'Dieselgate'  -Betrug ohne Ende ? und ohne Saktion? - QR Code Friendly
LESERBRIEF  zu 'Gegen die Wand', Buch Zwei, SZ v.  Samstag/Sonntag, 26./27.09.2015

Die hervorragend recherchierte Geschichte in der SZ über das 'DIESELGATE' von VW zeigt mehrere Dinge:

1. Eine Tageszeitung die solchen Hintergrundgeschichten bringt, wird noch lange gebraucht.

2. Ex-Vorstand Winterkorn hat gelogen, als er sagte, dass er von dem Diesel-Betrug nichts wusste. Es trotzdem zu behaupten und der gesamten deutschen Öffentlichkeit ins Gesicht zu lügen, zeugt von einer Unverfrorenheit und einer kriminellen Energie, die ihresgleichen sucht.
Winterkorn hatte tatsächlich die Stirn,  in seiner Videobotschaft vom 22.9. folgenden Schlusssatz zu sagen: "Ich gebe Ihnen mein Wort, bei all dem werden wir mit der größtmöglichen Offenheit und Transparenz vorgehen."
Das erinnert sehr fatal an ein anderes 'Ehrenwort' vom 18. 9.1987.
Diese Leute leben offenbar in einer so tiefen Verleugnungsstruktur, dass sie nicht erkennen können, wann sie entlarvt sind.  Wie Kinder, die sich die Augen  zuhalten und glauben, weil  sie nichts sehen, sieht man sie auch nicht.

3.  Das Zusammenspiel von verschiedenen Gruppen zu ihrem eigenen Nutzen und dem Schaden von  Vielen,  ohne Rücksicht auf die Gesundheit und das Leben von Tausenden, nennt man normalerweise 'OK' - Organisierte Kriminalität. Man darf gespannt sein, wie dieses Zusammenspiel, an dem beim 'Dieselgate' so viele 'ehrenwerte  Mitglieder der Gesellschaft' beteiligt sind, hier schließlich genannt werden wird.

Die Straftatbestände werden durch 'Lebensleistungen' nicht beeinflusst, Betrug bleibt Betrug. Allenfalls bei der Strafzumessung kann die Höhe der Strafe dadurch beeinflusst werden.
Wie bei Hoeneß.

'Normale' Straftäter erfahren übrigens nicht das geringste Mitgefühl, wenn sie durch  die Wiedergutmachung der von ihnen  verursachten Schäden alles verlieren und für ihr restliches Leben in Hartz IV 'abrutschen'. Das darf bei 'Eliten' nicht anders sein. Art 3 GG kennt für sie keinen Ausnahmetatbestand. Das unterscheidet die Demokratie vom Feudalstaat. Die Verantwortlichen für den VW-Betrug könnten ohnehin nur einen kleinen Anteil des finanziellen Schadens  wiedergutmachen, auch wenn sie ihr ganzes Vermögen verlieren.  

Es wäre immer nur ein kleiner Teil der Milliarden, die den Konzern die Affäre kostet. Der Imageschaden für VW, die Autoindustrie und das Industrieland Deutschland ist damit ohnehin nicht wieder gut zu machen. Mit dieser Schuld müssten sie ihre restliche Lebenszeit leben - außer sie gehen wieder in den Verleugnungsmodus, der diese Taten überhaupt möglich gemacht hat.

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Dagmar Schön Rechtsanwältin
Autor: Dagmar Schön Rechtsanwältin

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