Die Autofahrer bezeichnen sich selbst auch gerne als Melkkühe, den Eindruck bekommt man immer wieder. Es werden viele Kosten dem Autofahrer aufgebrummt, nicht aber nur Sichtbare. Es wird gerne so populistisch aufgetischt, dass der Autofahrer an den Schäden auf der Straße die Schuld trägt. Es wird ebenso deutlich dargestellt, dass die Schäden laut einem Bericht der TU Dresden mit 88 Milliarden Euro pro Jahr zu Buche schlagen. Dabei die gut 8 Milliarden an Kfz.-Steuern eben nur ein Bruchteil dessen sind.
Es wird nicht bedacht und angesprochen, dass ein sehr großer Schaden durch die immer größer, schwerer und länger werdenden LKW´s und Busse werden. Es wird auch nicht angesprochen, dass vom Lastenverkehr eine Unmenge Maut-Gebühren an Vater Staat entrichtet werden. Es ist immer ein Leichtes, die Schuldigen bei den Autofahrern zu suchen. Es wird aber auch bei keiner Studie darüber nachgedacht, dass das herkömmliche "Auto" für die Volkswirtschaft, den Städten und Gemeinden ebenso Milliarden an Gewinnen einbringt. Angefangen vom sich immer mehr zum Stadtsport entwickelnden Parkmanagement in den Ballungszentren, von den überproportionalen Strafzettelgebühren, von den Mineralölsteuern sowie Parkgebühren insgesamt noch gar nicht gesprochen.
Ich will die Schäden nicht kleinreden oder in Abrede stellen, sie sind ja unübersehbar, aber jeder Betrieb hat gewisse Unkostenfaktoren, so auch die Gemeinden. Klar ist auch der hoheitliche Charakter der Gemeinden und Städte.
Ansonsten kann ich den Bericht von Herrn Thanscheidt in der AZ nur unterstreichen. Wenn sich Uneinsichtige, Unverbesserliche im Straßenverkehr unrichtig benehmen, dann sind die Strafzettel die einzig richtige Antwort auf dieses Fehlverhalten. Bei den verstärkten und gerne gemachten Kontrollen im 30-er Gebiet ist es kein Kunststück, schnell Geld in die Kassen zu spülen. Mit Fußgängern und Kinderwagen passiert dies nicht.
Ansonsten sehe ich täglich sehr viele Vergehen, ganz besonders mit einhändigem Fahren im Auto, weil die andere Hand sich krampfhaft am Handy festhält, oder freihändigem Fahren mit dem Fahrrad, weil eine Hand für das Handy die andere für die Kaffedose gebraucht wird. Hier sieht man weit und breit keinen Polizisten, ebenso beim Fahren am Gehsteig, sodass man sich selbst als Fußgänger am Gehweg seines Lebens nicht mehr sicher ist. Darüber spricht man leider viel zu wenig.
Alois Sepp
Nur zur Klarstellung: Ich selbst bin zwar auch Autofahrer, fahre aber nur das Allernötigste. Ansonsten bin ich leidenschaftlicher Benutzer der öffentlichen Verkehrsmittel.