Münchner Abendzeitung vom 14.9.2015, Leserforum, Seite 16, Titel:"Egoismus überwiegt"
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Es bewahrheitet sich immer wieder, dass dort durch Verordnungen und Auflagen in die eigentlich selbstverständliche Vernunft unserer heutigen Zeitgeister eingegriffen werden muss. Mich wundert sowieso, dass es so lange gedauert hat. Sonst schreien die heutigen, sonst so übervorsichtigen Eltern nach allem, was den Sprösslingen schaden könnte. In diesem Falle überwiegt aber in der Mehrzahl, dieser, ach so besorgten Eltern, der Egoismus und die Unvernunft. Was waren unsere Eltern früher blöd, dass sie mit uns kleinen Kindern samt Kinderwagen nicht auf die Rummelplätze, auf die Wiesn, auf die Auer Dult, oder gar in die Gaststätten gegangen sind. Alleine schon wegen dem Krach, der Gefahr durch die Besoffenen und des damaligen Rauches in den Kneipen. Das war damals ohne "Regelung von Amts wegen" eine Selbstverständlichkeit. Sollte heute im Geiste der sonst so besorgten Eltern eigentlich auch "selbstverständlich" sein. Unsere Eltern waren vom inneren Wesen her schon besorgt um uns Kinder, nicht nur besorgt auf dem Papier oder mit dem Mundwerk. Ich kann mich an meine Kindheit noch sehr gut erinnern als ich erstmalig auf die Wiesn durfte. Es war nicht alles zur Freude, sondern auch Angsteinflössend was um mich herum passierte. An das sollten die "Eltern der Neuzeit" auch einmal denken!
Leider ist das Oktoberfest in München ja weit entfernt von einem "Volksfest", der Nepp, der Trubel und der gesamte Radau samt Gefahrenpotenzial ist enorm gestiegen. Da haben, selbst bei aller "Kinderfreundlichkeit", Klein- und Kleinstkinder nichts verloren. Selbstverständlich betrifft es leider auch die betagten Wiesenbesucher, mal sehen, wann auch hier die Verbote kommen, weil die Vernunft vermutlich im Abseits steht. Ich kann bei besten Willen die Contra-Aussagen vom Chefredakteur, Herrn Schilling, in Besorgnis für unsere Kinder nicht verstehen.
Alois Sepp
Es muss immer erst eingegriffen werden! (gedruckt)
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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