Abendzeitung München, Ausgabe 26.6.13, Leserforum, Seite 21. Titel: Unruhe im Vatikan
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Der derzeitige Papst Franziskus ist in sehr vielen Dingen wesentlich anders als seine Vorgänger Papst Johannes Paul II. und Bendikt XVI. Nach der Wahl blickten viele auf den "Neuen" und lasen schon aus dem Kaffeesatz. Ich bin überzeugt davon, dass Franziskus schon viel innerhalb der geheiligten und zu tiefst verschlossenen Gemächern des Vatikans angeregt, verändert oder in unliebsame Unruhe gebracht hat. Franziskus hat schon mit so manch eingefahrenen Gepflogenheiten gebrochen, geht im Gegensatz zu seinen Vorgängern zum Leidwesen so mancher Kardinäle in seinem engsten Umfeld, ganz andere Wege. Man kann ihm dazu nur Glück und Ausdauer zurufen!
Der aus Argentinien stammende Papst ist erst 100 Tage im Amt und hat bereits viele Hoffnungen geweckt. Ich bin überzeugt davon, dass er eine schier unbewältigbare Wegstrecke alleine innerhalb des Vatikans noch vor sich hat, es absolut schwierig sein wird, die erzkonservativen Verkrustungen in der Kurie zu bewältigen. Ich wünsche ihm jedenfalls den Mut, die Ausdauer, die Lebenskraft und die Überzeugung, dass er es schafft, in diesem tiefversperrten Areal etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Franziskus jedenfalls begeistert die Menschen in seiner freundlichen und unkomplizierten Art. Nachdem er aber in Grundsatzfragen ebenso als konservativ bezeichnet wird, darf man wirklich darauf gespannt sein, was und wie er es noch anpackt!
Alois Sepp
100 Tage mit Franziskus (gedruckt)
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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