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Mit der Bezeichnung Grenzwerte überschritten bezeichnet das Amt Werte ab 100 KBE (koloniebildende Einheiten pro 100 Milliliter)
Bei Wohnungen und Warmwasserleitungen die stets benützt und durch normalen Gebrauch gespült werden, beträgt der Wert meist "0" KBE.
In der AZ-Ausgabe vom 7.11.2012 heißt es in einem Bericht: "Die Gefahr lauert in den Wasser-Leitungen". Ferner wird berichtet, dass in 800 Mietshäusern der Grenzwert für Legionellen überschritten ist.
Da die Betrachtung der Grenzwerte in angstmachender oder informeller Form dargestellt werden können, finde ich bei aller Sachlichkeit so manche Berichterstattung etwas unseriös.
Es ist richtig, dass sich Legionellen zwischen 30 und 50 Grad Celsius ausbreiten und vermehren können. Bedingt aber, dass die Leitungen nicht oder sehr wenig durchspült werden, wobei mit durchspülen der Wasserverbrauch gemeint ist. In einem normalen Mietshaus, auch mit Warmwasserboilern größer als 400 Liter Fassungsvermögen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Legionellenbefalls bei normalen Wasserverbräuchen unwahrscheinlich.
Man kann technisch gewisse Vorsorgemaßnahmen treffen:
- Innerhalb eines Zeitraumes von 3 bis 4 Wochen die Aufheiztemperatur des Brauchwassers (Warmwassers) für mindestens 2 Stunden auf 60-80 Grad hochfahren und im System zirkulieren lassen. So viel mir aus der Praxis bekannt ist, töten sich die Legionellen ab 60 Grad aufwärts ab
- Den Einbau von feinzerstäubenden Duschköpfen und Wasserperlatoren o.Ä. zu vermeiden
- Vor Wiederbenutzung nach längerem Stillstand den Wasserhahn oder die Dusche laufen lassen, bis das Wasser wirklich heiß ist
- Die Warmwasserzirkulationspumpe bei weit verzweigten Leitungs-Netzen nicht abschalten, also ganzjährig durchlaufen lassen
Da die Legionärskrankheit weder übertragbar noch ansteckend ist, sondern nur durch Aufnahme in den Atemwegen stattfindet, ist die Gefahr bei grobstrahligen Duschköpfen und Perlatoren am Wasserhahn so viel wie ausgeschlossen. Selbst das Trinken von Wasser mit Legionellenbefall ist ungefährlich.
Im Normalfall passiert den Menschen mit gesundem Immunsystem gar nichts. Ältere und kranke Menschen hingegen sind eher gefährdet. Im Hinblick darauf dass ältere und kranke Menschen im Regelfall nicht mehr so oft in die Dusche reinsteigen, ist das Risiko nochmals reduziert.
Liegt der Legionellenbefall zwischen 100 und 1000 KBE, ist es auch noch nicht kritisch. Es wird laut Verordnung jedoch empfohlen, weitere Probenahmen innerhalb eines 4-Wochen Zeitraumes vorzunehmen. Bei der erneuten Probeentnahme ist wichtig, vorher kräftig zu spülen, den Perlator an der Waschbeckenarmatur abzunehmen und vorher fachgerecht die Armatur abzuflammen, um auszuschließen, dass durch die Armatur selbst noch Legionellenablagerungen mit in das Probenwasser gelangen. (abflammen bedeutet, dass mit einem kleinen Gasbrenner die Armatur erhitzt wurde)
Da zurzeit in den Medien sehr häufig Berichte über die Legionellengefahr zu finden sind, in den wenigsten Fällen jedoch sachlich fundiert das wirkliche Gefährdungsrisiko dargestellt ist, finde ich so manche Berichterstattung bewusste oder unbewusste Panikmache!
Alois Sepp











































































































