Der Horst von der Obergrenze - QR Code Friendly

Angela Merkel und Horst Seehofer haben ihren „Streit um die Obergrenze“, ohne dass eine Einigung  zustande gekommen wäre, in den „Kühlschrank der Politik“ gelegt, um  erst einmal gemeinsam die  Bundestagswahlen im Herbst zu gewinnen. Der Machterhalt hat Vorrang vor der Problemlösung. Kritik: um eine Obergrenze überhaupt festlegen zu können, muss man erst einmal wissen, wie viele Flüchtlinge überhaupt da sind. Die Zahl dürfte sich aber täglich ändern, vor allem deshalb, weil man die rund 3750 Kilometer lange Außengrenze Deutschlands zu seinen Nachbarstaaten gar nicht so hermetisch abriegeln kann, dass „keine Maus mehr durchschlüpft“. Solange man das „Ist“ als Berechnungsbasis an einem bestimmten Stichtag gar nicht kennt, kann man die Erreichung der Obergrenze nicht einmal definieren. Es gibt aber eine sehr viel befriedigendere Lösung: Deutschland ist der viertgrößte Waffenexporteur der Welt. Die Hälfte der deutschen Waffenexporte kommt aus Bayern. („Die Welt vom 23.1.2017“)Herr Seehofer, gehen Sie doch als christlicher Politiker  der auf dem Weg zum globalen Selbstmord befindlichen Welt, angeführt von den Hauptwaffenexporteuren USA, Russland und China, mit dem guten Beispiel einer Kehrtwende voran und fordern Sie die bayerische Rüstungsindustrie mit dem Angebot staatlicher finanzieller Unterstützung auf, ihre Fließbänder umzurüsten für die Produktion derjenigen Güter, die 60 Millionen Flüchtlinge und 900 Millionen Hungernde benötigen! Die globalen Flüchtlingsströme werden nur dann zurückgehen, wenn die Geldmittel, die bisher in die Kriege investiert worden sind, künftig in die Schaffung, Erhaltung und Festigung einer friedlichen Welt investiert werden. Herr Seehofer, der Leserbriefschreiber zweifelt nicht daran, dass Ihnen Jesus Christus nach der Umsetzung des oben beschriebenen revolutionären Entschlusses wohlwollend vom Himmel herab zulächeln würde. Und Sie, Frau Bundeskanzlerin, täten gut daran, statt sich zu den deutschen Waffenexporten nach dem Vorbild der drei Affen auszuschweigen, der UNO einen Stufenplan zur weltweiten Reduzierung von Waffenproduktion und Waffenexporten vorzulegen, der unter der Aufsicht einer internationalen Kontrollkommission auch tatsächlich umgesetzt wird, damit die Menschheit eine Überlebenschance hat, statt weiter der Befriedigung der Profitgier der Aktionäre der Rüstungsindustrie tatenlos zuzusehen, die fernab von den Kriegsschauplätzen der Welt, an denen Millionen leiden, an Orten mit angenehmen Lebensbedingungen ihre Beute verzehren. Es wäre auch eine gute Idee, in der UNO die Forderung zu erheben, alle Flüchtlinge, die auf der Welt umherirren, proportional zu deren Waffenexporten auf alle waffenexportierenden Länder der Welt aufzuteilen. Dann würde Herr Trump die größte Zahl von Flüchtlingen erhalten,  oder die USA stellen ihre Waffenexporte ein – und vor allem ihre endlosen Kriege! Durch eine solche wohlüberlegte und mehr als gerechte Politik könnten wir dahin gelangen, dass ein Streit um Flüchtlingsobergrenzen gegenstandslos wird. Otfried Schrot


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