Jens Spahn, der neue Gesundheitsminister! - QR Code Friendly


Frank Plasberg widmet Talksendung Bundesgesundheitsminister Jens Spahns Plänen.

Jens Spahn, bespielt gerne und regelmäßig die Talkshowbühnen der Republik. Zum Dank rollte Frank Plasberg seinem Stammgast nun den roten Teppich aus und wählte als Titel für seine "Hart aber fair"-Sendung die an den frischgebackenen Gesundheitsminister gerichtete Frage "Warten zweiter Klasse – was bessert sich für Kassenpatienten, Herr Spahn?".

Der Angesprochene nahm die Gelegenheit, seine Pläne vorzustellen, dankend an und unterstrich besonders die Bedeutung der als ungerecht empfundenen Diskrepanz bei den Wartezeiten. "Die allermeisten Deutschen schätzen ihr gutes deutsches Gesundheitswesen, aber es gibt ein großes Aufregerthema, wo auch das Gefühl von Unfairness da ist, und das ist die Frage: Wie schnell hat wer einen Arzttermin, und warum hat der Privatversicherte schneller einen?", fasste Spahn zusammen. Wenn man die Akzeptanz für das Gesundheitssystem erhöhen wolle, müsse man dieses Problem lösen.
Die Abschaffung des privaten Zweigs sei allerdings kein Schritt in die richtige Richtung. "Dann warten alle länger", so der Unionspolitiker. Stattdessen schwebten ihm Verbesserungen bei den Terminservicestellen und der Budgetierung vor. Andererseits stellte der Minister aber klar: "Viele Ärzte machen keinen Unterschied zwischen gesetzlich und privat Versicherten."
"Das wäre ja unethisch"

Zu diesen nicht näher bezifferten Vielen, die sich der Zweiklassenmedizin widersetzen, zählt auch der Bassumer Hausarzt Dr. Christoph Lanzendörfer. "Uns ist das völlig egal", sagte er über den Alltag in seiner Praxis und fügte hinzu: "Das wäre ja unethisch."
Der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung für den Nordkreis Diepholz legte Wert auf die Feststellung, es komme in seinem Beruf nicht allein auf das Geld an. Dass Kollegen aus falschen finanziellen Anreizen heraus überflüssige Angebote machten, wollte aber auch Lanzendörfer nicht leugnen.

--soweit auszugsweise ein Bericht von heute
 
Herr Spahn, man merkt, dass Sie keine Ahnung von dem haben, was bei uns in Deutschlands Praxen Gang und Gäbe ist. Sicherlich kann man nicht alle Praxen über einen Kamm scheren. Es erübrigt sich aber, die unterschiedlich schnell möglichen Termine in unseren Praxen, klein zu reden und so zu tun, als wäre es immer nur ausnahmsweise.
Ganz besonders häufig findet man so diverse "Sonderleistungen" zu denen der Kassenpatient ermuntert wird, die aber von der Kasse nicht übernommen werden. Ob diese Zusatz-Leistungen medizinisch sinnvoll, wirkungsvoll oder nötig sind, kann ich als stinknormaler Patient nicht beurteilen, also willige ich bei entsprechender Darstellung des Arztes ein. Dies stellt natürlich für den Arzt ein willkommenes Zubrot dar, das seiner Kasse zu Gute kommt.
 
Wenn sich der von sich selbst so eingenommene Minister einmal positiv und zu Gunsten der gesetzlich versicherten Patienten in Szene setzen möchte, braucht er nur das gesamte System mal abrechnungstechnisch reformieren. Im normalen Geschäftsleben wird nur das bezahlt, das der Kunde sieht und bekommt. Der Patient als Kundes des Arztes sieht und erfährt nicht im Geringsten, was Frau oder Herr Doktor abrechnet. Ich kann nicht nachvollziehen, ob die in Rechnung gestellte Leistung richtig ist oder getürkt? Warum wird dieses System nicht umgestellt? Ein Schelm, der Schlechtes dabei denkt!
 
Aus früheren Publikationen ist schon oft hervorgegangen, dass es auch in diesem Berufszweig schwarze Schafe gibt, die das System zu ihren Gunsten ausschlachten. Würde Herr Spahn endlich als Gesundheitsminister dafür den Mut aufbringen, der gesamten Gesundheits-System-Kaste die Stirn zu zeigen, würden die gesetzlichen Kassen um viele Milliarden pro Jahr weniger an Ausgaben aufzubringen haben. Aber, auch Herr Spahn brüllt lieber mit den Löwen, als gegen sie anzukämpfen, da bin ich mir sicher!
 
Alois Sepp
Weitere Artikel
Alois Sepp

Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))