinte bisher ferner, dass es unabdingbar und verpflichtend ist, dass sich immer zwei Piloten im Cockpit aufhalten müssen, bzw. eine Ersatzperson eintreten muss, wenn einer der Piloten "Austreten" muss. Wenn die Flugsicherung wie auch die Fluggesellschaften jetzt erst aufmerksam werden, so ist es mehr als traurig. Es ist meines Erachtens fahrlässige Tötung auf höchster Ebene. Bin mir sicher, dass hier seitens der Behörden nicht weiter nach Verantwortung gesucht wird.
 
Alois Sepp

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