Wenigstens hat das Oberlandesgericht in Nürnberg so viel Durchblick und Rechtsverständnis erkennen lassen, dass Gustl Mollath nach inzwischen sieben langen Jahren auf freien Fuß gesetzt wird und eine Wiederaufnahme seines Verfahrens angeordnet hat. Haben sich doch viele einzelne Fakten ergeben, dass Mollath offensichtlich zu Unrecht weggesperrt wurde, offensichtlich unter Einfluss des Kapitals eiskalt abserviert wurde. Allen, die dazu in mühevoller Kleinarbeit Fakten für den Unschuldsbeweis Gustl Mollats zusammengetragen haben, gebührt Respekt und Dank, nicht nur dem Oberlandgericht.
Möchte nicht Gleiches mit Gleichem vergelten, aber den damaligen Gutachtern, Richtern und Staatsanwälten sollte zum Ausgleich Ähnliches geschehen. Nach all den neuen Erkenntnissen sah es das damalige Gericht nicht einmal für der Mühe wert an, die neuen Erkenntnisse aufzuarbeiten. So nach dem Motto: "Ein Richter, der Staat und die Justiz irren nicht!" Wenn allerdings Mollaths Anwalt Gerhard Strate glaubt, dass damit der Rechtsstaat in Bayern wieder hergestellt ist, so ist dies nur oberflächlich betrachtet. Dazu und zur vollen Rehabilitation gehören noch ein paar Fakten mehr als nur ein Wiederaufnahmeverfahren. Für das Rechtsverständnis und die Glaubhaftigkeit an unsere Justiz ist es schwer nachvollziehbar, dass der justiziare Amtsschimmel zum Erkennen von Unrecht sieben lange Jahre braucht! Ich bin jedenfalls schon sehr erschüttert über die vergangenen und aufgedeckten Geschehnisse. Haben doch wirklich einen sehr fahlen Nachgeschmack der Beeinflussung durch das Kapital.
Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich, heißt es immer wieder, doch: "Manche Menschen sind eben gleicher!!"
Alois Sepp
Ist der Rechtsstaat in Bayern wirklich wieder hergestellt?
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- Geschrieben von: Handwerksmeister Alois Sepp
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