Der Münchner Oberbürgermeister, Herr Christian Ude, bezeichnet die bayerische Landeshauptstadt München gerne als "Weltstadt mit Herz". Ich befürchte, dass sowohl unser OB wie auch seine Mitstreiter im Stadtrat die Realität in der "Weltstadt mit Herz" gewaltig aus den Augen verloren haben. In der gestrigen Sendung des bayerischen Fernsehens wurden ganz eklatante Berichte aus dem Glockenbachviertel und dem Stadtviertel Bogenhausen bekannt gemacht. Es wurde von bisher preiswerten und noch bezahlbaren Wohnungen berichtet, die diverse Investoren reihenweise aufkauften und jetzt luxussaniert werden.
Den in den Wohnungen lebenden Menschen werden Zustände zugemutet, die mit einem "Wohnen" nicht mehr bezeichnet werden können. Es werden größtenteils Ältere und sehr lange darin wohnende Menschen vor die Tatsache gestellt, entweder den gesamten Dreck, Missstand, Lärm und sonstige Misslichkeiten über sich ergehen zu lassen, und obendrein drastisch erhöhte Mieten bezahlen zu müssen, wenn sie in der jeweiligen Wohnung und in diesem Wohnviertel verbleiben wollen, oder wegzuziehen. Für ältere Menschen bleibt meistens nichts anderes übrig, als von München wegzuziehen, weil sie die drastischen Mietpreise in München nicht mehr aufbringen können. Es betrifft meistens alte Menschen, die zum Teil ihr ganzes Leben in der jeweiligen Wohnung oder in diesem Viertel zugebracht haben. Es betrifft Menschen, die teilweise mit vielen Entbehrungen ihre eigene Wohnung hergerichtet und bewohnbar gemacht haben.
München legt keinen Wert mehr auf ihre eigenen Bürger. München holt sich offensichtlich durch die verfehlte Stadt-Politik nur noch sehr betuchte Menschen in die Stadt. Der echte Münchner Bürger wird aus der Stadt vertrieben. Zwangsweise vertrieben, weil sich diese Menschen keine bezahlbare und ihrem Geldbeutel entsprechende Wohnung mehr leisten können. Alle diese Menschen können sich bestenfalls zusammentun und einen weiteren Bund der "Vertriebenen" gründen. Doch leider wird dieser Bund der Vertriebenen von staatlicher Seite keinerlei Unterstützung bekommen, so wie damals die Vertriebenen nach dem zweiten Weltkrieg.
Ein großes Lob an den Oberbürgermeister, an die Stadträte Rot-Grün, sowie an die gesamte Stadtverwaltung. Sie haben es die vergangenen Jahre meisterhaft geschafft, die eigenen Bürger, die echten Münchner Bürger aus der Stadt zu vertreiben. Sie setzen nichts daran, dass dem spekulativen Treiben in unserer Stadt endlich ein Riegel vorgeschoben wird. Dabei war einmal sehr kurze Zeit etwas davon zu hören, dass sich unser Oberbürgermeister für bezahlbare Mieten in seiner Stadt einsetzt. Dies war offensichtlich nur ein kleines Strohfeuer und natürlich nur Wahlkampf-Getöse, sonst wohl nichts. Die Vertreibung der alten Münchner Bürger geht indes munter weiter. Alle Hochachtung vor so einer Stadtpolitik!
Alois Sepp
Weltstadt der Vertreibung
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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