In der Münchner Abendzeitung ist zu lesen, dass ein Verband für alle "kostenlos" ausgegebenen Plastiktaschen eine Gebühr verlangen möchte. In meinen Augen ist das Schwachsinn, solange das "Plastik" allgemein auf allen Ebenen unseres derzeitigen Daseins ungehindert Einzug hält. Selbstverständlich kann ich das lose Wegwerfen von Plastiktüten nicht für gut heißen, das ist klar. Ich glaube aber kaum, dass die Schwachköpfe eine gebührenpflichtige Plastiktüte nicht auch nur so wegwerfen. Man sieht dies ja bei sonstigen Pfandbehältnissen, wo bereits Geld dafür abverlangt wurde.
Im anderen Falle gebe ich den Händlern absolut recht, dass man für gekaufte Ware nicht das Verpackungsmaterial den Kunden auch noch auferlegt, ist ja eh schon mehrfach im Kaufpreis drin. Hinzu kommt, dass bei vielen Formaten der eingekauften Waren, der Kunde überhaupt kein passendes Behältnis hat oder haben kann. Lachhaft finde ich, dass bei den Argumenten immer das Meer herangezogen wird. Es entsteht der Eindruck, als wären wir alle auf dem Meer beim Einkaufen unterwegs, anstatt in den Städten und Geschäften!
Es wäre sicherlich sinnvoller und ehrenhafter, wenn sich die "Umweltschützer" dorthin begeben, wo unsere hirnlosen Zeitgenossen Dreck und Abfall in jeglicher Form hinterlassen. Leider findet man die ungeliebten Hinterlassenschaften nicht nur in München in den Isarauen, sondern in vielen Gegenden. Beobachte ich so manchen Kunden, der bei unserem Bäcker ums Eck Brezen, Brot oder Semmeln kauft, so wird mir schlecht. Kaum dass der Laden verlassen wurde wird die Papiertüte aufgerissen und vielfach auf dem Gehweg entsorgt. Das Problem des Abfalles ist nicht der Abfall, sondern die Menschen selbst, das wird immer wieder vergessen!
 
Ferner soll auch betrachtet werden, dass die meisten Plastiktüten aus Kunststoff-Abfallprodukten hergestellt werden. Ich höre jetzt schon die Kunststoffverarbeitende Industrie jammern, wer ihren Verdienstausfall bezahlt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass wir in den Aufbaujahren der Bundesrepublik meist selbst genähte Stofftaschen bei uns hatten, bzw. beim Einkauf stabile Papiertüten bekamen. Wir wurden und waren auch so erzogen, dass man nicht alles einfach auf den Boden schmeisst und liegen lässt. Da stellten sich so manche Fragen erst gar nicht wie heute. Ich weiß aber auch aus eigener Erfahrung, dass die so genannte "Einweg-Plastiktüte" sogar viele einzelne Wege hinter sich bringt bevor sie ordentlich entsorgt wird. Bin mir ziemlich sicher, dass dies bei den meisten Kunden so ist.
 
Alois Sepp

Teilen, Hinweis der Redaktion, Kommentieren und Bewerten in den sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Keine Kommentare