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Ein Großevent kommt in München so überraschend, dass man viele Straßenbaustellen und Verkehrshindernisse scheinbar nicht abstellen oder rechtzeitig beenden kann. Mit dem überraschenden "Event" wie man heute neudeutsch zu sagen pflegt, meine ich das Oktoberfest.

Zum Zwecke des Oktoberfestes werden ganze Regionen gesperrt, der Verkehr umgeleitet oder Fahrzeuge gar weiträumig ausgesperrt. Selbst die, die innerhalb des Sperrgürtels wohnen haben massive Schwierigkeiten.

Nachdem das Großevent "Wiesn" scheinbar immer wieder so überraschend kommt, Planungen von Parkraum oder bessere Umfahrungsmöglichkeiten nicht möglich sind, fragt man sich als leidgeplagter Münchner Bürger schon, für was unsere Planungsbeamten in den Amtsstuben sitzen. Unsere Verwaltungsstellen bringen es nicht fertig, vorgenannte Straßen-Baustellen zumindest für diese Zeit eingeschränkt freizugeben oder aufzuheben. Der ortskundige Verkehrsteilnehmer würde ja ganz gerne eine andere Route fahren, doch die zu umfahrenden Strecken sind durch Langzeit- wie auch Kurzzeitbaustellen blockiert.

Dem steuerzahlenden Münchner Bürger mutet man lieber gewaltige zusätzliche Kosten und viele Ärgernisse und Einschränkungen zu, als dass man eine ordentliche Vorausplanung stattfinden lässt. 

Viele Firmen, die im Stadtkern tätig sind, werden mit so viel Auflagen und unnützen Kosten belegt, dass sie fluchtartig die Stadt München verlassen. Ein so großes Ereignis wie das Oktoberfest, bringt für die Stadt München und ihre Bürger zwangsweise so viel Schwierigkeiten mit sich, dass man hier gut beraten wäre, eine solche Veranstaltung an den Rand der Stadt zu verlegen.

Hier könnte man die nötige Infrastruktur im Vorfeld schaffen, sodass es absolut geringere Probleme in der Stadt gäbe. Leider ist es für die in der Nähe der Wiesn wohnenden Bürger alles andere als Einstimmung zu einem angeblichen Volksfest, werden wir doch von Statelliten aus ganz Deutschland und ganz besonders aus Italien umkreist, dass wir selbst keinen Parkplatz mehr finden, obwohl wir diesen im Zuge des Parkmanagements an die Stadt München bezahlen.

Hinzu kommt, dass nachts nach dem Wiesnbesuch heimgehende Krakeeler und Unruhestifter immer mehr werden. Es werden nachts Tische und Stühle, die vor den Lokalen stehen, hin- und hergezerrt, obwohl diese zusammengekettet sind. Eine wahre Freude für uns Anwohner!

Alle vier Jahre kommt ja noch so ein überraschendes Moment hinzu, nämlich das zentrale Landwirtschafts-Fest. Auch das ZLF könnte man bei ordentlicher Planung an einem anderen Ort abhalten, die Struktur des öffentlichen Münchner Verkehrsverbundes ließe dies problemlos zu. Wenn schon unbedingt das ZLF in Verbindung mit der Wiesn stattfinden sollte, dann eben beide Feste an die Peripherie der Stadt. Hinzu kommt, dass durch das ZLF die sonst üblichen Parkmöglichkeiten für die Omnibusse aus nah und fern auf unsere Wohngebiete ausgelagert werden müssen. Heute war zum Beispiel verkehrstechnisch kein Durchkommen mehr.

Als wiesngeschädigter Münchner Bürger erhebt sich leider die traurige Frage: "Ist das Ganze eine Fehlplanung oder einfach nur Interessenlosigkeit in den Amtsstuben"?

Alois Sepp

 

 

 


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