In einem großen Artikel der Lokalpresse wird darüber berichtet, dass die Kassenärzte von den Kassen einen Aufschlag von 1,15 bis 1,27 Milliarden bekommen. Aber, es reicht den Medizinern nicht. Man kann es absolut nicht glauben, wenn man diese Zahlen liest.
Rechnet man aber 1,27 Milliarden durch 150.000 niedergelassene Kassenärzte, so beträgt dies eine Brutto-Steigerung von satten 8.466 Euro.
Gemessen an den angegebenen durchschnittlichen Nettoverdiensten vom Allgemeinmediziner, Orthopäden, sowie Psychotherapeuten von rechnerisch 4.673 Euro, ist dies ebenso rechnerisch eine satte Steigerung von 181 Prozent.
Sicherlich hinkt der rein rechnerische Vergleich etwas, weil der eine Betrag brutto und der andere bereits netto ist. Trotzdem gibt es keine Berufsgruppe, die so unvernünftig, unfassbar für den Normalbürger und so unzufrieden ist.
Weiter heißt es in dem Artikel: "Es geht nicht darum, dass Ärzte immer reicher werden", erklärt die Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbandes München, Irmgard Pfaffinger.
"Im Gegenteil: Sie fordern mehr Geld zum einen als Inflationsausgleich und zum anderen, um auf die gestiegenen Kosten reagieren zu können". Dazu zählten nicht nur Mieten und Gehälter für Mitarbeiter, sondern auch die Finanzierung neuer Geräte, die dem Patienten zu Gute kommen. Laut Bericht reiche das Regelleistungsvolumen pro Quartal häufig nicht aus, wenn ein Patient mehrmals im Quartal zum Arzt kommt. (scheinbar sind nur die Kosten bei den Ärzten gestiegen, der Patient als Kunde der Gesundheits-Wirtschaft, bleibt betrachtungsgemäß und aus Sicht der Ärzte unbeachtet)
Welch eine Logik! Dafür gibt es eine ganze Reihe an Patienten, die außer einem Rezeptbedarf soviel wie nicht zum Arzt gehen, der Arzt außer geringer Schreibarbeit nichts tun muss. Da ist der Aufwand zur Vereinnahmung des Eintrittsgeldes (Praxisgebühr) für die Kassen, wohlgemerkt, aufwändiger als das Rezept selbst. Bis jetzt habe ich ebenfalls erfahren müssen, dass der Arzt selbst sagt, das Budget ist für dieses Quartal ausgeschöpft, vertagt einen weiteren Behandlungstermin auf das kommende Quartal. Es kann also beruhigt angenommen werden, dass der Arzt nicht draufzahlt!
Hinzu kommt, dass die Neuanschaffung wie auch Reparaturen von vorhandenen Geräten als Unkosten abgerechnet werden, der jeweilige Verdienst sich um diese Beträge mindert, die steuerliche Belastung weiter herabsetzt.
Ein bekanntes Sprichwort sagt: "Klappern gehört zum Handwerk", ein anderes sagt: "Gut gebrüllt, Löwe".
Alois Sepp