Die Europäer und der Nahe Osten - QR Code Friendly

Zitat aus den Medien: Der Fraktionschef der Christdemokraten im Europaparlament, Manfred Weber, hat die EU dazu aufgerufen, mehr Verantwortung im Nahen Osten zu übernehmen. Künftig müssten "europäische Soldaten gemeinsam Verantwortung in den Krisenregionen unserer Nachbarschaft übernehmen", sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sollte der Irak ausländische Truppen weiterhin willkommen heißen, sei "das Engagement Deutschlands und Europas dort richtig und wichtig". …Weber forderte aber auch die EU auf, den Iran klar als den Verantwortlichen für "die vielen Krisen in der Region" herauszustellen. Er bezeichnete den Iran als den "zentralen Faktor der Instabilität" im Nahen Osten. 

Stellungnahme des Leserbriefschreibers:

Wenn deutsche Christdemokraten von der Übernahme von mehr Verantwortung in der Welt reden, beschleicht den Leserbriefschreiber das Gefühl, dass sie als erstes an die Füllung der Auftragsbücher ihrer Freunde in der deutschen Rüstungsindustrie denken. Seit dem Zusammenbruch des Osmanischen Reiches hat die Einmischung der USA und Europas der nahöstlichen Region nicht nur Instabilität, sondern auch Tod und Verderben gebracht. Lassen wir die Region doch einfach einmal in Ruhe! Es ist falsch, dem Iran die Alleinschuld an den nahöstlichen Spannungen in die Schuhe zu schieben. Die tiefere Ursache dürfte das untätige Verharren Israels sein, dass auch siebzig Jahre nach der Staatsgründung keine Initiative ergreift, um zu einem friedlichen Ausgleich mit den Arabern zu gelangen, was nicht zuletzt auf die dauerhafte Rückenstärkung Israels durch die USA zurückzuführen ist, die mit der völkerrechtlichen Anerkennung der Besetzung der Golan – Höhen durch Israel und der Verlegung der Botschaft der USA von Tel Aviv nach Jerusalem überflüssigerweise Öl ins nahöstliche Dauerfeuer gegossen haben. Wenn überhaupt ein Einsatz europäischer Soldaten im Nahen Osten, dann bitte nur auf Einladung nahöstlicher Regierungen! Das Beste, Herr Weber, ist aber eine Friedensordnung für den Nahen Osten, in der überhaupt nicht mehr gebombt und geschossen wird! Verwenden Sie sich bitte für diese Idee beim deutschen Außenminister, der gerade im Weltsicherheitsrat sitzt! Solange aber amerikanische Präsidenten für ihre Wiederwahl sechs Millionen Wählerstimmen amerikanischer Juden benötigen, die sie nur mit dem Wohlwollen Israels bekommen, wird sich an den Zuständen im Nahen Osten nichts ändern! Otfried Schrot


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