Kaum spricht jemand davon, dass sich irgend ein Beitrag erhöhen muss um einen bestimmten Status im Rentensystem zu erreichen oder wenigstens zu erhalten, da regt sich die Arbeitgeber-Lobby sofort auf. Unsere Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat, vermutlich nur aus wahltaktischen Gründen, das stetige Absinken der gesetzlichen Rentenhöhe aufgegriffen. Sie wurde endlich wach und stellte klar, dass der Sicherungserhalt der Rente auch etwas kostet. Von einem Fachmann hörte ich in den Nachrichten, dass der Rentenbeitrag etwa 1,3 Prozent steigen müsste, um das Rentenniveau nicht noch weiter absinken zu lassen. Da malt die Arbeitgeber-Lobby gleich wieder den schwarzen Peter an die Wand und prognostiziert den arbeitsmäßigen Weltuntergang.
Eigenartig ist das schon! Wenn die Arbeitgeber-Lobby insgesamt die Preise für die Waren um ein Vielfaches erhöht, die eine fast lächerliche Rentenerhöhung sofort wieder auffressen, regt sich keiner dieser Lobbyisten auf. Hätte die Arbeitsministerin gesagt, dass eine Beitragserhöhung wieder nur von den Arbeitnehmern aufgebracht werden muss, hätte sicherlich keiner von ihnen den Mund aufgemacht.
Ein Rentensystem kostet Geld, Geld das durch Beiträge aufgebracht werden muss. Wenn ich leben will, kostet es ebenfalls Geld, die Preise bleiben nicht stehen. Wenn ich später eine eine gesicherte und lebensfähige Rente haben möchte, so muss mir das auch etwas wert sein, muss also mit einer Beitragsanpassung rechnen. Es macht finanziell keinen Unterschied, ob ich für die spätere Rente ins "Riestersystem" oder eine andere "zusätzliche Versicherung" einzahle. Auch dies bedeutet eine finanzielle Mehrbelastung. Ich zahle doch lieber in ein gesichertes System ein als in "unsichere und fragwürdige" Zusatzversicherungen, bei denen man nie weiß wie es zum Ende der Laufzeit aussieht, vielfach abhängig sind vom gesamten Geldmarkt. Dies kann jeder unschwer feststellen, der sich eine solche Zusatzversicherung für später angeschafft hat. Bei den jährlichen Statusmeldungen der Versicherungen stellt man fest, dass die angesammelte Geldsumme durch die finanziellen Zustände auf dem Kapitalmarkt sich kaum erhöht. Das "Ansparen" lohnt sich für den Versicherungsnehmer kaum mehr. Die Gewinner sind nur die Versicherungen und das Finanzamt. Das Finanzamt, also der Staat verlangt für die lächerlichen Zinsen auch noch eine "Kapitalertragssteuer"! Ein Gewinn auf der Seite der Versicherungsnehmer ist somit nicht mehr auszumachen.
Alois Sepp