Weshalb wir den Weltstaat brauchen - QR Code Friendly
George Orwell hat den Weltstaat in seinem Roman „1984“  als politisches Schreckgespenst dargestellt – eine Weltdiktatur, deren Spionagekameras in jedem Schlafzimmer stehen. Diesen Roman hat Orwell unter dem Eindruck der Herrschaft der Diktatoren Hitler, Stalin und Mussolini geschrieben. Klarer Fall. Dieser Roman sollte die Menschheit motivieren, das Entstehen eines Weltstaates auf jeden Fall zu verhindern.                                                                                                                                                                                                               Ich hingegen behaupte, dass wir den Weltstaat aus drei Gründen unbedingt brauchen, zum ersten, um uns auf eine Formel zu einigen, nach welcher wir die Erhaltung des Lebensraumes sicherstellen wollen, in welchem Menschen, Tiere und Pflanzen existieren, zum zweiten, um uns auf eine Formel zu einigen, nach welcher wir das Überleben der Menschheit selbst sicherstellen wollen, und zum dritten, wie wir fähiges politisches Führungspersonal auswählen und heranbilden wollen, welches in der Lage ist, nach den vorgegebenen Kriterien die Menschheit verantwortungsbewusst  in die Zukunft zu führen. Wie sieht es denn mit diesen drei Notwendigkeiten zurzeit aus?  

Zum Ersten: die Erhaltung des Lebensraumes hängt ab von der Pflege des Klimas und der Pflege der Erdoberfläche, der Erdatmosphäre und der Meere. Dem internationalen Plan zur Pflege des Klimas hat der größte politische   Senkrechtstarter aller Zeiten, Donald Trump, durch seine Kündigung des Klimaabkommens gerade eine Bruchstelle verpasst. Für die Einstellung der Müllzufuhr zu den Weltmeeren – vor allem mit Plastikmüll – gibt  es noch gar keine globale Zuständigkeit.

Zum Zweiten: die größte Gefahr für die Zukunft der Menschheit ist – in Anbetracht von 15000 Atomsprengköpfen in den Händen von neun Staaten - die Fortsetzung der militärischen Gewalt zur Lösung von Konflikten. Obwohl  die Menschheit nach dem Zweiten Weltkrieg - mit  dem Schrecken noch in den Knochen -  in der Präambel der Charta der Vereinten Nationen ihre feste Entschlossenheit bekundet hat, künftige Generationen vor der Geißel des Kriegs zu bewahren, ist nichts daraus geworden. Wir können von der steinzeitlichen Gewohnheit, uns die Keulen um die Ohren zu schlagen, nicht lassen! Solange die „Lobbyisten des Friedens“ es nicht schaffen, sich bei den Gesetzgebern mehr Gehör zu verschaffen als die „Lobbyisten des Krieges“, wird die Menschheit über dem Abgrund der Selbstvernichtung hängen.

Zum Dritten: jeder Lokomotivführer und jeder Bäcker muss eine gründlichere Berufsausbildung erfolgreich absolvieren als der künftige Präsident der Vereinigten Staaten. Für die Besetzung dieses Spitzenamtes genügt es, ein guter Clown zu sein. Dieser Wahnsinn muss aufhören.

Abhilfe: Wir brauchen für einen reibungslos funktionierenden , das Überleben der Menschheit gewährleistenden Weltstaat eine solide Weltverfassung als völkerrechtliches Nachfolgeinstrument für die 70 Jahre alte, völlig antiquierte „Charta der Vereinten Nationen“, die einem Auto gleicht, das 70 Jahre nicht beim TÜV war, enthaltend

-       eine saubere Trennung künftiger globaler Zuständigkeiten und künftig in   nationaler Verantwortung verbleibender Zuständigkeiten

-       einen völkerrechtlich verbindlichen Mechanismus zur gewaltlosen Lösung  a l l e r internationalen Konflikte

-       eine Vereinbarung über die Unkündbarkeit einmal abgeschlossener internationaler Verträge

-       eine Vereinbarung über die charakterlichen und bildungsmäßigen Voraussetzungen, die Kandidaten für politische Ämter sowohl im nationalen Rahmen als auch auf internationaler Ebene erfüllen müssen, bevor sie zur Wahl zugelassen werden.

Möge sich möglichst bald ein Mächtiger finden, auf den die Welt hört, der an die Umsetzung dieses Vorschlages herangeht, bevor die Welt im Chaos versinkt! Mögen die USA, Russland und China als gute Vorbilder für die Welt von der Rivalität und der Konfrontation zur Solidarität übergehen! Otfried Schrot
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Otfried Schrot

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