Tipps für die Köche der nahöstlichen Friedenssuppe - QR Code Friendly
Der Leserbriefscheiber hat sich seit seiner frühen Jugend die ungeschickten Klimmzüge angesehen, mit denen die nahöstlichen „Friedensmacher“ in wechselnder Zusammensetzung versucht haben, an das hochgelegene Gewürzregal heranzukommen, auf dem die möglichen Zutaten für den Nahostfrieden darauf warten, dass das richtige politische Kochgenie die richtigen Gewürze in der richtigen Menge und Zusammensetzung für die Friedenssuppe auswählt, auf dass sich das Sprichwort „Viele Köche verderben den Brei“ ausnahmsweise einmal nicht bewahrheitet. Über eines sollten sich alle Köche zwischen Washington, Jerusalem und Manila im Klaren sein: der richtige Weg zum Nahostfrieden muss und wird ganz anders aussehen als die zahllosen Sackgassen, aus denen die Friedensschöpfer zwischen 1947 und 2017 immer wieder rückwärts hinaus mussten.  Der Lesebriefschreiber gibt folgende Empfehlungen ab: 1.)Alle Menschen, die in irgendeiner Form einen Anteil am Nahostkonflikt haben, sei es als Täter, als Opfer oder als Zeugen, sollten sich in einem Willen vereinigen: wir, die wir Hass in unseren Herzen tragen, sollten entschlossen sein, diesen Hass nicht auf die ungeborenen Kinder in den Bäuchen unserer jüdischen und arabischen Frauen von heute und morgen zu übertragen, auf Kinder, die vom Hass ihrer Eltern und Großeltern noch gar nichts wissen, um zu verhindern, dass diese  sich in dreißig Jahren bei gleichzeitiger Verlängerung der Blutspur des Hasses, die sich durch die letzen  70 Jahre hinzieht, abermals erschlagen, erschießen und erstechen! Darauf sollten alle Beteiligten einen feierlichen Eid ablegen. 2.) Zweitens ist es völlig unrealistisch, zu glauben, dass sich Juden und Araber jemals ohne einen neutralen politischen Moderator mit einem internationalen Beraterstab von Parteilosen, die jeder Parteinahme unverdächtig sind, auf eine nahöstliche Friedensformel einigen werden. Das Ergebnis eines solchen Versuches würde ein böses Ende nehmen wie das Spiel zweier Fußballmannschaften  gegeneinander ohne Schiedsrichter.3.)Der Politische Moderator und dessen neutraler  Beraterstab sollten nicht einen, sonder zwei Friedensentwürfe für den Nahen Osten ausarbeiten, einen Vorschlag, der eine Ein – Staat – Lösung  präsentiert und  einen Vorschlag, der eine  Zwei – Staaten – Lösung präsentiert mit einer Analyse der Vor – und Nachteile beider Alternativen. Die beiden ausgearbeiteten Entwürfe sollten Juden und Arabern zu einer Volksabstimmung vorgelegt werden. Dieser Entscheidungsprozess muss begleitet werden von einem Aussöhnungs – und Verbrüderungsprogramm, beruhend auf dem Bewusstsein, dass Juden und Araber in Abraham einen gemeinsamen Stammvater haben, vorangetrieben von zwei Fragestellungen:1.)Was können wir, die Juden, für euch, unsere palästinensischen Brüder, tun? und 2.)Was können wir, die Palästinenser, für euch, unsere jüdischen Brüder, tun? Diese beiden Fragestellungen dürften der richtige Einstieg in die Schaffung einer Konfliktlösung für den Nahen Osten sein. Schlussbemerkung: der von der UNO einzusetzende „Politische Moderator“ muss an Bord des Schiffes bleiben, auf dem sich Palästinenser und Juden befinden, bis es in den Hafen des Friedens eingelaufen ist! Alle Beteiligten sollten den Willen haben, dafür zu sorgen, dass diese Reise nicht noch einmal zu einem siebzigjährigen Irrweg wird!          Otfried Schrot
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