Es geht ums Überleben im Überfluss. Für Deutschlands Milchbauern ist Überfluss das eigentliche Problem. Es gibt zu viel Milch, in Deutschland, in Europa, überall auf der Welt. Die Preise sind seit Monaten auf Talfahrt. Im Juni 2014 erhielten hiesige Landwirte für das Kilogramm Rohmilch noch 38,18 Cent. Ein Jahr später waren es nach Angaben des Deutschen Bauernverbands (DBV) nur noch 28,78 Cent. Im August wurden an manchen Tagen nur noch 26 Cent gezahlt. Auf dem Weltmarkt sieht es nicht besser aus. Nach Angaben des Branchendienstes Agrarheute sanken die Erzeugerpreise zwischen Februar 2014 und August 2015 um 60 Prozent. „In Deutschland und anderen EU-Ländern kämpfen die Bäuerinnen und Bauern ums Überleben“, sagt Martin Häusling, Agrarexperte der Grünen im Europaparlament. Viele Landwirte stünden mit dem Rücken zur Wand.

---- so ein Beitrag der Frankfurter Rundschau im Internet von heute

Das Angebot von Waren aller Art regelt in der freien Marktwirtschaft zu einem Teil den Preis, genau so die Nachfrage. Die Haupt-Preisgestalter sind jedoch die Betriebe selbst, im Falle der Milch die Milchverarbeitende Industrie, die Molkereien. Nachdem sich viele Bauern im Laufe der vergangenen Jahre spezialisiert und ihren landwirtschaftlichen Betrieb umgestellt haben, so gibt es heute ein Mehrangebot von Milch. Dies soll man nicht außer Acht lassen. Trotzdem ist die Gestaltung des Milchpreises nicht die Angelegenheit nur des Verbrauchers, sondern der Molkereien und Milchverarbeitenden Industrie. Nachdem jedes Jahr die Umsatzzahlen aus mannigfachen Gründen gesteigert werden müssen, leiden in erster Linie die Erzeuger, also die Milchbauern.
 
Es ist jedoch nicht sinnvoll, die "notleidenden" Bauern mit Subventionen aus EU- oder Steuermitteln unseres Landes zu stützen. Damit erhöhen sich die globalen Ausgaben für alle Bürger, die indirekt für die Milch mehr aufbringen müssen. Wenn es dem Erzeuger alleine zu Gute käme, würde ich es noch eher hinnehmen. Mit der Subvention würde aber zeitgleich so weitergewurstelt wie bisher, es wäre nicht die Lösung des Problems.
 
Also Finger weg von Subventionen, liebe Politiker der EU und der CSU!
 
Alois Sepp

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