{jcomments on}AZ vom 25.06.2012, Seite 14, Titel "Eltern gefordert"
In der AZ vom Wochenende, 23./24.6.2012 lese ich, dass das Bildungsniveau in Deutschland steigt. Dies ist selbstverständlich eine gute Tatsache.
Doch ist zum Jubeln ("ist" von der Redaktion eingefügt) von nur teilweiser Anlass, weil es immer eine erkleckliche Anzahl an jungen Leuten gibt, die die Schule oder die Lehre abbrechen. Es ist die Rede davon, dass 1,5 Millionen junge Menschen zwischen 20 und 30 Jahren keinen Schulabschluss haben.
Die Gesellschaft, aber vor allem die eigenen Eltern müssen sich zunächst an der eigenen Nase nehmen und Gewissenserforschung betreiben. Es liegt beileibe nicht immer nur an den Kindern, dass sie nichts zuwege bringen. Haben nicht wir als Eltern die oberste Pflicht, unsere persönlichen Interessen hinter das Wohl der Kinder zu stellen.("?" von der Redaktion eingefügt)
Seit geraumer Zeit ist doch der Trend nach "Selbstverwirklichung", nach möglichst gutem Einkommen im Vormarsch. Die Kinder sind sehr häufig sich selbst überlassen. Wie soll der Nachwuchs angeregt werden, wenn wir als Eltern schlechte Vorbilder sind?
Ich halte es für falsch, einen gesellschaftlichen Mißstand zu unterschätzen, die Fehler für den Zustand immer wo anders zu suchen. Es ist aber eine traurige Sache, wenn die Politik, die Bildungspolitik durch extrem falsche Weichenstellungen behindert.
Ferner darf die berechtigte Frage gestellt werden, warum die heute in Rente gehenden oder befindlichen Menschen diesem Mißstand trotzen konnten. Die Hauptursache war in jedem Falle der Zusammenhalt und die Erziehung in der eigenen Familie.
Alois Sepp