LESERBRIEF    zu Hoeneß Artikel im  Stern vom 20.3.2014

Auch wenn die Haftumstände  Für Herrn Hoeneß in der JVA  Landsberg wahrscheinlich sehr viel angenehmer sein werden, als für die meisten anderen Insassen, dürfte er den Einschnitt in sein bis dahin selbstbestimmtes Leben als sehr schmerzhaft empfinden. 
Mit seinem Schicksal hadern sollte er trotzdem nicht, denn In dieser JVA gibt es zumindest ein wirklich tragisches Schicksal:  Manfred G.  sitzt hier als  verurteilter Mörder  lebenslänglich -  er ist aber unschuldig.  Er ist eines der zahlreichen Justizopfer Deutschlands  nach denen kein Hahn kräht. 
Einer der besten und erfahrensten Rechtsanwälte Deutschlands, Dr. Gunter Widmaier,  hatte zwei Jahre lang, quasi pro bono,  für seine Unschuld gekämpft -  vergeblich. Am selben Tag als die Revisionsablehnung bekannt wurde - wie häufig nur ein arbeitssparender Dreizeiler vom BGH: "offensichtlich  unbegründet" wurde die Revision dieses Spitzenjuristen genannt -  ist Dr. Widmaier in seinem Berliner Hotel aus dem Tritt gekommen und die Treppe hinuntergestürzt. Nach einer Woche im Koma verstarb er am 11.9.2012. Es ist wohl nicht einer überbordenden  Fantasie geschuldet, wenn man  davon ausgeht, dass dieses, seiner Meinung nach materiell rechtlich  falsche Urteil,  nicht nur das Leben des Angeklagten und seiner Familie zerstört,  sondern auch Dr. Widmaier  getötet hat.

Das sind die wahren Tragödien, die sich, in der Regel  fern ab von  medialer Beachtung, in unserem "Rechtsstaat" abspielen.
Das 'Schicksal' von Herrn Hoeneß  ist verglichen damit nur Pipifax.

Mehr zum Fall Genditzki hier: http://kanzlei-schoen.de/rechtsstaat/ein-falsches-lebenslaenglich/

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