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Abendzeitung Freitag, den 18.11.2016, Leserforum Seite 23, Titel: "Unendliche Geschichte"
Wer morgens in München mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fährt, kennt das Szenario: Überfüllte U-Bahnen - trotz 5-Minuten-Takt. Bei Bussen und Trambahnen sieht es nicht recht viel besser aus. Das öffentliche Verkehrssystem stößt an seine Grenzen. Schon im vergangenen Jahr warnte der damalige MVG-Chef Herbert König vor dem U-Bahn-Kollaps.

Trotz des vor wenigen Wochen beschlossenen zweiten S-Bahn-Tunnels, kann noch keine Entwarnung gegeben werden. Zwar wird dieser den Nahverkehr in München sicherlich merklich entlasten, aber bei den prognostizierten Wachstumszahlen reicht das bei weitem nicht. "Bis 2030 müssen wir sowohl das U-Bahn-Netz als auch die Tram-Strecken ausbauen", sagt MVG-Sprecher Matthias Korte in der "SZ". Mit Taktzeitverdichtung allein sei es nicht getan.

--- So kann man in der Abendzeitung lesen ---

Ja, das ist schon seit vielen Jahren eine Binsenweisheit, von dem jeder Kunde des Öffentlichen-Personen-Nahverkehrs in München nicht nur ein trauriges Lied singen kann. Aber, unsere Politiker haben sich ja ausgiebig Zeit gelassen, sind über Parteien-Geplänkel und Schuldzuweisungen viele Jahre nicht darüber hinausgekommen. Es wäre sicherlich eine wesentlich schnellere Entscheidung gefallen, müssten die hierfür Verantwortlichen anstatt mit ihren Dienstwagen selbst täglich während der Stoßzeit mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren.
Wenn MVG-Sprecher Matthias Korte prognostiziert, dass wir bis 2030 das Verkehrsnetz von U-Bahn und Tramstrecken ausbauen müssen, so übersieht er das Tempo möglicher Bauarbeiten. Alleine schon bis fertigungsreife Planungen, Genehmigungen und sonstige technische Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sind, dürfen wir Münchner eher schon zu Fuß gehen, weil das Verkehrsnetz inzwischen vollends kollabierte. Ich fürchte, dass der Ausbau von Bus- Tram- und S-Bahn-Linien eher einer unendlichen Geschichte gleichkommt.
 
Alois Sepp


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