Ein Platz an der Sonne - QR Code Friendly

Es liegt wohl in der deutschen Natur, in die Welt hinaus zu streben, sei es als Urlauber, als Politiker oder als Militärs. Als Deutschland in der Ära des Kolonialismus das europäische Schlusslicht war, welches noch keine Kolonien hatte, gab Bismarck dem Drängen deutscher Kaufleute nach, die einen Platz an der afrikanischen Sonne begehrten, um gute Geschäfte zu machen, und gestattete den Erwerb deutscher Kolonien, die uns nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wieder abgenommen wurden. Nun ist eine neue Ära des deutschen Strebens in die Welt angebrochen. Das begann schon vor einiger Zeit mit der Erklärung der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, Deutschland sei bereit und willens, mit seinen Soldaten mehr Verantwortung in der Welt zu übernehmen – zum Beispiel in Mali und in Litauen. Es ist zurzeit noch nicht sicher, ob dieses edle Vorhaben eher einen Nutzen für das deutsche Volk darstellt  oder eher zur Füllung der Auftragsbücher der deutschen Rüstungsindustrie dient. Frau von der Leyen ist eine ehrenwerte Verteidigungsministerin, die zweifelllos das Beste für Deutschland will, aber sie sollte die derzeit stattfindende  Entsendung von 26 Panzern  nach Litauen doch besser anhalten, bis Klarheit besteht über die weitere Entwicklung der „Liebesbeziehung“ zwischen Trump und Putin. Erstens entlocken 26 deutsche Panzer in Litauen Wladimir Putin nur ein „müdes Lächeln“, zweitens kann er sie aber sehr wohl als Vorwand benutzen, um angesichts der „Drohung“ stärkere militärische Kräfte vor der russisch – litauischen Grenze aufmarschieren zu lassen. Dann ist die Verteidigungsministerin wieder „an der Reihe“, zur Freude der deutschen Rüstungsindustrie erneut nachzurüsten. Ursula von der Leyen täte gut daran, ihre Beflissenheit bei der Erfüllung litauischer Wünsche zu zügeln, bis Donald Trump das Chaos in seinem Gehirn geordnet und einen Entschluss gefasst hat, wie er sein künftiges Verhältnis zu Wladimir Putin gestalten will. Die deutsche Politik könnte Litauen einstweilen empfehlen, mit Blick auf das Schicksal der noch ungeborenen litauischen Kinder Putin den Abschluss eines in eine friedliche Zukunft weisenden Freundschaftsvertrages mit Litauen vorzuschlagen, der künftige Kriege ausschließt. Otfried Schrot

Weitere Artikel
Otfried Schrot

Bewerten, Kommentieren und Teilen in sozialen Netzwerken und in der Bürgerredaktion:

Um diesen Artikel hier in der Bürgerredaktion zu kommentieren, bitte anmelden.

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 
(Durchschnittliche Bewertung 0 bei Bewertung(en))