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Den Anfang aller Kriege planen die Generalstäbe, das Ende der Kriegsgott Mars. Und der lässt sich nicht in die Karten sehen.

Der „böse Feind der NATO“, die militärische Komponente desWarschauer Paktes, wurde am 31. März 1991 als Folge der wirtschaftlichen Erschöpfung des Ostblocks aufgelöst. Die NATO hätte auch aufgelöst werden können. Das Gegenteil geschah. Sie wurde nach Osten erweitert – mit der Folge des Ausbruchs von Unruhen in der Ukraine und der Besetzung der Krim durch Russland. Schuld haben selbstverständlich immer nur die anderen. Nun lebt die inzwischen 76 Jahre alt gewordene Dame mit Namen NATO immer noch und wird immer wieder „hochgepäppelt“, nun mit der NATO – Übung „Defender Europa 2020“. Es ist an der Zeit, dass wir Deutschen uns fragen, was wir eigentlich wollen.

Auf der einen Seite bauen wir in enger Kooperation mit Russland Pipelines durch die Ostsee, um mit Russland Öl – und Gasgeschäfte zu machen, und zwar gegen den heftigen Widerstand der USA, die sich mit einem vom amerikanischen Kongress verabschiedeten Gesetz die Unverschämtheit erlaubt haben, Europa seine Wirtschaftsbeziehungen vorzuschreiben und mit einer Erpressungsdrohung den Bau der zweiten Pipeline zum Erliegen zu bringen und auf der anderen Seite zeigen wir als „hörige Hampelmänner“ im Bündnis mit den anderen NATO – Staaten Russland mit der Übung „ Defender Europa 2020“ die Zähne, obwohl sich, wie die NATO erklärt , die Übung „gegen niemanden richtet!“ Wer führt denn schon „Krieg gegen niemand!?“

Der Leserbriefschreiber richtet an jeden NATO – Europäer die folgende Frage:

„Wer von Ihnen würde jemandem die rechte Hand zum Gruße reichen, der ihm die Linke als geballte Faust entgegenstreckt?“

Frau Kramp – Karrenbauer, Sie kluge Verteidigungsministerin: „Abschreckung ist das Produkt einer Mischung aus Hilflosigkeit und Ratlosigkeit, Vertrauensbildung hingegen ist eine Meisterleistung fähiger Außenminister! Was ist, wenn die Abschreckung fehlschlägt? Wollen Sie allen Ernstes einen Krieg in Mitteleuropa führen? Zu welchen Kosten? Mit welcher Länge? Mit welchen Kosten für den Wiederaufbau? Mit welchen Folgen für das Klima? Vor allem: mit wie vielen toten Soldaten und wie vielen toten Zivilisten? Wozu haben wir die „Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa“? Täten wir nicht besser daran, mit Hilfe dieses Vertragswerkes die Beziehungen zu Russland zu stabilisieren, statt bombastische Panzerverbände durch Mitteleuropa rollen zu lassen? Putin hat erklärt, dass er nicht die Absicht hat, in ein Wettrüsten mit der NATO einzutreten. Könnte man ihn nicht beim Wort nehmen? Im Übrigen, Frau Kramp – Karrenbauer: Putin weiß auch um die Ausrüstungsmängel in der Bundeswehr, die ihm den Schluss erlauben, dass diese Armee im Kriegsfall wahrscheinlich keinen langen Atem haben wird!“

Der Leserbriefschreiber kommt bei der Beurteilung aller Fakten und Umstände zu dem Ergebnis, dass der wahre Grund dafür, dass das „Mütterchen NATO“ so alt geworden ist, darin zu suchen ist, dass die USA an einer „ewigen Frontstellung“ zwischen Westeuropa und Russland interessiert sind und die NATO dazu benutzen, einen lästigen Konkurrenten aus dem Europageschäft „hinauszuekeln“, wozu man auch die Sicherheitspolitik einsetzt. Den Präsidenten der USA interessieren nur „deals“, welche den USA einen finanziellen Vorteil bringen. Dazu zählt vor allem das Rüstungsgeschäft. In einer spannungsfreien Welt kann die Rüstungsindustrie nichts verdienen. NATO – Manöver sind daher für eine Dauerpflege internationaler Spannungen gut geeignet.

Otfried Schrot


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