Immer wieder steigt mir die Zornesröte ins Gesicht, überfällt mich die Wut über das immer schlimmer werdende Gebahren der Verpackungsindustrie. Ich sehe ein, dass im Bereich der Lebensmittel eine gewisse Vorbeugung zur Sicherheit vorhanden sein muss, ich sehe ein, dass aus Sicht der Laden- und Warendiebstähle eine gewisse Vorsicht angebracht ist.
Es ist aber nicht mehr einzusehen, dass ältere Menschen, Menschen mit körperlichen Gebrechen eine buchstäbliche Hilfskraft engagieren müssen, nur um ihnen den Genuss der verpackten Milch, der Dose Fisch, dem verpacktem Brot oder auch anderen Lebensmitteln des täglichen Bedarfes zu ermöglichen.
Teilweise ist sogar Werkzeug erforderlich, weil sich die Milch im Tertra-Pack ohne Hilfsmittel und nur mit großer Kraftanstrengung öffnen lässt.
Die alten Menschen sitzen vor den jeweiligen Verpackungen und müssen fast verdursten, weil das Behältnis nicht zu öffnen ist.
Kommt, wie es in vielen Pflegeeinrichtungen leider der Fall ist, die Pflegerin, der Pfleger oder ein sonstiges Personal stundenlang nicht ins Zimmer, so hocken die Bedürftigen vor ihren Lebensmittel- und Getränkepackungen und bringen diese nicht auf.

Dieser leidige Umstand betrifft viele verpackte Lebensmittel. Hier denken die jungen Verpackungskonstrukteure absolut nicht darüber nach. Es kommt denen erst zur Besinnung, wenn sie selbst in die präkäre Lage versetzt werden, und das kann dauern.

Auch für andere Waren des technischen Bedarfes ist es oft eine Zumutung die Ware aus der fest zugeschweißten Blister-Verpackung zu bekommen. Egal ob es sich um Batterien, Akkus, Ladegeräte, oder andere ganz banale Dinge handelt. Hier hilft meistens nur noch eine große, stabile Schere oder diverse Zangen, um an den wirklichen Inhalt und Gegenstand zu kommen. Ein wirkliches Loblied auf hirnloses Verpackungsgebahren. 

Alois Sepp

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