Die Raiffeisenbank Gmund kassiert jetzt Strafzins, so schreibt das Münchner Abendblatt AZ am 12.08.2016. Dies ist bedingt durch den extremen geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Bank gibt den negativen Zins von 0,4 % jetzt an die Kunden weiter. Laut Bericht heißt es, dass es nur 139 Kunden sind, die diesen Strafzins bezahlen müssen. Es betrifft Privat- oder Firmenkunden die Geldeinlagen über 100.000 Euro auf Giro- oder Tagesgeldkonten bunkern.
Soweit, so gut, wenn jemand ein solches Vermögen auf der Bank liegen hat. Ich möchte hier nicht schadenfreudig klingen, aber es trifft in diesem Falle keine Sozialempfänger. Eine Frage sei aber dennoch erlaubt: "Wie nennt man das bisherige und bereits jahrelang anhaltende Verhalten der Banken, den Normalsparern gegenüber"? Wie nennt man das inzwischen unverständliche Verhalten der Versicherungswirtschaft insgesamt, ihren Versicherten gegenüber? Wir müssen durch die politischen Gegebenheiten schon sehr lange eine Art "Strafzins" für unsere Einlagen aufbringen. Dieser Strafzins hatte nur einen anderen Namen, nämlich "Zinsen".
Durch die eklatante Reduzierung unserer Zinsen auf den Konten und Sparbüchern ist sowieso keinerlei Rendite mehr zu machen. Hinzu kommt, dass das Finanzamt auf die lächerlichen Zinsen auch noch die Einkommensteuer draufschlägt. Somit sind die Zinsen schon längst "Strafzinsen". Doch leider regt sich hier weder die Politik, die Versicherungswirtschaft, die Presse und am allerwenigsten die Banken darüber auf!
Alois Sepp
Nachsatz: Ich wäre froh darüber, wenn ich "Strafzinsen" bezahlen müsste. Dann hätte ich die Gewissheit, nicht bei jedem Öffnen der Geldbörse nachdenken zu müssen.