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AZ vom 11.08.2016, Seite 16, Titel "Kein Buch mehr"

Groß oder klein? Getrennt oder zusammen? 20 Jahre gibt es nun die neuen Regeln – das Fazit eines Germanisten ist vernichtend: Schüler hätten deswegen massive Probleme. Die Rechtschreibreform ist ein Flop, meint ein Experte laut Abendzeitung München. Die meisten Patzer (75 Prozent) machten die Schüler genau in den wichtigsten Bereichen der Rechtschreibreform: Wenn es um Groß- und Kleinschreibung geht, um Getrennt- und Zusammenschreibung sowie der s-Schreibung.
 
Eine Frage wirft sich dennoch auf: "Was haben wir frühere Generationen gemacht?" Gab es bei uns keine Probleme mit dem Lernen? Auch wir hatten früher nicht nur Freude am Lernen, sondern mussten auch mit dem Lehrstoff kämpfen. Es kann doch nicht nur an der Rechtschreibreform alleine liegen, werte Lehrkräfte, werte Germanisten?

Das Können unserer Schüler ist laut verschiedenen Aussagen von Lehrern wie auch Lehrherrn schon fast vernichtend. Meines Erachtens doch kein Wunder! Es wird von der jungen und heranwachsenden Generation doch kaum mehr ein Buch in die Hand genommen. Das ständige Begleitelement ist nur das "Smartphon". Auch im Betrieb, wo offiziell "Handyverbot" ausgesprochen ist, wird, wenn auch versteckt mit dem Handy rumgezippt. Beobachtet man die Mitarbeiter stellt man fest, dass fast jeder das idiotische Handy in der Tasche hat und alle paar Minuten rausholt und draufglozt ob sich nicht eine Wats-App oder SMS drauf verirrt hat. Die ureigensten, dienstlichen Aufgaben werden nicht gesehen, obwohl sie daneben stehen.
 
Woher soll denn die Schulbildung kommen, wenn es doch keinen mehr interessiert? Bin mir sicher, wenn es "Smartphon-Unterricht" in den Schulen gäbe, würde keiner die Schule schwänzen.
 
Alois Sepp

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