In der heutigen AZ befindet sich auf Seite 7 ein interessanter Beitrag mit dem schönen Titel: "Wo schauen Sie denn hin?". Gemeint sind hier die Autofahrer die von jungen Frauen an der Ampel abgelenkt werden. Sie wollen damit demonstrieren wie leicht man beim Autofahren abgelenkt ist von anderen Dingen, vor allem vom Smartphone. Es ist wirklich beängstigend, wenn man mit offenen Augen am Straßenverkehr teilnimmt und die idiotische "Handy-Itis" betrachtet. Es heißt im Beitrag unter anderem, dass jeder Siebte an der roten Ampel auf das Handy schaut. Es ist wirklich schlimm, es wird aber von Jahr zu Jahr leider immer schlimmer. Unsere Polizei kontrolliert offensichtlich viel zu wenig, die Strafen -wenn überhaupt einmal ertappt wird- sind zu niedrig. Abschreckung ist es jedenfalls nicht. Das ist schlimm genug und zeigt die heutige gesellschaftliche Einstellung eines Großteils der Gesellschaft, sowie die Respektlosigkeit vor der Straßenverkehrsordnung.
 
Was aber dem Fass den Boden ausschlägt ist eine Begebenheit die ich heute und live in einem Münchner Bus der Linie 132 erlebt habe. Ich stieg am Isartorplatz ein und am Margaretenplatz wieder aus. Ich wunderte mich, dass der Busfahrer (kein Jungspund) dauernd auf die linke Seite schaut. Es wurde allerdings schnell klar, er nahm immer wieder sein Handy in die Hand, blätterte darauf hin und her, fotografierte offensichtlich auch sich selbst. Der Blick richtete sich auch während der Fahrt sehr intensiv auf das Handy. Ich hatte den Eindruck, dass sein Blick mehr auf das Idioten-Instrument gerichtet ist, als nach vorne auf die Straße. Ich erlebte öfters, dass er lieber mit seinem Handy rumspielte, als bei "Grün" weiterzufahren. Glaube kaum, dass es Fahrzeitbedingt war.
 
In einem öffentlichen Fahrzeug ist es wesentlich verwerflicher wenn der Fahrer seine Aufmerksamkeit nicht der Fahrt, nicht dem Geschehen an den Haltestellen, nicht dem Fahrzeug selbst widmed. Ich steige nicht nur des Umweltschutzes zuliebe in die Fahrzeuge des öffentlichen Nahverkehrs, sondern auch deshalb, weil ich hoffe einen wachen, aufmerksamen, ausgeschlafenen Fahrer/Fahrerin zu meiner Sicherheit anzutreffen. (dafür entrichtet man ja auch genügend Fahrpreis das ganze Jahr über)
 
Alois Sepp

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