Afghanistan - QR Code Friendly
Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ist zum Weihnachtsbesuch bei den deutschen Soldaten in Mazar-i-Sharif eingetroffen. Der Krieg in diesem Lande hat bereits die doppelte Länge der beiden Weltkriege erreicht. Die deutsche Öffentlichkeit hat sich an diesen Krieg gewöhnt und stellt keine unbequemen Fragen mehr, der Leserbriefscheiber schon. Ihn beschäftigen Fragen, die er sich selber – zumindest teilweise - mangels zugänglicher Quellen nicht beantworten kann. Erstens: Wie lange soll dieser Krieg eigentlich noch dauern? Hundert Jahre? Wer ergreift eigentlich welche internationalen Initiativen zur beschleunigten Herbeiführung des Kriegsendes? Donald Trump, der in unregelmäßigen Abständen zu nahezu allen Problemen, mit denen er sich auseinanderzusetzen hat, seine Meinung ändert, hat eine größere Begabung, Kriege zu provozieren als zu beenden. Er ist für die zügige Herbeiführung eines Kriegsendes in Afghanistan ungeeignet. Zweitens: weshalb müssen Soldaten aus Ländern, die zehntausende von Kilometern entfernt sind, für die innere Sicherheit Afghanistans sorgen, während die unmittelbaren Nachbarn sich zurückhalten als da sind: Usbekistan, Iran, Pakistan und vor allem China, das mit Afghanistan in aller Stille gute Geschäfte zu machen scheint, aber keinen einzigen Soldaten zur Erhaltung der inneren Sicherheit nach Afghanistan abstellt? Der ursprüngliche Anlass für den Überfall der USA auf Afghanistan ohne vorherige Kriegserklärung, Osama bin Laden, ist lange tot. Drittens: wird der wahre Grund für den extrem langen Kriegseinsatz in Afghanistan der Öffentlichkeit etwa verschwiegen? Afghanistan verfügt im Übermaß über Lager seltener Rohstoffe. Ist der wahre Grund der USA für den hartnäckigen Verbleib in diesem Lande etwa der, hinter dem Schleier eines auf kleiner Flamme dahin köchelnden Krieges eine intensive Rohstoffausbeute zu betreiben? Sind die Verbündeten etwa nur gehorsame Handlanger, die lediglich das Leben ihrer Soldaten für amerikanische Wirtschaftsinteressen opfern dürfen? Die Antwort auf alle diese Fragen findet der Leserbriefschreiber nicht in den Medien, und die deutsche Nation scheint sich nicht dafür zu interessieren. Es wäre schön, wenn sich die Bundeskanzlerin in ihrer nächsten Weihnachtsansprache einmal dazu äußern würde. Otfried Schrot
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Otfried Schrot

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