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Laut einem Internetartikel vom 29.10.2012, 07:40 Uhr stellt der Vorstandschef der AOK Rheinland-Hamburg nicht nur die Praxisgebühr in Frage, sondern auch andere Zuzahlungen. Günter Wältermann forderte, alle Zuzahlungen auf den Prüfstand zu stellen.

Der Einführungsgedanke für das mundartliche "Eintrittsgeld" beim Arzt war ja offiziell als Bremse für zu viele Arztbesuche gedacht. Ich muss dazu bemerken, dass es in meinen Augen nicht der wahre Grund war, sondern als zusätzliches Entgelt für die angeblich klammen Kassen damals.

Die Praxisgebühr als so genannte "Arztbremse" muss zwangsläufig am vorgegebenen Grund scheitern, weil der Patient im Normalfall nicht freiwillig zum Arzt geht, sondern weil er etwas benötigt. Leider benötigt man bei unserem Gesundheitssystem den Arzt zwangsläufig, auch wenn man bis zum Lebensende angeordnete Medikamente benötigt. Hier wären die Kassen gut und sinnvoll beraten, einmal mehr darüber nachzudenken, ob man jedesmal bei zur Neige gehenden Medikamenten den Arzt aufsuchen muss, nur um das Präparat erneut verschrieben zu bekommen.
Hier erhält sich das Gesundheitssystem und ihre Organe ja laufend selbst am Leben, denn der Arzt stellt ja naturgemäß die Ausstellung auch nur eines Rezeptes diesen Aufwand der Kasse gegenüber in Rechnung. Die Kosten werden also künstlich die Höhe getrieben.
Dass sich in vielen Fällen auch die Apotheken mittels Rezeptgebühr auch noch die Hände im Gesundheitssystem waschen ist ein weiterer Punkt. Zugegeben, bei einigen Medikamenten entfällt auch schon mal die Rezeptgebühr, je nach Kasse und Vertragsstand. Die Ärzte klagen einerseits darüber, dass sie sich für den Patienten weniger Zeit nehmen können, weil der bürokratische Wust immer mehr und häufiger wird, andererseits werden Patienten gezwungen bei ihnen zu erscheinen.

Alois Sepp

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