Fehlalarm auf Hawaii - QR Code Friendly

Die Welt: Der Atom-Fehlalarm auf Hawaii zeigt, dass der Kalte Krieg zurück ist. Und er zeigt, dass er gefährlicher sein könnte denn je.

An diesem Wochenende erreichte Hawaiis Einwohner die moderne Version einer vergilbten Depesche. "Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Suchen Sie sofort einen Schutzraum auf", stand in der SMS. Gefolgt vom Zusatz: "Das ist keine Übung." Böse Erinnerungen wurden in der Bevölkerung von Hawaii wach, nämlich an eine vergilbte Depesche aus der Vergangenheit, in der zu lesen stand: "Luftangriff auf Pearl Harbour", dann der Zusatz: "Das ist keine Übung." Das US-Pazifikkommando setzte die Depesche am 7. Dezember 1941 ab, dem Tag des japanischen Angriffs auf Pearl Harbor, das auf Hawaii gelegene Hauptquartier der US-Pazifikflotte. Nunmehr, im Angesicht einer vermeintlichen erneuten Bedrohung, brach auf der Inselkette mit ihren 1,5 Millionen Einwohnern Panik aus.

Meinung des Leserbriefschreibers: Das war kein Zufall, sondern die Tat eines verantwortungslosen Zynikers, der hoffentlich bestraft wird. Der nächste – möglicherweise echte – Alarm dieser Art wird von der Bevölkerung von Hawaii wahrscheinlich nicht ernst genommen. Der Vorfall zeigt endgültig, dass das Weltsicherheitssystem der so genannten „Strategie der Abschreckung“  mit der „flexiblen Reaktion“ und der „massiven Vergeltung“ endgültig bankrott ist, weil es die Möglichkeit zahlloser Missverständnisse beinhaltet, die nicht nur die mit Atomwaffen bestückten Konfliktparteien mit der totalen Vernichtung bedroht, sondern den ganzen Planeten. Weshalb lassen wir dann nicht von der Strategie der Abschreckung? Antwort: weil das Angebot immer moderner werdender Waffen, mit denen den Mächtigen in den Vorzimmern der Macht von den im Auftrage der Aktionäre der Rüstungsindustrie tätigen Lobbyisten mit appetitlichen Einflüsterungen der Mund wässerig gemacht wird, in denen Parteispenden eine nicht unbedeutende Rolle spielen, immer wieder den Ausschlag für die Füllung der Auftragsbücher der Rüstungsindustrie gibt und damit für eine Verlängerung des „Kalten Krieges“. Der Lauf der Weltgeschichte wird offensichtlich zu einem guten Teil von der Rüstungsindustrie bestimmt, welche der Politik mit ihren „militärischen Leckerbissen“ „den Weg zeigt, wo es langgeht“! Deshalb bricht der Kalte Krieg auch immer wieder aus und lässt dem System der vertrauensbildenden Maßnahmen keine Chance. Aus diesem Grund wird der „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit“ solange ein durchschlagender Erfolg versagt bleiben, wie keine sehr starke Persönlichkeit an der Spitze der Organisation steht, die sich in Washington, Moskau und Peking Gehör und Respekt zu verschaffen versteht! Der derzeitige Vorsitzende der OSZE, der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz, ist einerseits noch sehr jung und zum anderen, wie es scheint, intensiver mit der Pflege des österreichischen Nationalismus beschäftigt als mit der Stärkung der Autorität der OSZE. Er hat seine viel wichtigere Aufgabe noch nicht erfolgreich abgeschlossen, das immer wieder stattfindende Aufflackern des Kalten Krieges durch energische Auftritte in Washington, in Moskau und in Peking zu unterbinden. Möge ihm dieses bald gelingen! Im Übrigen fehlt eine Willensbekundung der Menschheit an die Politik, welche da lautet: Wir wollen das Weltsystem der Bedrohung und der Abschreckung durch ein neues Weltsystem des Vertrauens und der Solidarität ersetzen! Politiker, werdet in diesem Sinne tätig! Diese Forderung sollte die Bundeskanzlerin nach ihrer vierten Wiederwahl in einer feurigen Rede im Namen der Deutschen Nation vor der UN – Generalversammlung erheben! Otfried Schrot


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