Der Pendler-Tourismus steigt stets an!

Das waren rund 22.800 mehr als im Vorjahr, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg mitteilte. Der Anteil der sogenannten Einpendler an den 5,3 Millionen Beschäftigten hat sich damit leicht erhöht - von 6,5 auf 6,7 Prozent. Die meisten fuhren aus Baden-Württemberg (96.100), Nordrhein-Westfalen (41.400) und Hessen (40.500) nach Bayern zur Arbeit.
Die Zahl der Menschen, die in Bayern leben, aber in anderen Bundesländern oder im Ausland arbeiten, ist ebenfalls gestiegen - um 16.500 auf knapp 275.000. Auch hier gab es 2016 den meisten Pendlerverkehr jeweils zwischen Bayern und Baden-Württemberg (109.000), Hessen (60.800) und Nordrhein-Westfalen (39.900).
--- so wird in der Presse auszugsweise berichtet
Warum zieht es die Pendler alle vermehrt nach Bayern? Mundartlich sagt man: "In Bayern gehen die Uhren anders!" Liegt es an den Beschäftigungsmöglichkeiten in München, in Nürnberg oder Bayern allgemein? Ist es die Landschaft? Sind es die Menschen? Vermutlich liegt es hauptsächlich an den Arbeitsmöglichkeiten, sowie an den anderen Punkten gleichermaßen. Die Städte wie auch die Betriebe insgesamt provitieren finanziell durch die Pendler ganz massiv. Da in vielen Städten durch die Preisentwicklung in den vergangenen Jahrzehnten die Menschen vertrieben wurden, braucht man sich nicht wundern, wenn vermehrt Pendler- und Arbeitsweg-Tourismus entsteht.
Wen wundert es dann, wenn in den Stadtmetropolen so manche Verkehrsader zum Überlaufen voll ist? Dass dies zwangsweise für unsere Städte auch Nachteile hat, ist unübersehbar und logisch. Da nutzt es auch wenig, wenn man jetzt die dieselbetriebenen Fahrzeuge allesamt aus dem Stadtgebiet verdammt. Somit die Dieselfahrzeuge im Wahn der Luftreinhaltung als alleinige Ursache dafür verantwortlich macht. Es wird nicht bedacht, dass durch die "Verteufelung und massivem Druck" auf Dieselfahrzeuge auch Gegendruck entsteht. Es wird umgestiegen auf andere Fahrzeugtypen. Es wird nicht bedacht, dass auch benzinbetriebene Fahrzeuge umweltfeindliche Abgase erzeugen. Ich erinne mich an das ewige Hin und Her an den Zapfsäulen, das ewige Hin und Her an der Diskussion in Bezug Diesel oder Benzin. Mal schaukelten sich die Benzinpreise dorthin wo es die Mineralöl- und Autoindustrie wollte, mal wurden die Dieselpreise forciert. Meines Erachtens war es damals wie heute nur ein abgekartetes "Finanz-Spiel" und "Gewinnmacherei" der Industrie. Warum hat damals die Mineralölindustrie durch den Aufkauf der Patente für den Spritsparenden und somit umweltfreundlichen "Kreiskolben-Motor" aufgekauft? Es wurde damals somit verhindert, dass die Hersteller diese umweltfreundlichere Antriebsart einsetzten.
Man betrachte alleine die Diskussionen des Abgas-Skandals. Die Fahrzeugbesitzer tragen hier die allergeringste Schuld. Es sind vielmehr die raffgierigen Methoden der Hersteller-Konzerne, sowie die bisher zu lasche Kontrolle durch staatliche und unabhängige Instanzen. Hinweis an alle Gegner: "Alle Diesel-Fahrzeuge sind mit staatlicher Erlaubnis, Genehmigung und Zulassung auf den Markt gekommen und in Betrieb gesetzt worden", können jetzt nicht einfach durch ein Verbot, je nach Lust, Laune und wissenschaftlichen Studien, so einfach verboten werden. Dadurch wird die Sache nicht besser. Im Gegenteil, es werden Käufer und Besitzer von Fahrzeugen als "Unschuldige" nur wieder einmal mehr bestraft. Kommt in meinen Augen einem unschuldigen Gefängnisaufenthalt gleich.
Es ist auch ein gewaltiger Irrglaube, wenn man annimmt, dass durch das "Diesel-Fahrzeugverbot" in den Städten jetzt alle plötzlich umsteigen können auf ein anderes Verkehrsmittel, die Luft dadurch plötzlich und automatisch besser würde. Der Umstieg ist immerhin auch eine finanzielle Sache der Menschen. Ein anderes Fahrzeug ist schließlich kein Pappenstiel, den man mal im 1-Euro-Laden erstehen kann.
Selbst der Öffentliche Personen-Nahverkehr kann häufig das nicht bieten, was die Menschen, vor allem die Pendler brauchen. Die Vielgepriesene Elektromobilität scheitert alleine schon aus nicht sinnvollen technischen Möglichkeiten. Die Reichweite und die Nachlademöglichkeiten sind mehr als ungenügend, vom Preis der Fahrzeuge noch gar nicht gesprochen. Hinzu kommt, dass seitens der Hersteller die sogenannten "Hybridfahrzeuge" nicht einmal stiefmütterlich betrachtet, noch viel weniger angeboten wurden. Diese Betriebsart wäre absolut sinnvoll, preislich erreichbar, der Umwelt gegenüber entgegenkommend. In dieser Richtung fehlt vermutlich die "Lobby" wie auch das politische Denken!
Alois Sepp