Eine zerbröckelnde Welt und die Konsequenzen für Mitteleuropa - QR Code Friendly

Die UNO bröckelt schon seit sehr langer Zeit vor sich hin, vor allem deshalb, weil die Mächtigsten in diesem Apparat  der Menschheit schon seit langem mit dem schlechten Beispiel der Nichtbeachtung der Charta der Vereinten Nationen vorangegangen sind, die NATO bröckelt ebenfalls aus verschiedenen Gründen vor sich hin, vor allem nach Donald Trumps ruppigem Hinweis an die NATO – Verbündeten, dass er größere finanzielle Leistungen von ihnen erwarte, nach seiner Erklärung „Amerika zuerst“, die man gewiss nicht als Solidaritätserklärung an die noch immer Verbündeten missverstehen sollte, nach seinen Sympathiebekundungen für Russland und vor allem seit Erdogans intimen Umarmungen mit Putin. Die EU bröckelt als Folge der Austrittserklärung Großbritanniens vor sich hin, auch als Folge der immer stärker werdenden nationalen Rückbesinnung in vielen europäischen Staaten und auch als Folge der unverändert starken Unterschiede zwischen den Volkswirtschaften der Mitgliedstaaten mit der daraus resultierenden unterschiedlichen Wirtschaftskraft. Mit der Lösung des Flüchtlingsproblems wird Deutschland von seinen Nachbarn weitgehend allein gelassen – die Südeuropäer allerdings auch. Wie soll Deutschland sich inmitten dieses tobenden Strudels der politischen Veränderung verhalten? Deutschland sollte erstens darauf achten, dass seine Wirtschafts- und Finanzkraft in diesem Strudel keinen Schaden erleidet, es sollte zweitens sein Verhältnis zu Russland entspannen, unabhängig vom „Gebell“ des NATO – Generalsekretärs, den russlandfeindlichen Kassandra – Rufen aus dem Baltikum und aus dem hoffnungslos zerstrittenen Polen sowie, last but not least, den Deutsch – Französischen  Freundschaftspakt, den Konrad Adenauer und Charles de Gaulle einstmals geschlossen haben, feierlich erneuern, selbst wenn eine Marine Le Pen französische Staatspräsidentin werden sollte. Ein enges Deutsch – französisches Verhältnis sollte für alle Zukunft Bedingung Nr. 1 jeder deutschen Außenpolitik sein. Beide Staaten sollten aus ihrer gemeinsamen Mittellage in Europa heraus eine abgestimmte Weltpolitik betreiben und eine Äquidistanz zu Washington und Moskau pflegen, ohne in den Sog einer der beiden Weltmächte zu gelangen. Möge deutsche Außenpolitik sich beizeiten mit der Überlegung beschäftigen, ob wir in einer sich wandelnden Welt außerhalb der NATO möglicherweise sicherer sind als in ihr! Otfried Schrot


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