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Rheinpfalz Speyerer Rundschau - Nr. 290 Samstag, den 2. November 2019

Ich bin nicht ganz so optimistisch wie der Kommentator der RHEINPFALZ. Sicher sind wir von Weimarer Verhältnissen noch weit entfernt. Dennoch: Wenn ein Möchtegern-Goebbels und Möchtegern-Parteiphilosoph , der sein verquastes Geschwurbel als „philosophische Einlassungen“ bezeichnet, in einem ZDF-Interview mit süffisantem Grinsen bemerkt: „Vielleicht werde ich auch mal eine interessante politische Person in diesem Land“, und dies offensichtlich von 23,4 Prozent der Thüringer Wähler goutiert wird, dann wird mir nicht nur kotzübel, sondern himmelangst. In der Tat wissen wir nicht, was kommt – aber soweit dürfen wir es auf keinen Fall kommen lassen.

Manfred Kiefer, Speyer

Kommentare  

# Mir wird himmelangstAlois Sepp 2019-11-02 21:04
Herr Kiefer, ich möchte hier nicht immer alles so schwarz sehen, wie es häufig in Deutschland praktiziert wird.
Wenn ich sehe, dass der Wähler in Thüringen der AfD ca. 23 % bescherte, darf man "Gott sei Dank" nicht davon ausgehen, dass diese 23% alles Nazi, braunes Pack (wie man es schon bezeichnete) oder als nur Verblendete betrachten.

Wenn in einer Partei ein Herr Höcke als eine Art Gewaltredner vorhanden ist, so heißt es noch lange nicht, dass dieser Herr Höcke auch in der AfD gerne und uneingeschränkt gesehen ist. Die Demokratie hat nun einmal Gesetzmäßigkeiten, dass man auch missliebigere Elemente nicht so einfach rauswerfen kann. (Herr Höcke wäre schon längst draussen, wenn es so einfach ginge, da bin ich überzeugt davon)

Ich möchte darauf hinweisen, ohne dem Höcke helfen zu wollen, dass es seit Bestehen der Bundesrepublik Deutschland in ALLEN Parteien schon solche Schwätzer gegeben hat. Auch diese wurden nicht gleich als "braun gefärbt" eingestuft. Bei der AfD versucht man mit aller Gewalt, an die unrühmliche Vergangenheit Deutschlands zu erinnern. Leider hat eben die AfD den Nerv vieler Bundesbürger getroffen. Die sich selbst immer in den Himmel hebenden Altparteien haben leider meist das Falsche gemacht, das uns Bürger eben negativ getroffen hat.
Ich betone nochmals: Wäre die Politik in den vergangenen 15 Jahren eine andere gewesen, es hätte keiner AfD bedurft. Unsere Altparteien, mit ihrem ewigen Hin und Her, mit dem ewigen Parteigeplänkel, den ebenfalls unrühmlichen Personalien, sind der eigentliche Auslöser des Debakels. Betrachtet man die ständigen Negativzahlen der CDU, der CSU, der SPD usw., müsste man gleichlautend ALLE Wähler in Deutschland als "Verblendete" hinstellen und betrachten.
Ich glaube nicht, dass eine solche Darstellung in Ihrem Sinne, oder im Sinne unser Aller wäre.
# Mir wird himmelangstManfred Kiefer 2019-11-04 19:21
Lieber Herr Sepp,

ich bin nicht Ihrer Meinung! Wer jetzt vor dieser Entwicklung die Augen verschließt, der macht sie vielleicht erst im Lager wieder auf. Ich lasse mich weder durch das harmlose Milchbubigesicht eines Björn Höcke noch durch die bürgerliche Fassade eines Professor Meuthen täuschen. Laut Aussage von Herrn Gauland steht Höcke in der Mitte der AfD. Und damit hat er meiner Meinung nach (unfreiwillig) offengelegt, wofür diese Partei steht: für den Faschismus! Herr Höcke braucht mir nicht zu erklären, was Faschismus bedeutet. Ich war/bin Geschichtslehrer, der aber anders als Herr Höcke (der immer noch im Beamtenverhältnis ist!!), seine Lehren aus der Geschichte gezogen hat. Die braune Soße, die in der ehemaligen DDR durch den verordneten Antifaschismus unter der Decke gehalten wurde, quillt jetzt aus allen Ritzen - und nicht nur dort. Deshalb sage ich: Wehret den Anfängen!

Mit freundlichen Grüßen
Manfred Kiefer

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