Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat ihre pauschale Kritik an den Führungskräften der Truppe bedauert. Ihre Äußerung, es gebe bei der Bundeswehr „ein Haltungsproblem“ und „Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“ nahm die CDU-Politikerin aber nicht zurück.

 

Ursula von der Leyen kann bei noch so gutem Willen einen so großen Laden wie es die Bundeswehr ist, nicht voll und alleine überblicken. Da wäre sie ein "Wunderkind", wenn sie das könnte. Die Kritik ist in jedem Falle auch an anderen Stellen angebracht, als nur bei der obersten "Chefin" der Bundeswehr! Kritik im Nachhinein kann man leichter üben, als wenn man selbst "Betroffene" ist. Wenn man ehrlich ist und die Sache nüchtern betrachtet, ist hier die Verfehlung nicht nur bei der Truppe zu suchen, sondern bei allen anderen "Amtsstellen" auch, die es dem Bundeswehroffizier Franco A. so leicht machten, sein persönliches Fehlverhalten so einfach zu praktizieren. In erster Linie ist es den Amtsstuben selbst zuzuschreiben, weil offensichtlich entweder geschludert oder geschlafen wurde, die einfachsten Kontrollmechanismen versagt haben. Nach jüngsten Meldungen zufolge sieht hier das Amt wieder keinerlei Schuld bei sich. Der schwarze Peter wird, wieder wie immer, liebend gerne anderen zugeschoben. 

Es ist leider all zu häufig, dass Worte aus einem Kurzinterview ganz anders ausgeschlachtet werden, als wie man es selbst im Moment der Äußerung dachte. Leider gibt es immer wieder solche "Schnellquatscher", die sich aus Geltungssucht und Medienhascherei hervortun wollen. Unter diesem Phänomen haben schon viele darunter gelitten, warum soll es der Verteidigungsministerin anders ergehen? Es soll jetzt hier nicht schön geredet werden, aber Führungsschwächen sind überall möglich oder vorhanden. In einem Großbetrieb ist dies genau so zu erkennen, wie auch in der Bundeswehr.

Mich wundert nur, dass die "Rücktrittsforderungen" diesmal nicht ganz so lautstark ertönen. Meistens ertönen diese wesentlich lauter, wenn es sich um Kleinparteien handelt. Hier haben sowohl CSU wie auch die CDU sonst immer ganz massiv versucht, eine Kerbe zu schlagen, wenn es nicht aus den eigenen Reihen kommt. Diesmal ist es wesentlich leiser, klar, man will ja nicht das eigene Nest beschmutzen.

 

Alois Sepp

Nachsatz:  Die gestrige Kabarettsendung (11.05.17) im Fernsehen bestätigt mir wieder einmal nur schlechtes "Leyen-Theater"! Die normalen "Laienbühnen" sind dagegen absolute Weltklasse, das politische Schauspiel der Berliner Politbühne hingegen ist vergleichbar mit Schmieren-Theater.


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